Autor Thema: [Agrar] Sicheln statt hämmern!  (Gelesen 16267 mal)

Kuddel

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Re: [Agrar] Sicheln statt hämmern!
« Antwort #15 am: 10:52:44 So. 17.Januar 2021 »
Wir haben es satt!



Gemeinsame Proteste von Bauern und Konsumenten "gegen die Agrarindustrie, gegen Massentierhaltung"


https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/stream/

Es geht um enorm wichtige Fragen. Die Unzufriedenheit unter den Landwirten hat sie in Bewegung gebracht. Wir haben es viel zu wenig diskutiert. Die Bauern rebellieren teilweise gegen ihre eigenen Verbände. Es gibt Spannungen und Streit untereinander. Bei diesen "Wir haben es satt"-Protesten handelt es sich im Wesentlichen um Bauern und Organisatoren eines grün alternativen Spektrums. Es geht um Ökologie und die sozialen und und ökonomischen Fragen werden hintenan gestellt. Einige der beteiligten Bauern fühlen sich vorgeführt und benutzt. Ich sehe es auch so. Sie haben es mit mächtigen grünen Lobbyverbänden zu tun und sind dem nicht gewachsen.

Wenn wir eine bessere Gesellschaft wollen, kommen wir um die Bauern nicht rum. Es geht dabei nicht allein um Ökologie. Wir müssen fragen, was denn die Probleme der Bauern sind. Wir müssen als soziale Bewegung auch die sozialen und ökonomischen Interessen der Bauern verstehen und gegebenenfalls unterstützen.

Das ist Neuland für uns, doch es muß betreten werden.

Kuddel

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Re: [Agrar] Sicheln statt hämmern!
« Antwort #16 am: 10:20:33 Sa. 13.Februar 2021 »
Zitat
Das Land erhebt sich

Bäuerinnen und Bauern brauchen weltweit eine ökonomische Perspektive. Sonst demonstrieren sie weiter.


In Indien demonstrieren seit Herbst Hunderttausende Bäuerinnen und Bauern gegen die Einführung dreier Gesetze, die den Agrarmarkt liberalisieren sollen. Obwohl die Regierung um Premier Narendra Modi mit Repression reagierte und Delhi für Traktoren absperrte, sammelten sich immer mehr Landwirte vor den Toren der Hauptstadt. Die Demonstrationen bauten immer mehr Druck auf. Ende November unterstützten bei einem Generalstreik rund 250 Millionen Menschen die Bauerngewerkschaften.

(...)

Dieser Aufstand des Landes ist kein indisches Phänomen. Allein im vergangenen Monat fanden in Berlin zwei große Aktionen statt. Zuerst mobilisierte das Bündnis „Wir haben es satt“ für mehr Nachhaltigkeit, Tierwohl, und Ökologie. Insbesondere das Verteilungsprinzip der EU-Agrarsubventionen und deren Diskriminierung von kleinen Höfen wurde hier kritisiert. Kurz danach mobilisierte eine Koalition von Bäuerinnen und Bauern („Landvolk schafft Verbindung“) zu ähnlichen Themen, jedoch mit stark nationalistischem Einschlag und gegen die als überfordernd empfundenen Öko-Richtlinien.

Die größten Bauernproteste in der Geschichte Indiens als auch die Zunahme von politischer Mobilisierung um Agrarthemen in Europa deuten darauf hin, dass etwas falsch läuft in der Landwirtschaft. Die hochgradig globalisierten Lieferketten in der Agrarbranche schlagen sich nicht in einer nachhaltigen Landwirtschaft mit fairen Preisen für die Bauern und Entwicklungsmöglichkeiten für das Land nieder.

Das Land wird sprichwörtlich gemolken – mit negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Die Zukunft des Landes und eine bessere ökonomische Perspektive, insbesondere für kleinbäuerliche Betriebe ist eine der größten politischen Zukunftsfragen. Die derzeitigen Bauernaufstände sind ansonsten erst der Anfang.
https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege/das-land-erhebt-sich-90202308.html

Kuddel

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Re: [Agrar] Sicheln statt hämmern!
« Antwort #17 am: 09:20:53 Do. 18.März 2021 »
Historische Texte zur Landwirtschaft aus linker Perspektive:

https://www.machtvonunten.de/landwirtschaft.html

Kuddel

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Re: [Agrar] Sicheln statt hämmern!
« Antwort #18 am: 09:37:52 Do. 18.März 2021 »