Autor Thema: Flughafen Tempelhof Bebauung  (Gelesen 2700 mal)

MizuNoOto

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Flughafen Tempelhof Bebauung
« am: 13:31:38 Mi. 25.April 2012 »
Ein Drittel des Flughafengeländes soll bebaut werden. Größtenteils mit Luxuswohnungen. Angeblich, bisher nur ein Gerücht, für das ich keinen Link raussuche, auch mit Gebäuden für die Erwerbslosenindustrie.

Gibt schon eine Bürgerinitiative. Die lehnt eine Bebauung komplett ab. Muss meiner Meinung nicht sein, aber bevor die absurden Senatspläne verwikrlicht werden...

http://www.tempelhoferfeld100.de/

Nick N.

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Re:Flughafen Tempelhof Bebauung
« Antwort #1 am: 03:22:57 Sa. 28.April 2012 »
Ein Drittel des Flughafengeländes soll bebaut werden. Größtenteils mit Luxuswohnungen. Angeblich, bisher nur ein Gerücht, für das ich keinen Link raussuche, auch mit Gebäuden für die Erwerbslosenindustrie.

Absurd. Es gibt eine irre Wohnungsnot. Erwerbslose brauchen Wohnungen in Berlin, total dringend. Stattdessen kommt die Erwerbslosenindustrie dran. Sieht man gleich die Prioritäten.
Satyagraha

Kuddel

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Re:Flughafen Tempelhof Bebauung
« Antwort #2 am: 09:49:52 Mo. 26.Mai 2014 »
Mal ne positive Meldung:

Zitat
Volksentscheid Berlin
Mehrheit lehnt Tempelhof-Bebauung ab

Der stillgelegte Berliner Flughafen Tempelhof bleibt eine grüne Wiese. Bei einem Volksentscheid stimmt eine Mehrheit der Bürger deutlich gegen eine Bebauung der Ränder des riesigen Flughafenareals.


Wie die Landeswahlleitung mitteilte, setzte sich der Gesetzentwurf der Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" nach Auszählung von knapp gut 93 Prozent der Stimmen deutlich mit 64,4 Prozent durch. Er wird nun Gesetz. Auch die Wahlbeteiligung war dafür hoch genug. Den Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses für die Bebauung, über den ebenfalls abgestimmt wurde, lehnten 59,4 Prozent ab.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte an, nun an anderen Orten Wohnungen zu bauen. «Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat ein klares Ergebnis, das akzeptiert werden muss», erklärte er am Sonntagabend. Der Bürgerwille gelte und dürfe nicht infrage gestellt werden. "Alle anderen Planungen sind einzustellen."

Auf dem Tempelhofer Feld feierten Bebauungsgegner ihren Sieg mit Feuerwerk, lautem Jubel und Fahrradgeklingel. Das Interesse an der Abstimmung, die parallel zur Europawahl lief, war unerwartet hoch. In manchen Wahllokalen musste man bis zu einer Stunde warten, weil die Stimmzettel ausgegangen waren.
http://www.fr-online.de/politik/volksentscheid-berlin-mehrheit-lehnt-tempelhof-bebauung-ab,1472596,27244146.html

schwarzrot

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Re:Flughafen Tempelhof Bebauung
« Antwort #3 am: 21:32:57 Mo. 26.Mai 2014 »
Spon macht nun mit einem mietmaul-geschreibsel einen auf schlechten verlierer:
Zitat
Wohnungsnot in Berlin Volksentscheid mit unerwünschten Nebenwirkungen

Mit ihrem Votum gegen die Randbebauung des Tempelhofer Feldes wollten viele Berliner auch die steigenden Mieten bremsen. Nun dürfte das Gegenteil eintreten - die Entscheidung wird den Mangel an bezahlbaren Wohnraum noch verschärfen. Von Michael Kröger mehr.

<blabla!>
...
Eine Idylle, bei deren Anblick man sich hübsche Cafés wünscht und schicke Boutiquen für den Einkaufsbummel.
...
<oh, ja! 'hübsche cafés' und 'schicke boutiquen' haben wir in Berlin echt mangelware, brauchen wir dringend mehr an jeder ecke! Am besten ballermann überall, in einem der ärmsten viertel Berlins! Wenn dir Berlin nicht passt, bleib doch in Schwaben, du hipster-schnösel! Das vermeidet dann hier auch überhöhte mieten und wohnungsprobleme!>
...
Doch Makler, Architekten und Immobilienentwickler sind sich einig: Die Entwicklung ist kaum noch aufzuhalten
...
<blabla-bla>
...
Hinzu kommt, dass jedes Jahr geschätzt rund 40.000 Neuankömmlinge auf den Markt drängen, die einen guten Job in der Hauptstadt ergattert haben und jetzt die passende Bleibe suchen - ehemalige Münchener, Hamburger oder Kölner, die es gewöhnt sind, einen Großteil ihres monatlichen Einkommens fürs Wohnen auszugeben. "13.000 bis 15.000 neue Wohnungen müssten in Berlin pro Jahr mindestens entstehen, um die Nachfrage einigermaßen zu befriedigen", sagt Michael Voigtländer, der beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) das Referat Immobilienwirtschaft leitet.
...
Der Volksentscheid aber dürfte die Bautätigkeit in Berlin jetzt spürbar bremsen, fürchtet der Experte. Den Erfolg der "Initiative 100 % Tempelhofer Feld" wertet er als ein verheerendes Signal für andere Fälle: "Viele werden sich jetzt ermuntert fühlen, dem unliebsamen Projekt in der Nachbarschaft Einhalt zu gebieten und den Bauherren das Leben schwer zu machen. Dem Stress werden sich viele erst einmal nicht mehr aussetzen."
...
<interessante weltsicht, wie wir sehen, es berichtet mal wieder der 'experte' immobilienspekulant-funktionär!>
...
Die Gegner der Randbebauung des Tempelhofer Feldes sehen das Problem aus einem ganz anderen Blickwinkel. Sie verweisen auf die große Anzahl von Brachflächen in Berlin, die Raum für insgesamt 220.000 Wohnungen bieten würden.

Eine Tatsache, die auch Andreas Schulten nicht bestreitet. Er sitzt im Vorstand des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Bulwiengesa, das sich auf die Immobilienbranche spezialisiert hat. "Berlin hat viel Potenzial", sagt Schulten. "Doch die Brachen gehören zum größten Teil privaten Investoren, die die Auseinandersetzungen mit den Nachbarn immer häufiger scheuen."
...
<klar, der kapitalismus 'scheut' bei genügend profit nicht mal tote oder kriege, der wirkliche grund ist nicht, dass sie irgendwas scheuen, sondern dass sich durch spekulation genauso verdienen lässt, ohne zu bauen. Einfach mal enteignen, wenn solche grundstücke nach 2 jahren nicht bebaut werden und das problem hat sich>
...
<na ich lass es, so eine unqualifizierte scheisse, schlimm was spon inzwischen für nieten angestellt hat.>
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/berlin-bauverbot-auf-tempelhofer-feld-verschaerft-wohnungsnot-a-971820.html

Spassig aber die zynischen kommentare zu dem 'qualitätsartikel'!  ;D
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

schwarzrot

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Re:Flughafen Tempelhof Bebauung
« Antwort #4 am: 22:26:32 Mo. 26.Mai 2014 »
Was dagegen spassiges (was zeigt, wie verzweifelt der senat versucht hat mit unlogischen 4 gleichzeitigen ankreuzmöglichkeiten: 100% tempelhof, ja, nein und senatsplanungnummer, ja, nein, die abstimmung zu verwirren):
Zitat
Ein Bezirk sagt Ja
Doppelte Wahlbegeisterung

Marzahn-Hellersdorf sagt ganz entschieden Ja beim Bürgerentscheid. Und das gleich zweimal
.

Europa? Feld bebauen? Feld freilassen? Ja, ja, ja!  

Ja haben die Bürger beim Volksentscheid in Marzahn-Hellersdorf gesagt: Ja zum Plan der Initiative für ein freies Feld (57,5 Prozent) und auch Ja zum Senatsentwurf für eine Randbebauung (51,5 Prozent). Dass es sich bei den beiden Fragen eigentlich um zwei sich logische ausschließende Alternativvorschläge gehandelt hat, haben die Wähler im Osten Berlins anscheinend nicht verstanden. Auch Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) ist ratlos: „Ich zerbreche mir schon den ganzen Morgen den Kopf, wie ich das interpretieren soll“, sagt er im Gespräch mit der taz, „für die Erklärung dieses kuriosen Ergebnisses fehlt mir aber die Fantasie.“

Vielleicht war es jedoch weniger die Überforderung angesichts der vier Kreuzmöglichkeien als ein strategisch fein zurechtgelegter Plan der Marzahn-Hellersdorfer: Also, weg vom Bild der Jammer-Ossis, die sich grundsätzlich übergangen fühlen und deshalb nur Fundamentalopposition können, weg vom Image der Neinsager, hin zu einem konstruktiven Teil der Berliner Stadtgesellschaft. Eine Rolle gespielt haben könnte auch die Reminiszenz an vergangene Zeiten, in denen das Streben nach Planüberfüllung noch verbreitet war und nie mehr als ein Ja zur Abstimmung stand.

Böse Zungen behaupten dagegen, es fehle einfach an Interesse, der Horizont reiche nicht über die „Gärten der Welt“ hinaus. Doch Komoß sieht das Problem anders gelagert. Zwar hingen im Bezirk diese „komischen roten Plakate“ seiner Partei zum Thema Tempelhofer Feld, aber Informationsveranstaltungen gab es keine. Es war schlussendlich doch wie immer: Für Marzahn-Hellersdorf hat sich einfach niemand interessiert. Das ist jetzt die Quittung. ERIK PETER
http://taz.de/Ein-Bezirk-sagt-Ja/!139247/
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