Autor Thema: Leiharbeit und Mobbing: wie verhalten ?  (Gelesen 8039 mal)

rumpelpumpel

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Leiharbeit und Mobbing: wie verhalten ?
« am: 08:19:36 So. 19.Februar 2012 »
moin moin

letzte Woche war ich meinem Empfinden nach, direktem und gewolltem Mobbing ausgesetzt:

seit April 11 arbeite ich als Leiharbeiter in einem Betrieb, dieser unterteilt sich in 2 Abteilungen, die Abteilung in der ich gearbeitet habe wird nun leider verkleinert, leider weil das Arbeitsklima und die Arbeit dort gepasst haben, wer wie immer zuerst gehen muss ist keine Frage , die Leiharbeiter

nun kam es aber das mich der Meister nicht gehen lasen wollte und mich gefragt hat ob ich nicht in der anderen Abteilung arbeiten will, dem habe ich zugestimmt, nicht wissend wie es dort abgeht
dort gibt es auch wieder verschiedene Arbeitplätze, einer davon ist an einer ca 15m langen Maschine die es zu überwachen gilt, kleinere Störungen beheben oder für Materialnachschub zu sorgen, ich hab mit sowas kein Problem sofern man mich vernünftig anlernt und daran scheiterte es

vom ersten Tag an wurde ich von einem zum anderen geschickt, wer mich anlernen soll, hieß es erst noch , ich soll wie alle anderen die erste Woche nur erstmal Auffüllen, wurde ich ab dem 2. Tag förmlich mit INfos und Wissen überhäuft, irgendwann war ich logischerweise überfordert damit alles aufzunehmen, die Anlernzeit beträgt dort normalerweise 6 Monate bis man alles einigermaßen kann, bereits am 3. Tag sollte ich selbständig Tätigkeiten ausführen die bei Fehlern zu enormen Schaden führen, so gut es geht erledigte ich das, am 4. Tag ging es so weiter als Mittag plötzlich der Vorarbeiter vor mir steht und fragt wies geht, ich sag ihm offen und ehrlich das ich davon ausgehe das er das doch längst weiß, nur zu offensichtlich war es das ständig hinter meinem Rücken geredet wurde

wurde ich in der vorherigen Abteilung dafür gelobt das ich sehr schnell lerne und umsetz, mich schnell einarbeite und mann voll und ganz zufrieden sei, wurde mir nun mitgeteilt das es wohl besser wäre ich würde den ganzen Tag die gleiche Tätigkeit verrichten und ab Montag soll ich nun Schräubchen drehen, damit wurde mir die Möglichkeit der Übernahme genommen, was wohl beabsichtigt war, von den werten Kolleginnen

nun frage ich mich, wie ich mich verhalten soll, mit niemanden drüber reden ? Betriebsrat ? Abteilungsleiter ? oder Leihbude ? kündigen ist nicht, in der Leiharbeit ist das hier in der Region die bestbezahlte Möglichkeit zu arbeiten, einen direkten Arbeitgeber gibt es hier kaum mehr, man kommt überall nur noch über die Leihbuden rein, insbesondere mit dem neuen AÜG

könnt ihr mir mal Tipps geben bitte, wie ich mich verhalten soll ?

Nick N.

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Re:wie verhalten ?
« Antwort #1 am: 13:37:55 So. 19.Februar 2012 »
Moin Rumpelpumpel.
Das Thema Mobbing kenne ich persönlich eher aus privaten Zusammenhängen oder beim JobCenter. Wie man konkret als Zeitarbeiter damit umgeht, dazu kann ich also nicht sehr viel sagen.

"wie ich mich verhalten soll, mit niemanden drüber reden ?"
Das ist jedenfalls immer verkehrt, denn dann fängt man an, sich selbst für verrückt und die Mobber für normal zu halten.
Als erstes natürlich mit solchen Leuten reden, die auf Deiner Seite stehen, und die nichts mit dem Betrieb zu tun haben.
Es wird auch empfohlen, im Betrieb Verbündete zu suchen, z.B. den Chef vom Chef, aber das hängt ja vom ganzen Betrieb sowie von den einzelnen Personen ab, die kennst Du selber am besten.
Evtl. kannst Du mit Deinem ehemaligen Meister darüber sprechen. Hast Du von ihm schriftlich, was er an Dir geschätzt hat?
Werden auch andere dort gemobbt?
Dazu: Ich halte das auf jeden Fall für Mobbing, was da passiert. Manche behaupten immer, das käme in Wirklichkeit durch Überforderung der Mobber, und "übersehen", dass das Ergebnis trotzdem Mobbing ist, egal aus welchem Grund der Mobber handelt.

Chefduzen ist in so einer Situation bestimmt auch kein Ersatz fürs selber googeln und Befragen von "Experten".
Vom Nicht-Betroffenen-Standpunkt aus stört es mich zwar oft, dass in manchen Veröffentlichungen so im Vordergrund steht, wie man psychisch mit der Situation fertig werden kann, statt wie man sie verändern kann, aber wer weiss, vielleicht ist das in der Situation genau das, was man braucht.

Das Interessanteste sind sicher Praxis-erprobte Hinweise von Leuten, die sich erfolgreich gegen diese Art von Mobbing gewehrt haben.
Satyagraha

zak

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Re:wie verhalten ?
« Antwort #2 am: 15:09:52 So. 19.Februar 2012 »
Du schreibst, kündigen ist nicht, also schließe ich daraus, dass du diese Möglichkeit erstmal nicht in Betracht ziehen möchtest und noch Hoffnung hast. In diesem Fall solltest du ein Gespräch mit dem Vorgesetzten des Vorarbeiters (Abteilungsleiter/in) suchen und ihm/ihr deine Probleme schildern.

Warum zum Abteilungsleiter? Erstens siehst du, ob die sich abgesprochen haben und die eine Hand weiß, was die andere macht, zweitens erfährst du etwas über seine/ihre soziale Kompetenz, drittens hast du hier die Möglichkeit, Wissen aus erster Hand zu erhalten und nicht aus zweiter, wie vom Vorarbeiter, viertens ist die Wahrscheinlichkeit, dass dir in der nächsthöheren Instanz wirklich geholfen wird, größer, fünftens kann ein sachlicher Einsatz von dir bei einem verständnisvollen Abteilungsleiter gut ankommen.

Wenn keine positive Änderung eintreten sollte, solltest du dir mal eine Auszeit nehmen, um in dich zu gehen und dir darüber klar zu werden, was du möchtest, was dir wichtig ist in deinem Leben.

Das wäre erstmal mein Ratschlag.

(Am besten gar nicht erst bei Sklaventreibern anfangen, aber das steht auf einem anderen Blatt und hat etwas mit aufrechtem Gang zu tun.)

rumpelpumpel

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Re:Leiharbeit und Mobbing: wie verhalten ?
« Antwort #3 am: 21:42:53 So. 19.Februar 2012 »
Danke für eure sachlichen Hinweise

werd mir das morgen nochmal anschaun und versuchen den Abteilungsleiter einzuschätzen

und ja, ich bin nicht die einzige, die letzten beiden Damen sind einfach von einem zum anderen Tag nicht gekommen, eine andere Kollegin hat das Gespräch mit mir gesucht aber leider keine Zeit, die Kurzfassung war aber das ihr dasselbe wiederfährt


Onkel Tom

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Re:Leiharbeit und Mobbing: wie verhalten ?
« Antwort #4 am: 23:29:40 So. 19.Februar 2012 »
jo,rumpelpumpel

Mobbingatacken können ganz schön nerven und so wie Du es beschreibst, kann ich mir
vorstellen, das anbei eine "systematisch orientierte Problemlösungsarbeit" hilfreich sein
könnte.

In Deiner Schilderung kommen mir Fragen auf wie..

1) Wie funktioniert das Zusammenwirken unter Deinen Mobber_Innen ?
2) Welche Vorwurfsformen tauchen häufig auf und welche weniger ?
3) Wie verhält sich jeder einzelne Mobber dazu ?

Du siehst, diese Dinge zu klären und zu sortieren ist viel Arbeit und Geduld.

Womit Du jedoch im Betrieb für "verunsicherung" sorgst, ist erstmal nicht zum Leiter
gehen, sondern versuchen, sich unter den "Kollegen" selbst zu verteidigen..

Haben sich Kollegen gegen Dich verschworen, kannst Du das so machen  ;D

Ich rate Dir hier kein Masotum an, sondern um durch die Irreführung der
Erwartungen Deiner Peiniger einen eigenen Strick zu drehen.

Beichspiel - Scenario..

Was erwartet der Mop von Dir ?

Der Mop funzt schon seid 5 Jahren gut.. Jeden sind sie los geworden, denen
sie nicht in den Kram passen und hin und wieder treffen sie sich zum Stammtisch.

Ähhm Stammtisch ?

Ja, genau.. Sie wollen sich endlich mal wieder am Stammtich darüber belustigen,
wie ihre systematische Provokation aufgegangen ist und dabei ablachen, das
Du auch noch beim Cheffe ausgerastet bist...


Soso.. Da tanzen sie auch wegen Sensationsgeilheit auf Deine Nerven rum und
nun wundern die sich, wie gut Du alles an Dir abgleiten lässt. Das geht jedoch nicht
lange gut, bei einem Mop, der sich selbst immer wieder durch neue fiese Ideen
selbst toppt.

Und da soll Mensch sich noch wehren können ?
Bis hier sind reichlich Geduld und selbstbeherschung ins Land geangen.
Den einzigen Partner, den Du noch hast, ist die Zeit auf den Fehler das der Mob
zu attacken übergehen, zu denen sie selber Risiken tragen.

Es dürfte nicht lange dauern, bis die Mobbe "Beim Cheffe anscheißen" an Dir aus
probiert wird und unerwarteter Strategie wäre, die "Feigheit des Anscheißer" zu
nutzen.

Cheffe berichtet  rügend, das ihm was zu Ohren gekommen ist..
Du bestehst auf eine Gegenüberstellung mit dem Anscheißer, um den Sachverhalt
zu klären zu wollen (Top-Medizin bei übler Nachrede)..
Erstens rechnet ein Cheffe weniger mit sowas und ein Anscheißer erlebt das lieber
nicht, das er seinem Opfer gegenüber stehen muss und seine Unterstellungen
widerholen soll.


vom gejagten zum jäger.. Deine Antworten, die Du aus den 3 oben aufgeführten
Fragen findest / erforscht sind die Steine, aus denen Du was bauen kannst  ;D

Viel Glück,Mut und Kraft  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !