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Schulen im Visier der Privatwirtschaft

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Eivisskat:



--- Zitat ---
Wirtschaftsverbände und Konzerne versuchen immer stärker, Inhalte des Schulunterrichts zu beeinflussen.
So fordert die Arbeitgeberlobby das Schulfach "Wirtschaft"- angeblich, um Wissensdefizite der Schüler in Bereich Ökonomie zu verringern.

Kritiker wie LobbyControl befürchten eine Verengung des Gemeinschaftskundeunterrichts auf die Sichtweise von Industrie und Wirtschaft.

Inzwischen existieren Lehrpläne, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die nach Ansicht der Kritiker einseitig die private Altersvorsorge und den Kauf von Aktien propagieren. In anderen Fällen erklärt die Industrie den Schülerinnen und Schülern die Vorteile des "Frackings" oder richtet Gen-Labore an Schulen ein.

Lehrer und Schüler würden so von den PR-Fachleuten der Unternehmen einseitig manipuliert, kritisiert auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Bildung, Bildung, Bildung! – Solche Bildung?

In jeder Talk-Show sind sich alle Politiker nur in einem Thema einig. Es braucht “Bildung, Bildung, Bildung”! – Damit noch mehr Akademiker Taxi fahren, weil das Mantra “Effizienz”und die Abschaffung menschlicher Arbeit durch Maschinen dafür sorgen, dass es unweigerlich immer weniger Arbeitsplätze gibt.

Nicht gesellschaftspolitische Bildung ist gemeint, sondern die Bildung, die marktkonforme Sklaven produziert. Nicht kritische Bürger sollen “gebildet” werden sondern im Gegenteil unkritisch verbildete Marktteilnehmer.

http://uhupardo.wordpress.com/2013/05/04/bildung-bildung-bildung-solche-bildung/
--- Ende Zitat ---


Grusel... :o

Troll:

--- Zitat ---»Der Staat verkauft die Kinder an die Industrie«

Im Bildungswesen wird weiter privatisiert. Konzerne machen Schulen und Kindergärten zu Werbeträgern.
Gespräch mit Anne Markwardt
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Gibt es Studien darüber, in welchem Maße an Schulen geworben wird?

Was die Lebensmittelindustrie angeht, liegen uns keine Langzeitstudien vor. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat allerdings festgestellt, daß die Privatisierung des Bildungswesens in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Neben der Lebensmittelindustrie machen sich jetzt auch Energieunternehmen oder die vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im Bildungswesen breit. Sie versuchen beispielsweise, in den Politik- oder Sozialkunde-Unterricht einzudringen.
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Quelle und Interview: jW
--- Ende Zitat ---

Lieber keine Studien erstellen, allgemein ist es bei der derzeitigen Ausrichtung für die Verantwortlichen besser das alles nicht so genau zu dokumentieren, ohne Wissen kann man so schön Überraschung heucheln sollte etwas schief gehen wenn es schief geht.

JoseyWales:
Bei mir in der Schule hat die scheiß Allianz Versicherung "Berufvorbereitende Tests" durchgeführt. Das  ist auch so eine facette davon.

Troll:

--- Zitat ---Wie die Progressiven eine Generation verlieren

Die Bedeutung ökonomischer Bildung wird besonders von den Wirtschaftsverbänden beständig betont. Nicht ohne Grund – in den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Bedeutung von ökonomischen Prozessen in der Öffentlichkeit immer mehr in den Vordergrund gerückt worden. Konsequenterweise drängen die Schulreformer in den Kultusministerien mit Nachdruck auf die Implementierung von Wirtschaft in die Bildungspläne. Auf diesem Feld aber haben die Progressiven den Kampf um die Deutungshoheit praktisch bereits verloren – mit schwerwiegenden Folgen für die Zukunft.

Die Reformen der jüngsten Zeit in Baden-Württemberg etwa haben dazu geführt, dass Wirtschaft als ordentliches Kernfach in der Oberstufe wählbar ist und wirtschaftliche Inhalte in den Politik- und Erdkundeunterricht integriert werden. Das nötige Fachwissen dafür – in beiden Studiengängen spielte Wirtschaft bislang kaum eine Rolle, was sich erst mit den jüngsten Prüfungsordnungsreformen geändert hat – haben die Lehrer in der Regel nicht, was sie extrem abhängig von offiziellen Fortbildungen oder, im Fall der neu ausgebildeten Lehrer, von an das normale Programm angehängten “Fortbildungen” macht, deren Gewicht aber nicht auf den Inhalten, sondern auf der Didaktik liegt. Entsprechend viel Gewicht haben die wenigen inhaltlichen Informationen, die es zu dem Thema gibt. Ich möchte eine exemplarische Episode zu diesem Thema schildern, um die Problematik deutlich zu machen.

Angesetzt war ein Planspiel mit dem Namen “Macro”, das einen Einblick in die VWL geben sollte. Durchgeführt wird dieses Spiel von der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft, einem in Tübingen ansässigen neoliberalen Think-Tank, der im Gegensatz zu seiner progressiven Konkurrenz die Zeichen der Zeit erkannt hat und sein Aktivitätenfeld auf den Bildungssektor verschoben hat, etwa durch Anbieten des Planspiels. Für die Schulen ist das attraktiv, denn ohne weitere Zusatzkosten kann eine interessante Abwechslung zum Schulalltag geboten werden, die von außen geplant und durchgeführt wird – für die chronisch klammen Kommunen und Länder ein verführerisches Angebot.
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Stattdessen wird man zu der Erkenntnis gezwungen, dass die neoklassische Wirtschaftslehre das einzig Wahre ist, was von den Veranstaltern in ihren „Informations“-Vorträgen sogar offen bestätigt wird. Selbst wenn das nicht intellektuell in höchstem Maße unredlich wäre, handelte es sich dabei um eine flagrante Verletzung des für den Politikunterricht essenziellen „Beutelsbacher Konsens“, der eine direkte Beeinflussung der Schüler verbietet und stattdessen als Ziel die Mündigmachung des Schülers sieht, der in der Lage sein soll, eigene Urteile zu fällen. Mit Planspielen wie „Macro“ geschieht das genaue Gegenteil, und die Kultusministerien sollten deswegen auch folgerichtig davon absehen, den einfachen Weg zu beschreiten und diese Programme einfach ungeprüft zu übernehmen. Die Schule ist kein Ort für Propaganda, und der Politiklehrer kein Instrument dafür.

Quelle: deliberation daily

Laut Kommentar des Autors:
"Leider wird dieses spiel seit den sechziger jahren benutzt ...."
--- Ende Zitat ---

Und wehe man sieht in solchen Veranstaltungen ein allgemein methodisches vorgehen der Neoliberalen Zunft, irrer Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger oder mindestens ein dummer Unwissender ist einem als Titel sicher.

Eivisskat:

--- Zitat ---Kultusminister wollen „McSchule“

Mit ihrem aktuellen Beschluss zur Verbraucherbildung an Schulen öffnen die Kultusminister aus Bund und Ländern Wirtschaftslobbyisten und Unternehmen die Türen der Klassenzimmer.

foodwatch fordert die Kultusministerkonferenz auf, den Beschluss zurückzunehmen und klarzustellen, dass Unternehmen keine geeigneten Partner für Verbraucher- und Ernährungsbildung an Schulen sind. Werbung und Sponsoring an Schulen müssen grundsätzlich untersagt werden.

http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/aktuelle-nachrichten/kultusminister-wollen-mcschule/
http://www.foodwatch.org/de/informieren/kinderernaehrung/2-minuten-info/
--- Ende Zitat ---

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