Autor Thema: Zwangsräumungen verhindern!  (Gelesen 19678 mal)

dagobert

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #30 am: 14:04:32 Sa. 16.Februar 2019 »
Zitat
"Ich finde es erschreckend, mit welcher Gewalt die SPD, Innensenator Ulrich Mäurer, für die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Brebau gegen einen Mieter vorgeht", sagte Helfst buten un binnen.
Nahles hatte doch angekündigt, das "soziale Profil der SPD schärfen" zu wollen.
Den Worten folgen Taten.
Nicht in dem Sinne, wie es sich einige erhofft hatten, sondern in dem Sinne wie es von dieser Partei zu erwarten war.

Fritz Linow

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #31 am: 21:24:16 Do. 28.Februar 2019 »
Zitat
28.2.19
Nach Zwangsräumung: Lindener stirbt als Obdachloser

Mitglieder der Partei Die Linke rufen am 7. März zu einer Mahnwache am Kötnerholzweg in Linden-Nord auf. Sie wollen dabei Jürgen N. gedenken, der vor zwei Jahre seine Wohnung dort räumen musste und jetzt als Obdachloser verstorben ist – unmittelbar vor seinen 65. Geburtstag. (Bezahlschranke)
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Linden-Nord-Zwangsgeraeumter-Mann-stirbt-als-Obdachloser

Kuddel

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #32 am: 20:41:44 Fr. 29.März 2019 »
Weitere Infos dazu:

Zitat
Der Fall Jürgen N.
Zwangsgeräumt, obdachlos, tot

Zwei Jahre nachdem er seine Wohnung verlor, starb in Hannover ein Mann. Welche Rolle spielte die Zwangsräumung bei seinem Tod?



Kein Einzelfall: Demonstration nach einer Zwangsräumung mit Todesfolge im April 2013 in Berlin

HANNOVER taz | Die Todesanzeige klingt wie eine Anklage: „Im Alter von 64 Jahren erlag unser langjähriger Freund und Genosse ‚Bauer‘ der Kälte dieser Stadt“, das schreibt die Partei Die Linke im hannöverschen Stadtteil Linden.

Am 12. Februar ist Jürgen N. tot aufgefunden worden. Der Obdachlose, der „Bauer“ genannt wurde, lag hinter einem städtischen Freizeitheim. „Eine widerrechtliche Zwangsräumung vor zwei Jahren raubte ihm seine Wohnung. Wohnungslosigkeit und Krankheit raubten ihm seinen Lebenswillen und die Kraft zur Veränderung“, schreiben seine Freund*innen in der Anzeige weiter.

N. ist unverschuldet in die Obdachlosigkeit gerutscht. „Er wurde getäuscht“, sagt Holger Rosemeyer, der N. in der Phase der Zwangsräumung als Anwalt vertreten hat. Die Wohnung im Kötnerholzweg, Ecke Limmerstraße, in der N. gelebt hatte, war eigentlich nur ein ehemaliger Kiosk: rund 25 Quadratmeter, drei winzige Zimmer, ein Bad, aber nicht mal eine Küche.

Ein Mieter aus dem Haus hatte den Kiosk zusätzlich zu seiner eigenen Wohnung angemietet. Aber anstatt ihn wie mit dem Eigentümer abgesprochen als Kiosk wiederzubeleben, habe er ihn an N. und einen weiteren Mann untervermietet, sagt Rosemeyer. Den Mietvertrag habe er aber so aussehen lassen, als wäre es ein Hauptmietvertrag. „Er hat eine Firma mit ‚Immo‘ im Namen konstruiert“, sagt der Anwalt. „Es hatte den Augenschein, als wäre das eine Immobiliengesellschaft.“ Nicht nur N. fiel darauf herein – auch das Jobcenter, das die Miete für die Räume übernahm.

Aus dem Zuhause geworfen

Die Zahl der Zwangsräumungen in Hannover ist in den vergangenen Jahren tendenziell gesunken: Wurden 2015 noch 398 Räumungen durchgeführt, waren es im Jahr darauf 367, 2017 dann 322, im vergangenen Jahr dann aber wieder 326.

Für die ersten beiden Monate des laufenden Jahres waren 108 Räumungen angesetzt – die Stadt hat bisher aber keine aktuelle Zahl, wie viele Wohnungen auch tatsächlich geräumt wurden.

Wie viele der zwangsgeräumten Menschen wohnungs- oder obdachlos geworden oder geblieben sind? Auch darüber hat die Stadt keine Erkenntnisse. Vor der Räumung schreibe man Betroffene an – „mit Hinweis auf die Möglichkeit der ordnungsbehördlichen Unterbringung im Falle einer Obdachlosigkeit“.

„Die Konditionen waren völlig überhöht. Die beiden Männer haben jeweils fast 400 Euro mit Nebenkosten für die geringe Wohnfläche bezahlt“, sagt Rosemeyer. Er glaubt, dass diese Masche noch Jahre hätte funktionieren können, wenn der „betrügerische Vermieter seine eigene Miete nicht irgendwann selbst nicht mehr gezahlt hätte“. So aber sei auch dieser zwangsgeräumt worden. Da erst fiel dem Hauseigentümer auf, dass der Kiosk bewohnt war: Jürgen N. und sein Mitbewohner hatten über zwei Jahre lang ihre Miete bezahlt – aber eben nicht auf das richtige Konto.

Zweimal verhinderte Rechtsanwalt Rosemeyer die Räumung, weil es formale Fehler in dem Verfahren gab. Beim dritten Versuch waren die Gerichtsvollzieher*innen trotz Protesten erfolgreich. Laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wurden sie dabei von einem Großaufgebot der Polizei unterstützt. Rosemeyer ist überzeugt, dass auch diese Räumung rechtswidrig war. Für N. war die Zwangsräumung, die an seinem 63. Geburtstag stattfand, der Anfang vom Ende.

Ein Leben lang hoch politisch

Jürgen Otte war 43 Jahre lang mit N. befreundet, gemeinsam mit ihm bei der Linken aktiv. Wenn er über den Verstorbenen spricht, entsteht das Bild eines schwierigen Charakters: still, nachdenklich, seit einem Schlaganfall auch manchmal grantig und unzugänglich – aber sein Leben lang hoch politisch. „Er ist innerlich daran zerbrochen, dass niemand sah, dass ihm Unrecht getan wurde“, sagt der 63-Jährige. Er nennt die Räumung einen „Gewaltakt“.

Monatelang hätten verschiedene Freunde N. aufgenommen, so Otte, auch er selbst. Eine dauerhafte Lösung konnte das nicht sein, auf dem freien Wohnungsmarkt hatte der Hartz IV-Empfänger mit dem Schufa-Eintrag aber keine Chance. „Wir haben ihn einzeln nicht retten können“, sagt Otte, und dabei bricht ihm die Stimme. „Es beschämt mich.“

N. hatte dann Kontakt zu Sozialarbeitern und schlief nachts in einer Notunterkunft der Stadt. „Aber irgendwas um Weihnachten muss den Schalter umgelegt haben“, sagt Otte: Er habe bemerkt, dass sein Freund draußen geschlafen habe. „Er hat den Kontakt vermieden und sich zurückgezogen.“

Mitarbeiter*innen des Freizeitheims fanden am 12. Februar seine Leiche. Die Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus. „Ohne diese Zwangsräumung wäre er älter geworden“, glaubt Otte und fordert: „Es muss ein einklagbares Grundrecht auf eine eigene, bezahlbare Wohnung geben. Dann müsste der Staat für sozialen Wohnungsbau sorgen.“
Jürgen Otte

„Ohne diese Zwangsräumung wäre er älter geworden“


Steffen Mallast vom Mieterladen in Hannover kannte N. aus den Beratungen vor der Räumung. „Er hat sich danach aufgegeben“, das hat auch Mallast beobachtet: Einem Mann über 60 werde mit einer Zwangsräumung auch die Perspektive für das weitere Leben genommen. Ein paar Habseligkeiten habe N. auf dem Dachboden des Mieterladens untergestellt – mehr sei ihm nicht geblieben.

Doch auch für jüngere Betroffene bedeute die Zwangsräumung einen großen Einschnitt und eine starke psychische Belastung. „Dass jemand keinen Weg mehr in eine Wohnung findet, ist nicht häufig“, sagt Mallast. „Aber sie müssen dann in einem völlig anderen Umfeld leben, meistens am Stadtrand, wo die Mieten günstiger sind.“ Der Berater lehnt das Instrument daher vollkommen ab. „Es ist auch nicht in Ordnung, dass man die Vermieter so leicht aus der Verantwortung lässt“, sagt der 31-Jährige. Denn für diejenigen, die zwangsgeräumt würden, gehe es um mehr als eine Wohnung.

Am kommenden Donnerstag wäre Jürgen N. 65 Jahre alt geworden. An diesem Tag jährt sich auch seine Zwangsräumung. Seine Freund*innen wollen ab 17 Uhr eine Mahnwache abhalten – „vor der Wohnung, die ihm entrissen wurde“.
http://www.taz.de/!5574538/

Kuddel

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #33 am: 19:09:49 Di. 14.Mai 2019 »
Zitat
Duisburger Task Force räumte bisher 41 Schrottimmobilien

Über 20.000 Bulgaren und Rumänen leben in Duisburg. Oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in Schrottimmobilien, gegen die die Stadt vorgeht.


Die städtische Task Force hat seit ihrem Start Ende 2016 bisher insgesamt 41 unbewohnbare Schrottimmobilien geräumt, in denen Menschen meist aus Südosteuropa unter menschenunwürdigen, teils lebensgefährlichen Bedingungen leben.
https://www.waz.de/staedte/duisburg/duisburger-task-force-raeumte-bisher-41-schrottimmobilien-id217488351.html

Zitat
Awo warnt vor einer Vertreibungsstrategie bei Räumungen

Über 40 Schrottimmobilien in Duisburg wurden seit 2016 geräumt. Dass die Wohnhäuser gesperrt werden, findet die Awo Integration richtig, doch sie wünscht sie eine bessere Kommunikation, um die Mieter besser betreuen zu können.


Duisburg  Die Duisburger Awo-Integration warnt davor, dass Räumungen von Schrottimmobilien zu einer Vertreibungsstrategie gegen Zuwanderer werden.

Dass die Task-Force Häuser nicht über anstehende Räumungen von Schrott-Immobilien informiert, bedauert Philipp Thelen. „Wir könnten den Menschen dann effektiver helfen“, so der Geschäftsführer der Awo-Integration mit Sitz in Hamborn, die mit den Zuwanderern aus Südosteuropa arbeitet. „Eine bessere Kommunikation kostet kein Geld“, so Thelen, „aber man muss das auch wollen“.

Dabei müsse den „schlimmen Zuständen“ wie in den zuletzt geräumten Häusern an der Rudolfstraße in Marxloh ein Ende gesetzt werden, betont auch Thelen. Die dort lebenden Familien wurden durch ambulante erzieherische Hilfen von der Awo-Integration betreut: „So sollten Menschen nicht leben müssen, den Vermietern muss das Handwerk gelegt werden. Dass die Häuser leer gezogen werden, ist deshalb in Ordnung.

Zustände sind oft länger bekannt
Philipp Thelen von der Awo-Integration wünscht sich eine bessere Kommunikation und warnt vor einer Vertreibungsstategie.

Allerdings, trete der desolate Zustand der Häuser nicht von einem Tag auf den anderen ein, so der Geschäftsführer. Er müsse davon ausgehen, dass auch für die Task-Force der Zustand nicht erst unmittelbar vor der Räumung offenbar werde. Weil aber kein Hinweis erfolge, sähen sich die Mitarbeiter der Awo-Migrationsdienste und des Sozialamtes wie an der Rudolfstraße von jetzt auf gleich mit rund 180 Menschen konfrontiert, die nicht nur mit ihren Habseligkeiten auf der Straße stehen, sondern auch abgemeldet sind und keinerlei Anspruch auf Leistungen mehr haben. „Dann geht es darum, die Leute unterzubringen, damit sie nicht obdachlos sind.“

Mieter gehen in die nächste Bruchbude

Dass letztlich zumeist nur wenige eine Notunterkunft in Anspruch nehmen, sei keine gute Nachricht, erklärt Philipp Thelen: „Die meisten kommen bei Bekannten in der nächsten Bruchbude unter, damit setzt sich die schlimmen Zustände fort und die nächste Räumung ist vorprogrammiert.“ Der Awo-Geschäftsführer warnt davor, mit den Schließungen der Schrott-Immobilien gleichzeitig eine Vertreibungsstrategie zu verfolgen: „Das wird nicht funktionieren.“ Mehr Erfolg verheiße es, Projekte zu starten, die sicheres und menschenwürdiges Wohnen ermöglichten. Thelen verweist auf Städte wie Gelsenkirchen, Dortmund und Münster, die diesen Weg gehen.
https://www.waz.de/staedte/duisburg/awo-warnt-vor-einer-vertreibungsstrategie-bei-raeumungen-id217488695.html

Kuddel

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #34 am: 13:43:47 Di. 28.Mai 2019 »
Zitat
Zwangsräumung am Chapeaurougeweg HH (VHW) verhindern! Michael und Tochter bleiben!

Zwangsräumung am Chapeaurougeweg HH (VHW) verhindern! Michael und Tochter bleiben!“Michael (61)  und seine Tochter im Grundschulalter sollen, ohne Mietschulden, durch den Vermieter, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft e.G. (VHW), aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt werden. Michael wohnt als alleinerziehender Vater und ALG II – Empfänger mit seiner Tochter im ELISA II Neubau, Chapeaurougeweg in Hamburg-Hamm.
http://www.labournet.de/?p=146804

Kuddel

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #35 am: 09:41:13 Fr. 26.Juli 2019 »
Zitat
Die Obdachlosigkeit in Berlin steigt. Das liegt auch an mehr Zwangsräumungen, die für Eigentümer attraktiver geworden sind. Sogar vom Senat finanzierte Hilfsprojekte für Obdachlose haben es schwer, Wohnraum zu finden.

Andere ziehen weiter in die Notunterkünfte, zum Beispiel am Hauptbahnhof. 30.000 Menschen in Berlin haben keine eigene Wohnung. Die Zahl der Menschen, die dauerhaft auf der Straße leben, steigt seit Jahren, zwischen 4000 und 10.000 schätzen Hilfsorganisationen sind es zurzeit, darunter immer mehr Frauen.

Der Grund dafür ist die katastrophale Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt, klagt Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach: „Jede Wohnung, die heute geräumt wird, kann morgen eben auch teurer vermietet werden als sie vorher war. Das ist ein Anreiz in dieser Stadt, ist einfach so.“
https://www.deutschlandfunkkultur.de/obdachlosigkeit-durch-zwangsraeumung-schneller-absturz.1001.de.html?dram:article_id=438445

Zitat
Erst Verfall, dann Zwangsräumung
Der Verwahrlosungstrick

Ein Haus in der Hamburger Grindelallee ist zum Symbol für die Profitgier von Immobilienspekulanten geworden. Seit Jahren lässt der Eigentümer den Altbau regelrecht verfallen. Wegen akuter Brandschutzmängel soll das Haus jetzt zwangsgeräumt werden.
https://www.spiegel.de/video/spiegel-tv-zwangsraeumung-statt-enteignung-in-hamburg-video-99026773.html

Zitat
Nach Zwangsräumung: Lindener stirbt als Obdachloser

Mitglieder der Partei Die Linke rufen am 7. März zu einer Mahnwache am Kötnerholzweg in Linden-Nord auf. Sie wollen dabei Jürgen N. gedenken, der vor zwei Jahre seine Wohnung dort räumen musste und jetzt als Obdachloser verstorben ist – unmittelbar vor seinem 65. Geburtstag.


Zahlreiche Demonstranten hatten vor zwei Jahren versucht, die Zwangsräumung des damals 63-Jährigen zu verhindern.
https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Linden-Nord-Zwangsgeraeumter-Mann-stirbt-als-Obdachloser

Zitat
Familie droht die Zwangsräumung

Eine vierfache, alleinerziehende Mutter aus Stuttgart-Degerloch setzt alle Hebel in Bewegung, um nach einer Kündigung nicht ohne Wohnung dazustehen. Voraussichtlich muss die Familie heute in ein Sozialhotel ziehen.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-degerloch-familie-droht-die-zwangsraeumung.5bc09811-a0a1-48ff-9157-748152e7d0be.html

Zitat
Berliner demonstrieren für Kiezkneipe

Steueroase: Zossen hat den niedrigsten Gewerbesteuersatz


„Es geht uns nicht darum, die Zossener anzugreifen. Wir wollen öffentlich Druck auf die Immobilienfirma ausüben“, sagte Marie W. vom Kneipen-Kollektiv. Unterstützt werden die Kreuzberger von der Neuköllner Kiezkneipe „Syndikat“, die zum Jahresbeginn das gleiche Schicksal ereilte, sowie vom Bündnis „Zwangsräumung verhindern“.

Unter den Demonstranten befanden sich unter anderem Anwohner des bereits geräumten Nachbarschaftsgartens „Da wo Edeka ma wa“. Auf der Brache in Berlin-Neukölln sollen an die 150 Mini-Luxusappartements gebaut werden. Der Eigentümer, die Nagel Grundinvest, hat seinen Sitz ebenfalls in Zossen.
https://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Zossen/Steueroase-Zossen-Berliner-demonstrieren-fuer-den-Erhalt-ihrer-Kiezkneipe

Zitat
Habersaathstraße in Mitte
Mieter besetzen ihr Wohnhaus – und riskieren viel



Mieter Daniel Diekmann (51): „Ich bleibe bis zur Zwangsräumung. Wohnen ist Grundrecht.“

Sie zählen zu den hartnäckigsten Hausbesetzern Berlins und riskieren die Zwangsräumung. In der Habersaathstraße 40 bis 48 hat der Neu-Eigentümer den Mietern zum 31. Mai gekündigt. Er möchte das Haus gegenüber vom BND abreißen und ein neues bauen (der KURIER berichtete). Doch die Mieter bleiben standhaft. Bewohner Daniel Diekmann (51): „Wir gehen nicht freiwillig!“
(...)
Ihnen wird vom Vermieter viel Geld geboten, damit sie verschwinden. In einem Brief, der dem KURIER vorliegt, werden einem Bewohner 30.000 Euro angeboten. Es ist der sanfte Weg, bevor vielleicht ein harter kommen könnte. Auch Daniel Diekmann bekam dieses Angebot und lehnte ab. Das Geld sei schnell weg, wenn er sich eine neue Bleibe suchen würde, meint er. Seine Miete in der Habersaathstraße (300 Euro für 40 Quadratmeter warm) zahlt er trotzdem weiter. „Die sollen nichts gegen mich in der Hand haben“, sagt er trotzig.
(...)
https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/habersaathstrasse-in-mitte-mieter-besetzen-ihr-wohnhaus---und-riskieren-viel-32850792

Zitat
Drama um Schwestern: Beide sind jetzt im Heim


Carmen Luzius (links) und Karin Zitterbart mit Pfleger Daniel Chetkowski: Die gelähmten Schwestern sind auf Hilfe angewiesen.

Zwei Frauen mit schwerer Behinderung mussten im vogtländischen Treuen ihre Wohnung verlassen - Zwangsräumung, weil ihre Pflege nicht mehr gesichert war. Die letzte Hoffnung der Schwestern ist das Sozialgericht.
https://www.freiepresse.de/vogtland/auerbach/drama-um-schwestern-beide-sind-jetzt-im-heim-artikel10566098

Zitat
Verdrängung von Kleingewerbe
»Konzerne verhandeln auf Gutsherrenart«
Widerstand im Kiez: Kreuzberger Initiative wehrt sich gegen Zwangsräumung von Spätkauf.


Nur durch Druck von Protesten gab es bereits 2017 Vertragsverhandlungen mit der Familie Tunc, die den Laden betreibt. Allerdings blieben sie ergebnislos. Das Mietverhältnis bestand dennoch weiter. Seither herrschte Funkstille mit dem Eigentümer, die Familie überwies regelmäßig die Miete. Am 18. Juni dann drohte der Gerichtsvollzieher die Zwangsräumung an, mit Frist von etwa vier Wochen. Einen konkreten Termin nannte er nicht. Dieser Späti existiert schon seit zehn Jahren dort. Seit 2002 nutzt Familie Tunc die Räumlichkeiten, zuvor noch mit einem anderen Laden.

Gegenüber den Tuncs wurde 2017 ein rauher Ton angeschlagen. Es gebe genügend Spätis in der Gegend, hieß es. Besonders perfide war folgende Argumentation: Der Laden befeuere die Touristifizierung des Kiezes. Das ist völliger Quatsch. In diesem Späti kennt man die Nachbarn mit Namen. Binnen kurzer Zeit haben 3.000 Leute eine Petition für den Verbleib des Ladens unterschrieben. Als wir die den Vertretern des Immobilienkonzerns übergeben wollten, verweigerten die die Annahme.

Es ist nicht leicht, Zwangsräumungen zu verhindern. Aber schon die Ankündigung, dass es Proteste geben wird, hat in einigen Fällen zum Einlenken der Immobilienwirtschaft geführt. Wir schaffen Öffentlichkeit in der Stadt. Die »Ora Nostra«, ein Verbund von Kleingewerbetreibenden und Mietern aus dem Oranienkiez, und das Bündnis »Zwangsräumung verhindern« machen mit. Sollte der Späti gewaltsam verschwinden, ist klar: Nachmieter dort werden es vermutlich nicht leicht haben.
https://www.jungewelt.de/artikel/357731.verdr%C3%A4ngung-von-kleingewerbe-konzerne-verhandeln-auf-gutsherrenart.html

Zitat
Immobilienfonds Blackstone lässt zwangsräumen

Das »Bündnis Zwangsräumung verhindern« und die spanische Organisation »grupo de acción sindical« rufen für den heutigen Donnerstag zu einer Kundgebung auf: »#BarcelonaVsBlackstone – #Berlin ebenfalls! – Zwangsräumung verhindern«:


Zehn Familien im Stadtteil Raval in Barcelona sind akut von Zwangssräumung bedroht. Einige der bedrohten Bewohnerinnen sind Rentnerinnen, andere wohnen dort, nachdem sie die Wohnungen, die Drogendealer zuvor als Lager oder Verkaufsort nutzten, besetzt haben.

Auf die Straße setzen will diese Familien der größte Immobilienfonds der Welt: Blackstone. Blackstone ist der erste Fonds, der Immobilienwerte von mehr als 200 Milliarden Euro besitzt. Neben Zigtausenden Wohnungen, davon mindestens 2.500 in Berlin, gehört auch die Hilton- Hotel-Kette zu 40 Prozent zu Blackstone.

Die Nachbarinnen in Raval fordern, dass die Familien bleiben und für die Wohnungen eine sozial verträgliche Miete zahlen können. Das Gericht, welches die Zwangsräumung erlaubt, hat keinen Zeitpunkt, sondern einen Zeitraum vom 1. bis zum 15. Juli für die Räumung festgesetzt. Während dieser zwei Wochen können die Familien zu jeder Zeit ohne Vorankündigung auf die Straße geworfen werden.

Die Nachbarinnen von Raval und vielen anderen Stadtteilen Barcelonas haben sich entschieden, während des gesamten Zeitraums die gefährdeten Familien zu unterstützen und zu verteidigen und den Protest gegen Blackstone mit vielfältigen Aktionen in die gesamte Stadt und darüber hinaus zu tragen.

Wir sind solidarisch gegen Blackstone und mit den betroffenen Familien, egal, an welchem Ort sie leben!
https://www.jungewelt.de/artikel/358480.immobilienfonds-blackstone-l%C3%A4sst-zwangsr%C3%A4umen.html


Kuddel

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #36 am: 16:58:33 Mo. 30.September 2019 »
Zitat
Am 26.09 wurde eine an Demenz erkrankte Frau in Bremen Gröpelingen mit Gewalt zwangsgeräumt. Die herbeigerufenen Cops erteilten einen Platzverweis an Umstehende, weil die bloße Anwesenheit ihre Arbeit beeinträchtigen würde. Bei Nichtentfernen wurde mit Ingewahrsamnahme gedroht. Der Gerichtsvollzieher machte Witze über die Betroffenen & die Eigentümerin samt Familie amüsierte sich. 10 Personen (2 Cops, 2 von der Behörde, 2 die das Türschloss wechselten, 1 Betreuer (der die Frau zum allerersten Mal sah!), die Eigentümerin mit 2 weiteren Familienmitgliedern versammelten sich in dieser kleinen Wohnung und drohten der betroffenen Frau, wenn sie nicht freiwillig mitkommt, Zwang anzuwenden. Sie wehrte sich so gut sie konnte mit Worten und einer Vase. Die später hinzu gerufenen Sanitäter führten sie ab. Wir wissen nicht, ob sie dafür eine Beruhigungsspritze erhalten hat. Bekannte, die sich in den letzten Monaten um sie gekümmert hatten, wurde keine Auskunft darüber erteilt, wo sie hingebracht wurde.
Weitere Informationen zu dem Fall werden wir demnächst veröffentlichen...
https://www.facebook.com/Zwangsraeumungenverhindern

counselor

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Re: Proteste gegen Zwangsräumung
« Antwort #37 am: 18:03:08 Mo. 30.September 2019 »
Was dieser Verbrecherstaat so alles organisiert, um Menschen aus ihren Wohnungen zu werfen....
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Zwangsräumungen verhindern!
« Antwort #38 am: 16:47:16 Sa. 18.Januar 2020 »




Kuddel

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Re: Zwangsräumungen verhindern!
« Antwort #39 am: 15:23:55 Fr. 17.April 2020 »
Weiter oben ist dieses Thema bereits erwähnt, doch das Drama hat noch kein (gutes) Ende gefunden:

Zitat
Zwangsräumung am Chapeaurougeweg HH (VHW) verhindern! Michael und Tochter bleiben! Michael (61) und seine Tochter im Grundschulalter sollen, ohne Mietschulden, durch den Vermieter, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft e.G. (VHW), aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt werden. Michael wohnt als alleinerziehender Vater und ALG II – Empfänger mit seiner Tochter im ELISA II Neubau, Chapeaurougeweg in Hamburg-Hamm. Seine Tochter geht noch zur Grundschule und ist im Viertel sozial verwurzelt.
https://www.labournet.de/?p=146804

Kuddel

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Re: Zwangsräumungen verhindern!
« Antwort #40 am: 10:21:50 Fr. 26.Juni 2020 »
Zitat
Saarland lehnt Aussetzen von Zwangsräumungen ab
Saarbrücken. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege Saar hat Amtsgerichte und Gerichtsvollzieher im Saarland dazu aufgefordert, Zwangsräumungen während der Coronakrise auszusetzen.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarland-lehnt-aussetzen-von-zwangsraeumungen-ab_aid-50170133

Zitat
Hagen.  Der Gerichtsvollzieher klopft quasi an die Tür. Jetzt will der Reiterverein Hagen eine Räumung des Geländes im letzten Moment verhindern.
https://www.wp.de/staedte/hagen/hagen-reiterverein-will-raeumung-doch-noch-ausbremsen-id229390664.html

Zitat
Kölner Familie betroffen Zwangsräumung einer Privatwohnung wegen Corona abgesagt
https://www.ksta.de/koeln/koelner-familie-betroffen-zwangsraeumung-einer-privatwohnung-wegen-corona-abgesagt-36526536

Zitat
Zwangsräumung in Corona-Krise
Während der dreijährigen Sanierung ihrer Wohnung wünschte sich eine 6-köpfige Familie in München eine Mietminderung - nun sind sie in der Corona-Pandemie wohnungslos.
Dann aber stellt der Gerichtsvollzieher fest, dass er zum Termin am Dienstag gar nicht räumen kann. Denn im Beschluss steht nur Kamil V., nicht aber dessen Ehefrau, obwohl sie auch in der Wohnung lebt. Die Eigentümerin aber bräuchte einen neuen Titel. Sie einigt sich schließlich mit der Familie, die nun immerhin Aufschub bis Dienstag bekommt.
Die Familie wuchs – und das Problem mit dem Vermieter ebenso: Während einer Sanierung vor etwa drei Jahren war der Balkon lange nicht begehbar – die Familie V. blieb zwei Monatsmieten schuldig, „als Mietminderung“, wie Kamil V. sagt.
https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-ort29098/muenchen-zwangsraeumung-familie-wohnung-gerichtsvollzieher-coronavirus-miete-wende-13807707.html

Zitat
Acht Wochen bis zum Rausschmiss
In Neukölln regt sich Protest gegen die bevorstehende Zwangsräumung der Kollektivkneipe »Syndikat«
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1137887.kiezkneipe-syndikat-acht-wochen-bis-zum-rausschmiss.html

Zitat
Krebskranker Frau drohte die Zwangsräumung aus Pflegeheim
Karin Baumann kann Pflege im Heim nicht mehr bezahlen
https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-sinsheim-weiler-krebskranker-frau-drohte-die-zwangsraeumung-aus-pflegeheim-_arid,519591.html

Nao

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Re: Zwangsräumungen verhindern!
« Antwort #41 am: 19:46:29 So. 02.August 2020 »
Erfolgreicher Widerstand von Dorfbewohnern in Hongkong:

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/hongkonger-dorfbewohner-widersetzen-sich/




Kuddel

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Re: Zwangsräumungen verhindern!
« Antwort #42 am: 19:15:53 Fr. 13.November 2020 »
Zitat
Hamburg lässt wieder Wohnungen räumen: Hygienisch in die Obdachlosigkeit

Während der Coronapandemie ihre Wohnung zu verlieren, trifft Menschen besonders hart. Im Frühjahr hat der Senat Zwangsräumungen reduziert – um das Infektionsgeschehen zu verringern, vor allem aber um die eigenen Gerichtsvollzieher*innen zu schützen. Die Pause, von der natürlich auch die Mieter*innen profitierten, ist jedoch beendet. Im dritten Quartal 2020 gab es sogar mehr Zwangsräumungen als im Vorjahr.
https://www.labournet.de/?p=164645