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Kämpferische Stimmung bei den Metallern

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counselor:
Kämpferische Stimmung bei den Metallern

22.04.12 - In der Metalltarifrunde zeigt sich eine kämpferische Stimmung bei den Kolleginnen und Kollegen. An allen Verhandlungsorten bekräftigten Gewerkschafter ihre Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Lohn, für die unbefristete Übernahme der Auszubildenden, für die gleiche Bezahlung der Leiharbeiter sowie für eine Einschränkung der Leiharbeit. Über 500 Auszubildende und andere Beschäftigte der Metallindustrie hatten während der Gespräche vor dem Kölner RheinEnergie-Stadion, dem Tagungsgebäude, demonstriert. Bei Kundgebungen in Schweinfurt und Böblingen waren Tausende Metaller auf der Straße, vor allem sehr viele Azubis (s. unsere Berichte). Diese Auseinandersetzung birgt gerade jetzt viel politischen Sprengstoff - findet sie doch in einer Zeit statt, in der die latente politische Krise sich vertieft hat und die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen bevorstehen ...

Quelle: RF News

Kuddel:

--- Zitat von: counselor am 18:06:30 So. 22.April 2012 ---Kämpferische Stimmung bei den Metallern
Quelle: RF News
--- Ende Zitat ---

Seit Jahrzehnten wird von "kämpferischer Stimmung" gefaselt, doch alles bleibt stets unter der Kontrolle der reaktionären, sozialpartnerschaftlichen IGM und niemals legt man sich ernsthaft mit den Ausbeutern an.

Die Gewerkschaftsfunktionäre treten gern mit pseudoradikaler Gewerkschaftslyrik auf, geben den Arbeitern Trillerpfeifen (ihre schärfste Waffe) und führen sie in die Operetteninsznierungen der "Warnstreiks", die nur dazu dienen, neue Gewerkschaftmitglieder zu werben (vor einem Streik tritt man schnell in die Gewerkschaft ein, um Streikgeld zu kassieren). Die Belegschaften können ein wenig Dampf ablassen und dann herrscht wieder Friedhofsruhe im Betrieb.


--- Zitat ---IG Metall-Vorstand: im Glauben fest…

Der IGM-Vorstand hat als Beilage zur „metall“ Jan/Febr 2019 (Auflage 2,2 Mio) ein „Debattenpapier“ zur Vorbereitung auf den IGM-Gewerkschaftstag im Okt 2019 veröffentlicht.
„Die Entwicklung des globalen Kapitalismus ist menschengemacht. Wir können und werden sie beeinflussen. Das ist das Versprechen der Demokratie, der Mitbestimung in der Wirtschaft, der Emanzipation des Menschen von fremdbestimmten Zwängen“, wird anfangs behauptet und zur Verwirklichung dann gefordert:   „… eine gerechte Wirtschaftsordnung … fairen Anteil vom geschaffenen Wert … gerechte Verteilung … fairen Weltmarkt (Seite 5) … gerechte Wirtschaftsordnung … fairen Handel … Standort Deutschland … Weltmarkt fair regeln .. die Werte fair und gerecht verteilen (6) … fairen Wettbewerb (7) … fairen Anteil an der Wertschöpfung (8 ) … gerechte Verteilung von Arbeit“ (11)
Regeln muss das „der Sozialstaat“, „… aber auch die Arbeitgeber! Denn auch ihre Gewinne hängen von … Zuversicht in der Gesellschaft ab.“ (7)
So wie eh und je propagiert der IGM-Vorstand (mehrheitlich SPD) den Glauben an den fairen und gerechten Kapitalismus, „für alle“, – mit nur einer Einschränkung: „Wir treten dafür ein, dass auch in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland und in Europa gesichert ist…“ (12), genauer, vorher in derselben „metall“- Ausgabe heißt es (S.15): „Dabei will die IG Metall die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland sichern.“
Den Deutschen Kapitalismus mit Zuversicht und Sozialstaat fair und gerecht zusammen mit den Arbeitgebern und so weiter Amen.
--- Ende Zitat ---
Labournet.de newsletter 9.1.2019


--- Zitat ---Tarifrunde Eisen- und Stahlindustrie 2019

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld mit einem Extraplus für Azubis und eine neue zusätzliche Urlaubsvergütung.
--- Ende Zitat ---
https://www.igmetall.de/erste-verhandlung-tarifrunde-eisen-und-stahlindustrie-30175.htm


Kuddel:

--- Zitat ---Proteste: Arbeiter blockieren Werkstor bei Riva! / Update: "Sie wollen Streit? Wir sind bereit!"

Erst ging es um 8.30 Uhr zu außerordentlichen Betriebsversammlung, nun wird vor dem Riva-Werkstor protestiert. Die IG Metall betont: "Die Zeichen stehen auf Sturm". Konkreter Grund sei die bisher ergebnislos verlaufene Verhandlung mit der Geschäftsführung zur Übernahme des Tarifergebnisses "Stahl Ost". „Angesichts der Blockadehaltung der Arbeitgeber werden wir auch hier am Standort die Situation eskalieren lassen müssen“, betont Stefanie Jahn von der Gewerkschaft.




In diesen Minuten laufen die Arbeiter von der Betriebsversammlung zum Werkstor, dort ist eine Kundgebung geplant.

Update 9.56 Uhr: Die Tore sind blockiert, eine Ein- und Ausfahrt ist nicht mehr möglich. Für 10 Uhr ist eine Kundgebung geplant.

Update 11.29 Uhr: In der Kundgebung ging Stefanie Jahn u.a. die die hiesige Werks-Verantwortliche Katja Rex an. So habe man Mittwoch von 9.30 bis ca. 17 Uhr verhandelt, am Mittag sei man sogar "ziemlich optimistisch gewesen", sich einigen zu können. Der Betriebsrat zog sich zurück und bestätigte mit Beschlüssen die Linie, nach der Rückkehr an den Verhandlungstisch habe Katja Rex dann laut Stefanie Jahn mitgeteilt, dass sie gerade mit dem Gesellschafter telefoniert habe und keine Freigabe für die sofortige Übernahme des Tarifabschlusses erhalten habe. Jahn: "Frau Rex ist entmündigt und hängt am Tropf der Gesellschafter. Riva muss an den Tisch, denn an ihm führt ja anscheinend kein Weg vorbei."

Der Tarifabschluss sieht laut Jahn 3,7% mehr Geld sowie 1.000 Euro in 2020 vor, die alternativ in 5 freie Tage gewandelt werden können. Auch eine Erhöhung für Azubis ist geplant. Nach Angaben der Redner sei man durchaus gewillt, eine Übernahme des Abschlusses in Etappen zu akzeptieren. Durch die Nichtzahlung in den letzten drei Monaten habe sich das Werk laut Jahn rund 400.000 Euro "in die Spardose gesteckt", diese gelte es zu knacken.

Weiterhin fürchtet man den Standorten den Übergang in die Tariflosigkeit. Würde das bei einem Werk gelingen, könnten die jeweiligen Standorte gegeneinander ausgespielt werden, so die Angst der Belegschaft. Den Satz "das können die aber billiger" wolle man unbedingt vermeiden.

Rainer Kubitza als Betriebsrats-Chef aus Trier gab die Richtung vor: "Wir wollen Wertschätzung. Zwar sagt man, wir bei Riva sind alle eine Familie - aber wir fühlen uns wie die Stiefkinder. Daher ist klar: Sie wollen Streit? Wir sind bereit!"









--- Ende Zitat ---
https://www.meetingpoint-brandenburg.de/neuigkeiten/artikel/54177-Proteste_Arbeiter_blockieren_Werkstor_bei_Riva_Update_Sie_wollen_Streit_Wir_sind_bereit

Kuddel:

--- Zitat ---Streik bei Riva-HES in Trier und Horath geht in die zweite Woche
Seit Dienstag streiken die Beschäftigten von Riva-HES in Trier und Horath. Am Donnerstag kamen sie zu einer Kundgebung an der Porta Nigra in Trier zusammen. Sie fordern einen Tarifvertrag. Ihre Löhne liegen rund 30 Prozent unter dem Metalltarif. Die Riva-Konzernleitung weigert sich zu verhandeln.
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Notfalls sind die Beschäftigten in der Lage, wochenlang zu streiken, macht IG Metall-Verhandlungsführer Uwe Zabel in einer Videobotschaft an die Riva-Direktion klar „Die Kollegen stehen und sind kampfbereit. Der Arbeitskampf ist erst zu Ende, wenn der Tarifvertrag unterschrieben ist.“
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Kolleginnen und Kollegen aus Italien erklären sich solidarisch

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes IG Metall-Vorstandsmitglied, der an der Porta Nigra zu den Streikenden sprach, lobte die internationale Solidarität. Gewerkschafter aus den italienischen Riva-Standorten sagten über die italienischen Metallgewerkschaft FIOM CGIL Unterstützung für ihre streikenden Kolleginnen und Kollegen in Trier und Horath zu. Die Trierer und Horather Beschäftigten wiederum erklärten sich in einem Video solidarisch mit den italienischen Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Generalstreik am Freitag.

Am Freitag, 14. Juni, legte die Belegschaft des ebenfalls zum Riva-Konzern gehörenden Werkes BES in Brandenburg an der Havel aus Protest gegen die Verweigerung der Riva-Gruppe den Tarifabschluss der Stahlindustrie 2019 anzuerkennen, die Arbeit nieder. Der Betrieb stand still, da alle an der Protestkundgebung mit einer Delegation der Streikenden aus Trier und Horath „Wir kämpfen gemeinsam gegen die Pläne des italienischen Riva-Konzerns die Tarifverträge anzugreifen“.
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https://www.igmetall.de/tarif/besser-mit-tarif/streik-bei-riva-hes-geht-in-zweite-woche

Kuddel:

--- Zitat ---Warnstreik bei Riva: Der Ton wird kämpferischer

Der Warnstreik bei Riva in Brandenburg/Havel läuft. Die Töne vor dem Werktor sind kämpferisch. Von unbefristetem Streik ist die Rede. Das Unternehmen erklärt, warum es noch keine Einigung zur Tariferhöhung gibt.



Seit diesem Montagmorgen 5 Uhr befinden sich die Mitarbeiter des Brandenburger Elektrostahlwerks in der Woltersdorfer Straße im Warnstreik. Die Arbeit ruht laut IG Metall bis Mitternacht.

Den Brandenburger Stahlarbeitern und den Gewerkschaftern der IG Metall wird es offenbar zu bunt mit dem Warten auf bessere Löhne und Gehälter. Vor dem Werktor nehmen die Teilnehmer des 19-stündigen Warnstreiks Aufstellung und sprühen reichlich rote und blaue Farbe in die Luft.

Dazu singt die Mehrheit zu einer bekannten Gospel-Melodie den Text „Keiner schiebt uns weg“ und ruft immer wieder: „Hoch die internationale Solidarität“.

Eine Alarmsirene namens „Gerda“ heult, sie stammt von den Kollegen der Riva-Werke in Trier und Horath, die mit 70 Leuten zur Woltersdorfer Straße gereist sind. Die Beschäftigte dort sind in eigener Sache am 19. Juni in einen unbefristeten Streik getreten.
Hennigsdorfer halten sich fern

„Wir wollen Solidarität zeigen, denn wir sind doch eine Familie“, versichert Melissa Gilbert (25). Die Wirtschaftsfachwirtin ist Mitglied der betrieblichen Streikleitung in Trier und Sprecherin der IG-Metall-Tarifkommission. Sie bedauert, dass ausgerechnet die Kollegen des Hennigsdorfer Riva- Stahlwerks HES keine Solidarität an den Tag legen.

Niemand von dort unterstützt den Arbeitskampf in Brandenburg/Havel, Trier und Horath. Nicht einmal der Hennigsdorfer Betriebsrat. Und das, obwohl die Riva-Betriebe in Rheinland-Pfalz Tochterunternehmen der Hennigsdorfer Riva-Gesellschaft HES sind. Dagegen ist eine Abordnung der ZF-Getriebewerke vors Brandenburger Stahlwerkstor gekommen.

„Streikfront steht“

„Die Streikfront steht und wir werden das Seil straff halten“, versichert gleichwohl IG-Metaller Uwe Teßmer, im Hauptberuf Betriebsratsvorsitzender der Brandenburger Elektrostahlwerke (BES). Er kündigt an, nicht aufzuhören, bis eine Einigung erzielt ist.

Das Ultimatum läuft Teßmer zufolge bis zum 23. Juli. Das ist der Tag, an dem, bezogen auf die Riva-Standorte Trier und Horath das nächste Mal verhandelt werden soll. Der Brandenburger Betriebsratschef hält danach auch eine Urabstimmung und einen unbefristeten Streik in Brandenburg/Havel für denkbar.



Am Tag des Warnstreiks überwiegen ohnehin die kämpferischen Töne, mitunter reduziert auf lautstark im Chor vorgetragene Slogans wie: „Riva, rück die Kohle raus, sonst geh’n hier die Öfen aus“ und „Power durch die Mauer, bis sie bricht“.
--- Ende Zitat ---
https://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Streik-bei-Riva-fuer-Tarifanpassung

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