Autor Thema: Agrar - Sicheln statt hämmern !  (Gelesen 17877 mal)

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #15 am: 10:52:44 So. 17.Januar 2021 »
Wir haben es satt!



Gemeinsame Proteste von Bauern und Konsumenten "gegen die Agrarindustrie, gegen Massentierhaltung"


https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/stream/

Es geht um enorm wichtige Fragen. Die Unzufriedenheit unter den Landwirten hat sie in Bewegung gebracht. Wir haben es viel zu wenig diskutiert. Die Bauern rebellieren teilweise gegen ihre eigenen Verbände. Es gibt Spannungen und Streit untereinander. Bei diesen "Wir haben es satt"-Protesten handelt es sich im Wesentlichen um Bauern und Organisatoren eines grün alternativen Spektrums. Es geht um Ökologie und die sozialen und und ökonomischen Fragen werden hintenan gestellt. Einige der beteiligten Bauern fühlen sich vorgeführt und benutzt. Ich sehe es auch so. Sie haben es mit mächtigen grünen Lobbyverbänden zu tun und sind dem nicht gewachsen.

Wenn wir eine bessere Gesellschaft wollen, kommen wir um die Bauern nicht rum. Es geht dabei nicht allein um Ökologie. Wir müssen fragen, was denn die Probleme der Bauern sind. Wir müssen als soziale Bewegung auch die sozialen und ökonomischen Interessen der Bauern verstehen und gegebenenfalls unterstützen.

Das ist Neuland für uns, doch es muß betreten werden.

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #16 am: 10:20:33 Sa. 13.Februar 2021 »
Zitat
Das Land erhebt sich

Bäuerinnen und Bauern brauchen weltweit eine ökonomische Perspektive. Sonst demonstrieren sie weiter.


In Indien demonstrieren seit Herbst Hunderttausende Bäuerinnen und Bauern gegen die Einführung dreier Gesetze, die den Agrarmarkt liberalisieren sollen. Obwohl die Regierung um Premier Narendra Modi mit Repression reagierte und Delhi für Traktoren absperrte, sammelten sich immer mehr Landwirte vor den Toren der Hauptstadt. Die Demonstrationen bauten immer mehr Druck auf. Ende November unterstützten bei einem Generalstreik rund 250 Millionen Menschen die Bauerngewerkschaften.

(...)

Dieser Aufstand des Landes ist kein indisches Phänomen. Allein im vergangenen Monat fanden in Berlin zwei große Aktionen statt. Zuerst mobilisierte das Bündnis „Wir haben es satt“ für mehr Nachhaltigkeit, Tierwohl, und Ökologie. Insbesondere das Verteilungsprinzip der EU-Agrarsubventionen und deren Diskriminierung von kleinen Höfen wurde hier kritisiert. Kurz danach mobilisierte eine Koalition von Bäuerinnen und Bauern („Landvolk schafft Verbindung“) zu ähnlichen Themen, jedoch mit stark nationalistischem Einschlag und gegen die als überfordernd empfundenen Öko-Richtlinien.

Die größten Bauernproteste in der Geschichte Indiens als auch die Zunahme von politischer Mobilisierung um Agrarthemen in Europa deuten darauf hin, dass etwas falsch läuft in der Landwirtschaft. Die hochgradig globalisierten Lieferketten in der Agrarbranche schlagen sich nicht in einer nachhaltigen Landwirtschaft mit fairen Preisen für die Bauern und Entwicklungsmöglichkeiten für das Land nieder.

Das Land wird sprichwörtlich gemolken – mit negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Die Zukunft des Landes und eine bessere ökonomische Perspektive, insbesondere für kleinbäuerliche Betriebe ist eine der größten politischen Zukunftsfragen. Die derzeitigen Bauernaufstände sind ansonsten erst der Anfang.
https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege/das-land-erhebt-sich-90202308.html

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #17 am: 09:20:53 Do. 18.März 2021 »
Historische Texte zur Landwirtschaft aus linker Perspektive:

https://www.machtvonunten.de/landwirtschaft.html

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #18 am: 09:37:52 Do. 18.März 2021 »

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #19 am: 09:58:52 Di. 25.Mai 2021 »
Zitat
Klima- und Umweltaktivistin Greta Thunberg hat die Welt zum Umdenken beim Umgang mit der Natur und bei der Produktion von Nahrungsmitteln aufgerufen.

„Die Klimakrise, Umweltkrise und Gesundheitskrise sind allesamt miteinander verbunden. Wir sehen die Verbindungen nicht mehr“, sagte sie. Mit der Art und Weise, wie Landwirtschaft betrieben, Wälder beschnitten und Lebensräume zerstört würden, erzeuge man die perfekten Bedingungen, damit sich Krankheiten von einem Tier zum anderen und letztlich auf den Menschen übertragen könnten.

Thunberg kritisierte zudem, wie Tiere als Nahrungsquelle gezüchtet und Landflächen gerodet würden, um diese Tiere zu füttern. Mache man so weiter, gingen eines Tages Land und Lebensmittel aus. All das sei herzzerreißend, aber auch eine Gelegenheit, sagte Thunberg. „Wir wissen, was wir tun können. Wir können die Art und Weise ändern, wie wir Landwirtschaft betreiben. Wir können ändern, was wir essen. Wir können ändern, wie wir mit der Natur umgehen.“
https://www.deutschlandfunk.de/re-das-kapital-4-6-der-niedergang-des-kapitalismus.1184.de.html?dram:article_id=370390

Kuddel

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Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #20 am: 11:55:15 Fr. 27.Mai 2022 »
»Es ist schwierig, sich ein Brasilien vorzustellen, das nicht nach der Pfeife des Agrarkapitals tanzt. Die Macht der sozialen Bewegungen müsste sehr fest verankert sein, um Agrarreformen durchzusetzen.«

https://jacobin.de/artikel/kommt-lula-bald-zuruck-bolsonaro-prasidentschaftswahl-brasilien-psol/

Kuddel

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Re: Agrar - Sicheln statt hämmern !
« Antwort #21 am: 16:21:58 Di. 14.Juni 2022 »
Zitat
Ackerland in Bauernhand
Gemeinwohlorientierung: Bündnis erarbeitet Positionspapier zur Verpachtung von Landwirtschaftsflächen – und zieht vor Bundesministerien


... »Es braucht eine bäuerliche, soziale und ökologische Perspektive beim Zugang zu Land«, sagte Michael Krack von der Organisation »Aktion Agrar« am Montag im jW-Gespräch.

Neben Kracks Organisation hatten die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die »junge AbL« und das »Bündnis Junge Landwirtschaft« zum Protest aufgerufen. Warum die Hausbesuche bei den beiden Ministerien? »Das sind die richtigen Adressaten«, weiß Krack. Denn die Preistreiberei beim Bodenkauf sei großteils hausgemacht. Verantwortlich dafür: die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), eine Nachfolgebehörde der Treuhandgesellschaft. Die verkauft und verpachtet im Auftrag des Bundes landwirtschaftliche Nutzflächen. Anders gesagt: verhökert meistbietend Areale ehemals Volkseigener Betriebe und Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG). Seit 1992 knapp 900.000 Hektar, hatte die BVVG Ende Januar in einer Medieninformation bilanziert.

Aber: Damit ist nun erst einmal Schluss. Die Bundesregierung hatte die BVVG kürzlich angewiesen, den weiteren Ausverkauf zu stoppen. ...
https://www.jungewelt.de/artikel/428349.agrarwirtschaft-ackerland-in-bauernhand.html