Autor Thema: Bio-Betriebe  (Gelesen 11488 mal)

xyu

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Bio-Betriebe
« am: 00:00:39 Di. 11.Dezember 2012 »
FAU Berlin  stellt Forderungen an Obst- und Gemüsehof „Teltower Rübchen“:

Zitat
Bio geht nur fair
Für Ausbildung statt Ausbeutung!

Fast ein halbes Jahr schwelt nunmehr der Arbeitskonflikt zwischen der FAU Berlin und dem Obst- und Gemüsehof „Teltower Rübchen“. Konkret geht es bei diesem Konflikt um die Einhaltung der Ausbildungsrichtlinien, eine tarifliche Ausbildungsvergütung (gemäß IG BAU) und die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Hygienerichtlinien. Am 28. November 2012 startete die FAU Berlin nun ihre erste öffentliche Aktion, um auf die Missstände auf dem Biohof aufmerksam zu machen.

Schon im Juni 2012 fanden erste Gespräche bzgl. der Pünktlichkeit der Vergütungszahlungen zwischen dem Unternehmer und Vertretern der FAU Berlin statt, die konstruktiv verliefen. Nachdem die FAU Berlin aber weitere Forderungen stellte, ließ der Bio-Unternehmer einen weiteren Verhandlungstermin platzen und zeigt sich seitdem auch nicht mehr bereit, mit der einzigen im Betrieb vertretenen Gewerkschaft zu verhandeln.

Am 28. November 2012 startete die FAU Berlin nun ihre erste öffentliche Aktion, um auf die Missstände auf dem Biohof aufmerksam zu machen. Fünf Aktivistinnen und Aktivisten der Basisgewerkschaft besuchten den Wochenmarkt auf dem Karl-August-Platz in Berlin Charlottenburg und informierten Kunden und Gewerbetreibende über den Arbeitskonflikt auf dem Obst- und Gemüsehof „Teltower Rübchen“. Gerade die Kunden waren sehr interessiert, zu erfahren, dass Bio nicht automatisch Fair bedeutet und nahmen die Aussage des Bio-Bauern – „Der Absatz von Bio-Gemüse ist nicht so hoch, dass man allen Beteiligten gegenüber fair sein kann.“ – mit Verwunderung auf. Die Aktion war der gelungene Auftakt zu einer Kampagne, den berechtigten Forderungen der FAU Berlin Nachdruck zu verleihen.
http://www.fau.org/ortsgruppen/berlin/art_121130-130638

Zitat
„Teltower Rübchen“ gräbt sich ein
FAU Berlin hält an Forderungen gegen Bio-Betrieb fest

Auf dem Wochenmarkt am Chamissoplatz (Berlin-Kreuzberg) setzte die FAU Berlin am zweiten Adventswochenende ihre Protest- und Informationskampagne fort, die sich an den Obst- und Gemüsehof „Teltower Rübchen“ und dessen Kundinnen und Kunden richtet. Die Aktion war, kurz gesagt: Kalt, aber gut.

Die Basisgewerkschaft fordert von dem Teltower Bio-Hof die Einhaltung der Ausbildungsrichtlinien, eine tarifliche Ausbildungsvergütung (gemäß IG BAU) und die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Hygienerichtlinien. Derzeit liegt die Vergütung, rechtswidrig niedrig, bis zu 57% unter Tarif und auch eine reguläre Wissensvermittlung findet nicht statt. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass die Auszubildende als billige Arbeitskraft eingesetzt wird.

„Ausbildung statt Ausbeutung!“ lautet daher die Losung der FAU Berlin. Etwa ein Dutzend FAU-Mitglieder hatte sich in Kreuzberg eingefunden, um auf die Misere aufmerksam zu machen. Die überwiegende Mehrzahl der Flaneure – und auch der Händler – auf dem Chamissoplatz reagierte sehr aufgeschlossen und sympathisierend. „Bio muss fair sein“, war ein oft gehörter Ausspruch, und: „da muss sich was ändern!“ Nur einige wenige fanden die Aktion „übertrieben“, schienen aber eher Mitleid als Verständnis für den Boss zu haben.

Dieser bezog sich in einer Stellungnahme gegenüber der FAU Berlin auf einen veralteten Tarifvertrag aus dem Jahre 2009 und wälzt die Verantwortung für mangelhafte berufliche Ausbildung auf „die Erntesaison“ und auf die Auszubildende ab – billiger geht’s nicht!

Vergangene Woche hatte die Basisgewerkschaft am 28.11. eine erste öffentliche Aktion durchgeführt und auf dem Markt am Karl-August-Platz (Berlin-Charlottenburg) über die Zustände auf dem Biohof informiert. Vorausgegangen war dem ein mehrmonatiger Kontakt mit dem Unternehmen, bei dem es zunächst um die Pünktlichkeit der Vergütungszahlungen ging.
http://www.fau.org/ortsgruppen/berlin/art_121210-123723

Kuddel

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Re:Bio-Betriebe
« Antwort #1 am: 09:16:30 Fr. 10.Mai 2013 »
Aktuell gibt es viele Skandale in der Bio-Branche. In Mittelpunkt stehen große Biobetriebe und die Frage, ob Bioprodukte tatsächlich gesünder oder besser für die Umwelt sind. Nie erwähnt werden dagegen die Arbeitsbedingungen in der Bio-Branche. Gibt es allgemein die Erwartung, dass sie besser sind als in der traditionellen Landwirtschaft? Ist das überhaupt möglich? Dieser Film ist eine kurze Dokumentation über den Fall der Auszubildenden Conchita L.: Sie arbeitet in einem Gartenbaubetrieb in Brandenburg für 1,30 Euro netto in der Stunde. Als ihr Chef, ein Bezirkspolitiker der Grünen, ihr anbietet, sie in Naturalien zu bezahlen, geht sie zur Rechtsberatung der Gewerkschaft FAU, die sie in der Folge bei einem Arbeitskampf unterstützt. Das Video bei labournet.tv (deutsch | 13 min | 2013)

http://de.labournet.tv/video/6532/kann-bio-fair-sein