Autor Thema: [NRW] Archäologie vor dem Aus  (Gelesen 1448 mal)

xyu

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[NRW] Archäologie vor dem Aus
« am: 05:02:52 Sa. 23.Juni 2012 »
Zitat
[NRW] Archäologie vor dem Aus

In NRW steht ein ganzer Wirtschaftszweig - ca. 350 Fachkräfte der Archäologie - vor dem Aus. Die neu gegründete Interessensgemeinschaft Archäologie meldet daher eine Demonstration in Düsseldorf an.
[NRW] Archäologie vor dem Aus

Knochenjob

Archäologisches Fachpersonal wird in Fachfirmen eingesetzt, um Fundstellen zu dokumentierenund zu bergen. Für die Kosten kamen bis jetzt die Bauherren (im Rahmen der Zumutbarkeit) auf, die auf Bodendenkmälern bauten.
Mit einem Urteil des OVG Münster vom 20.09.2011 wurde diese Regelung des „Verursacherprinzips“ gekippt. Stattdessen wird die Verantwortung in die Hand der Kommunen gelegt.
Den größten Vorteil ziehen hieraus Privatfirmen, die großflächige Baumaßnahmen einleiten und nicht mehr für anfallende Kosten aufkommen müssen, die durch eine sachgerechte Dokumentation und Bergung von archäologischen Funden anfallen. Dieses deutliche Eintreten der Justiz für die Profitinteressen von Firmen, die als Bauherren handeln, lässt offensichtlich auf folgende Szenarien schließen:
Zunächst werden die Kommunen, d.h. die Steuerzahlenden, für die Kosten einer Arbeit aufkommen müssen, die wissenschaftlichen Standards genügt. Da die Kommunen selbst aber keine Gelder für diese Zwecke bereitstellen werden wollen oder auch gar nicht können, werden Fundstellen von wissenschaftlichem und kulturellem Wert rücksichtslos zerstört werden. Zugleich verliert das Fachpersonal eines ganzen Berufszweigs seine Existenzgrundlage.

Für Freitag den 29.06.2012 hat die neu gegründete "Interessensgemeinschaft Archäologie in NRW" eine Demonstration in Düsseldorf angemeldet. Start: 10h, Düsseldorf Hbf.

Auch in diesem Fachbereich zeigt sich somit, dass die Profitmaximierung im Kapitalismus den höchsten Stellenwert hat. Kulturelle Güter, wissenschaftliche Arbeit und der Erhalt von Arbeitsplätzen sind in diesem System untergeordnet und weder für Politik noch Justiz sinnstiftende Faktoren.
Um eine Änderung dieses Zustands herbeizuführen, werden wir die herrschenden Verhältnisse überwinden müssen. Deshalb kämpfen wir für eine herrschaftsfreie, solidarische und selbstverwaltete Gesellschaft.

Wir treten ein für den Erhalt von freier Wissenschaft und Kultur.
Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Kolleg*innen!

Freie Vereinigung Bau & Grabung
Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union Bonn

http://www.fau-bonn.de/nrw-archaeologie-vor-dem-aus

Troll

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Re:[NRW] Archäologie vor dem Aus
« Antwort #1 am: 09:04:47 Sa. 23.Juni 2012 »
Lohnt sich nicht, bringt keine Rendite, weg damit!
Alles was angeblich nur Kosten verursacht und sich nicht Wirtschaftlich ausbeuten lässt muß weg, ist wie der Mitarbeiter im Unternehmen, nur ein unerfreuliches Minus in der Firmenbilanz, leider kann man ihn nicht gänzlich abschaffen aber man kann ihn möglichst klein halten.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Pinnswin

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Re:[NRW] Archäologie vor dem Aus
« Antwort #2 am: 08:50:54 Do. 28.Juni 2012 »
Zitat
Lohnt sich nicht, bringt keine Rendite, weg damit!...
Heee, und warum gibt es dann noch Banken und MaNager? Die
Wursten doch auch dauernd und ewig im Minus... und de Politikers erst?/!...
 
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Rrakma

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Re:[NRW] Archäologie vor dem Aus
« Antwort #3 am: 20:29:27 So. 05.August 2012 »
Wir leben in einer Gesellschaft in welcher Dinosaurierfunde in Steinbrüchen schnellstens weggesprengt werden, in welcher beim Ausbau von Amtsgebäuden historische Funde mit der Betonspritze "unsichtbar gemacht" werden und in der in Sandgruben die Baggerfahrer die Order haben alles in den Brechertrichter zu werfen was nach Archäologischem Fund aussieht.
Das gibt ja sonst Verzögerungen oder sonstigen Ärger!

Ohne Druck vom Volk durch direkte beteiligung an der Regierung wird sich hieran auch leider nichts ändern. Schade!