Autor Thema: Die Paketsklaven  (Gelesen 62030 mal)

Troll

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Die Paketsklaven
« am: 19:18:15 Fr. 09.Dezember 2011 »
Zitat
Ein Mausklick genügt und die bestellte Ware ist unterwegs. Wie geht es aber denen, die die Pakete ausliefern? Ein Insiderbericht aus der Welt der Paket-Dienstleister.

Quelle: NDR (Übersicht)

NDR-Video - 45 Min - Die Paketsklaven
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #1 am: 19:47:11 Fr. 09.Dezember 2011 »
Die Ärmsten tun mir immer Leid, diese Arbeit muß grausig sein und zu extremen Stress & Lügen zwingen müssen, gerade erst passierte hier folgendes:

Letzte Woche hatte ich ein Paket vom Hermes-Shop versandt, das über 1 Woche lang nicht zugestellt wurde, Entfernung war ca. 30 km....

Und obwohl der Adressat krank zu Hause war und deshalb garantiert nicht raus konnte, war in der Sendungsverfolgung an 3 folgenden Tagen 3x vermerkt: "Empfänger nicht angetroffen, Zustellung nicht möglich".

Das ist natürlich eindeutig gelogen und vermutlich begründet wg. der Wohnung des Adressats im 5. Stock und akutem Zeitmangel. Natürlich sehr ärgerlich & nervig für alle Beteiligten, später kam dann eine lapidare Entschuldigungs-Mail von Hermes.

ABER, wenn die Zusteller sich nicht wehren, wie soll es besser werden? Meine Solidarität haben sie auf jeden Fall und wir sollten alle freundlicher zu ihnen sein...



Edit: Die berufstätigen I-Net-Besteller & Kunden verlassen sich m.M. nach auch viel zu sehr auf ihre Nachbarn und auf die Zusteller, sorgen sich überhaupt nicht über die schwierige Zustellung, wenn sie eh NIE tagsüber anzutreffen sind. Hier im Haus haben wir auch einige von diesen Spezies.

Benachrichtigungszettel dürfen die Zusteller übrigens nur in begrenzter Anzahl in die Briefkästen tun, da gibts nämlich obendrein eine Quote bei DHL... :(


unkraut

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #2 am: 20:45:17 Fr. 09.Dezember 2011 »
Wir haben es gesehen und es ist wirklich so .
Bei meiner Frau kommen täglich alle Paketdienste . Und auch Ihre Kunden bestätigen das mit dem " war nicht zu hause " . 
Ich möchte es nicht machen und würde es auch nicht .
Und das mit dem AV nicht mitnehmen dürfen zum prüfen hält stand gegen eine Sanktion vom AA falls man gepresst werden sollte .
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Auferstanden

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #3 am: 14:20:43 So. 11.Dezember 2011 »
... die Sendung zum Thema Paketsklaven ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen im
Gestrübb dieser degenerierten Gesellschaft und längst in allen Bereichen Usus.

Die erforderliche Drecksmentalität der "Antreiber", bzw. daran Partizipierenden
scheint zum religiösen Götzen die neue Ethik zu bestimmen.

 

Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #4 am: 15:00:56 So. 11.Dezember 2011 »
Nicht ganz unschuldig ist vielleicht auch unsere eigene Mentalität und dieser absurde "Service-Anspruch", der uns inzwischen anerzogen wurde, ohne das er der Realität entspricht bzw. überhaupt angemessen & möglich ist.

Denn woher nehme ich das Recht, dass ein anderer Mensch sich abrackert wie ein Idiot & obendrein für mieses Geld, nur damit ich mein Buch, per Mausklick gekauft, innerhalb von 2 Tagen bei mir habe?

Das ist doch ein völlig überzogener Anspruch zwischen gleichberechtigten Menschen!

Meinetwegen kann das Buch auch 2 Wochen unterwegs sein oder ich kann auch mein Buch wieder im Laden kaufen, wo der Austausch von Geld & Ware noch auf Augenhöhe passiert und nicht irgendwelche Sub-, Sub-Unternehmer mitverdienen und deren MA leiden.

Troll

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #5 am: 18:25:47 So. 11.Dezember 2011 »
Denk ich an meine persönliche Situation bin ich sehr froh daß es Menschen gibt die mir alles mögliche liefern, dies als absurden Service-Anspruch hinzustellen finde ich zu kurz gesprungen, eher das denken es gäbe alles für Umsonst bzw. billiger, billiger, am billigsten.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #6 am: 18:48:20 So. 11.Dezember 2011 »
Denk ich an meine persönliche Situation bin ich sehr froh daß es Menschen gibt die mir alles mögliche liefern, dies als absurden Service-Anspruch hinzustellen finde ich zu kurz gesprungen, eher das denken es gäbe alles für Umsonst bzw. billiger, billiger, am billigsten.

Das gehört ja auch irgendwie zusammen in diese inhumane Haltungen & Einstellungen, die uns antrainiert wurde, ohne das wir es recht bemerkten.

Ich bin ja auch froh über einen Postservice, aber bitte zu menschlichen Bedingungen für beide Teile. Das ging ja bis vor nicht allzulanger Zeit ganz wunderbar...

Bernii

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #7 am: 13:35:42 So. 08.Januar 2012 »
leider wird sich an diesm Zustand auch nix ändern,wenn die Nachfrage sinkt.Dann sind ebend weniger beschäftigt,die genauso ackern müssen.Mein Bruder mußte diesen Scheiss schon vor fast 20 Jahren für 7 Monate machen und da sah es genauso aus.

Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #8 am: 09:17:30 Mo. 13.Februar 2012 »
Zitat
Post und Hermes tolerieren Lohndumping

Paketzustellung wird an Subunternehmer vergeben. Diese bezahlen weniger Lohn. Hamburger erhält Kündigung nach Besuch einer Ver.di-Veranstaltung.

Hamburg.  Es gibt nichts, was sie nicht schleppen: Kisten mit 24 Flaschen Wein, Fernseher vom Versandhandel  ::) oder schwere Kartons mit Büchern. Mit der zunehmenden Vorliebe der Deutschen für den Einkauf über das Internet werden die Arbeitsbedingungen für Paketboden beschwerlicher.

Laut der Gewerkschaft Ver.di tragen sie mehr - und verdienen immer weniger. "Uns liegen Arbeitsverträge mit Monatseinkommen zwischen 1200 und 1500 Euro für Paketboten vor", sagt Wolfgang Abel, der bei Ver.di in Norddeutschland für Postdienste, Speditionen und Logistik zuständig ist.

 Die Arbeitsbedingungen seien skandalös, zumal ein bei der Deutschen Post angestellter Zusteller derzeit gut 2500 Euro im Monat verdiene. Konkret geht es darum, dass die Post bundesweit rund 1000 Zustellbezirke an Subunternehmen vergeben hat.

Diese bezahlen ihren Austrägern meist weniger als das ehemalige Staatsunternehmen Post. Schon in Dezember hat Ver.di auf skandalöse Arbeitsbedingungen bei einem Subunternehmer hingewiesen. Die Post habe daraufhin eine sofortige Besserung versprochen.

Bislang sei noch nichts geschehen. "Zwei Monate später steht fest, dass die Post die Öffentlichkeit verschaukelt hat", sagt Abel. Überstunden würden von den Subunternehmen weiterhin nicht bezahlt. "Dieser Rechtsbruch wird von massiven Drangsalierungsmaßnahmen bei Beschäftigten flankiert, die sich gewerkschaftlich beraten lassen wollen."

+++ Ver.di kritisiert Dumpinglöhne bei Subunternehmen der Post +++ http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2118272/Ver-di-kritisiert-Dumpingloehne-bei-Subunternehmen-der-Post.html

Abel verweist zudem auf einen Beschäftigten der TEW Transport GmbH, der eine Kündigung erhalten habe, nachdem er die Absicht hatte, an einer Veranstaltung der Gewerkschaft teilzunehmen. Der Betroffene, der Harburger Thorsten Maack, bestätigt diese Version.

Dem Abendblatt liegt eine eidesstattliche Versicherung von Maack vor, in der er schildert, dass er von der TEW gekündigt wurde. Zuvor hatte er gegenüber einem Vorgesetzten bekundet, dass er eine Ver.di-Veranstaltung besuchen wolle.

weiter: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2186271/Post-und-Hermes-tolerieren-Lohndumping.html

Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #9 am: 20:04:56 Mo. 13.Februar 2012 »
Zitat
Immer noch ausgebeutet: Die Paketsklaven

Unsere 45 Min-Undercover-Recherche hat es öffentlich gemacht: Die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche sind teilweise menschenunwürdig. Unser Autor Reinhard Schädler hatte wochenlang als Zusteller bei einem Subunternehmer der Deutschen Post DHL gearbeitet: täglich bis zu zwölf Stunden bei einem Stundenlohn von etwa fünf Euro brutto, denn Überstunden werden nicht bezahlt. Das Echo auf seine Dokumentation war groß: Viele Zuschauer haben uns geschrieben - empört und fassungslos.

Montag, 13. Februar 2012, 22:00 bis 22:45 Uhr

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1145623.html


Eivisskat

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #10 am: 06:44:09 Do. 31.Mai 2012 »
Zitat
Undercover beim Paketdienst: Günther Wallraff bei GLS: „Moderne Sklaverei“

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff war wieder einmal unter falscher Identität unterwegs - diesmal beim europaweit tätigen Paketzusteller GLS.

Nach mehrmonatigen Recherchen und Undercover-Einsatz prangert der 69-jährige Schriftsteller „Menschenschinderei mit System“ an. „Fahrer werden dort zu schwer durchschaubaren Bedingungen und in oft nur mündlichen Verträgen als Subunternehmer verpflichtet, ohne dass GLS sie auf die unternehmerischen und finanziellen Risiken hinweist. Viele werden total ausgebeutet, geraten in eine Schuldenfalle - und GLS stiehlt sich geschickt und komplett aus der Verantwortung“, sagte Wallraff .
 
„Es geht um prekäre Beschäftigung, um Dumpinglöhne von drei bis fünf Euro pro Stunde, um 14-Stunden-Einsätze bis zur totalen Erschöpfung, um nicht bezahlte Überstunden, um Schlafdefizite, die Unfälle provozieren können, um Drangsalierung.“ Arbeitsschutzgesetze würden missachtet.„Gegenüber den Behörden werden manipulierte Angaben gemacht.“

Die Praktiken, die Wallraff jetzt nach seinem mehrmonatigen Undercover-Einsatz aufdeckt, erfolgten „mit Wissen des Konzerns und mit System“, betonte der 69-Jährige. Und: „Wir waren in verbeulten Karren und bei Schnee und Eis auch mit Sommerreifen unterwegs“, erzählt Wallraff. „Es ist ein System, das eine Form von moderner Sklaverei mitten in Deutschland darstellt.“


http://www.mopo.de/promi---show/undercover-beim-paketdienst-guenther-wallraff-bei-gls---moderne-sklaverei-,5066870,16146618.html



Zitat
Günter Wallraff als Paketfahrer undercover unterwegs

Journalist Wallraff war für das ZEITmagazin unterwegs - dieses Mal als GLS-Paketfahrer: Die Arbeit sei "Zerstörung an Leib und Seele".

Hamburg.  Günter Wallraff war wieder undercover für das ZEITmagazin unterwegs. Seit mittlerweile fünf Jahren berichtet er regelmäßig über die Schattenseiten der Arbeitswelt. Diesmal recherchierte er monatelang verdeckt als Paketfahrer beim Logistikunternehmen GLS, das seinen deutschen Hauptsitz im hessischen Neuenstein hat. "Was mir die Kollegen in dieser Zeit berichtet haben, welche Zerstörung an Leib und Seele diese Arbeit für sie gebracht hat - ich hatte geglaubt, so etwas gäbe es seit dem Frühkapitalismus nicht mehr“, schreibt Günter Wallraff in seiner Reportage.

 Kurz vor Weihnachten 2011 stieg er ins Paketauslieferungsgeschäft ein, in der Anlernphase zunächst als Beifahrer. Arbeitszeiten von 12 bis 14 Stunden sind in der Branche üblich zu einem pauschalen Festgehalt von 1200 und 1300 Euro brutto. Überstunden werden nicht gezahlt, Pausen sind bei den langen Touren der Fahrer kaum möglich – obwohl die Verordnungen über Lenk- und Pausenzeiten für Kraftfahrer eigentlich eine Dreiviertelstunde Pause nach 4,5 Stunden Lenkzeit vorschreiben.

"Wenn du entsprechend dem Gesetz nach 4,5 Stunden Fahrt eine Dreiviertelstunde Pause machst, kommst du abends nämlich nicht im Depot an“, sagte einer der Fahrer. "Die unausweichliche Folge dieser ständigen Übermüdung ist, dass sie (die Fahrer) sich selbst und andere im Straßenverkehr erheblich gefährden“, schreibt Günter Wallraff im ZEITmagazin. Eine Statistik über Unfälle durch Paketfahrer existiere nicht, sie müsste seiner Ansicht nach dringend eingeführt werden.

 Die Fahrer sind nicht von GLS angestellt, sondern von Subunternehmern, mit denen der Konzern Auslieferungsverträge unterzeichnet. So handhaben das auch viele andere Paket- und Kurierdienste. Die Konzerne können damit viele Risiken auslagern. Den Fahrern werde geraten, das Fahrtenbuch nicht allzu ernst zu nehmen und die Fahrtzeiten zu schönen.

 "Die Arbeit zehrt an der Gesundheit, auch bei den vorwiegend jungen Fahrern. Sie altern in einem rasanten Tempo“, schreibt Wallraff. Häufig hielten Fahrer höchstens zwei, drei Jahre durch. Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ruinieren ganze Familien, viele Beziehungen zerbrechen daran.

Am schlimmsten ist es nach Wallraffs Recherchen bei den Subunternehmern, die das ganze Unternehmerrisiko alleine tragen. "Ich habe bei meinen Recherchen über ein Dutzend Subunternehmer kennengelernt, die für GLS fahren oder gefahren sind. Bei allen mit zwei Ausnahmen sind die Beziehungen kaputtgegangen, die Familien zerbrochen.“ Meist halten auch die Subunternehmer nur einige Jahre durch und stehen nicht selten am Ende mit einem großen Schuldenberg da.

GLS konnte bislang für Gesetzesüberschreitungen von Fahrern und Subunternehmern nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Günter Wallraff fordert deshalb staatliche Kontrollen und gegebenenfalls Strafen gegen die Logistikkonzerne selbst und nicht gegen Fahrer und Subunternehmer.

 GLS antwortete auf Anfragen: "Die Transportunternehmen werden bei der Erledigung von Transportaufträgen von GLS grundsätzlich zur Beschäftigung von Fahrern in rechtskonformen, sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen verpflichtet.“

 In "Stern TV" (RTL) wurde im Zuge von Wallraffs Recherchen auch Hermes als Paketdienst thematisiert. So äußerte sich unter anderem Otto-Group-Pressesprecher Thomas Voigt. Er kündigte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an, unter anderem durch den Einsatz von weniger Subunternehmern.


 (HA)
http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv-und-medien/article2292071/Guenter-Wallraff-als-Paketfahrer-undercover-unterwegs.html

xyu

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #11 am: 17:11:35 Di. 26.Juni 2012 »
Zitat
Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat am Montag in Koblenz zusammen mit rund 80 Angestellten des Deutschen Paketdienstes (DPD) gegen die Arbeitsbedingungen in der Branche demonstriert. Auf der Kundgebung der Gewerkschaft ver.di forderte Wallraff die Paketzusteller dazu auf, sich trotz des hohen Drucks an gesetzliche Bestimmungen zu halten. Sie sollten Pausen nehmen und ihre Arbeitszeiten einhalten. Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers wollten einige Fahrer am Montag Überstunden geltend machen und ihre Lieferwagen in den Depots stehen lassen. Wallraff sagte der Nachrichtenagentur dapd, er habe in den vergangenen Wochen Hunderte Elendsberichte und Hilferufe von Fahrern erhalten. Sowohl die Unternehmen als auch die Politik seien gefordert, »dieser Verelendung und Entrechtung ein Ende zu setzen«. Weitere »kurzfristig anberaumte und überraschende Proteste« seien geplant.

http://www.jungewelt.de/2012/06-26/049.php

Kuddel

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #12 am: 16:43:11 So. 09.Dezember 2012 »
Zitat
Paketdienst DHL
Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Der Paketdienst DHL beschäftigt Subunternehmen. Mit grotesken Folgen: Sendungen gelten als verschollen, Benachrichtigungskarten fehlen.
http://www.zeit.de/2012/49/Paketdienst-DHL-Subunternehmen

Kuddel

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #13 am: 15:28:12 Di. 17.September 2013 »
Zitat
DHL Express: Gewinne auf Kosten der Fahrer?
von Linda Luft & Brid Roesner

Die Manager von DHL Express sind in Feierlaune. Im Jahre 2012 haben sie mit einem Jahresgewinn von über einer Milliarde Euro eine magische Grenze durchbrochen. DHL Express ist der Kurierdienst der weltweit agierenden Deutschen Post DHL AG. Und er ist die erfolgreichste Sparte des riesigen Unternehmens.

Die Fahrer haben von den Gewinnen nichts


DHL-Fahrzeug eines Subunternehmers.

 Nicht überall wo DHL draufsteht ist auch DHL drin. Die Fahrer der gelben Wagen mit der einprägsamen roten Schrift feiern nicht mit. Sie tragen zwar die DHL-Uniform, sie fahren DHL-Wagen und befolgen die Wünsche der Unternehmensleitung, gehören aber gar nicht mehr zum Konzern. DHL Express beauftragt dafür Subunternehmen. Um "höchstmögliche Flexibilität und Qualität im Service" bieten zu können, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Flexibilität hat offenbar einen Preis. Und den zahlen die Kurierfahrer. Es kommt vor, dass sie Pakete und Ware sechs Tage die Woche ausliefern, bis zu 14 Stunden am Tag. Bei einem Stundenlohn von manchmal fünf Euro. Da kommt keine Party-Stimmung auf. DHL Express ist nach eigenen Angaben für angemessene Löhne. Wie die Subunternehmer die Mitarbeiter entlohnen würde entziehe sich aber ihrer Kenntnis.


Konzern spart kräftig durch Subunternehmer


Für DHL Express hat dieses Konstrukt gleich mehrere Vorteile, erklärt Prof. Wolfgang Hamann von der Uni Duisburg-Essen: "Wenn ich Subunternehmer einschalte, dann bin ich ja kein Arbeitgeber mehr und kann die Arbeitgeberpflichten auf die Subunternehmer delegieren. Das macht das ganze natürlich risikoärmer und kostengünstiger." Und lukrativer. Denn der Konzern ist die Zahlung der Sozialabgaben für die Kurierfahrer los. Auch Kranken- und Urlaubsgeld fallen weg. Auftragsschwankungen müssen die Subunternehmer ausgleichen. Darüber hinaus bleibt DHL Express flexibel. Unliebsamer Kuriere kann sich das Unternehmen jederzeit entledigen, da es keine Kündigungsfristen gibt. Das Modell funktioniert frei nach dem Credo: Maximale Vorteile, minimale Nachteile.

Optisch sieht alles nach DHL aus

Wer die Nachteile schultert ist für die Kurierfahrer klar. Sie selbst. Die Touren seien umfangreich kalkuliert und kaum zu schaffen. Wenn Pakte falsch oder zu spät ausgeliefert werden drohen Strafzahlungen. DHL verhängt diese an die Subunternehmer. Und die geben diese nicht selten an ihre Fahrer weiter. So schrumpft der ohnehin geringe Lohn noch weiter.

Nach außen ist all dies nicht sichtbar. Im Gegenteil: DHL Express legt Wert darauf, dass das Erscheinungsbild einheitlich ist. Die Arbeit selbst und Abläufe sind strikt geregelt, auch die Uniform, die Ausrüstung oder das Lieferfahrzeug der Subunternehmer sollen im DHL Express Design sein. Erwerben können sie all dies beim DHL-Konzern.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/dhl135.html

Panorama 3 | 17.09.2013 | 21:15 Uhr

Troll

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #14 am: 17:23:38 Mi. 18.September 2013 »
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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