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Forschung prekär

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Kuddel:

--- Zitat ---Prekäre Arbeitsverhältnisse
Max Planck setzt auf Billigforscher

Auch gestandene Wissenschaftler bekommen bei Max-Planck-Instituten keine Arbeitsverträge. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.von Anna Lehmann

Dass Doktoranden der Max-Planck-Gesellschaft gegen prekäre Arbeitsverhältnisse mobilmachen, ist ziemlich einmalig. Schließlich versteht sich die von Bund und Ländern finanzierte Gesellschaft als eine der führenden deutschen Forschungsinstitutionen. Hier zu arbeiten fördert Ruf und Karriere. Doch nun zeigt eine aktuelle Anfrage der Linkspartei: das Stipendienunwesen betrifft längst auch promovierte Wissenschaftler.

Rund 1.350 Postdoktoranden an den 80 Max-Planck-Instituten werden derzeit aus Stipendien finanziert, so die Antwort des Bundeswissenschaftsministeriums, die der taz vorliegt. Sie bekommen also einen monatlichen Grundbetrag von bis zu 1.621 Euro plus Zuschlägen und müssen sich davon freiwillig gegen Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit versichern.

„Dass der Trend auch bei Promovierten zu Stipendien geht, wirft ein bezeichnendes Licht auf die überkommenen Personalstrukturen in der deutschen Wissenschaftslandschaft“, meint die forschungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte. In Deutschland würden selbst 45-jährige Habilitierte noch als „Nachwuchs“ bezeichnet.

Die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck, sagte der taz, die Bezahlung der Postdocs sei innerhalb der Gesellschaft bisher kein Thema: „Der weitaus größte Teil der Stipendiaten sind EU-Ausländer. Die Frage der Sozialversicherung stellt sich für diese Gruppe nicht, da sie Deutschland sowieso wieder verlassen.“ Laut Statistik kommen 1.223 der über Stipendien finanzierten Postdocs aus dem Ausland, 126 sind Deutsche.
Verbindliche Untergrenze von 1.365 Euro

Aus der Antwort der Bundesregierung geht auch hervor, dass die Max-Planck-Gesellschaft stärker als andere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen auf Stipendien setzt. Der Stipendiatenanteil unter den Doktoranden ist hier seit 2004 von 35 auf 60 Prozent gestiegen, in der Helmholtz-Gemeinschaft beträgt er derzeit knapp 10 Prozent.

Die protestierenden Doktoranden sehen ihre Befürchtungen bestätigt. Bisher haben 1.300 Unterstützer die „Fair Pay Petition“ unterschrieben. Auch von unzufriedenen Postdoktoranden kämen viele Zuschriften. MPG-Sprecherin Beck sagte, die Bezahlung der Doktoranden werde auf den Gremiensitzungen Mitte Juni behandelt. „Diskutiert wird derzeit eine verbindliche Untergrenze von 1.365 Euro für Promotionsstipendien.“

Bislang regelt jeder Max-Planck-Direktor die Höhe der Stipendien an seinem Institut autonom.

Auch die Opposition im Bundestag hat die Stipendienfrage in der Max-Planck-Gesellschaft Anfang Mai im Haushaltsausschuss zum Thema gemacht. "Es ging um Höhe, Wahlmöglichkeiten und Mindesstandards bei den Stipendien", teilte der SPD-Obmann Klaus Hagemann der taz mit. Klar sei, dass es bei dem gerade von der schwarz-gelben Koalition vorgelegten "Wissenschaftsfreiheitsgesetz" nicht allein um Gehaltszulagen für Spitzenwissenschaftler gehen kann. "Es müssen darüber hinaus auch der wissenschaftliche Nachwuchs und die Doktoranden in den Blick genommen werden", sagte Hagemann.

Das findet auch die Linke. "Die Bundesregierung könnte Verantwortung zeigen, indem sie den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das klare Signal für bessere Karriereperspektiven in der Wissenschaft setzt", meint Sitte. Die Linke hat ein Anreizprogramm für 10.000 Stellen mit Perspektive an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vorgeschlagen.
--- Ende Zitat ---
http://www.taz.de/Prekaere-Arbeitsverhaeltnisse/!93849/

Kuddel:

--- Zitat ---Wissenschaft prekär
Kettenjobber, Leiharbeiter, Forschungsknechte

Examen, Promotion, Weiterqualifizierung - so beginnt eine akademische Karriere. Im Idealfall. Wer in der Welt der Wissenschaft Fuß fassen will, muss oft jahrelang die Zähne zusammenbeißen. Sechs junge Uni-Arbeiter erzählen, welche Strapazen und Ungerechtigkeiten sie erdulden.
--- Ende Zitat ---
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/wie-junge-wissenschaftler-an-den-unis-geknechtet-werden-a-835467.html

der große Zampano:
Ohne jetzt zynisch klingen zu wollen...

Diejenigen welche in der akademischen Sklaverei schuften, haben noch Glück gehabt. Im Gegensatz zu vielen anderen, auch hochtalentierten, jungen Forschern, die arbeitslos sind. Das betrifft sowohl die Natur- als auch die Geisteswissenschaften.

Ich erinnere mich, dass ein Dozent von mir im Bezug zu den Hausarbeiten die wir bei ihm schreiben wollten und seinen potentiellen Lehrveranstaltungen für das näcshte Semester sagte: "...meine Damen und Herren ich kann sie dieses Mal beruhigen. Ich habe dieses Mal einen Arbeitsvertrag über 1 Jahr bekommen, anstatt wie üblich über 1/2 Jahr."

Die positive Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Der Herr war über 40 und promoviert und durfte wohl schon länger die "akademische Tretmühle" über sich ergehen lassen.

Es ist beschäment zu sehen, wie selbst große Talente einfach so in die Arbeitslosigkei entsorgt werden.

Kuddel:

--- Zitat ---Ausbeutung von Wissenschaftlern
Professor in spe für 8,33 Euro die Stunde

Mit 43 hat Sören Philipps das "den Lebensstandard eines Studenten". Gezwungenermaßen. Wie er arbeiten an deutschen Unis Tausende Wissenschaftler in unsicheren Verträgen - und zu einem Verdienst knapp über dem Mindestlohn.
--- Ende Zitat ---
http://www.sueddeutsche.de/bildung/ausbeutung-von-wissenschaftlern-professor-in-spe-fuer-euro-die-stunde-1.2120831

Kuddel:

--- Zitat ---Uni Frankfurt: Wissenschaftliche Hilfskräfte streiken

In Frankfurt a.M. traten am 16. Dezember etwa 100 studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte an der Goethe-Universität in einen eintägigen Warnstreik. Sie fordern eine Aufnahme in den Tarifvertrag der Uni, der ihnen bislang vorenthalten ist. Denn Hilfskräfte gelten an den meisten Unis nicht als Beschäftigte, sondern als „Sachmittel“, obwohl sie durch ihre Tätigkeiten in Verwaltung, Forschung und Lehre den universitären Betrieb am Laufen halten. Seit etwa einem Jahr organisieren die Studierenden sich daher in der Hilfskraft-Initiative Frankfurt. Sie konnte bereits eine Lohnerhöhung durchsetzen – die zweite seit zwanzig Jahren. Während des Streiks musste eine Zweigbibliothek früher schließen, die streikenden Hilfskräfte versammelten sich im Foyer und hielten eine Versammlung ab. Schon im November hatten sie ihre Forderung „Tarifvertrag jetzt!“ vor dem Akademischen Senat vorgebracht, der daraufhin seine Sitzung abbrach. Das Uni-Präsidium weigert sich bislang, die Hilfskräfte in den Tarifvertrag aufzunehmen und verweist auf fehlende landesweite Regelungen. Sollte das Präsidium nicht auf die Forderung eingehen, drohen die Hilfskräfte mit weiteren Streiks.Mehr Infos: hiwis.tumblr.com

--- Ende Zitat ---
https://www.direkteaktion.org/233/copy_of_201ees-gibt-kein-richtiges-leben-im-falschen201c

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