Autor Thema: Unpassende Vermittlungsvorschläge  (Gelesen 10196 mal)

Knottepex

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Unpassende Vermittlungsvorschläge
« am: 10:29:33 Mo. 03.Dezember 2012 »
Kann mir mal jemand erklären, warum die Arbeitsagentur Mülheim/Ruhr einem konfessionslosen Kunden, der zudem nur Grundkenntnisse in MS Office vorweisen kann, einen Vermittlungsvorschlag schickt, in dem ein diakonisches Werk einen evangelischen Mitarbeiter sucht, der zudem noch "Expertenkenntnisse" in MS Office mitbringen soll? Was muss man denken, wenn sich solche unsinnigen Vermittlungsvorschläge häufen? Ist dann davon auszugehen, dass der jeweilige Vermittler eine monatliche Prämie erhält, wenn er es schafft, eine bestimmte Anzahl an Vermittlungsvorschlägen zu versenden? Oder geht es darum, die Kunden mit solchen Vorschlägen so lange zu zermürben, bis sie sich auf solchen Schwachsinn erst gar nicht mehr bewerben und auf diese Weise Sperrzeiten provozieren?

Freuen sich die Personalabteilungen in den Unternehmen eigentlich, wenn der Postbote viele Bewerbungen von ungeeigneten Bewerbern ins Haus schaufelt?

antonov

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #1 am: 10:44:27 Mo. 03.Dezember 2012 »
ja, reine zermürbungstaktik, die wollen dir in den wahnsinn treiben

abhilfe könnte ein gespräch mit dem vorgesetzten des bearbeiters schaffen in dem du deine zweifel an die fähigkeiten des SB äusserst und um eine schriftliche stellungnahme bittest

Rudolf Rocker

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #2 am: 11:27:27 Mo. 03.Dezember 2012 »
Also über unpassende VVs habe ich aufgehört, mir Gedanken zu machen! ;D

Ich hatte welche bei denen stand: Lkw- Führerschein zwingend erforderlich. Habe ich aber nicht!
Nur Bewerber aus einem Umkreis von 30 km! Waren aber über 100!
usw..usw

andy45

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #3 am: 13:05:41 Mo. 03.Dezember 2012 »
Enfach fleißig drauf bewerben , die wollen es doch nicht anders . ;)

Jester

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #4 am: 20:55:10 Do. 13.Dezember 2012 »
Passend zum Thema, heute ein Beitrag bei den NachDenkSeiten:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=15453

Henrik55

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #5 am: 19:57:23 Fr. 14.Dezember 2012 »
Ich habe den Eindruck gewonnen das geschieht nicht einmal aus Versehen, sondern die machen es extra um einen zu Zersetzen. Mehrfach habe ich erlebt, dass genau nachdem ich denen erzählt habe warum ich mich auf solche Sachen nicht bewerben kann (weil Kenntnisse fehlen usw.) ein VV mit eben diesen Anforderungen kam. Der Hit war als ich die ironische Frage stellte warum ich mich nicht gleich beim Bundestag bewerben solle beim nächsten mal ein A13 Politposten im Bundestag  als VV ins Haus flatterte. Das ist kein Zufall, das hat Methode.

Carpe Noctem

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #6 am: 18:16:52 Sa. 15.Dezember 2012 »
Derartigen Unfug erhalte ich auch zuhauf, wenn ich zwischen meinen befristeten Verträgen mal wieder auf Amtskohle angewiesen bin. Ich nehme dann zu jedem Termin die VV und Ablehnungsschreiben mit um zu begründen, weshalb mir die Behörde die Weiterbildung zum XYZ (was halt gefordert ist) zahlen soll. Man versuche schliesslich, mich in entsprechende Stellen zu vermitteln. Damit steuere ich auch das Gespräch beim Termin, so dass die Tante zu ihren Themen nicht mehr kommt. Selbst schuld.
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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #7 am: 23:40:39 Sa. 15.Dezember 2012 »
Weiß ein SB eigentlich was über die Konfession seiner Kunden ?
Im ALG Antrag wird das ja nicht abgefragt.

Carpe Noctem

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #8 am: 17:05:52 So. 16.Dezember 2012 »
Weiß ein SB eigentlich was über die Konfession seiner Kunden ?
Im ALG Antrag wird das ja nicht abgefragt.

Das Amt bekam früher immer eine Kopie der Steuerkarte, da stand es drin (RK, EV, oder --). Meine damalige SB, die noch richtige Beamtin war und über die Rechtsgrundlagen bescheid wusste, sagte dass die Behörde mit religiösen Angelegenheiten sehr vorsichtig sein müsse, da es keine Rechtsgrundlage für ein Abfragen oder ein Verlangen auf Konversion oder Wiedereintritt in die Kirche geben zwecks Integration in den 1. Arbeitsmarkt. Tatsächlich findet sich im SGB keine Norm, die vorschreibt welchen Götzen man anzubeten hat oder dass man nicht mit grün gefärbten Haaren zum Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude aufschlagen darf ;D
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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #9 am: 17:43:34 So. 16.Dezember 2012 »
Zitat von: Carpe Noctem
Das Amt bekam früher immer eine Kopie der Steuerkarte, da stand es drin (RK, EV, oder --).


ja, das mag ja früher so gewesen sein als das Amt noch Arbeitsamt hieß.

Zitat von: Knottepex
Kann mir mal jemand erklären, warum die Arbeitsagentur Mülheim/Ruhr einem konfessionslosen Kunden, der zudem nur Grundkenntnisse in MS Office vorweisen kann, einen Vermittlungsvorschlag schickt, in dem ein diakonisches Werk einen evangelischen Mitarbeiter sucht, der zudem noch "Expertenkenntnisse" in MS Office mitbringen soll?


Ich will es mal so erklären, was einer für Grundkenntnisse hält, kann wieder ein anderer als Expertenkenntnisse ansehen.
Liegt doch immer daran, wo man die Messlatte anlegt.
Ja und Konfession, glaube nicht, dass sich die AfA damit auseinandersetzt, bzw. im Einzelfall bei jedem Jobangebot recherchiert ob Kunde eine hat und wenn ja welche, es sei denn der Bewerber ist Pfarrer, Küster, etc.
Man kann aber auch in alles was rein interpretieren.


arm+alt2

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #10 am: 07:45:02 Mi. 26.Dezember 2012 »
Das ist irgendwie normal :)
Ich stottere und bekam ein Jobangebot in den Niederlanden - weil ich ja kein Niederländisch kann - in einem japanischen Callcenter  ;D
Dann einen auf 6 Monate befristeten Job als Lagerarbeiter in einer Gärtnerei an der österreichischen Grenze. Das passt wunderbar, weil ich kurz zuvor Atteste wg. Bandscheibenvorfall und allg. Rückenwirbelabnutzung vorgelegt habe. Und weil ich ja ja ganz in der Nähe, also in Hamburg wohnte.  ;D

Ich glaube, die haben da interne Wetten am Laufen: Wer findet das dümmste Jobangebot?

Codeman

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #11 am: 14:05:46 Do. 27.Dezember 2012 »
Ich krieg demnächst 2 VV für 2 potentielle Arbeitgeber.

Bei dem einen, der halbwegs per ÖPNV erreichbar ist, ist die Bewerbungsfrist abgelaufen.

Bei dem anderen läuft sie noch bis zum 04.01.2013 - da fahre ich allerdings für eine Tour 2 Std. 15 Min. hin.....

Ich glaube, dass ich die VV nicht erhalten habe.

Ohne Worte das.....
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Henrik55

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #12 am: 17:56:41 Do. 27.Dezember 2012 »
Nein, immer munter innerhalb der 3 Tage drauf bewerben. Sonst riskiert man nur Sanktionen. Nicht drüber nachdenken, einfach bewerben.

Carpe Noctem

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #13 am: 21:24:44 Do. 27.Dezember 2012 »
da fahre ich allerdings für eine Tour 2 Std. 15 Min. hin.....

Die sog. "Zumutbarkeit" ist ja mittlerweile ein Kaugummiparagraf:

"(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen ihrer Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Beschäftigten längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einer arbeitslosen Person zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass sie innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben."

http://dejure.org/gesetze/SGB_III/140.html

Einfach bewerben, schriftlich mit zu viel Text und zu vielen Zeugnissen aber keinen Angaben ob Fahrerlaubnis oder PKW vorhanden, nur die Hausanschrift angeben, keine Mail oder gar Telefonnummer, innerhalb 3 Tagen und ab dafür. Wetten, die reagieren erst gar nicht? ;D
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

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Re:Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #14 am: 22:46:46 Do. 27.Dezember 2012 »
Zitat von: Carpe Noctem
Einfach bewerben, schriftlich mit zu viel Text und zu vielen Zeugnissen aber keinen Angaben ob Fahrerlaubnis oder PKW vorhanden, nur die Hausanschrift angeben, keine Mail oder gar Telefonnummer, innerhalb 3 Tagen und ab dafür. Wetten, die reagieren erst gar nicht? ;D

Schätze ich auch so ein, ...bzw. hier hat wohl jemand ein Antibewerbungstraining besucht.