Autor Thema: Markenrechtsprobleme mit der Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH  (Gelesen 2328 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Die Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH werben mit diesem Siegel



Lt. einem Beitrag der MDR-Nachrichtensendung "Sachsenspiegel" wurde berichtet, daß dieses Unternehmen seinen Firmensitz in die Tschechische Republik verlegt hat und weiterhin mit dem erzgebirgischen Markenzeichen wirbt.

Viele Käufer gehen davon aus, daß sie für echte erzgebirgische Holz- und Schnitzkunst zu recht ordentlich ins Portemonaie greifen müssen, da viele Arbeitsgänge nur mit Handarbeit verbunden sind.

Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. mahnte ihr getürmtes Verbandsmitglied ab wegen Markenrechtpiraterie und Vorteilnahme. Zu tschechischen Herstellerkosten will diesen Unternehmen deutsche Preise realisieren. Kommt dieses Unternehmen damit durch, dann drohen für 2.000 erzgebirgische Werktstätten das wirtschaftliche Aus.

Der Verband verlangt ein tschechisches Markenzeichen und tschechische Preise zu verwenden. Ähnliche Erwartungen richten sich ja auch an "Erzgebirgskunst" mit made in Taiwan oder Hongkong.

Pikant an der Sache ist, daß dieselbe abgemahnte Firma vor dem Leipziger Landgericht urheberrechtlichen Schutz gegen Erzgebirgskunstplagiate gegen Fernost gewann.

Landgericht schützt Urheberrecht für Räuchermännchen

Kann das sein?

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Markenrechtsprobleme mit der Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH
« Antwort #1 am: 14:02:37 Mo. 16.Mai 2005 »
Den Bericht sah ich auch.
Das Verhalten dieses Herstellers ist doch logisch:
Hier in Deutschland muss er 4-6 Euro brutto die Stunde bezahlen und eine gigantische Gesetzesflut beachten.
In der tschechischen Republik bekommt der bei Neuniederlassung 10 Jahre Steuerfreiheit, unter Umständen noch EU-Zuschüsse und die Arbeitskraft liegt je nach Befähigung und Fingerfertigkeit für dieses Gewerbe zwischen monatlich 200-400 Euro.
Begünstigt wird das Ganze auch dadurch, dass es vielen potenziellen Kunden egal ist ob draufsteht "Made in Germany", "Made for Germany", "German Art" oder "Erzgebirge Germany". Der findige Unternehmer kann es auch "Traditionsschnitzkunst aus dem Riesengebirge" nennen und schon passt es wieder.
Verkauft wird es so oder so - zur Not über Versandkataloge.

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PS: Joachim:
Schon vom Drama um die "18201" in Nossen gehört???

Wilddieb Stuelpner

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Markenrechtsprobleme mit der Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH
« Antwort #2 am: 14:58:51 Mo. 16.Mai 2005 »
Das gleiche kann man auch ausdehnen auf das Glasbläserhandwerk (Stichwort: Adventsschmuck, Baumbehang, medizinische Glasaugenprothesen und Laborglasherstellung Lauscha, Farbglashütte Lauscha Neuhaus und Umgebung) und Puppenherstellung Sonneberg im Thüringer Wald, auf die Musikinstrumentenindustrie um Klingenthal und Markneukirchen (Stichwort: Akkordeons "Weltmeister", Mundharmonikas und Bandoneons) Tradition mit Zukunft: Musicon Valley - im Tal der Musikinstrumente, auf die Textil-, Strumpf- und Wirkwarenfertigung (Stichwort: Thalheim, Zwönitz, Elterlein oder in der Oberlausitz: Großschönau - Damast- und Frottierwaren ), auf die Spitzenherstellung in Plauen/Vogtland (Stichwort: Plauener Spitze ), auf die Posamentenfertigung ( OPEW Annaberg-Buchholz ). Alles Geschäftsfelder, die man schnell von erzgebirgischen, vogtländischen oder thüringischen Standorten über die Grenze ins Böhmische verlagern braucht. Die EU und die Tschechische Republik helfen noch unnötigerweise mit Förder- und Steuerhilfen den "notleidenden" Unternehmerlumpen.

Wilddieb Stuelpner

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Markenrechtsprobleme mit der Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH
« Antwort #3 am: 15:32:18 Mo. 16.Mai 2005 »
«18201 TEIL 1.» Denkmal auf dem toten Gleis? - Möglicher Verkauf ins Ausland treibt Bahnfans und Behörden auf die Barrikaden

«18201 TEIL 2.» Lok-Besitzer will die Bahn verklagen - Unternehmer favorisiert Halle - Streit kommt möglicherweise vor Gericht



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