Autor Thema: Unpassende Vermittlungsvorschläge  (Gelesen 11813 mal)

Hartz4?SOWHAT!

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #30 am: 17:03:31 Mi. 05.Januar 2022 »
nabend dossy,

was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Mich wollten die mit Mitte 50 auch noch dazu zwingen, wegen einer ZAF-Stelle von Hamburg nach Köln umzuziehen. Dass man dann spätestens nach 2-3 Monaten als Arbeitsloser das Problem hat, 2 Wohnungen am Hals zu haben, das interessiert die Herrschaften beim JC und auch von der ZAF gar nicht. Das mit dem "Creaming" ist mir auch zu Ohren gekommen, sehe ich aber in unserem Alter als nicht so negativ an, denn substanzielle Hilfe vom JC ist eh nicht zu erwarten. Mir hat man, nachdem ich jahrzehntelang eingezahlt hatte, sogar ins Gesicht gesagt, dass beim JC Leute ab 50 sowieso keine Fortbildung/ Weiterbildung mehr bekommen. Soviel zum Thema, dass es beim JC keine Altersdiskriminierung gibt! Das war dann auch mein letzter Präsenztermin, den ich dort ohne Beistand wahrgenommen hat. Und Ein-Euro-Jobs wollten die mir auch schon angedeihen lassen, trotz Studium und jahrzehntelanger Berufserfahrung. Das konnte ich dann allerdings abwehren, indem ich nichts unterschrieben und beim MT mit Wertersatz gedroht habe. Frühzeitige Rente ab 63 trotz Abschläge sehe ich mittlerweile eher als Hoffnungsschimmer denn als Drohung an, von diesen Ar...krampen beim JC wegzukommen.

DoSsy

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #31 am: 08:00:07 Do. 06.Januar 2022 »
Mir hat man, nachdem ich jahrzehntelang eingezahlt hatte, sogar ins Gesicht gesagt, dass beim JC Leute ab 50 sowieso keine Fortbildung/ Weiterbildung mehr bekommen. Soviel zum Thema, dass es beim JC keine Altersdiskriminierung gibt! Das war dann auch mein letzter Präsenztermin, den ich dort ohne Beistand wahrgenommen hat.

Schade, schade, schade, dass mensch bei solchen Statements leider nie Zeugen hat.

Das konnte ich dann allerdings abwehren, indem ich nichts unterschrieben und beim MT mit Wertersatz gedroht habe.

Ich könnte es jetzt per Suchmaschine nachsehen, frage aber lieber im Gespräch :) Was bedeutet denn Wertersatz? :o Das kenne ich noch nicht.

Paula_P

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #32 am: 08:31:28 Do. 06.Januar 2022 »
@DosSy:

Wertersatz kann man z.B. ggf. bei 1 Euro Jobs beantspruchen- denn die meisten sind nicht "zusätzlich" sondern sind eigentlich reguläre Arbeitsplätze.
Da kann man Lohnklage in Form einer Wertersatzklage erheben.

Faustregel bei 1 Euro Jobs ist immer, ob diese Tätigkeit die ausgeführt werden soll, auch zwei Jahre Aufschub haben kann. Das sind die meisten 1 Euro Jobs nicht z.B. in der Gartenpflege oder wenn man sogar in Schichtdienst arbeiten muss.

Ich hatte mal eine AGH da mussten die Männer im Schichtdienst arbeiten- die alleinstehende Frauen mussten ab Mittags ran und Frauen mit schulpflichtigen Kindern nur morgens- ganz klar keine Arbeit die "zusätzlich" ist.

Onkel Tom

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #33 am: 10:00:39 Do. 06.Januar 2022 »
Das mit der sogenannten Werteersatzklage funzt jedoch nur dann, wenn Zugewiesene in
Ein Euro Jobs keinerlei Unterschriften geleistet hat, die nach "freiwilligem Antritt" riechen.

Das stimmt, wenn Betroffene in den Ein  Euro Job sollen und das Wort Werteersatz in den
Mund nehmen, vergeht den Maßnahmenträgern ganz schnell die Lust auf Ausbeutung.
Das Nichtunterzeichnen gilt natürlich für alle Papiere. Von der EGV angefangen bis hin zu
allen Sachen, die beim Maßnahmenträger unterschrieben werden wollen..

Ich denke das im Bezug Ein-Euro Job sich eine regelrechte Vermeidungsroutiene entwickelt
hat.. Fraglich sind manchmal die Metoden, die Maßnahmenträger versuchen, um ihren Opfern
doch noch eine Unterschrift ab zu ringen.
Da muss Mensch einfach nur stur und stabil bleiben, wenn es z.B. heißt, einen ganzen Tag in
einem Raum zu sitzen, um sich die Unterlagen durchlesen (und unterschreiben) zu sollen..

Werden Unterlagen vorgelegt, sofort um Duplikat bitten, um es ein zu sacken.. Auf dem
Spruch z.B. Nach der Unterzeichnung mache ich ihnen eine Kopie davon, geht eher nach hinten
los a la Kopierer defekt etc.. Jo, schlimmer wie die Haustürgeschäftemacher..

Muss gerade über so manche Anekdoten grinsen, wie z.B. ein privater Arbeitsvermittler alles
versuchte, Elo ein zu sammeln.. "Aber aber.. Wir wollen ihnen hier doch nicht eine Waschmaschiene
verkaufen..".. "Klaro wollen Sie das nicht, da eine Waschmaschiene nicht wertfrei ist.."
 ;D

Jo, mit Unterschrift ist man genau so schnell in der Mausefalle, wie Bumbum-Boris im Internet..  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Hartz4?SOWHAT!

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #34 am: 11:36:34 Do. 06.Januar 2022 »
moin,

da das mit der Zusätzlichkeit bei EEJ meist nicht so gut funktioniert, hat man den §16e+i erfunden. Nur hier kann der informierte Erwerbslose als Trumpfkarte die "Freiwilligkeit der Coachings" aus dem Ärmel ziehen, wenn man diese Art der Beschäftigung (meist auch frühere EEJ) nicht möchte.

MarcoW75

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #35 am: 13:09:57 Sa. 08.Januar 2022 »
Auch ich kann leider zu diesem Thema aus eigener Erfahrung beitragen. Ich hatte (m)eine Weile beobachtet und Vorschläge hingenommen. Dann kamen die VV: "Junior-" bei einem Menschen Ü50. (Vielleicht hat die Integrations-F̶l̶a̶c̶h̶ Fach-Kraft oder das Team, für das er/sie/divers zeichnet, ja nicht gewusst, dass solche Menschen im Ausschreibungsfachjargon "Senior" heißen?)"

Junior/Senior...das klingt sehr nach Softwareentwicklung. Dort sind solche Bezeichnungen üblich und beziehen sich weniger auf das Alter der Person, sondern eher auf die Berufserfahrung bzw. den "Rang" innerhalb der Abteilung. Im Grunde ist "Junior" da oft als so eine Art "Hiwi" zu verstehen.  Was aber nicht bedeutet, dass ein "Junior" tatsächlich immer weniger Erfahrung hat, sondern oft wird diese Bezeichnung auch nur ins Spiel gebracht, um den Lohn drücken zu können. 


Zitat
Und eine auf 12 Monate befristete Stelle in Süddeutschland, also sehr weit weg von dort, wo ich wohne. Was aus familiären Gründen, die ich angegeben hatte, nicht geht.

Wenn man nicht gerade DEN ultimativen Beruf hat, nach dem sich jeder Chef die Finger ableckt, sind solche Angebote sowieso sinnfrei.  Die meisten Chefs/Personaler wird spätestens beim Blick auf die Adresse abwinken.  Wenn man sich solche Stellen vom Hals halten will, schreibt man noch in den Lebenslauf rein,dass man verheiratet ist und 2 Kinder hat, dann landet die Bewerbung mit ziemlicher Sicherheit in "Rundablage P".  Ich kann nur für meine Erfahrung sprechen, aber viele Firmen haben schon ein Problem damit, wenn einer 30-40km entfernt wohnt, da wird einer aus mehreren hundert Kilometern Entfernung sicher auch keine Begeisterungsstürme auslösen.



Zitat
Der sagte auch noch ganz frech zu mir: "Ach, meine anderen Kunden sind froh, wenn sie nicht kommen müssen!"

Ganz ehrlich ? Zu dieser Gruppe Kunden gehöre ich auch. Ich mag es,dass die meisten Gespräche mit dem FM inzwischen primär per Telefon oder Videochat stattfinden. Denn ich hab keinen Bock für ein "Was gibts Neues ? Nix ? Ok, bis zum nächsten Mal!" jedesmal 35km hin und wieder zurückzufahren und mir einen ganzen Vormittag um die Ohren zu hauen.


Zitat
Na, inzwischen weiß ich, dass auch das Methode hat. Nennt sich im Insider-Sprech "Creaming". Richtig Zeit investieren die SB/IFK  oder wie sie sich künftig beim Würgergeld nennen werden nur in jüngere potenzielle Arbeitnehmer*innen: die "Sahne", die am wahrscheinlichsten noch Vermittelbaren.

Na ist doch ganz normal,dass die sich erstmal auf die "Jungen" stürzen, die noch vermittelbar sind. Nicht nur, weils bei denen einfacher ist, sondern weil man sich dadurch die nächste "Alt und daher unvermittelbar"-Generation vom Hals hält. Vergleich es mal mit einem vollen Kühlschrank: du weißt, dass da frisch gekaufte Lebensmittel drinliegen und welche, die kurz vorm Verderb sind und schon leicht ranzig schmecken. Du weißt, dass du nicht beide essen kannst und eine davon wegschmeißen musst...isst du dann freiwillig die alten Sachen oder lieber die Neuen ?




DoSsy

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #36 am: 15:37:48 Sa. 08.Januar 2022 »
Na ist doch ganz normal,dass die sich erstmal auf die "Jungen" stürzen, die noch vermittelbar sind. Nicht nur, weils bei denen einfacher ist, sondern weil man sich dadurch die nächste "Alt und daher unvermittelbar"-Generation vom Hals hält. Vergleich es mal mit einem vollen Kühlschrank: du weißt, dass da frisch gekaufte Lebensmittel drinliegen und welche, die kurz vorm Verderb sind und schon leicht ranzig schmecken. Du weißt, dass du nicht beide essen kannst und eine davon wegschmeißen musst...isst du dann freiwillig die alten Sachen oder lieber die Neuen ?

Huch. Soll ich das jetzt so übersetzen, dass die Selbstentwertung/Introjektion hier in Deinem Kühlsystem schon sehr tief ihre Schimmelfäden gezogen hat? (Rhetorische Frage). Das finde ich dann tatsächlich sehr traurig.

Wenn Du Dich/uns schon mit Lebensmitteln in einem Kühlschrank vergleichen magst, dann bitte mit einem Natur-Joghurt. Da ist das MHD rein äußerlich als pure Zahlenkombination abgelaufen. Doch der Joghurt ist auch viele W o c h e n danach top. Nur werden das die MHD-Fixierten mit den vielen Vorurteilen niemals erfahren, weil sie Bääh schreien und ihn wegwerfen... (Hinkt immer noch irgendwie der Vergleich, aber besser als "kurz vor dem Verderb" und "leicht ranzig"
)

MarcoW75

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #37 am: 16:12:13 Sa. 08.Januar 2022 »
Wieso wundert es mich nicht,dass du jedes Wort auf die Goldwaage legst und was von MHD faselst ? Was ich ausdrücken wollte, ist der Umstand,dass es für die Arbeitsagenturen/Jobcenter sinnfrei ist, die gesamte Energie erstmal *nur* in die Vermittlung der Gruppe der schwer Vermittelbaren zu investieren. Denn wenn man dabei diejenigen aus dem Blickfeld verliert, die man JETZT einfach loswerden könnte, dann wacht man irgendwann auf und merkt, dass diese inzwischen ebenfalls in die Gruppe der schwer Vermittelbaren "hineingealtert" sind.

Hartz4?SOWHAT!

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #38 am: 12:37:03 So. 09.Januar 2022 »
Hallo dossy,

verstehe mich nicht falsch:
gerade für ältere Arbeitslose empfinde ich nicht das JC als das primäre Problem, sondern eher die Vorbehalte der Arbeitgeber ggü. dieser Klientel.
Wenn sich an dieser Einstellung nichts ändert, dann nützen dir auch die besten (sinnvollen!) Weiterbildungen der AfA oder JC nicht mehr viel.
Deshalb ist es meines Erachtens besser, wenn die JC einem in Ruhe lassen und man eigeninitiativ tätig wird als dass irgendwelche dubiosen Hilfsangebote kommen.
Oder möchtest du mit 62 noch einen Ein-Euro-Job machen oder in einem mehrmonatigen Bewerbungskurs die Zeit mit arbeitsunwilligen 20-jährigen Schulabbrechern verbringen.
Das ist übrigens meine Befürchtung, wenn der 58-er Statistiktrick der Arbeitsbehörde abgeschafft wird (u.a. von Grünen und SPD angedacht) und die dort Geparkten plötzlich wieder in der Statistik auftauchen. Dann könnten auch für die Älteren wieder Unsinnsmaßnahmen an der Tagesordnung stehen, denn eine gute Statistik scheint den Arbeitsbehörden heilig zu sein.

Mein Nachbar geht übrigens nächsten Monat mit 63 in die vorzeitige Rente. Der hat seit Jahren keine VV, Sinnlosmaßnahmen, EEJ, und kaum Meldetermine (vielleicht einmal pro Jahr) vom JC bekommen, obwohl er während seines Arbeitslebens mehr arbeitslos als beschäftigt war.

Onkel Tom

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #39 am: 17:02:00 So. 09.Januar 2022 »
...
Oder möchtest du mit 62 noch einen Ein-Euro-Job machen oder in einem mehrmonatigen Bewerbungskurs die Zeit mit arbeitsunwilligen 20-jährigen Schulabbrechern verbringen.
...

Aber ja doch  :D

Wenn man an Anti-Diskrimminirungsgesetz denkt, könne das möglich sein, ist es aber nicht weil
Ausschreibungen sich an "junge" oder "ab 25".."ü50" oft abgrenzen.
Weiter werden jüngere unter 25 noch von der Jugendberufsagentur verwaltet..

Wäre ja noch schöner, wenn "ü50-H4-Gegner" junge Leute vermitteln kann, auf was sie eigendlich
verzichten und sich nicht "so billig verkaufen lassen sollten".. So mancher Pausenraum könnte ja
anbei "lebendig" werden..  ;D  Darauf haben Maßnahmenträger auch kein Bock..

Gibt ja Ausnahmen aber bei dieser H4-Ausgereiftheit immer weniger..

Zitat
...
Das ist übrigens meine Befürchtung, wenn der 58-er Statistiktrick der Arbeitsbehörde abgeschafft wird (u.a. von Grünen und SPD angedacht) und die dort Geparkten plötzlich wieder in der Statistik auftauchen. Dann könnten auch für die Älteren wieder Unsinnsmaßnahmen an der Tagesordnung stehen, denn eine gute Statistik scheint den Arbeitsbehörden heilig zu sein.
...

In der Befürchtung liegt ein kleiner Denkfehler.. Elos, die länger als ein Jahr vom SB keinen
VV mehr erhalten haben, sind auch aus der A-Statistik raus.. Zuweisungen würden den
"Betreuungskunden" wieder auf "Vermittlungskunden" plazieren, was in der A-Statistik
wieder auftauchen würde..

Bis ca. 2009 waren noch "aufgedrückte Verrentungsverfahren" beim JC noch üblich, bis
jemand gegen Zwangsverrentung gewann. Seit dem muss der Kanidat (schriftlich)
damit einverstanden sein..

Ob SB Geschmack daran findet, die A-Statistik um +1 zu erhöhen, um Sinnlosmaßnahmen
zwecks mürbe machen zur Ja-Entscheidung zu verpassen, bleibt offen..

Folgt auf Ablehnung von Frühverrentung ein VV mit RFB, haste wieder "volles Programm".
Lass Dich nicht verhartzen !

Hartz4?SOWHAT!

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #40 am: 17:31:09 So. 09.Januar 2022 »
Zitat
In der Befürchtung liegt ein kleiner Denkfehler.. Elos, die länger als ein Jahr vom SB keinen
VV mehr erhalten haben, sind auch aus der A-Statistik raus.. Zuweisungen würden den
"Betreuungskunden" wieder auf "Vermittlungskunden" plazieren, was in der A-Statistik
wieder auftauchen würde..

Ob SB Geschmack daran findet, die A-Statistik um +1 zu erhöhen, um Sinnlosmaßnahmen
zwecks mürbe machen zur Ja-Entscheidung zu verpassen, bleibt offen..

Folgt auf Ablehnung von Frühverrentung ein VV mit RFB, haste wieder "volles Programm".

Onkel Tom,

genau da liegt nicht der Denkfehler, denn dieser Statistiktrick funktioniert nur für Erwerbslose ab 58, die seit mindestens 1 Jahr keine VV und Maßnahmen mehr bekommen haben. Für jüngere Erwerbslose gilt das nicht, weshalb SB versuchen, diese durch regelmäßige Maßnahmen + EEJ aus der Statistik zu bekommen.

Schafft man diese Regelung ab, landen viele Ältere wieder auf dem Präsentierteller für JC-Aktivitäten aller Art.

Und ja, es handelt sich hierbei um eine Kann-Entscheidung der jeweiligen SB, diese Klientel in Ruhe zu lassen. Wenn SB auf Frühverrentung aus ist und der ältere Elo reagiert nicht wunschgemäß, ist die Gefahr von Racheaktionen seitens des SB groß. Mein Nachbar bekommt eine Armutsrente, egal ob er mit 63 oder mit 66 in Rente geht. Deshalb war die Entscheidung für ihn eine einfache.

Onkel Tom

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #41 am: 17:46:14 So. 09.Januar 2022 »
.. und da 62jägriger über der 58ter-Grenze sind, werden sie nicht mit unter 25 järigen zusammen kommen.
Ich bezog mich auf eine angedachte Sinnlosmaßnahme..

Auslöser des Gedanken war ja nur auf das zitierte.. (Leute unter 58 hatte ich auch davon ausgeschlossen.)

Auf die Hinzuaddierung in der A-Statistik findet sich ganz bestimmt ein Bogen drumherum..  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

tleary

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #42 am: 04:35:19 Di. 11.Januar 2022 »
Meine Meinung dazu? - Ich glaube auch, daß das eigentliche Problem der Ü50-Arbeitslosigkeit mit Sicherheit auf der anderen Seite zu suchen ist. Viele AG's, auch wenn sie vordergründig behaupten, sie hätten kein Problem alte Erwerbslose (natürlich "bei Eignung") einzustellen, haben eben doch massive Vorbehalte. Wenn dazu noch das Merkmal "Langzeitarbeitslosigkeit" hinzukommt, machen sie gleich ganz dicht.

Eigentlich gehören die "normalen" Arbeitgeber 'mal zu sowas wie einer neutralen Kontaktherstellung zu Langzeitarbeitslosen. Einfach 'mal als "Maßnahme" für Arbeitgeber (wieso gibt's immer nur welche für ELOs?) mit einer Gruppe ELOs joggen gehen, wie ich es neulich in Holland im Fernsehen sah, würde da wohl schon Wunder bewirken, um Vorurteile dieser Art etwas zu korrigieren.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

DoSsy

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #43 am: 12:35:53 Di. 11.Januar 2022 »
Meine Meinung dazu? - Ich glaube auch, daß das eigentliche Problem der Ü50-Arbeitslosigkeit mit Sicherheit auf der anderen Seite zu suchen ist. Viele AG's, auch wenn sie vordergründig behaupten, sie hätten kein Problem alte Erwerbslose (natürlich "bei Eignung") einzustellen, haben eben doch massive Vorbehalte. Wenn dazu noch das Merkmal "Langzeitarbeitslosigkeit" hinzukommt, machen sie gleich ganz dicht.

Eigentlich gehören die "normalen" Arbeitgeber 'mal zu sowas wie einer neutralen Kontaktherstellung zu Langzeitarbeitslosen. Einfach 'mal als "Maßnahme" für Arbeitgeber (wieso gibt's immer nur welche für ELOs?) mit einer Gruppe ELOs joggen gehen, wie ich es neulich in Holland im Fernsehen sah, würde da wohl schon Wunder bewirken, um Vorurteile dieser Art etwas zu korrigieren.

:) Danke! Das spricht mir aus der Seele, tleary.

Die Pflichten der Elos... die Pflichten der Elos... Und was ist zur Abwechslung mal mit den Pflichten des Staates/der Kommunen, seine/ihre Stellen in Verwaltung etc. auch für ältere Arbeitnehmer zu öffnen und mit gutem Beispiel voranzugehen? Doch da liest mensch dann Ausschreibungen, die wortwörtlich Arbeitsuchende ausschließen (ausgrenzen), deren Tätigkeit länger als xy Jahre zurückliegt?!

@Hartz4SOWHAT! Verstehe (D)ich. Ich persönlich habe eine andere Sicht; letztlich scheitere ich am selben Stolperstein wie alle geburtenstarken Jahrgänge: Alteisendeponie. Egal, wie fit ich bin. Wie young at heart... lernwillig... usw. usf. :o

Mir erscheint noch der Gedanke wichtig, dass Menschen am Existenzminimum ja auch Nachwuchs haben, der dann die Rentenkeulen-Ausgleichs-"Alimente" für Muddi oder Vaddi übergezogen bekommt. Will ich das? Nee... Das Leben im Abseits beutelt alle schon genug, auch die nicht von Elo-Armut betroffenen "Kinder", die hilflos mit ansehen, wie ihre Eltern systematisch zermürbt werden...

Wollte einen Hilfsjob bei einem staatlichen/kommunalen Arbeitgeber. War'n VV. Viel weniger Geld, aber immer noch ein menschenwürdiges Auskommen. Ratet mal, ob ich eingeladen wurde... Mir fällt auch noch ein (Vor-Corona-)Jobmessen-Event ein. Keine JC-Einladung, sondern Plakate auf der Straße. Da fragte ich eine Rednerin von einem Rehabilitationsträger, ob sie Grenzen haben, was die Umschulungen/Förderungen angeht. Sie sagte - öffentlich - doch glatt, dass ab 55 Jahren Schluss sei. Schade, dass ich das nicht aufgenommen habe. Denn eigentlich hat sie ausgesprochen, was es angeblich nicht gibt... Ihr Träger hätte ihr bestimmt einen Einlauf verpasst, so er es gehört hätte.

Nur die Abschaffung des 53a SGB II in Sachen 58er++ nützt nichts, klar. Aber in Kombination mit dem Umdenken und Handeln, dass Menschen Ü 50 nicht automatisch ihr "berufliches MHD" überschritten haben, und in Kombination mit entsprechenden Arbeitsmarkt-Anpassungen und -Instrumenten, wenn die wahre Zahl der Arbeitsuchenden ab 58 Jahren bekannt ist/wäre/würde...


Hartz4?SOWHAT!

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Re: Unpassende Vermittlungsvorschläge
« Antwort #44 am: 13:33:18 Di. 11.Januar 2022 »
moin dossy,

soweit auseinander liegen wir in der Beurteilung der Situation für ältere Arbeitslose nicht. Das Problem ist nicht der fehlende Wille oder die fehlende Leistungsfähigkeit der älteren Arbeitslosen, sondern eher die eingefahrene negative Einstellung der Arbeitgeber. Da nützen einem auch die besten Qualifikationen oder eine jahrzehntelange Berufserfahrung nicht mehr weiter. Ohne Vitamin B wird die ganze Bewerberei dann zum Lottospiel.
Ich sehe aber den §53a SGB eher noch als Schutz vor Willkürmaßnahmen, von dem ca. 35-40% der Erwerbslosen aus dieser Alterskohorte profitieren sollen. Fällt der weg, wirds für viele problematisch. Ich denke die Leute vom JC wissen ganz genau, wie es um die Nachfrage dieses Kundenkreises bei den Arbeitgebern aussieht und dass sinnvolle und zumeist auch teure Maßnahmen/Weiterbildungen/Umschulungen im Sande verlaufen werden, trotz erfolgreichen Abschlusses. Deshalb versucht man diesen Leuten beim JC auch in Vermutung auf einen noch bestehendem Arbeitsethos ein schlechtes Gewissen einzureden, um Sie für (billigere) Sinnlosmaßnahmen/BufDi/EEJ "fit zu machen". Lässt man sich darauf an, hat man bis zur Rente garantiert verloren und sitzt dann in regelmäßiger Wiederkehr auf diesen Abschiebebahnhöfen fest.
Mir selber wollte man trotz Studienabschluss und jahrzehntelanger Berufspraxis schon BufDi und EEJ schmackhaft machen und hat auch offen gesagt (kein Beistand!), dass Leute ab 50 keine sinnvollen Maßnahmen und Fortbildungen mehr bekommen. Ich habe den Quark natürlich abgewehrt und mir einen kleinen Schutz durch ein Nebengewerbe geschaffen. Dadurch habe ich im Monat etwas mehr zur Verfügung und werde auch etwas sanfter angefasst.

Übrigens setzt die CDU - Merz voran - auf eine Erhöhung des Rentenalters bis zu 72 Jahren wegen Fachkräftemangel. Passt doch alles bestens zusammen ::)