Autor Thema: Die Paketsklaven  (Gelesen 62049 mal)

BGS

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #45 am: 11:53:06 Do. 28.Dezember 2017 »
...

Die Boten müssen weiter schuften, während die Verdisekretäre dieser Tage frei haben.

Was denn sonst? Die "Leistungsträger" muessen sich doch erholen vom Nichtstun.

MfG

BGS
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Fritz Linow

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #46 am: 15:30:50 Fr. 05.Januar 2018 »
Zitat
5.1.18
Mit Blick auf die Weihnachtspost im Raum Hamburg wurden auch auf der Insel Leiharbeiter angeworben. Was ein Mallorquiner dabei erlebte

(...)
Die Agentur beschrieb den Job folgendermaßen: Anstellung bei einem Hamburger Personaldienstleister, der für DHL arbeitet. Kostenloser Deutsch-Unterricht vor Abflug. Unterbringung zu fünft im Drei-Zimmer-Apartment in Hamburg-Neumünster für 18 Euro am Tag, wovon die Hälfte der Arbeitgeber zahle. Für den täglichen Transfer zum 50 Kilometer entfernten Lager sei gesorgt. Auszuliefern seien täglich 160 Pakete, in einem täglich gleichbleibenden Zustellgebiet.

Der Mallorquiner, der bereits auf der Insel als Paketbote gearbeitet hatte, kündigte seine Wohnung, flog nach einem zweiwöchigen Sprachkurs nach Deutschland und begann am 28. August zu arbeiten. Erste Überraschung: Der Arbeitsort sei 85 Kilometer entfernt gewesen. „Ich bekam den Schlüssel für einen Lieferwagen in die Hand und sollte acht Kollegen abholen." Und sei ihm zunächst ein GPS-Gerät zugesagt worden, um sich als Ortsfremder und Sprachunkundiger beim Ausliefern in Hamburg zu orientieren, musste der Mallorquiner schließlich sein Smartphone einsetzen. Das sei bitter nötig gewesen, „mein Zustellgebiet änderte sich ständig".

Es wurde Winter, die Zahl der täglich auszuliefernden Päckchen höher. Anfangs waren es laut Cantón 80 bis 90. Dann 140, dann 200 und noch mehr. Was er trotz – bezahlter – Überstunden nicht ausliefern konnte, habe für Ärger gesorgt und sei am nächsten Tag zusätzlich in den Wagen gekommen. Auch zum Austreten habe es auf der Route weder Zeit noch Gelegenheit gegeben, „wir haben uns mit einer ­Flasche im Lieferwagen beholfen". Kaum Aufzüge in den Häusern, unwirsche und mitunter fremdenfeindliche Kunden, um 6 Uhr morgens los, erst um 21 Uhr wieder zu Hause, Kälte und Regen – „ich war schließlich physisch und psychisch am Ende", so Cantón. Im Gegensatz dazu sei sein früherer Job auf Mallorca „light" gewesen.
(...)
Bei DHL lässt man nichts auf die Leiharbeitsfirma PHH kommen, die derzeit nach eigenen Angaben rund 50 Spanier beschäftigt. Sie arbeite nach deutschem Recht und deutschem Tarifvertrag und sei in der Branche als seriös sowie solide bekannt, so Sprecher Jens-Uwe Hogardt zur MZ.
(...)
http://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2018/01/04/pakete-frust-statt-deutscher-traumjob/56787.html

Fritz Linow

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #47 am: 22:35:48 Sa. 13.Januar 2018 »
Bunt Vermischtes von der Post aus Schwandorf:

Zitat
11.1.18
(…)
 Erich Schwarzkopf (Name von der Redaktion geändert) sieht aus wie ein klassischer Briefträger: Seine Schultern leuchten in Postgelb, der Rest der Winterjacke in DHL-Rot. Auch an seinem Wagen hat sich nichts verändert. Nur dass der Regensburger neuerdings nicht mehr für die Deutsche Post, sondern für DHL Delivery zustellt. Der Wechsel zur neuen Post-Tochter schien keine Nachteile zu haben: "Ich habe mich einlullen lassen", ärgert sich der 52-Jährige. Inzwischen ist Schwarzkopf reichlich bedient: "Ich wurde gedrängt, auf 'eigenen Wunsch eine freiwillige Zusatzleistung' zu unterschreiben - jetzt darf ich 48 statt 40 Stunden ohne Überstundenzulage arbeiten.“
(…)
https://www.onetz.de/schwandorf/politik/gelber-riese-waechst-auf-kosten-von-kunden-und-zustellern-wenn-die-post-nicht-mehr-klingelt-d1807814.html

und aus Bremen:

Zitat
13.1.18
(…)
Er (Zusteller) sagt: „Ich mache den Job auch wirklich gern. Aber es wird immer schwieriger. Wir haben einfach viel zu wenig Zusteller. Und das Unternehmen hat auch Probleme, neue Zusteller zu bekommen. Für etwa zehn Euro die Stunde will keiner diesen Job machen. Da ist dann immer mal wieder jemand Neues da, aber oft nach ein oder zwei Tagen schon wieder weg, weil denen das zu anstrengend ist.“
DHL nannte als Ursache für die Probleme den Zusteller-Warnstreik Ende November und Anfang Dezember in Bremen, (…)
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-ein-dhlzusteller-packt-aus-_arid,1689005.html

Nebenbei: Was ist eigentlich aus den Streiks nach Weihnachten geworden, die direkt vor Weihnachten nicht stattfinden konnten, weil es die „Kunden“ verärgert hätte?

Kuddel

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #48 am: 08:51:22 Fr. 26.Januar 2018 »
Endlich sind die Paketberge von Weihnachten und die folgenden Umtauschaktionen abgearbeitet, da kann nun weitergestreikt werden.

Zitat
Tarifstreit geht weiter
Streik bei DHL: 1700 Pakete bleiben liegen

Nächste Runde im Tarifstreit vor den Verhandlungen: Mitarbeiter der DHL Delivery in Bremen haben ihre Arbeit am Dienstagmorgen niedergelegt. Acht Bezirke werden aus dem Grund nicht beliefert.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-streik-bei-dhl-1700-pakete-bleiben-liegen-_arid,1692808.html

Zitat
DHL-Zusteller streiken wieder in Bremerhaven

Wieder einmal müssen wohl einige Bremerhavener länger auf ihre Pakete warten. Denn: Seit Montag hat die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen.


Streik dauert drei Tage

Am Dienstag haben in Niedersachsen und Bremen rund 300 Beschäftigte bei DHL Delivery ihre Arbeit niedergelegt, davon 20 in Bremerhaven. Noch bis Mittwoch soll der Streik andauern.
https://nord24.de/bremerhaven/dhl-zusteller-streiken-wieder-in-bremerhaven

BGS

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #49 am: 12:34:06 Fr. 26.Januar 2018 »
Boah: "1700 Pakete bleiben liegen".

Unglaublich. Skandaal.

Habe gestern einen Standardrief aus Deutschland mit Poststempel 8.12.2017 im Kasten gehabt.

MfG

BGS
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Rudolf Rocker

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #50 am: 13:48:06 Fr. 26.Januar 2018 »
Da kommt er grade: ;D

BGS

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #51 am: 17:59:56 Fr. 26.Januar 2018 »
Der Paketsklave kommt zu Fuss mit ner Schubkarre hinterher und ist im Bild noch nicht zu sehen. Es geht bergauf.

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #52 am: 19:26:26 Sa. 27.Januar 2018 »
Der Paketsklave kommt zu Fuss mit ner Schubkarre hinterher und ist im Bild noch nicht zu sehen. Es geht bergauf.

MfG

BGS

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #53 am: 08:57:37 Di. 06.Februar 2018 »
DAS ist Kapitalismus in Reinform, hier zeigt er wieder mal reine extrem hässliche Fratze! ☹😠

#DPD-#Paketdienst: Er traute sich nicht freizunehmen – Kurier stirbt an Diabetes...

"Er arbeitete bis zum Umfallen: Ein Paketzusteller ist gestorben, nachdem er wichtige Arzttermine verpasst hatte. Seine Frau wirft dem Paketdienst DPD unmenschliche Arbeitsbedingungen vor."

DPD-PAKETDIENST
Er traute sich nicht freizunehmen – Kurier stirbt an Diabetes


Er arbeitete bis zum Umfallen: Ein Paketzusteller ist gestorben, nachdem er wichtige Arzttermine verpasst hatte. Seine Frau wirft dem Paketdienst DPD unmenschliche Arbeitsbedingungen vor.

Sein Tod wurde zum Politikum: Anfang Januar starb der 53-jährige Paketzusteller Don Lane in einem Krankenhaus in Südengland. Er litt an Diabetes und hatte zuvor einen Zusammenbruch erlitten – nachdem er tagelang durchgearbeitet hatte, obwohl es ihm gesundheitlich schlecht ging. Seine Frau wendet sich nun mit dem Todesfall an die Öffentlichkeit, denn sie ist der festen Überzeugung: Ihr Mann musste nicht wegen eigenen fahrlässigen Verhaltens sterben, sondern wegen des unablässigen Drucks und der unmenschlichen Arbeitsbedingungen seines Arbeitgebers.

Lane arbeitete 19 Jahre lang als Kurier für den Paketdienst DPD. Fest angestellt war er dort allerdings nicht. Er wurde wie die anderen Kuriere pro Paket, das er ausstellte, bezahlt - er war selbstständig ohne Ansprüche auf Bezahlung im Urlaubs- oder Krankheitsfall.

Doch nicht nur wurde Lane nicht bezahlt, wenn er sich zu schlecht fühlte, um zu arbeiten: Der Paketdienst habe ihm auch immer wieder Strafen von 150 Pfund (rund 170 Euro) angedroht, sollte er keine Ersatz für seinen Touren finden, wie seine Frau Ruth Lane nun dem englischen „Guardian“ berichtet. Der Druck, die Pakete in einem bestimmten Zeitraum auszuliefern, sei riesig gewesen, sagt die Witwe. Deshalb habe ihr Mann des Öfteren wichtige Arzttermine in letzter Minute absagen müssen, wenn er mit den Zustellungen nicht fertig geworden sei. „Er zog das Unternehmen der eigenen Gesundheit vor“, sagte sie.

„Ich glaube, ich werde bald sterben“
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Im vergangenen Jahr war Lane bereits dreimal während der Arbeit kollabiert. Die angedrohte Strafe von 150 Pfund musste er im Juli 2017 zahlen, als er einen Arzttermin wahrnahm. Dabei habe er diesen seinem Chef bereits Monate vorher angekündigt, sagt Ruth Lane nun. Das Unternehmen habe also genug Zeit gehabt, sich um Ersatz zu bemühen. Welchen Druck ihr Mann durch seinen Arbeitgeber erfährt, habe sie aber auch schon vorher mitbekommen, so die Witwe. Im März 2017 habe ihr Mann ihr gesagt: „Ich glaube, ich werde bald sterben.“

Seinen letzten Zusammenbruch erlitt Lane Ende Dezember 2017, als er trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustands die gesamte Weihnachtszeit durchgearbeitet hatte. Er habe Blut gespuckt und immer wieder gesagt, dass er nicht arbeiten wolle, aber müsse, sagte seine Frau. Von dem Zusammenbruch erholte er sich nicht: Er starb ab 4. Januar in einem Krankenhaus in Bournemouth in Südengland. Neben seiner Frau Ruth hinterlässt Lane den gemeinsamen erwachsenen Sohn des Paars.

Nun beschäftigt der Todesfall auch die Politik in Großbritannien. Die britischen Gewerkschaften wandten sich direkt an Theresa May und forderten von ihr eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Freelancern wie Don Lane. Der Labour-Politiker Frank Field, der dem Arbeits- und Rentenausschuss des britischen Unterhauses vorsteht, nannte den Tod Lanes „erschreckend“ und forderte eine neue Gesetzgebung, um Menschen wie Lane zu schützen, „die schlimm ausgebeutet werden“.

DPD wehrt sich gegen die Kritik
DPD selbst weist die Vorwürfe der Witwe zurück. Lane seien keine Geldstrafen angedroht worden. Er habe eine kleine Route mit relativ wenigen Zustellungen gehabt, die mit seinen Krankenhausterminen zusammengepasst habe. Von den Zusammenbrüchen habe man keine Kenntnis gehabt. In den Tagen um Weihnachten seien Überstunden normal – Lane habe aber seine gängige Route gefahren. Der Familie sprach das Unternehmen sein Beileid aus.

Die Witwe des Paketzustellers widerspricht dieser Darstellung entschieden: Das Unternehmen habe von den Zusammenbrüchen gewusst und trotzdem Druck ausgeübt. In einem E-Mail-Austausch, der dem „Guardian“ vorliegt, beschwert sich Lane über die ihm angedrohte Strafe für den Tag, an dem er wegen des Arzttermins ausfiel – woraufhin ihm ein DPD-Manager antwortet, er sehe keinen Grund, diese zurückzurufen.

Quelle

https://www.welt.de/vermischtes/article173221687/DPD-Paketdienst-Er-traute-sich-nicht-freizunehmen-Kurier-stirbt-an-Diabetes.html
Gegen System und Kapital!


www.mlpd.de

Fritz Linow

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #54 am: 22:18:54 Fr. 23.Februar 2018 »
Die Post hat mal wieder ein Grundsatzurteil verhindert. Erinnert irgendwie an die ständigen Vergleiche bei der Leiharbeit:

Zitat
23.2.18
DHL EINIGT SICH MIT LKW-FAHRER IM MINDESTLOHNSTREIT

Ein Lkw-Fahrer eines tschechischen Subunternehmens klagte DHL an, weil er nicht nach deutschem Mindestlohn bezahlt wurde. Jetzt gab es eine außergerichtliche Einigung.

Der Rechtsstreit zwischen einem tschechischen Lkw-Fahrer und Deutsche Post DHL vor dem Arbeitsgericht Bonn ist beendet. In dem Streit um die Anrechenbarkeit von Spesen auf den Mindestlohn einigten sich beide Parteien außergerichtlich. 

Der Fahrer wollte DHL verpflichten, ihm die Differenz zum deutschen Mindestlohn nachträglich auszuzahlen. Nach Tarif müssten ihm eigentlich 1500 Euro für seine Arbeit auf den deutschen Straßen zustehen, sein Arbeitgeber zahlte jedoch nur 460 Euro pro Monat. Für seine Arbeit auf deutschen Straßen zwischen Oktober 2015 und August 2016 seien das 8302 Euro. In seiner Klage berief sich der Lkw-Fahrer auf das seit 2015 geltende deutsche Mindestlohngesetz, das vorsieht, dass auch gebietsfremden Arbeitnehmern für die Dauer ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Bundesrepublik der deutsche Mindestlohn zusteht.

Tschechischer Transportverband bangt um Konkurrenzfähigkeit

Eine Sprecherin der Deutschen Post bestätigte gegenüber der VerkehrsRundschau die außergerichtliche Einigung und fügte hinzu: „Die Deutsche Post AG stellt entsprechend ihres Qualitätsanspruchs an die von ihr beauftragten Transportunternehmen hohe Anforderungen und verpflichtet diese bereits bei der Ausschreibung, alle gesetzlichen Regelungen, wie explizit auch das Mindestlohngesetz, zu beachten. Im konkreten Fall haftet das Speditionsunternehmen gegenüber der Deutschen Post AG für die entstehenden Kosten.“

Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert. Dennoch könnten auch andere Lkw-Fahrer von DHL-Subunternehmern auf die Idee kommen, wegen Mindestlohnverstößen gegen den deutschen Konzern als obersten Auftraggeber zu klagen. Der tschechische Transportverband Česmad Bohemia fürchtet dem „Radio Prag“ zufolge nun um die Konkurrenzfähigkeit der tschechischen Firmen, wenn die dortigen Lohnkosten im Transportgewebe auf deutsches Niveau steigen.
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/dhl-einigt-sich-mit-lkw-fahrer-im-mindestlohnstreit-2134222.html

Kuddel

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #55 am: 22:41:46 Fr. 23.Februar 2018 »
Zitat
Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert.

Fuck!!! Das kann doch nicht wahr sein!

Müssen diese Schweine immer so billig davonkommen?

Fritz Linow

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #56 am: 22:52:45 Fr. 23.Februar 2018 »
Zitat
Müssen diese Schweine immer so billig davonkommen?

Nicht unbedingt, wenn es Strukturen gäbe, durch die diese Botschaft an die Kollegen weitergegeben wird:

Zitat
Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert. Dennoch könnten auch andere Lkw-Fahrer von DHL-Subunternehmern auf die Idee kommen, wegen Mindestlohnverstößen gegen den deutschen Konzern als obersten Auftraggeber zu klagen. Der tschechische Transportverband Česmad Bohemia fürchtet dem „Radio Prag“ zufolge nun um die Konkurrenzfähigkeit der tschechischen Firmen, wenn die dortigen Lohnkosten im Transportgewebe auf deutsches Niveau steigen.

Weil:

Zitat
Im konkreten Fall haftet das Speditionsunternehmen gegenüber der Deutschen Post AG für die entstehenden Kosten.

Irgendwie erkennt die Post also an, dass auch hier Mindestlohn gezahlt werden muss, holt es sich halt bloß wieder vom Subunternehmer, falls geklagt wurde. Das alles ist zwar kein Königsweg, aber besser als nichts.

Fritz Linow

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #57 am: 22:25:50 Di. 27.Februar 2018 »
Zitat
27.2.18
(...)
Die DHL-Tochter UK Mail hat mit einer umstrittenen Lohnentscheidung für ihre rund 6000 Auslieferfahrer in Großbritannien für Schlagzeilen gesorgt. Laut Angaben der Gewerkschaft GMB wurden die Fahrer von UK Mail dazu gezwungen, einen neuen Vertrag zu akzeptieren, in dem sie auf 2000 britische Pfund (etwa 2260 Euro) ihres Jahresgehalts verzichten sollten. Der Vertrag wurde Fahrern angeboten, die bisher ein Jahresgehalt von zwischen 19.000 und 24.000 Pfund (21.445 und 27.088 Euro) verdienen, abhängig von der Zahl der ausgelieferten Pakete.
(...)
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/gehaltskuerzung-20-fahrer-verlassen-dhl-tochter-uk-mail-2135721.html

Kuddel

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #58 am: 18:45:50 Fr. 06.April 2018 »
Zitat
Paketboten verdienen im Schnitt weniger als vor zehn Jahren

Gerade um die Feiertage, zu Weihnachten oder jetzt an Ostern, boomt das Geschäft mit dem Online-Handel. Mehr als sechs Milliarden Sendungen wurden 2016 von Hermes, DPD, UPS, DHL oder anderen Kurier-Express-Paketdiensten ausgeliefert. Rund 21 Milliarden Euro Umsatz erzielte die Branche.

Ein einträgliches Geschäft. Nur nicht für die, die mit den Päckchen unter dem Arm von Haustür zu Haustür eilen, kritisiert die Linksfraktion im Bundestag: „Der brutale Wettbewerb um die Milliarden im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste wird immer rücksichtsloser auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen“, sagt ihr gewerkschaftspolitischer Sprecher Pascal Meiser.

Er hat die Bundesregierung gefragt, wie sich die Verdienste in der Branche entwickelt haben. Wie das Arbeitsministerium in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage mitteilt, sind die mittleren nominalen Bruttomonatsverdienste von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit von Ende 2008 bis Ende 2016 um 15,5 Prozent auf 2.507 Euro gesunken.
http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/jobboom-mit-schattenseiten-paketboten-verdienen-im-schnitt-weniger-als-vor-zehn-jahren/21129684.html

BGS

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Re:Die Paketsklaven
« Antwort #59 am: 19:30:00 Fr. 06.April 2018 »
Diejenigen, die die Hauptlast tragen, werden schnöde abgespeist. Mit Almosen.Rente gibts auch nicht.

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