Autor Thema: Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung  (Gelesen 45134 mal)

dagmar

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #60 am: 08:21:30 Di. 07.Februar 2017 »
Hallo Ihr,
bei zwangsläufig geführten Vorstellungsgesprächen wegen VV der Arge könnt Ihr ja schon selber am besten merken, dass sich die Gurus der Zeitarbeit für Seelenheilbringer betrachten, die ja so viele dankbare Mitarbeiter haben, so viele werden beim Kunden übernommen und sie - die Gurus - haben ja schon so viele aus Zwangslagen befreit.

Und weil das ja so toll ist und die alle so Gönner sind habe ich bei jedem ZAF-Gespräch die Statistik der Arbeitsagentur dabei um mal zu fragen, warum denn 1/3 schon nach 4 Wochen aufgehört hat. Ob die wohl alle schon übernommen wurden????

Das irre ist ja der Mehraufwand durch die ständigen Kündigungen und wieder Arbeitlosmeldungen genau derer, die nur kurz dabei sind. Die die länger dabei sind, benötigen evtl. Aufstockung weil die Löhne so gering sind. Aber HerrGott nochmal, eigentlich lässt sich das gar nicht ändern. Klar, jeder kann selber versuchen zu verhindern in einem solchen Laden zu arbeiten, aber die Politik unterstützt solche Läden, die Arbeitsvermittler versuchen so ihre persönliche Quote zu erfüllen und Arbeitgeber können so Personalverantwortung meiden. IG's die mal für Mitarbeiter waren und früher mal selber gegen das Thema Zeitarbeit angegangen sind, haben diese ins Boot geholt und kooperieren. Echt, in diesem Staat rennt man/frau nur gegen Mauern ab dem Moment, wo man/frau sich auch nur ansatzweise die Frage stellt "was will ich selber eigentlich"....

Trauriger Gruß von Dagmar

Rudolf Rocker

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #61 am: 11:04:23 Di. 07.Februar 2017 »
Zitat eines JC SBs: "Mir gefällt Zeitarbeit auch nicht, aber wir haben nichts anderes mehr, wohin wir vermitteln können!"

Kuddel

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #62 am: 16:15:58 Mi. 12.Juli 2017 »
Zitat
Die am 1. April 2017 in Kraft getretene Neufassung des AÜG hat dieses Leistungsverweigerungsrecht des Leiharbeitnehmers durch ein an den Entleiher gerichtetes Einsatzverbot ergänzt. Nach § 11 Abs. 5 Satz 1 AÜG darf dieser Leiharbeitnehmer nicht tätig werden lassen, wenn sein Betrieb unmittelbar von einem Arbeitskampf betroffen ist.

Der Verstoß gegen das Einsatzverbot stellt
nach § 16 Abs. 1 Nr. 8a AÜG eine Ordnungswidrigkeit dar, die nach § 16 Abs. 2 AÜG mit einer Geldbuße bis zu 500.000 € sanktioniert werden kann.
http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2017/07/10/leiharbeit-kein-einsatzverbot-bei-rechtswidrigen-streiks/

dagmar

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #63 am: 17:55:34 So. 16.Juli 2017 »
Hey Ihr,
und auch des Gesundheitswesen hat es geschnallt ! Hier eine Pflegeheimkette (so und so schon nichts für feine Gemüter, denn streikender Mitarbeiter werden kurzerhand entsorgt) schreibt eine Anstellung in der Verwaltung / Teilzeit - als Werksvertrag aus.

Nun, da habe ich mich doch mal informiert über das Gesundheitswesen - nun es ist da jetzt nicht unüblich auf diese Art zu arbeiten. Habe ich das doch schon in der Pflgeheimen in der Reinigung mitbekommen - so wird das nun auf vielerrlei Bereiche verlegt. Bevor jemand klagt oder Rambazamba macht ist die Gmbh erloschen, das Personal gekündigt und bei der nächstem GMBH neu eingestellt.

Toller Schlag für die deutschen Unternehmer...

Gruß von Dagmar


dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #65 am: 00:12:49 Do. 01.März 2018 »
Das halbe Jahr ist wieder rum, der Link bleibt diesmal nicht gleich:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Branchen/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf

Zitat
Von den 661.000 im ersten Halbjahr 2017 beendeten Zeitarbeitsverhältnissen dauerten 17 Prozent (112.000) mindestens 18 Monate (Abbildung 11). 13 Prozent (85.000) der beendeten Beschäftigungsverhältnisse dauerten zwischen neun bis zu 18 Monaten. Nach weniger als einem Monat endeten zuletzt 28 Prozent (185.000) aller Leiharbeitsverhältnisse, 19 Prozent (129.000) wurden in einem Zeitraum von mindestens einem bis unter 3 Monaten beendet. Nach wie vor scheinen Verleiher ihren Personalbestand somit möglichst elastisch ihrer Auftragslage anzupassen.
Diese Branche gehört echt verboten.

Kuddel

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #66 am: 15:01:14 Fr. 02.März 2018 »
Zitat
Der Arbeitskräftemissbrauch durch Leiharbeit hat System

                               
 
Das Beschäftigungswachstum in der Leiharbeit hält unvermindert an und erreicht Rekordhöhen. Das ist weder Zufall, noch Zeichen für eine bloß stellenweise missbräuchliche Nutzung der Arbeitnehmerüberlassung. Mindestens drei Anhaltspunkte sprechen für den systematischen Missbrauch von Beschäftigten durch Leiharbeit.

Mit der Leiharbeit verhält es sich wie mit der Büchse der Pandora. Ist der Deckel erst einmal vom Gefäß, gibt es kein Halten mehr. Das Übel heißt in diesem Falle Prekarisierung der Arbeit und Lohndumping mit ausbeuterischen Billigjobs.


weiter: https://www.miese-jobs.de/chroniken/2018/28-02-18/

Onkel Tom

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #67 am: 17:59:31 Fr. 02.März 2018 »
Mein erster Eindruck ist etwas..

Zur Darstellung, auf welcher Grundlage sich diese Statistiken stützen, wird
meines Erachten um den heißen (unverständlichen) Brei informiert, siehe Seite
6, Punkt "Die neue Statistik zur Arbeitnehmerüberlassung:"

Weiter fliege ich auf Seite 8 über einem Fehlerteufel.. Lese mal den Punkt
"GERINGFÜGIGE BESCHÄFTIGUNG" und vergleiche mal dazu die Änderungen
der 2 Torten darunter..
71.000 - 200 machen gleich eine Reduzierung von 14 auf 7 % aus ?
Hää, verstehe ich da was verkehrt oder wird doch geschummelt ?

Naja, zu den langjährigen Statistiken fällt mir auf, das sich kurz nach jeder
massiven H4-Verschärfung ZAF-Haie die Hände reiben konnten und weiter
wie die Pilze sprießen.

Ärgerlich ist die Abbildung 13 auf Seite 15. Die ersten 2 Balken besagen ja
schon alles, das "Normalarbeitsplätze" weiter durch Leiharbeit abgebaut
wird.

Es ist zum  kotz
Lass Dich nicht verhartzen !

dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #68 am: 03:17:29 Sa. 03.März 2018 »
Weiter fliege ich auf Seite 8 über einem Fehlerteufel.. Lese mal den Punkt
"GERINGFÜGIGE BESCHÄFTIGUNG" und vergleiche mal dazu die Änderungen
der 2 Torten darunter..
71.000 - 200 machen gleich eine Reduzierung von 14 auf 7 % aus ?
Hää, verstehe ich da was verkehrt oder wird doch geschummelt ?
Ersteres.  ;) (Wobei man Letzteres bei Statistiken ohnehin nie ausschließen kann.)

Linke Torte: Beschäftigte insgesamt
Rechte Torte: Leiharbeitnehmer

Onkel Tom

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #69 am: 11:55:34 Sa. 03.März 2018 »
Danke  :)
Oki, habe da inhaltlich was in den falschen Hals bekommen..
Der aufkommende Adrenalinkick beim lesen ist ja auch nicht ohne.
 ::)

Jedoch könnte man mit Zitaten daraus ganz schön typische Sprüche
eines SB killen a la "Erzählen Sie mir doch nicht so ein Mist ! Haben Sie
noch nicht die Auswertung der BA dazu gelesen ??"

 ;D
Lass Dich nicht verhartzen !

dagobert

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #70 am: 17:20:12 Mo. 30.Juli 2018 »
Das halbe Jahr ist mal wieder rum, die BA-Staistik zur Zeitarbeit ist neu aufgelegt:
www.statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Branchen/generische-Publikationen/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung.pdf

Zitat

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 1,03 Mio. Leiharbeitneh-mer in Deutschland entweder sozialversicherungspflichtig o-der ausschließlich geringfügig beschäftigt (Abbildung 4). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahm ihre Zahl um 41.000 (+4 Prozent) zu.
Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung (37,18 Millionen) beträgt nach wie vor weniger als drei Pro-zent. Betrachtet man die Beschäftigungsformen separat, so waren 3,0 Prozent der 32,23 Millionen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten und 1,4 Prozent der 4,95 Millionen ausschließlich geringfügig Beschäftigten als Zeitarbeitneh-mer beschäftigt.

[...]

Von den 783.000 im zweiten Halbjahr 2017 beendeten Zeitarbeitsverhältnissen dauerten 13 Prozent (106.000) mindestens 18 Monate (Abbildung 11). 11 Prozent (89.000) der beendeten Beschäftigungsverhältnisse dauerten zwischen neun bis zu 18 Monaten. Nach weniger als einem Monat endeten zuletzt 30 Prozent (237.000) aller Leiharbeitsverhältnisse, 22 Prozent (172.000) wurden in einem Zeitraum von mindestens einem bis unter drei Monaten beendet. Nach wie vor scheinen Verleiher ihren Personalbestand somit möglichst elastisch ihrer Auftragslage anzupassen.

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #71 am: 15:10:11 Fr. 21.September 2018 »
Zitat
Viele kleinere Personaldienstleister fürchten um ihre Existenz

Berlin, 20. September 2018 – Am 1. Oktober 2018 greift erstmals die Beschränkung der Überlassungshöchstdauer in der Zeitarbeit auf 18 Monate. Eine gemeinsame Umfrage der Personalmarktexperten von index Research und vom Berater der Zeitarbeit Edgar Schröder ergab jetzt, dass 25 Prozent der kleineren Zeitarbeitsanbieter mit weniger als 50 Mitarbeitern existenzgefährdende Auswirkungen durch die neuen Bestimmungen befürchten. 40 Prozent der Personaldienstleister rechnen dabei mit der Beendigung von Kundenaufträgen, die von der Überlassungshöchstdauer betroffen sind. Insgesamt rechnen die teilnehmenden Unternehmen mit Umsatzeinbußen von durchschnittlich 21 Prozent aufgrund der neuen Regelung. An der Umfrage beteiligten sich rund 600 Entscheider von Zeitarbeitsfirmen unterschiedlicher Größe.
(...)
Vor diesem Hintergrund ist insbesondere bei einer rückläufigen Konjunktur damit zu rechnen, dass die Gesetzesänderung zu einer Forcierung des Konzentrationsprozesses in der Branche führen wird.
https://www.openpr.de/news/1019186/Viele-kleinere-Personaldienstleister-fuerchten-um-ihre-Existenz.html

Fritz Linow

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Re:Zeitarbeit in Deutschland - Aktuelle Entwicklung
« Antwort #72 am: 14:59:12 Mi. 14.November 2018 »
Zitat
1.11.18
Die Zeitarbeitsbranche bildet zu den steigenden Beschäftigungszahlen aktuell einen Ausreisser. Im Vergleich zum August 2017 gab es in der Branche 41.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte weniger. Das ist ein Rückgang von 4,6 Prozent auf 855.100 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl um 3.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (-0,5 Prozent).
https://www.personalorder.de/index.php?load=2,1&art_id=134864