Autor Thema: Billiger als Leiharbeit  (Gelesen 207 mal)

Kuddel

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Billiger als Leiharbeit
« am: 20:17:13 Fr. 20.Dezember 2019 »
Ich war gestern auf einem Treffen von Betriebsaktivisten. War recht aufschlußreich.
Sie sagten, Leiharbeiter werden gerade besonders von der Autoindustrie und den Zulieferern abgemeldet, oft bis auf Null runtergefahren.

Andere Unternehmen finden Leiharbeiter inzwischen zu schwierig. Die haben keinen Bock mehr 100% Leistung zu bringen. Denen ist alles scheißegal. Wenn sie gefeuert werden, na und?! dann gehts halt morgen bei nem anderen Sklavenhänder weiter. Der Leiharbeiter gilt inzwischen als dritte Wahl.

Der neueste Trend läuft ohne Leiharbeiter. Man kopiert das System Tonnies. Ausbeutung à la Schlachtindustrie. Man holt sich Osteuropäer. Die werden geschlossen untergebracht, quasi kaserniert. Es gibt ein Kaposystem. Die Vorarbeiter und Aufpasser wohnen mit in den Unterkünften. Sie überwachen auch ihre Privatgespräche und jeden Schritt nach Feierabend. Die Arbeiter sprechen kein Wort Deutsch. Sie haben quasi keinen Kontakt nach Außen und können so auch kein Deutsch lernen. Wenn sie es wagen, zu Unterstützern, Aktivisten oder Presse Kontakt aufzunehmen, werden sie zusammengeschlagen.

Wenn irgendwo gerade Auftragsflaute ist, wird die gesamte Mannschaft einfach in eine andere Stadt verfrachtet, wo es Unternehmen gibt, die nach den gleichen Prinzip verfahren. Weil die ArbeiterInnen kein Deutsch sprechen haben sie auch keine Ahnung von den herrschenden Gesetzen, dem Arbeitsrecht und eventuelle Möglichkeiten, sich auf diesem Weg zu wehren.

Es ist an der Zeit, daß wir zu osteuropischen Communities Kontakt aufnehmen.