Autor Thema: Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen  (Gelesen 2373 mal)

Kann das sein?

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Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen
« am: 18:21:28 Do. 14.April 2005 »
- und will sich deshalb von vielen Mitarbeitern trennen. Bereits 2004 hat man die Beschäftigtenzahl um rund 2000 reduziert - 39300 Mitarbeiter gibt es in der deutschen Bahnindustrie noch.

Der Präsident der deutschen Bahnindustrie, Friedrich Smaxvil, gab nun bekannt das auf Grund rückläufigen Auftragsbestandes, stagnierender bzw. rückläufiger Fahrgastzahlen und der Konkurrenz der Billigflieger die Bestellungen um rund 40% zurück gegangen seien. Daher wird die Bahnindustrie die Mitarbeiterzahlen kräftig anpassen müssen. In diesem Jahr drohe ein Verlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen.

Wilddieb Stuelpner

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Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen
« Antwort #1 am: 21:59:59 Do. 14.April 2005 »
Wie erklären sich dann die Fahrpreiserhöhungen?

Allein die Streichung von staatlichen Bundeszuschüssen und die Investitionen in Neubaustrecken dürften nicht die Ursache für die Tarifanhebungen sein. Gleichzeitig betreibt die DB auch noch die Still-Legung diverser Nebenstrecken und Bahnausbesserungswerke oder vernachlässigt deren Unterhalt sträflichst.

Private Konkurrenz wie Connex, die Erzgebirgsbahn, die Vogtlandbahn oder der vorbildliche Service und die Terminetreue der SBB zeigen, daß es auch anders geht.

In der Sendereihe "Eisenbahnromantik" sagte der Moderator Ortloff von Hagen einmal zu einem SBB-Beitrag, daß die Schweizer Bundesbahn extra Züge zu den deutschen Grenzbahnhöfen entgegenschicken muß, nur weil die DB ihre erforderliche Pünktlichkeit im internationalen Reiseverkehr nicht auf die Reihe bekommt.

Wie will da die DB mit weniger Dienstpersonal noch mehr Arbeit pro Nase erfüllen? Das bleibt mir schleierhaft.

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Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen
« Antwort #2 am: 08:02:56 Fr. 15.April 2005 »
Wie erklären sich dann die Fahrpreiserhöhungen?:
Schlicht und ergreifend ein Mittel um die Einnahmen bzw. den Umsatz zu erhöhen. Millionen Fahrgäste sind darauf angewiesen die Bahn mehr oder weniger regelmäßig zu benutzen, weil sie keine alternative Fortbewegungsmöglichkeit haben.
In Anbetracht des ausgedünnten Streckennetzes, der oft umständlichen und Mehrkosten verursachenden Fahrwege, der Fahrzeiten, dem komplizierten Fahrpreissystem, der reduzierten/ausgedünnten Anschlußmöglichkeiten, den Verspätungen, des Komforts, der Zugbildungen, des Service ist die Bahn nicht wirklich eine Alternative. Die Gegenleistung steht nicht in Relation zu den heute verlangten Fahrpreisen und auftretenden Fahrzeiten.
Beispiel:
Bis 2001 nutzte ich regelmäßig 2 Mal pro Monat die Bahn für eine Fernverbindungsstrecke von jeweils 570 km jeweils für die Hin- und Rückfahrt. Das kam mit IC-Nutzung und 1 x umsteigen in der 2. Klasse 179,-- bzw. 199,-- DM (D-Mark) und in der ersten Klasse ca. 220,-- DM komplett für die Hin- und Rückfahrt (mehrere mögliche Verbindungen wurden zu diesem Preis mit 1 x umsteigen angeboten) - die Fahrzeit betrug 6 Stunden 40 Minuten pro Strecke. Heute kostet das in der 2. Klasse 79,-- bis 99,-- Euro (1. Klasse 129,-- bis 152 Euro) pro einfache Strecke, 1 x umsteigen gibts nur noch 1 x - ansonsten 2-4x umsteigen, jeweils frühester und spätester Anschluss besteht nicht mehr - Fahrzeiten 6 Stunden 20 Minuten bis 7 Stunden. Also gigantische Preissteigerung bei gleicher Fahrzeit und erhöhter Umsteigehäufigkeit und somit auch auf Grund der üblichen Verspätungen beste Chancen Anschlüsse zu verpassen, wobei dann die Benutzung einer alternativen Verbindung auch noch zu unfreundlichen Diskussionen und ggf. Nachzahlung (wegen Abweichung von der in der Fahrkarte vorgesehenen Fahrstrecke) mit dem Begleitpersonal führen kann.

Deswegen habe ich mich (außer bei länger vorgeplanten Fernreisen evtl.) von der Bahn verabschiedet.

Dem alten Eisenbahnfan bereitet eigentlich z. B. nur noch hier die Bahn wirklich Freude:

http://www.parowozy.com.pl/indexd.html

Auch schon mal dort gewesen?

Wilddieb Stuelpner

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Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen
« Antwort #3 am: 13:35:46 Fr. 15.April 2005 »
Ach, ja Wolsztyn (deutsch Wollstein), eines der letzten Bahnbetriebswerke der PKP, wo noch unter Dampf Bahnbetrieb geführt wird.

Auch darüber hat Eisenbahnromantik bereits in Folge 262: "Polen - Sechs Tage unter Dampf" berichtet.

Hier ein paar weitere Links für Pufferküsser und Nietenzähler aus Wolsztyn:

http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/archiv/246/index.html

http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/archiv/420/index.html

http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/archiv/345/index.html

Aber wir haben auch unsere Anlaufpunkte, nur eben nicht machbar für Arbeitslose:

Bahnbetriebswerk Meiningen (Thür.)

Verkehrsmuseum Dresden als Teil des DB-Museums Nürnberg

Ich bin ein Fan der Schmalspurbahnen, also der Baureihe 99, z.B. von der sächsischen 4 K und die haben wir z.B. noch bei der Döllnitzbahn Oschatz - Mügeln, der Preßnitztalbahn Jöhstadt - Steinbach, der Weißeritztalbahn Freital-Hainsberg - Kipsdorf, der Zittauer Schmalspurbahn Zittau - Oybin/Johnsdorf, der Traditionsbahn Radebeul - Radeburg, der Erzgebirgsbahn Cranzahl - Oberwiesenthal, die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau - Carlsfeld. Die Harzquerbahn, die Brocken- und Selketalbahn - außerhalb Sachsens dürfte ja jeder Eisenbahninteressierte selbstredend kennen. Und im Norden haben wir noch den Molli und den Rasenden Roland. Das wären die wichtigsten Strecken auf schmaler Spur in den NBL.

An die große Lokparade zwischen Riesa und Röderau zum 150. Jahrestag der ersten deutschen Ferneisenbahn Leipzig - Dresden kann ich mich noch gut erinnern.

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Deutsche Bahnindustrie droht zu entgleisen
« Antwort #4 am: 14:31:25 Fr. 15.April 2005 »
Wolsztyn ...
da fahren wir (nur bei gutem Wetter) am 30.04. bestimmt insgesamt zum 20. Mal hin. Sind von uns aus stramme 4-5 Stunden Fahrt (wobei, die polnische Polizei ist auch recht gestreng geworden, bald hinter jedem Busch lauern sie - teilweise unter Tarnnetzen).
Am 30.04. ist dort in Polen wieder Dampflokparade - man verspricht ca. 9 - 12 fahrbereite Loks insgesamt. Ich kann mich noch entsinnen, um 1990 rum, waren allein in Wolsztyn rund 15 betriebsfähige Maschinen, fuhr man dann nach Zielona Gora, Posznan, Sulechow, Zbasnik, Chabowka usw. - überall rauchte es kräftig, ganz zu schweigen von den Zement-, Holz- und Kohlegüterzügen.
Aber die Zeiten sind vorbei - auch bei der PKP, trotzdem wunderbar, wie die Mitarbeiter das dort in Schuss halten - undenkbar in Deutschland.
Die diversen Schmalspuren hierzulande kenne ich natürlich - nichts, was ich nicht mindestens 10 x befahren habe.
In Dresden gibt es dieses Jahr kein Dampflokfest - die Bahn hat ihr altes aufgegebenens Depot "Altstadt" zurück beansprucht um dort eine Wartungsanlage für E-Loks zu errichten - das war´s dann mit der Dampfnostalgie in DD.
Polen:
Fotos könnte ich mailen ... oder mitfahren (?).