Autor Thema: Medienkampagne: Kriminelle Clans  (Gelesen 16 mal)

Kuddel

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Medienkampagne: Kriminelle Clans
« am: Gestern um 17:06:06 »
Kriminelle Clans

Die "Diskussion" über "Kriminelle Clans" ist die erfolgreichste und deshalb gefährlichste rassistische Kampagne der letzten Jahre. Sie begann beim Spiegel und bei Spiegel TV. Sie sprang über auf die rechten sozialen Netzwerke, wurde übernommen von Pegida, AfD, NPD und BILD und gehört inzwischen in allen bürgerlichen Medien und Parteien zum guten Ton.

Die Süddeutsche titelte heute:
Zitat
Kriminelle Clans
Beleg für eine gescheiterte Einwanderungspolitik


Kriminelle Clans haben die Rücksichtnahme der weltoffenen Zivilgesellschaft nicht verdient.
https://www.sueddeutsche.de/politik/kriminelle-clans-einwanderung-1.4485274?utm_source=pocket-newtab

Wie soll man die Zeile "Kriminelle Clans haben die Rücksichtnahme der weltoffenen Zivilgesellschaft nicht verdient." interpretieren? Es gibt doch gegen Kriminalität rechtsstaatliche Maßnahmen. Weil aber "Rechtsstaatlichkeit" ein anderes Vorgehen gegen Migranten und einheimischen Kriminellen verbietet, muß eben die Zivilgesellschaft her und selbst die Ärmel aufkrempeln, um gegen die Kanaken vorzugehen? Im übrigen liegt laut SZ die Ursache der Kriminalität nicht in sozialen Problemen, sondern in der "Einwanderungspolitik".

Wen meinen die eigentlich, wenn die von "Kriminellen Clans" reden? Die Quandts, Pierchs und Porsches scheinbar nicht, denn das sind die Großkriminellen. Es scheint das Ziel zu sein, die Wut der Gesellschaft nach unten zu richten, und da speziell auf Migranten. Zuerst gehörte es noch zu den zentralen Aufgaben von Spiegel TV, den Haß gegen Roma zu schüren. Es wurden jede Menge Berichte produziert über organisierte Bettlerbanden, Taschendiebe und Trickbetrüger, alle aus dem Zigeunermilieu, wie man seinerzeit sagte. Heute scheint das arabische Millieu aber wichtiger geworden zu sein. Die Süddeutsche weiß bescheid: "Die Rede ist von kriminellen Clans libanesischen, kurdischen oder türkischen Ursprungs. Sie leben seit Jahrzehnten in Deutschlands Städten". Neben dem Foto eines Polizeieinsatzes steht: "Bochum: Polizisten sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei eine Shisha-Bar." Das folgende Zitat ist nicht von der NPD, sondern ebenfalls aus der Süddeutschen:
Zitat
...machen im Kiez auf dicke Hose, fahren schicke Wagen. Und trotz Stütze vom Staat kaufen sie begehrte Immobilien, ganz legal.

Dieses Qualitätsmedium zeigt auch, wohin die Reise gehen soll:

Zitat
Als "Blaupause" soll dabei dienen, was Berlin im Bezirk Neukölln praktiziert. Dort sitzen Polizei, Staatsanwaltschaft, Ordnungsamt und Steuerfahndung regelmäßig an einem Tisch, um Angehörige krimineller Subkulturen zu identifizieren und die dunklen Wege des Zasters zu verfolgen. Geldwäsche durch Immobilienkauf wird - wo es geht - mit Enteignung beantwortet. 77 Immobilien wurden so in Berlin eingezogen, immerhin. Dazu kommen Kontrollen von Autos, Papieren, einschlägigen Shisha-Bars, Restaurantküchen. Immer nach dem Motto: Wir kennen euch. Und wir nerven euch gern.


Zu dem Thema bietet die Süddeutsche auch eine "Leserdiskussion" an und hilft gleich bei der Ankündigung, den richtgen Kurs einzuschlagen:
Zitat
Wie sollten die Länder gegen Clan-Kriminalität vorgehen? Messerverbotszonen, Datenüberwachung, Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft...

Und es gibt auch Hilfestellung, damit bei diesen Parolen kein schlechtes Gewissen aufkommt:

Zitat
Wer jetzt zusammenzuckt und meint, solche Töne sollte man dem rechten Rand überlassen, liegt falsch.

Das wird auch begründet:

Zitat
Kriminelle Clans, die international agieren und Millionenwerte beiseiteschaffen, haben die Rücksichtnahme der weltoffenen Zivilgesellschaft nicht verdient. Sie scheren sich einen Dreck um Solidarität, der demokratische Rechtsstaat gilt da als Witzfigur. Den Schaden hat nicht nur der Staat. Es sind Millionen unbescholtener Einwanderer und deren Enkel, die mit den kriminellen Sippschaften in einen Topf geworfen werden. Wer die vielen schützen will, die sich nichts zuschulden kommen lassen, darf sich für Härte gegen kriminelle Familienverbände nicht zu schade sein.
Rassismus und rassistische Übergriffe sind also von den Migranten selbst zu verantworten. Hätten sich ja anständig benehmen können.

Erinnert schwer an das Argument, Frauen hätten selbst schuld an einer Vergewaltigung. Hätten sich ja nicht so aufreizend anziehen müssen.

Weitere Kostproben journalistischer Qualitätsarbeit:
Zitat
Wenn die Innenminister nun eine konzertierte Aktion gegen Clankriminalität ankündigen, ist das überfällig, aber nur ein erster Schritt.
Was wäre denn der nächste Schritt. KZs? Gaskammern?
Nein, wir haben noch andere Möglichkeiten:
Zitat
Auch Europol und internationale Steuerfahnder gehören in das Netzwerk, das da zu knüpfen ist. Es hilft auch nicht, wenn Unionspolitiker jetzt mal eben die Ausbürgerung von Clanmitgliedern fordern. Die meisten besitzen längst deutsche Pässe ...


Zitat
Deutschland muss schon selbst mit diesen Leuten fertigwerden. Es bekommt jetzt die Rechnung für Jahrzehnte serviert...
"...mit diesen Leuten fertigwerden." Da gibt es in Deutschland diverse Konzepte und Traditionen.
Zitat
...manche Flüchtlinge... immer neue Duldungen erhielten ... und es sich in der Gesetzlosigkeit gemütlich gemacht haben...

Die Schreibtischtäterin heißt Constanze von Bullion und hat auch schon für die taz gearbeitet. Sie macht sich die Finger nicht schmutzig. Andere haben den Finger am Abzug.

Kuddel

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Re: Medienkampagne: Kriminelle Clans
« Antwort #1 am: Gestern um 17:27:28 »
Anmerkung:
Ich will nichts verniedlichen oder verharmlosen. Ich mag die Strukturen nicht, in denen Drogenhandel oder Prostitution organisiert werden. Solche Strukturen gibt es auch in deutscher Hand.

Diejenigen, die hier beschrieben werden, sind ja genau die in das kapitalistische System Totallintegrierten. Sie haben die herrschenden Werte verinnerlicht, Hierarchien, Karriere auf Teufel komm raus, notfalls mit Gewalt und den Erfolg beweisen durch beschissene Statussymbole, große Autos deutscher Hersteller, Markenklamotten und anderen Plunder.

Sie bewegen sich in genau der Nische, die man den Migranten gelassen hat. Wenn sie nicht Pizza oder Amazonpakete ausfahren oder ihre Gesundheit auf Baustellen opfern wollen, bleiben nicht viele Möglichkeiten. Wir kennen es aus den USA. Dort hat man den Schwarzen auch nur Möglichkeiten einer Karriere gelassen im Sport, in der Unterhaltungsindustrie und in der Kleinkriminalität, insbesondere Drogenbusiness und Prostitution.

Und wenn sie dort erfolgreich sind, ist es auch wieder nicht richtig.

Kuddel

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Re: Medienkampagne: Kriminelle Clans
« Antwort #2 am: Gestern um 17:43:02 »
Anmerkung II:
"Enteignung" gilt doch sonst als eine Erfindung des Teufels.

Zitat
Geldwäsche durch Immobilienkauf wird - wo es geht - mit Enteignung beantwortet. 77 Immobilien wurden so in Berlin eingezogen, immerhin.

Geht's gegen Kanaken, ist es plötzlich eine tolle Maßnahme.