Autor Thema: Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung  (Gelesen 42201 mal)

dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #15 am: 21:04:51 Mo. 17.Februar 2014 »
Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen
Februar 2014

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Arbeitsmarkt-Allgemein/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung-1HJ2013.pdf


Das stimmt nach wie vor...
• Knapp die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten.
... und auch sonst hat sich nichts Nennenswertes geändert.

verzweifelte

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #16 am: 18:44:32 Mi. 19.Februar 2014 »
Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklungen
Januar 2013
Zitat
2007: 13.600 Leihfirmen
2012: 18.500 Leihfirmen
...
Verhältnis VZ/TZ
2007: 95%/5%
2012: 88%/12%


Hallo Dagobert!
Vielen dank für die Statistik. Mir würde der Vergleich zu 2003 und davor interessieren. Gibt es dazu auch eine Statistik?

dejavu

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #17 am: 00:26:07 Do. 20.Februar 2014 »
Klar gibts die.
Z.B. Beschäftigungsdauer:

Deutscher Bundestag Drucksache 14/4220
"Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Neunter Bericht der Bundesregierung über Erfahrungen bei der
Anwendung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes – AÜG –
sowie über die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der
illegalen Beschäftigung – BillBG "

Tabelle 4: 1996-1999

Deutscher Bundestag Drucksache 15/6008
"Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Zehnter Bericht der Bundesregierung über Erfahrungen bei der Anwendung
des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes – AÜG –"

Tabelle 8: 2000-2004
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dejavu

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #18 am: 15:41:38 Do. 20.Februar 2014 »
Ach übrigens: Der Zwölfte Bericht ist eigentlich überfällig. Er ist geheim und trägt den Untertitel:

Leihbranche macht die Drecksarbeit, Massenentlassungen in der Krise nach der kein Hahn kräht.
Über 200000 innerhalb eines halben Jahres entlassen! Wir sind gut durch die Krise gekommen!
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dejavu

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #19 am: 02:02:58 Fr. 21.Februar 2014 »
Ups, da hat der Druckfehlerteufel zugeschlagen, es hätte natürlich heißen müssen:
Leihbranche macht die Drecksarbeit, Massenentlassungen in der Krise nach denen kein Hahn kräht.
Über 200000 innerhalb eines halben Jahres entlassen! Wir sind gut durch die Krise gekommen!
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #20 am: 23:53:11 Fr. 25.Juli 2014 »
Mal wieder ein bißchen "Statistikkram", wirkliche Überraschungen sind nicht dabei:
Zitat
Arbeitsmarktberichterstattung, Juli 2014
Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Zeitarbeit – Aktuelle Entwicklungen
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Arbeitsmarkt-Allgemein/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf

Zitat
Zeitarbeit in Deutschland: Hohe Dynamik und kurze Beschäftigungsdauern
http://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k140702j04

Kuddel

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #21 am: 17:26:24 Di. 24.November 2015 »
Flop mit Ansage: Etwas mehr Konkretisierung bei Werkverträgen, der Rest ist Kosmetik
Vor ein paar Tagen hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ihren Referentenentwurf zur stärkeren Regulierung von Werkverträgen (und der Leiharbeit) vorgelegt. Wie schon im Vorfeld vermutet, hält sich der Entwurf penibel an die im Koalitionsvertrag niedergelegten Absprachen. Dazu eine erste Einschätzung. Beitrag von Markus Krüsemann bei annotazioni vom 18. November 2015:

Zitat
Neben der Leiharbeit hat sich die Werkvertragsarbeit in den letzen Jahren zunehmend als weiteres Modell des Lohndumpings und der Ausbeutung von Beschäftigten etabliert. Bei einem Werkvertrag handelt es sich um eine vertragliche Vereinbarung, in der sich ein Auftragnehmer zur Herstellung eines individuellen Werks verpflichtet, für das ein Auftraggeber eine Vergütung, den Werklohn zahlt.

Abgesehen von den Solo-Selbstständigen sind die Auftragnehmer meist Fremdfirmen (Subunternehmen), die von Unternehmen beauftragt werden, bestimmte Aufgaben und Dienste für sie zu übernehmen. Die bei den Subunternehmen Beschäftigten werden in der Regel viel geringer entlohnt und arbeiten zu deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen – oft sogar Seite an Seite mit den Stammbeschäftigten.

Nachdem Werkvertragsarbeit durch Mißbrauchsfälle und skandalöse Auswüchse wie etwa in der niedersächsischen Fleischindustrie oder in der Werftindustrie immer stärker in die Kritik geraten war, hatte sich die Große Koalition noch vor Beginn ihrer Amtszeit im Koalitionsvertrag darauf verständigt, die gesetzlichen Regularien zum Einsatz von Werkverträgen zu überarbeiten. Wie der jetzt vorliegende Referentenentwurf zeigt, hat das Bundesarbeitsministerium die Vorgaben leider nur eins zu eins aufgegriffen.

Der Rest ist Kosmektik
...
Weiter: http://www.annotazioni.de/post/1789

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #22 am: 11:53:30 Mi. 16.Dezember 2015 »
Hier ein durchaus lesenswerter und kritischer Artikel zur Leiharbeit aus einem Regionalblättchen. Die Erkenntnisse sind zwar nicht neu, aber immerhin. Normalerweise schreiben gerade die Provinzblätter der Leiharbeitslobby besonders speichelleckerisch hinterher.

Zitat
Für immer verliehen

In Sachsen-Anhalt gibt es mehr als 21000 Leiharbeiter. Ein fester Job springt für die meisten nicht heraus.


Magdeburg l Günther Falk* fühlt sich wie ein Mitarbeiter zweiter Klasse. Bei der Rothenseer Rotorblattfertigung in Magdeburg, einem Tochterunternehmen des Windkraftanlagen-Herstellers Enercon, ist der 47-Jährige seit mehr als vier Jahren als Leiharbeiter beschäftigt. Bis zu 700 Euro im Monat verdient er weniger als Kollegen, die in vergleichbarer Position fest angestellt sind.
Mehr als 3000 Beschäftigte arbeiten bei den sechs Enercon-Tochterfirmen in der Region. Noch im Sommer sagte Volker Ziem, Geschäftsführer der Rothenseer Rotorblattfertigung, dass der Konzern in Magdeburg etwa 700 Leiharbeiter beschäftigt. Zu aktuellen Zahlen wollte sich Ziem gegenüber der Volksstimme allerdings nicht äußern.
Günther Falk sagt, ihm sei schon häufig eine Festanstellung versprochen worden. Doch noch immer sind seine Dienste von dem deutschen Windanlagenbauer nur geliehen. Die Beschäftigung auf Zeit ist für Menschen wie Günther Falk die einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit. Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat er nicht. Die im Vergleich schlechtere Bezahlung zu Festangestellten nimmt er hin.
In Sachsen-Anhalt ist Falk einer von mehr als 21 300 Leiharbeitern. Laut Bundesagentur für Arbeit sind etwa drei Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Leih- oder Zeitarbeiter. Rund 70 Prozent von ihnen sind männlich. Fast die Hälfte aller Zeitarbeitsverhältnisse, so die Agentur, wird in den ersten drei Monaten wieder aufgelöst.
Der ursprünglich angedachte Weg – sich über eine zeitlich befristete Beschäftigung für eine Festanstellung zu empfehlen – verpufft häufig. Vielmehr habe sich eine „strategische Nutzung der Leiharbeit“ in einigen Branchen etabliert, sagt Detlev Kiel, Chef der Gewerkschaft IG Metall in Magdeburg. Er erklärt: „Viele Unternehmen profitieren von Leiharbeitern. Die Beschäftigten machen das Gleiche wie die Stammbelegschaft, sind dauerhaft im Betrieb, werden schlechter bezahlt und können von heute auf morgen vor die Tür gesetzt werden.“

Leiharbeitsagenturen verdienen gutes Geld

Auch für Roman Müller* sollte der Weg über die Zeitarbeitsagentur ein Sprungbrett in eine Festanstellung sein. 2009 fing er bei einer Enercon-Tochterfirma in Magdeburg an. Heute, sechs Jahre später, ist er noch immer dort als Leiharbeiter beschäftigt. „Die Arbeit gefällt mir sehr gut. Der Lohnunterschied ist der einzige Wermutstropfen“, sagt der 32-Jährige. Aussicht auf einen festen Vertrag bestehe derzeit nicht. Im Gegenteil: „Die Angst, dass man gesagt bekommt, man brauche nicht mehr wiederzukommen, schwingt immer mit.“
Wie viel Geld Zeitarbeiter verdienen, wenn sie nicht in einer Entleihfirma arbeiten, muss im Arbeitsvertrag mit der Verleihfirma stehen. Das Gehalt darf nicht niedriger sein als die in der Leiharbeit geltenden Untergrenzen (derzeit 8,80 Euro im Westen und 8,20 Euro im Osten). Mit der Verleihfirma besteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
In Sachsen-Anhalt beherrschen Randstadt und Adecco den Markt. Die beiden Verleiher vermitteln ihr Personal an jeweils etwa 1000 Unternehmen im Land. „Die Dauer der Einsätze unserer Mitarbeiter variiert je nach Bedarf des Kunden“, sagt Thomas Bäumer, Geschäftsführer bei Adecco. Das können Tage, Monate, aber auch Jahre sein. „Diesen flexiblen Zugriff nutzen viele Unternehmen, wenn sie größere Aufträge, Urlaubszeiten oder andere personelle Engpässe haben“, erklärt Bäumer, der gleichzeitig auch Vizepräsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) ist.
Laut firmeneigener Statistik kann Zeitarbeit durchaus zu einer festen Anstellung führen: „Viele unserer Kunden übernehmen Beschäftigte, die sich bewährt haben“, sagt Bäumer. Etwa ein Drittel der Mitarbeiter von Adecco und Randstadt werden, so die Agenturen, noch im ersten Jahr ihrer Zeitarbeit in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stellte allerdings vor zwei Jahren fest, dass nur weniger als jeder zehnte Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werde.
Bei der MKM Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH in Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) bekommen Zeitarbeiter automatisch einen festen Vertrag, die länger als zwölf Monate bei dem Kupferlieferanten beschäftigt sind. MKM setzt bei mehr als 1000 Beschäftigten bis zu 70 Zeitarbeiter ein, um Auftragsspitzen flexibel abdecken zu können, so ein Sprecher.
Bei Festanstellungen fließt Ablöse
Unternehmen müssen die Personalverleiher teilweise sogar dafür entschädigen und eine Ablösesumme für den Leiharbeiter zahlen. „Diese Abschlagszahlung kann bis zu einem halben Jahresgehalt betragen und hängt von der Qualifikation des Mitarbeiters ab“, so ein Branchenkenner.
* Namen von der Redaktion geändert
http://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/20151216/zeitarbeit-fuer-immer-verliehen

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #23 am: 14:51:19 Mi. 13.Januar 2016 »
2014:

Leiharbeitnehmer/innen insgesamt                                          823.834


Verkehr, Logistik                                                                       169.578
Metallerzeugung u. -bearbeitung, Metallbau                            127.198
Übrige Berufe (Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung)     93.821
Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe                                  70.657
Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung 70.107
Gesundheit, Soziales, Lehre u. Erziehung                               49.792
Mechatronik-, Energie- u. Elektroberufe                                   48.677
Kaufm. Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus             44.841
Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik                       36.821
Führer von Fahrzeug- u. Transportgeräten                               30.472
Lebensmittelherstellung u. -verarbeitung                                  28.531
Naturwissenschaft, Geografie, Informatik                                 17.311
Reinigungsberufe                                                                      16.648
Geisteswissenschaften, Kultur, Gestaltung                               11.090
Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau                                    4.391
Schutz-, Sicherheits-, Überwachungsberufe                             3.853

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2015b)

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #24 am: 09:30:55 Do. 14.Januar 2016 »
Gehört auch zur Entwicklung der Leiharbeit:

Seit 2008 kann man den Beruf des Sklavenhändlers lernen.

Auf der Höllenseite http://www.alle-achtung.info/ wird der ganze Rotz näher vorgestellt. Besonders gruselig ist der Propagandafilm „Alle Achtung“. Eine Sickergrube voller Klärschlamm und Schwermetallen ist dagegen Kindergarten.

Die Sklavenhändler von morgen werden an diesen Berufsschulen ausgebildet:
http://www.alle-achtung.info/uploads/tx_q4uauthor/aktuell_PDK-Layout_Berufsschulen_02.pdf

Hoffentlich werden diese Hackfressen in der großen Pause von den anderen schön verhauen!

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #25 am: 12:51:34 Fr. 15.Januar 2016 »
Zitat
Bereits am 1. Dezember 2015 trat die Zweite Verordnung zur Änderung der Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis-Kostenverordnung in Kraft. Mit der Verordnung wurden die Gebühren für die Erteilung einer Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung erstmalig nach über zwölf Jahren erhöht (befristete Erlaubnis bisher 750 €, künftig 1.000 €; unbefristete Erlaubnis bisher 2.000 €, künftig 2.500 €). Mit den höheren Gebühren soll eine qualitativ hochwertige Kontrolle der Verleiher durch die Bundesagentur für Arbeit sichergestellt werden.
http://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2015/das-aendert-sich-im-neuen-jahr-2016.html

Diese erhöhten Gebühren werden sicherlich viele angehende Sklavenhändler davon abhalten, eine Klitsche aufzumachen, und mit den vielen zusätzlichen Geldern funktioniert die Kontrolle auch besser. Schon klar.

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #26 am: 23:40:32 Fr. 15.Januar 2016 »
In der Lünendonkanalyse zur Zeitarbeit 2014 stehen mal wieder die 25 besten Sklavenhändler. Aber nicht nur das:
Zitat
Durchschnittlich sind allein mehr als 58 Prozent der Zeitarbeitnehmer der von Lünendonk analysierten Zeitarbeitsunternehmen in Unternehmen eingesetzt, in denen die Branchenzuschlagstarife für die Metall und Elektroindustrie gelten.


Das wären 477824 Leiharbeiter (insgesamt 823834). Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2015b)

Zitat
„Bei dieser Gruppe greift in 67,7 Prozent der Fälle die Deckelung der Zuschläge. Das heißt, die Zeitarbeitnehmer erreichen im Laufe des Einsatzes das definierte Niveau der Vergleichslöhne vor Erreichen der höchsten Zuschlagsstufe“, erläutert Ali Deveci, Junior Consultant bei Lünendonk.

323486 Leiharbeiter erhalten demnach eventuell mal das, was nach Equal Pay riecht, vorzugsweise vor der Kündigung. Das sind 39 Prozent.
Und nun folgt die kühne Schlussfolgerung des Junior Consultant:

Zitat
„Es wird deutlich, dass die Branchenzuschlagstarife dem Equal Pay Gedanken in der Praxis schon sehr nahe kommen“, so Deveci weiter.

Noch unglaubwürdiger wird diese These, wenn man nicht nur die von Lünendonk analysierten Klitschen zum Maßstab nimmt, sondern die tatsächlich im Zuschlagsbereich eingesetzten Leiharbeiter: 

Metallerzeugung u. -bearbeitung, Metallbau 127.198
Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe       70.657
Mechatronik-, Energie- u. Elektroberufe        48.677
Übrige Berufe (Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung)93.821


Gesamt 340353

Nach dieser Rechnung erhalten lediglich 28 Prozent den Geruch von gleicher Bezahlung. Der Equal Pay Gedanke tendiert eher nach unten als nach oben.

Die kostenlose Lünendonkanalyse gibt es hier: http://luenendonk-shop.de/out/pictures/0/lue_za_pi_und_liste_f010615_fl.pdf

Die volle Dröhnung ist für 1750,- im praktischen PDF-Format zu haben.

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #27 am: 19:48:20 Fr. 22.Januar 2016 »
Nach einer Statistikbereinigung sieht die Zahl der Leiharbeiter noch viel heftiger aus:
Zitat
Im Jahresdurchschnitt 2014 gab es rund 900.000 Leiharbeiter, über 40.000 mehr als bisher angenommen (…)
Im gleitenden Jahresdurchschnitt des Jahres 2015 (Juli 2014 bis Juni 2015) arbeiteten etwa 920.000 Menschen in Deutschland als Leiharbeiter – damit wird der bisherige Höchststand des Jahres 2011 übertroffen.
http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o-ton-news/statistikaenderung-enthuellt-mehr-leiharbeiter-als-angenommen-tendenz-steigend

Den ganzen Statistikspaß gibt es hier:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Grundlagen/Methodenberichte/Beschaeftigungsstatistik/Generische-Publikationen/Methodenbericht-Beschaeftigungsstatistik-Statistik-zur-Arbeitnehmerueberlassung-auf-Basis-des-Meldeverfahrens-zur-Sozialversicherung.pdf

Kuddel

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #28 am: 14:39:37 Fr. 26.Februar 2016 »
Zitat
Der Versuch, Leiharbeit zu begrenzen und Werkvertragsarbeit einzuhegen, ist gescheitert


Diskriminierende Tarifverträge jetzt kündigen - Equal Pay für Leiharbeiter!“… Zwar nicht Lob, aber doch so etwas wie Zustimmung kam auch von zumindest einem Teil der Gewerkschaften. Dass die “Ko-Manager” der IG BCE den Kotau der Ministerin abnicken, war ja noch zu erwarten. Dass der IG Metall-Vorsitzende Hoffmann von einem „Minimalkompromiss“ spricht, vielleicht auch. Warum er aber begrüßt, dass die tariflichen Regelungen seiner Gewerkschaft mit Anpassungen fortgeführt werden können, ist schwer zu verstehen. Es liegt natürlich in der Verbandslogik, dass ihm die Jacke der eigenen, eher exklusiven Verhandlungslösungen, auf die er hier anspielt, näher ist als der Rock eines allgemeinen Schutzes von Leiharbeitskräften und Werkvertraglern vor Ausbeutung und Lohndumping, aber eine der DGB-Kritik vergleichbare Stellungnahme hätte man trotz allem erwartet…” Aus der hervorragenden Bewertungvon Markus Krüsemann in unserem Dossier samt der gewerkschaftlichen Stellungnahmen und unserem Kommentar: Es funktioniert wie beim Mindestlohn: Was das Kapital angreift (oder ihm weh zu tun droht), mutiert von Scheisse zum verteidigenswerten Gold…
http://www.labournet.de/?p=81850

dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #29 am: 16:54:10 Fr. 26.Februar 2016 »
Eine neue Ausgabe der AfA-Statistik zur Leiharbeit liegt vor.
Beim ersten überfliegen hab ich nichts gefunden, was mich überrascht hätte, weder im Positiven noch im Negativen.
Zitat
Im Juni 2015 waren 961.000 Leiharbeitnehmer in Deutschland entweder sozialversicherungspflichtig oder ausschließlich geringfügig beschäftigt (Abbildung 4). Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein Anstieg der Zeitarbeitnehmer von 49.000 (+5 Prozent) verzeichnet werden.
Zitat
Den 663.000 im ersten Halbjahr 2015 neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverhältnissen stehen 585.000 beendete Leiharbeitsverhältnisse gegenüber; das sind 1 Prozent mehr als im Vorjahr und fast 5 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2013.

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Branchen-Berufe/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf