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[Agrar] Sicheln statt hämmern!

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ManOfConstantSorrow:
Ich bin überracht, daß es bei diesem Thema bisher noch keine Beiträge gegeben hat.

Es ist weder unwichtig noch uninteressant. Als kommunistisches Symbol gilt doch Hammer und Sichel für: Arbeiter und Bauern.
Wir haben natürlich andere Zeiten heute, aber die Arbeit auf dem Land ist auch sehr stark von politischen und wirtschaftlischen Entscheidungen unterworfen.

Meines Wissens ist von links nur die MLPD (als Mini-Organisation) um Bauern bemüht, wärend sich Nazis dort sehr stark engagieren. Vor einigen Jahren wurde in Kiel der Dokumentarfilm "Stumpfe Sense - Scharfer Stahl" (oder so ähnlich) produziert über die Selbstorganisation verarmter Schleswig-Holsteinischer Bauern in den frühen 30er Jahren. Sie wehrten sich mit Demos, Blockaden und sogar Bombenanschlägen. (Der Fallada-Roman Bauen, Bonzen, Bomben beschreibt auch diese Bewegung.)Dann gelang es den Nazis die quasi anarchistische Bewegung zu vereinnahmen und stellten sich einfach an deren Spitze und schrieben deren Forderungen auf ihre Fahnen. Als die Nazis dann die Kontrolle über die Bewegung hatten, mußten die Bauern feststellen, daß keine einzige der Forderungen erfüllt wurden. Dieser Film wurde in der Region auf diversen Treffen der Landjugend-Organisation gezeigt, ein wirklich aufgeweckter Haufen.

Es wäre auch interessant sich einmal Knebelvertäge für Bauern anzuschauen, die aus der Öko-Ecke von Antrosophischen Lebensmittelherstellern kommen.

Und neben der Landarbeit ist natürlich auch die Gartenarbeit nicht ohne...
Ein Teil meiner Bekannten, die in den 80er Jahren politisch aktiv waren haben heute ihre eigenen kleinen Gärtnereibetriebe. So schön an der Frischen Luft und mit der Natur arbeiten. Nur haben die heute fast alle eine kaputte Gesundheit. Die Finger in Sägen und Hächselmaschinen gekriegt. Und weil das Gärtnern nicht genug Geld bringt kümmert man sich gleich mit ums Pflastern und schwupps-schon ist der Rücken kaputt.

Und zu guterletzt ist Gartenarbeit die Lieblingsmaßnahme der Sozialämter, wenn man Menschen mit Zwangsarbeit strafen will....

ManOfConstantSorrow:
In diesen Zeiten werden unter wachsenden wirtschaftlichen Druck werden nicht nur die Menschen in den Betrieben unruhig, es steht auch den Erwerbslosen das Wasser bis zum Hals und den Rentnern. Interessant sind aber auch die wachsenden Bauernproteste:      


--- Zitat ---Original von agentur-baums.de  08.07.2003

Agrarreform: Wenn der Müll teurer ist als das Getreide
Bauernpräsident ruft Regierung zum Bündnis gegen den Handel auf.

Freiburg - Der Krawall kam pünktlich aufs Stichwort. Wie die deutschen Bauern die EU-Agrarreformbeschlüsse denn fänden, fragte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner die 4000 Teilnehmer des Deutschen Bauerntages 2003 in der Freiburger Messe. Wie verabredet brach es daraufhin los: Eine süddeutsche Bauerntruppe trieb Milchkühe zur Bühne und vor die Kameras, Kuhglocken wurde geschwungen und Milchkannen geschlagen. „Steh auf, wenn du ein Bauer bist“, sang der halbe Saal mit.

Sonnleitner identifizierte das neue Feindbild genauer: „Wir wenden uns gegen einen perversen Markt, in dem Lidl, Aldi und Co. alles sind - und die Bauern nichts! Wohin sind wir gekommen, wenn Wasser teurer als Milch, Hundefutter teurer als Fleisch und Müll teurer als Getreide ist.“
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von Taz 5.2.2004

Bauern machen schlechte Geschäfte

"Die wirtschaftliche Lage war witterungs- und marktbedingt sehr schwierig", so die Ministerin. Das heißt so viel wie: Schuld waren Wetter und der vor allem von Discountern wie Aldi oder Lidl ausgelöste Preiskampf.
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von Rote Fahne 09.03.04

Hunderte Bauern blockieren Aldi-Lager in Bayern

Gestern blockierten mehrere Hundert Bauern 12 Lager von Aldi zwischen vier und sechs Uhr morgens und verhinderten so die rechtzeitige Auslieferung.
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von politikforum.de 9.3.04

 Konzerne beuten Bauern aus!

Vor 3 Jahren betrug der Preis, den die Bauern für 1 Liter Milch bekamen noch 33 Cent, jetzt sind es nur noch 28!
Die Erzeugungskosten liegen bei 25 Cent!
Somit ist also der Gewinn innerhalb von 3 Jahren von 8 auf 3 Cent gesunken, ein Rückgang um 62,5%!!
Aldi, Lidl und Co. wollen offenbar, dass die Bauern wie früher die Leibeigenen fürs nackte Überleben schuften!!

Schluss damit!!
knallharte Aktionen jetzt!!
Nehmt euch ein Beispiel an den französischen Bauern und macht ordentlich Randale - sowas wirkt.
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von bauernverband.de 22.3.04

Milchbauern demonstrieren vor Metro-Zentrale in Düsseldorf
Vor der Metro Group in Düsseldorf demonstrierten heute im Rahmen der bundesweiten Aktionen gegen niedrige Milchpreise und Preisdumping im Lebensmitteleinzelhandel 400 Landwirte aus Nordrhein-Westfalen, um auf die Gefahr immer weiter sinkender Erzeugerpreise für Milch aufmerksam zu machen. Das teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Die Metro Group ist der drittgrößte Handelskonzern in Europa und der fünftgrößte der Welt. Mit Milch erzielt die Metro einen Umsatz von über 14 Millionen Euro pro Jahr. Mit den Vertriebslinien „Real“ und „Extra“ macht die Metro Group im gesamten Nahrungsmittelbereich einen Umsatz von über 14 Milliarden Euro pro Jahr.
--- Ende Zitat ---




--- Zitat ---Original von Ostfriesen-Zeitung 25.3.04

 Milch ist so billig wie lange nicht discounter Große Ketten haben teilweise Marktanteile von mehr als 50 Prozent
 In den vergangenen zehn Jahren hat bereits jeder zweite Milchbauer in Deutschland aufgegeben. Gegen die „Rabattschlachten“ im Lebensmittelhandel haben Erzeuger bundesweit Protestaktionen angekündigt, da sie ihren Ruin befürchten. Die Handelsketten versuchten derweil in ihren Verhandlungen um Lieferverträge die zum Juli von der EU verordnete Senkung der Preise um sechs bis sieben Prozent vorweg zu nehmen.
--- Ende Zitat ---

 
--- Zitat ---Original von bayerischerbauernverband.de 25.3.04

München (bbv) – Die Milchpreismisere zwingt die Milchbetriebe zu weiteren Aktionen. Unter dem Motto „Milchprotest – Jetzt reicht’s!“ rufen die Milcherzeugergemeinschaften in Bayern die Milchbetriebe auf, ab kommendem Montag drei Tage lang keine Milch an die Molkereien zu liefern
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Original von bbv-net.de 29.3.04

  Wasserbeutel und Trillerpfeifen
Bauern gegen Aldi: "Geiz ist nicht geil"

Essen (rpo). Milchbauern machen gegen Aldi mobil: Rund 700 Landwirte aus ganz Nordrhein-Westfalen demonstrieren am Montag vor der Firmenzentrale von Aldi in Essen gegen zu niedrige Milchpreise. Und sie drohen: Wenn kein Umdenken stattfinden wird, "werden die Bauern noch radikaler".
--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von de.news.yahoo.com 29.3.04

Milchbauern fordern vor Aldi-Zentrale faire Preise
Essen (AP) Vor der Zentrale des Discounters Aldi-Nord in Essen haben am Montag rund 1.000 Bauern gegen niedrige Milchpreise und die Preispolitik des Handels protestiert. Die Bauern werfen dem Handel vor, in den derzeitigen Verhandlungen mit den Molkereien erneut den Preis zu drücken. Bereits eine Woche zuvor hatten rund 400 nordrhein-westfälische Bauern vor der Zentrale des Handelsriesen Metro in Düsseldorf demonstriert.

--- Ende Zitat ---



--- Zitat ---Original von Taz 30.3.04

 Aldi melkt die Milchbauern
"Die Sklaverei muss ein Ende haben"

Gegen die Milchpreis-Politik der großen Lebensmittel-Discounter demonstrierten gestern 700 nordrhein-westfälische und niedersächsische Bauern in Essen. Mit Trillerpfeifen und Kuhglocken gerüstet, blockierten die Landwirte die Ausfahrt der Aldi-Nord-Zentrale in Essen-Kray und ließen aus Protest Milch auf die Straße laufen.

Der Protest der Bauern gegen das Preis-Dumping begann vor vierzehn Tagen: Ein Landwirt aus Olpen kippte vor lauter Wut seine Milch vors Haus der Molkerei Campina, die nur 23 Cent pro Liter bieten wollte. Vor acht Tagen protestieren dann 400 Bauern vor der Metro-Zentrale in Düsseldorf.
--- Ende Zitat ---

ManOfConstantSorrow:
24.04.04 - Milchbauern protestierten in Hamburg
1.000 Milchbauern aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben gestern vor der Edeka-Zentrale in Hamburg für höhere Erzeugerpreise für Milch protestiert. In den letzten Wochen gab es schon Proteste vor Lidl, Aldi, Metro und anderen Discountern.

ManOfConstantSorrow:
05.05.04 - Landarbeiter-Streik in Texas für Arbeitssicherheit

Die saisonweise beschäftigten Vertragsarbeiter verlangen Arbeitssicherheit und eine gründliche Unterweisung im Umgang mit den giftigen Chemikalien, die sie im Auftrag von Sterling Chemicals auf die Felder sprühen. "Dies ist ein Streik ums nackte Überleben", so David Boswell von der Gewerkschaft Texas City Metal Trades Council. Der letzte Streik der texanischen Landarbeiter vor zwei Jahren ging über 16 Wochen.

ManOfConstantSorrow:
Spargelernte zu Hungerlöhnen

Spargelernte ist Saisonarbeit. In der Region Starkenburg in Südhessen werden dazu 12.000 Erntehelfer eingesetzt, zu 95 Prozent Frauen. Die meisten kommen aus Osteuropa. Gezahlt wird der gesetzliche Mindestlohn von 5,38 Euro die Stunde. Neun Euro am Tag werden für Kost und Logis abgezogen. Die Arbeitszeit geht von sechs Uhr morgens bis um acht Uhr abends.

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