Autor Thema: AMAZON  (Gelesen 118413 mal)

Frieden2001

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Re: AMAZON
« Antwort #450 am: 11:22:11 Di. 03.Dezember 2019 »
Schon den neuesten Amazon-Weihnachtswerbespot gesehen? Dort wird eine gutgelaunte Amazon-Paketfahrerin gezeigt, die in einem verschneiten US-Nobelviertel mit lauter Einfamilienhäusern a la "Kevin allein zu Haus" Pakete ausfährt und mit freundlichstem Lächeln an der Tür klingelt. Dazu singt sie zusammen mit lebendig gewordenen Amazon-Kartons während der Fahrt fröhliche Weihnachtslieder. Kurioserweise trägt die Paketbotin Arbeitskleidung in Amazon-Farben und einem Amazon-Logo auf der Jacke. So was gibt es aber meines Wissen nach nicht. Amazon führt grundsätzlich keine eigene Transportflotte, sondern lässt DHL, Hermes, DPD, GLS, Deutsche Post, TNT die Pakete ausliefern. Es wirkt gelogen, dass sich die Balken biegen. Wenn man das sieht, und weiß, wie die Realität aussieht, kommt einem das große Kotzen.

Dann gibt es noch einen Spot, der in einem Amazon-Logistikzentrum aufgenommen wurde. Den Dialekten der Leute dort nach zu urteilen sehr wahrscheinlich ein Logistikzentrum im Osten. Die Leute wirken gutgelaunt und sehr zufrieden, sprechen nur positiv über ihre Jobs. Ich frage mich, zu welchen Zugeständnissen Amazon bereit war, damit die Leute sich vor die Kamera stellen. Ich vermute aber eher, dass es gar keine Zugeständnisse gab, weil die Leute wohl einfach nur froh sind, dass sie überhaupt eine Arbeit haben.


Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #451 am: 12:04:58 Di. 03.Dezember 2019 »
Die Leute wirken gutgelaunt und sehr zufrieden, sprechen nur positiv über ihre Jobs. Ich frage mich, zu welchen Zugeständnissen Amazon bereit war, damit die Leute sich vor die Kamera stellen.

Leute machen sich vor einem Mikrophon oder einer Kamera gern zum Idioten, völlig freiwillig.
Da gibt es die Leute, die in Zwangsarbeitsmaßnahmen vom Jobcenter stecken und freudestrahlend erzählen, wie gut sie es finden, daß ihr Tag wieder eine Struktur kriegt. Bei den Amazon Interviews dürften auch Vorgesetzte hinter dem Kameramann gestanden haben. Und genommen werden nur die Aussagen, die passen.

Wenn Leute die Wahrheit erzählen über den Arbeitsplatz, lassen sie sich meist unkenntlich machen.

counselor

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Re: AMAZON
« Antwort #452 am: 12:40:23 Di. 03.Dezember 2019 »
@Frieden2001: Amazon hat seit Neuestem eigene Strukturen zur Auslieferung von Paketen. Nennt sich Amazon Logistics. Hier in Nürnberg hat Amazon deswegen am Hafen ein Verteilzentrum mit 90 Mitarbeitern eröffnet und in Eggolsheim ein Sortierzentrum. Die Fahrer sind allerdings bei Subunternehmern angestellt.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Frieden2001

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Re: AMAZON
« Antwort #453 am: 12:56:19 Di. 03.Dezember 2019 »
@Frieden2001: Amazon hat seit Neuestem eigene Strukturen zur Auslieferung von Paketen. Nennt sich Amazon Logistics. Hier in Nürnberg hat Amazon deswegen am Hafen ein Verteilzentrum mit 90 Mitarbeitern eröffnet und in Eggolsheim ein Sortierzentrum. Die Fahrer sind allerdings bei Subunternehmern angestellt.

Okay, das wusste ich noch nicht. Danke für den Hinweis.

Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #454 am: 16:50:39 Sa. 07.Dezember 2019 »
Wir sollten uns nicht zu lange über dumme Werbung ärgern. Werbung ist immer Mist.

Interessanter sind alle Dinge, die gegen die Macht von Amazon helfen.

Ein neues Video von Gelbwesten, die Amazon blockiert haben. Mein Französisch taugt nicht viel. Die Blockade scheint auch mithilfe von PKW durchgezogen worden zu sein. Das würde sich hierzulande niemand trauen.

https://www.youtube.com/watch?v=IQvZm9V8sAs

Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #455 am: 10:39:16 Di. 10.Dezember 2019 »
Zitat
Streik an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen geplant
Verdi ruft zu mehrtägigem "Adventsstreik" bei Amazon auf

Mit einem "Adventsstreik" an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen will die Gewerkschaft Verdi das Weihnachtsgeschäft des Online-Versandhändlers Amazon stören. Seit Mitternacht sind die Beschäftigten an den Standorten Rheinberg und Werne aufgerufen, bis einschließlich Samstag die Arbeit niederzulegen, wie die Gewerkschaft in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Verdi fordert seit Langem einen Tarifvertrag für die Amazon-Beschäftigten. 
http://www.dtoday.de/startseite/wirtschaft_artikel,-Verdi-ruft-zu-mehrtaegigem-Adventsstreik-bei-Amazon-auf-_arid,700120.html

counselor

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Re: AMAZON
« Antwort #456 am: 20:58:07 Di. 10.Dezember 2019 »
Zitat
MÖNCHENGLADBACH - Amazons neueste Abzocke

In diesem Jahr hat Amazon in Mönchengladbach sein viertes Logistikzentrum der Superlative in Deutschland eröffnet.

Der sechs Hektar große Koloss ist fast so groß wie das nahegelegene Fußballstadion von Borussia Mönchengladbach. Drinnen: 17 Kilometer Förderbänder mit 192 Paketrutschen und 34.000 Regalen, ausgelegt für über 10 Millionen einzelne Warenstücke. Die erstmals eingesetzten bis zu 4.000 Transportroboter verkürzen die Lieferzeiten der Bestellungen. Sie ersetzen allerdings nicht das schwere Heben und Verpacken von Hand von bis zu 300.000 Paketen am Tag.

Amazon bedient sich großzügig

Als einer der führenden Internetkonzerne kann sich Amazon auch in Deutschland der staatlichen Dienstleistungen großzügig bedienen. Das beginnt mit der kompletten Steuerverweigerung. Im Zeitalter der Digitalisierung diktieren diese Konzerne, dass Steuern nicht auf die Handelsumsätze am jeweiligen Standort erhoben werden, sondern nur auf die digitale Forschung und Entwicklung, die aber in den USA stattfindet.

 

Dank Freibeträgen ergab sich dort für 2018 ein Steuerbetrag von minus 1,5 Prozent. Im Steuerparadies Deutschland winken zugleich üppige staatliche Subventionen und Dienstleistungen - auf Kosten der Ausbeutung von Mensch und Natur.

Notlage von Migranten wird missbraucht

Die Bundesagentur für Arbeit hat in Mönchengladbach einen Sachbearbeiter nur für die Anwerbung von Arbeitskräften für Amazon abgestellt. Acht Wochen vor Eröffnung wurden in einem eigens angemieteten Ladenlokal in der Einkaufspassage hundert Bewerber am Tag auf die speziellen Anforderungen aussortiert: Nur wer die Prüfung Kisten heben - erst fünf, dann zehn, dann fünfzehn Kilo - bestand, durfte sich bewerben.


Bevorzugt wurden Ungelernte – mit der Voraussetzung: einfache Sprachkenntnisse. Dabei wurde gezielt die Notlage von Migranten missbraucht, die bisher bei anderen Bewerbungen abgelehnt worden waren. „Ich bin froh, dass ich überhaupt diese Stelle gefunden habe“, so die Antwort einer syrischen Arbeiterin. Sie gehört zu den 500 zum Start eingestellten Beschäftigten. Geplant sind 1.000, davon 20 Prozent Saisonarbeiter.

Mit acht Stunden Stehen, Heben, Bücken ohne besondere Entlastungsmöglichkeiten ist die Arbeit – so der ver.di-Handelsexperte Nils Börke - körperlich erheblich anstrengender, als bei vergleichbaren Versandhändlern wie Otto. Im Unterschied dazu liegt der Stundenlohn mit 11,27 Euro weit unter dem Handelstarif von 14,52 Euro. Mit dem neuen Logistikzentrum wird jetzt das Heer derer vergrößert, die einen unbeugsamen Kampf gegen diese untragbaren Lohn- und Arbeitsbedingungen führen.

Elektrofahrzuge gibt es erst ab 2021

Mönchengladbach ist Teil des europäischen Logistiknetzes von über 40 Zentren in sieben Ländern. Der Versand geht in die ganze Welt. Während die CDU und SPD mit ihrem „Klimapaket“ landauf, landab hausieren gehen, wird die umweltzerstörende Profitmacherei durch Amazon üppig gefördert. Nach wie vor lehnt dieser eine Umverpackung der Retouren ab, die täglich steigen und als „unrentierlich“ rücksichtslos verschrottet werden.

Dafür wurden alle Voraussetzungen geschaffen, um die Umwelt mit den täglichen hunderten von LKW weiter zu zerstören (Elektrofahrzeuge sind erst ab 2021 geplant). Für rund eine Million Euro wurden von der Stadt die Zufahrtsstraßen vergrößert und die Ampelschaltungen auf Vorrang für Amazon umgestellt. Dazu kamen noch drei neue öffentliche Buslinien, um Amazon auch noch einen Werksverkehr ins Gewerbegebiet zu ersparen.

 

Der Deal wurde klammheimlich durchgezogen, ohne die übliche Bürgerversammlung und ohne öffentliche Grundsteinlegung. Um nicht noch weiteres Öl in die inzwischen weltweit wachsenden Proteste gegen die Ausplünderung der Massen zu gießen, verzichtete Amazon großzügigst auf die Lohnzuschüsse vom Job-Center. Und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spendierte das Monopol auch noch eine Tischtennisplatte und einen Kicker sowie einen DJ Ötzi zur Weihnachtsfeier 2019.

Streik bis 21. Dezember in Rheinberg und Werne

Kein Wunder, dass bei so viel sozialer Milde und Herzenswärme Beschäftigte in Rheinberg und Werne jetzt erneut bis Samstag, 21. Dezember, in den Streik treten und für ihren Tarifvertrag kämpfen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw50/amazons-neueste-abzocke
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