Autor Thema: AMAZON  (Gelesen 125894 mal)

Frieden2001

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Re: AMAZON
« Antwort #450 am: 11:22:11 Di. 03.Dezember 2019 »
Schon den neuesten Amazon-Weihnachtswerbespot gesehen? Dort wird eine gutgelaunte Amazon-Paketfahrerin gezeigt, die in einem verschneiten US-Nobelviertel mit lauter Einfamilienhäusern a la "Kevin allein zu Haus" Pakete ausfährt und mit freundlichstem Lächeln an der Tür klingelt. Dazu singt sie zusammen mit lebendig gewordenen Amazon-Kartons während der Fahrt fröhliche Weihnachtslieder. Kurioserweise trägt die Paketbotin Arbeitskleidung in Amazon-Farben und einem Amazon-Logo auf der Jacke. So was gibt es aber meines Wissen nach nicht. Amazon führt grundsätzlich keine eigene Transportflotte, sondern lässt DHL, Hermes, DPD, GLS, Deutsche Post, TNT die Pakete ausliefern. Es wirkt gelogen, dass sich die Balken biegen. Wenn man das sieht, und weiß, wie die Realität aussieht, kommt einem das große Kotzen.

Dann gibt es noch einen Spot, der in einem Amazon-Logistikzentrum aufgenommen wurde. Den Dialekten der Leute dort nach zu urteilen sehr wahrscheinlich ein Logistikzentrum im Osten. Die Leute wirken gutgelaunt und sehr zufrieden, sprechen nur positiv über ihre Jobs. Ich frage mich, zu welchen Zugeständnissen Amazon bereit war, damit die Leute sich vor die Kamera stellen. Ich vermute aber eher, dass es gar keine Zugeständnisse gab, weil die Leute wohl einfach nur froh sind, dass sie überhaupt eine Arbeit haben.


Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #451 am: 12:04:58 Di. 03.Dezember 2019 »
Die Leute wirken gutgelaunt und sehr zufrieden, sprechen nur positiv über ihre Jobs. Ich frage mich, zu welchen Zugeständnissen Amazon bereit war, damit die Leute sich vor die Kamera stellen.

Leute machen sich vor einem Mikrophon oder einer Kamera gern zum Idioten, völlig freiwillig.
Da gibt es die Leute, die in Zwangsarbeitsmaßnahmen vom Jobcenter stecken und freudestrahlend erzählen, wie gut sie es finden, daß ihr Tag wieder eine Struktur kriegt. Bei den Amazon Interviews dürften auch Vorgesetzte hinter dem Kameramann gestanden haben. Und genommen werden nur die Aussagen, die passen.

Wenn Leute die Wahrheit erzählen über den Arbeitsplatz, lassen sie sich meist unkenntlich machen.

counselor

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Re: AMAZON
« Antwort #452 am: 12:40:23 Di. 03.Dezember 2019 »
@Frieden2001: Amazon hat seit Neuestem eigene Strukturen zur Auslieferung von Paketen. Nennt sich Amazon Logistics. Hier in Nürnberg hat Amazon deswegen am Hafen ein Verteilzentrum mit 90 Mitarbeitern eröffnet und in Eggolsheim ein Sortierzentrum. Die Fahrer sind allerdings bei Subunternehmern angestellt.
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Frieden2001

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Re: AMAZON
« Antwort #453 am: 12:56:19 Di. 03.Dezember 2019 »
@Frieden2001: Amazon hat seit Neuestem eigene Strukturen zur Auslieferung von Paketen. Nennt sich Amazon Logistics. Hier in Nürnberg hat Amazon deswegen am Hafen ein Verteilzentrum mit 90 Mitarbeitern eröffnet und in Eggolsheim ein Sortierzentrum. Die Fahrer sind allerdings bei Subunternehmern angestellt.

Okay, das wusste ich noch nicht. Danke für den Hinweis.

Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #454 am: 16:50:39 Sa. 07.Dezember 2019 »
Wir sollten uns nicht zu lange über dumme Werbung ärgern. Werbung ist immer Mist.

Interessanter sind alle Dinge, die gegen die Macht von Amazon helfen.

Ein neues Video von Gelbwesten, die Amazon blockiert haben. Mein Französisch taugt nicht viel. Die Blockade scheint auch mithilfe von PKW durchgezogen worden zu sein. Das würde sich hierzulande niemand trauen.


Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #455 am: 10:39:16 Di. 10.Dezember 2019 »
Zitat
Streik an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen geplant
Verdi ruft zu mehrtägigem "Adventsstreik" bei Amazon auf

Mit einem "Adventsstreik" an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen will die Gewerkschaft Verdi das Weihnachtsgeschäft des Online-Versandhändlers Amazon stören. Seit Mitternacht sind die Beschäftigten an den Standorten Rheinberg und Werne aufgerufen, bis einschließlich Samstag die Arbeit niederzulegen, wie die Gewerkschaft in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Verdi fordert seit Langem einen Tarifvertrag für die Amazon-Beschäftigten. 
http://www.dtoday.de/startseite/wirtschaft_artikel,-Verdi-ruft-zu-mehrtaegigem-Adventsstreik-bei-Amazon-auf-_arid,700120.html

counselor

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Re: AMAZON
« Antwort #456 am: 20:58:07 Di. 10.Dezember 2019 »
Zitat
MÖNCHENGLADBACH - Amazons neueste Abzocke

In diesem Jahr hat Amazon in Mönchengladbach sein viertes Logistikzentrum der Superlative in Deutschland eröffnet.

Der sechs Hektar große Koloss ist fast so groß wie das nahegelegene Fußballstadion von Borussia Mönchengladbach. Drinnen: 17 Kilometer Förderbänder mit 192 Paketrutschen und 34.000 Regalen, ausgelegt für über 10 Millionen einzelne Warenstücke. Die erstmals eingesetzten bis zu 4.000 Transportroboter verkürzen die Lieferzeiten der Bestellungen. Sie ersetzen allerdings nicht das schwere Heben und Verpacken von Hand von bis zu 300.000 Paketen am Tag.

Amazon bedient sich großzügig

Als einer der führenden Internetkonzerne kann sich Amazon auch in Deutschland der staatlichen Dienstleistungen großzügig bedienen. Das beginnt mit der kompletten Steuerverweigerung. Im Zeitalter der Digitalisierung diktieren diese Konzerne, dass Steuern nicht auf die Handelsumsätze am jeweiligen Standort erhoben werden, sondern nur auf die digitale Forschung und Entwicklung, die aber in den USA stattfindet.

 

Dank Freibeträgen ergab sich dort für 2018 ein Steuerbetrag von minus 1,5 Prozent. Im Steuerparadies Deutschland winken zugleich üppige staatliche Subventionen und Dienstleistungen - auf Kosten der Ausbeutung von Mensch und Natur.

Notlage von Migranten wird missbraucht

Die Bundesagentur für Arbeit hat in Mönchengladbach einen Sachbearbeiter nur für die Anwerbung von Arbeitskräften für Amazon abgestellt. Acht Wochen vor Eröffnung wurden in einem eigens angemieteten Ladenlokal in der Einkaufspassage hundert Bewerber am Tag auf die speziellen Anforderungen aussortiert: Nur wer die Prüfung Kisten heben - erst fünf, dann zehn, dann fünfzehn Kilo - bestand, durfte sich bewerben.


Bevorzugt wurden Ungelernte – mit der Voraussetzung: einfache Sprachkenntnisse. Dabei wurde gezielt die Notlage von Migranten missbraucht, die bisher bei anderen Bewerbungen abgelehnt worden waren. „Ich bin froh, dass ich überhaupt diese Stelle gefunden habe“, so die Antwort einer syrischen Arbeiterin. Sie gehört zu den 500 zum Start eingestellten Beschäftigten. Geplant sind 1.000, davon 20 Prozent Saisonarbeiter.

Mit acht Stunden Stehen, Heben, Bücken ohne besondere Entlastungsmöglichkeiten ist die Arbeit – so der ver.di-Handelsexperte Nils Börke - körperlich erheblich anstrengender, als bei vergleichbaren Versandhändlern wie Otto. Im Unterschied dazu liegt der Stundenlohn mit 11,27 Euro weit unter dem Handelstarif von 14,52 Euro. Mit dem neuen Logistikzentrum wird jetzt das Heer derer vergrößert, die einen unbeugsamen Kampf gegen diese untragbaren Lohn- und Arbeitsbedingungen führen.

Elektrofahrzuge gibt es erst ab 2021

Mönchengladbach ist Teil des europäischen Logistiknetzes von über 40 Zentren in sieben Ländern. Der Versand geht in die ganze Welt. Während die CDU und SPD mit ihrem „Klimapaket“ landauf, landab hausieren gehen, wird die umweltzerstörende Profitmacherei durch Amazon üppig gefördert. Nach wie vor lehnt dieser eine Umverpackung der Retouren ab, die täglich steigen und als „unrentierlich“ rücksichtslos verschrottet werden.

Dafür wurden alle Voraussetzungen geschaffen, um die Umwelt mit den täglichen hunderten von LKW weiter zu zerstören (Elektrofahrzeuge sind erst ab 2021 geplant). Für rund eine Million Euro wurden von der Stadt die Zufahrtsstraßen vergrößert und die Ampelschaltungen auf Vorrang für Amazon umgestellt. Dazu kamen noch drei neue öffentliche Buslinien, um Amazon auch noch einen Werksverkehr ins Gewerbegebiet zu ersparen.

 

Der Deal wurde klammheimlich durchgezogen, ohne die übliche Bürgerversammlung und ohne öffentliche Grundsteinlegung. Um nicht noch weiteres Öl in die inzwischen weltweit wachsenden Proteste gegen die Ausplünderung der Massen zu gießen, verzichtete Amazon großzügigst auf die Lohnzuschüsse vom Job-Center. Und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spendierte das Monopol auch noch eine Tischtennisplatte und einen Kicker sowie einen DJ Ötzi zur Weihnachtsfeier 2019.

Streik bis 21. Dezember in Rheinberg und Werne

Kein Wunder, dass bei so viel sozialer Milde und Herzenswärme Beschäftigte in Rheinberg und Werne jetzt erneut bis Samstag, 21. Dezember, in den Streik treten und für ihren Tarifvertrag kämpfen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw50/amazons-neueste-abzocke
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Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #457 am: 17:44:01 So. 15.Dezember 2019 »
Zitat
In der kompletten Woche vor Weihnachten könnte der Amazon-Standort in Bad Hersfeld bestreikt werden. Seit 2013 dauert der Tarifkonflikt nun schon an.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/online-haendler-verdi-ruft-in-tarifkonflikt-zu-streik-bei-amazon-auf/25337442.html?ticket=ST-32867648-65gI1SXdHsEc0UgCnpcH-ap3

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Re: AMAZON
« Antwort #458 am: 18:20:36 Mi. 18.Dezember 2019 »
Zitat
AMAZON - „Streik! Wir streiken!“

Wir freuen uns, erneut einen Orginalbericht von einem Kollegen der bis vor kurzem streikenden Amazon-Belegschaft veröffentlichen zu können:

Dienstag, 10. Dezember, 0.00 Uhr: Unsere Streik-Trillerpfeifen erschallten in den Amazon-Hallen, überall - unüberhörbar … "Streik! Wir streiken! Eure Gewerkschaft ruft Euch zum Streik auf!!! Schließt Euch uns an! Kommt mit uns auf die Straße!!!", hallten die Rufe der gewerkschaftlichen Vertrauensleute durch die Gänge.

Überall erblickte ich erfreute und erleichterte Gesichter: "Na, endlich - wurde auch Zeit!", so war der allgemeine Tenor. Man könnte wirklich sagen, dass die Kolleginnen und Kollegen in Massen aus den Gebäuden strömten; die Mienen der Manager und Leads (quasi "Abteilungsleiter" und "Erstverkäufer", wenn man die Einzelhandels-Vorgesetztenliste nehmen möchte) waren dementsprechend "leicht" säuerlich - ausgerechnet im sogenannten "Peak“- (Spitzen-) Monat, wo Onkel Jeff Bezos (Chef von Amazon, Anm. d. Red.) die höchsten Umsätze erwartet! Ja, genau deswegen, denn genau dann tut es ihm weh - denn warum sonst sollte ein sogenannter "Anwesenheits-Bonus" (wir sagen dazu allerdings "Streikbrecher-Prämie") ausgelobt worden sein ?!

Draußen ging es direkt zur Streikgeld-Erfassung, bei Nacht, kaum Licht - und Fieselregen ... es gibt schöneres; wie zum Beispiel die strahlenden Gesichter der Aktiv-Streikenden, als verkündet wurde, dass der Streik diesmal eine Woche dauern sollte.

Nach anfänglichem leichten Chaos bei den Streikgeld-Eintragungen wurden die nicht zu übersehenden Streikbanner aufgehängt. Verschiedene WDR-Berichte wurden übertragen.

Wir konnten insgesamt etwa 500 Kolleginnen und Kollegen zum Streik aus den Hallen holen - eine gute Zahl, die allerdings noch ausbaufähig ist. "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren."

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw51/streik-wir-streiken
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Re: AMAZON
« Antwort #459 am: 16:05:47 Fr. 27.Dezember 2019 »
Zitat
Neuer Streik bei Amazon in Graben bei Augsburg

Kaum ist Weihnachten vorbei, erreicht die Streikwelle der Amazon-Beschäftigten nun auch den Standort in Graben. Mit Beginn der Frühschicht ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nun auch dort zum Arbeitskampf auf.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/neuer-streik-bei-amazon-in-graben-bei-augsburg,RlmXrGL
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Re: AMAZON
« Antwort #460 am: 07:25:52 Mo. 06.Januar 2020 »
Zitat
Amazon denkt über Läden in deutschen Fußgängerzonen nach

In einigen Ländern gibt es sie schon: klassische Läden von Amazon. Jetzt denkt der Internethändler auch in Deutschland über Geschäfte in den Fußgängerzonen nach. Ein Laden-Modell des US-Konzerns funktioniert ganz ohne Kasse.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article204755410/Handel-Amazon-denkt-ueber-Laeden-in-deutschen-Fussgaengerzonen-nach.html
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Re: AMAZON
« Antwort #461 am: 09:05:57 Mo. 06.Januar 2020 »
Man sollte sich Gedanken über die Gesamtstrategie von Amazon machen.
Ich habe lange Zeit nicht verstanden, wie es möglich ist, daß Amazon seit Ewigkeiten mit dem Versandhandel keinen Gewinn macht, Jeff Bezos aber der reichste Mensch der Welt geworden ist.

Amazon verdient auf diversen Geschäftsfeldern, dealt mit Daten, ist einer der führenden Anbieter von Datenspeichern (ein großer Teil der Date der US Regierung liegen auf Bezos Servern), betreibt eine Fluglinie, da ist ein kurzfristiger Gewinn im Versandhandel nicht nötig. Dort experimentiert man ständig mit neuen Gebieten, frische Lebensmittel oder Gebrauchtwagenhandel zum Beispiel.

Es geht darum, den Einzelhandel zu zerschlagen. Hat man die lästige Konkurrenz erst einmal aus dem Weg geräumt, hat man freie Hand, nicht nur bei der Preisgestaltung.

Insgesamt sollten wir uns solche Gedanken zu anderen Feldern machen. Netflix zum Beispiel. Denen geht es auch weniger um den kurzfristigen Profit. Erst einmal wird die klassische Filmindustrie aus dem Weg geräumt, sowohl Produktion, alsauch Vertrieb, dann können sie auch bestimmen was produziert wird, den Preis sowieso. Achja, Amazon hat auch einen Netflix Konkurrenten aufgebaut.

counselor

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Re: AMAZON
« Antwort #462 am: 18:38:02 Di. 28.Januar 2020 »
Zitat
USA - Beschäftigte kritisieren Umweltpolitik von Amazon

Über 340 Beschäftigte von Amazon veröffentlichten einen offenen Brief, in dem sie das Versagen ihrer Firma angesichts der krisenhaften Entwicklung des Weltklimas kritisieren. Sie widersetzten sich damit einer ausdrücklichen Festlegung. Die verbietet Amazon-Mitarbeitern Äußerungen über die Geschäftspolitik ohne vorherige Genehmigung durch die Firmenleitung. Diese Festlegung erfolgte im September 2019, als Amazon-Mitarbeiter ankündigten, an dem weltweiten Klimastreiktag teilzunehmen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw05/mitarbeiter-kritisieren-umweltpolitik-von-amazon
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Kuddel

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Re: AMAZON
« Antwort #463 am: 19:45:05 Fr. 27.März 2020 »
Zitat
Person der Woche
Jeff Bezos Der weltgrößte Corona-Profiteur

Die Coronakrise treibt Einzelhändler reihenweise in den Ruin. Amazon profitiert dagegen vom Onlinehandelsboom und stellt schlagartig 100.000 neue Mitarbeiter ein. Jeff Bezos macht zehn Milliarden Euro in zehn Tagen.


Amazon geht es dieser Corona-Tage nicht gut. Es geht dem Onlinegiganten spektakulär prächtig. Die Geschäfte boomen wie noch nie, das Unternehmen will auf einen Schlag 100.000 neue Mitarbeiter einstellen. Und je düsterer die Pandemie-Nachrichten werden, desto mehr strahlt das Amazon-Smile-Logo. Seit dem 12. März, als US-Präsident Donald Trump das Einreiseverbot für Europäer verhängt hat, ist die Amazon-Aktie inmitten eines historischen Börsenmassakers um rund 15 Prozent emporgeschnellt.

Der Konzern hat binnen 10 Tagen um etwa 100 Milliarden Euro an Marktwert zugelegt. Sein Gründer und Hauptaktionär Jeff Bezos ist damit in nicht einmal zwei Wochen um gut 10 Milliarden Euro reicher geworden. Kein Mensch auf der Welt hat mehr vom Coronavirus profitiert als der ohnedies reichste Mann der Welt.
https://www.n-tv.de/politik/Der-weltgroesste-Corona-Profiteur-article21664237.html?utm_source=pocket-newtab

ManOfConstantSorrow

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Re: AMAZON
« Antwort #464 am: 10:09:51 Mi. 15.April 2020 »
Zitat
Amazon entließ zwei Mitarbeiter, die sich kritisch über den Umgang des Unternehmens mit der Corona-Krise äußerten, wie die Washington Post am Montag bekannt gab.
https://www.businessinsider.de/wirtschaft/amazon-schmeisst-zwei-mitarbeiter-raus-die-arbeitsbedingungen-kritisieren-2020-4/

Zitat
Boom auf Kosten der Angestellten?

Amazon profitiert von der Corona-Krise und will Zehntausende Jobs schaffen. Zugleich versucht der Konzern, sich als Wohltäter darzustellen. Doch Amazon-Mitarbeiter in den USA beschreiben ihren Arbeitgeber ganz anders.

(...)
 Er erzählt gegenüber dem Radiosender NPR, dass er lieber unbezahlt zu Hause sei, seitdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde: "Ich berühre jeden Tag, an dem ich dort arbeite, mehr als 2000 verschiedene Gegenstände. Und ich trage dabei keinen Schutz."

Unzureichende Desinfektion, zu wenig Mindestabstand in Warenhäusern: Diese Kritik gab es von einigen Warenhaus-Mitarbeitern verteilt über die USA.

Proteste und Streik


Ende März hatte es Proteste und Arbeitsniederlegungen in Staten Island gegeben. Der Streik wurde von dem Lagerarbeiter Chris Smalls angeführt. Er kritisierte Amazon unter anderem auch dafür, dass die Mitarbeiter nur dann "paid sick leave" bekommen - also bezahlt krank zu Hause bleiben dürfen - wenn sie nachweisen, dass sie mit Covid-19 infiziert sind. Doch die Tests seien rar, kritisierte Smalls in einem TV-Interview: "Man braucht viel Glück, um im Bundesstaat New York den Test zu bekommen. Und dann dauert es Tage bis man das Ergebnis hat."

An diesen Tagen werden die Mitarbeiter nicht bezahlt - denn Angestellte in den USA haben kein Recht auf bezahlte Krankentage. Das war schon vor der Corona-Krise ein Problem für viele Arbeitnehmer.
(...)
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon-265.html

Zitat
USA und Frankreich
Amazon erhält Auflagen für Corona-Schutz und entlässt kritische Mitarbeiter


Nach einem Gerichtsbeschluss soll Amazon in Frankreich vorerst nur noch Lebensmittel sowie Hygiene- und Medizinprodukte liefern. Das Gericht im Pariser Vorort Nanterre erklärte am Dienstag, dass Amazon seine Verpflichtung zum Schutz der Angestellten in den Logistiklagern nicht erfüllt habe. In allen Lagern solle nun eine Risikobewertung durchgeführt werden, zudem müssten erforderliche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen von Amazon eingeleitet werden, berichtet Heise.

Amazon zeigte sich mit der Entscheidung nicht einverstanden und ließ mitteilen, dass man versuchen werde, schnell „zu verstehen, was das für unseren Betrieb in Frankreich bedeutet“. Amazon habe in den letzten vier Wochen 1,5 Millionen Schutzmasken und 27.000 Liter Händedesinfektionsmittel an seine französischen Logistikstandorte geliefert. Sofern sich Amazon nicht schnell um die vom Gericht festgestellten Versäumnisse kümmert, könnte es teuer werden: Laut Gerichtsurteil drohe für jeden Tag, an dem Amazon den geforderten Gesundheitsstandards nicht nachkomme, eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro.

Probleme mit der Gewerkschaft

Die Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires hatte die Verfügung gegen Amazon beantragt. Der Vorwurf lautete, dass Amazon in den Lagern nicht die Möglichkeit biete, geforderte Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus einzuhalten. Diese Vorwürfe sind für Amazon nicht neu und häuften sich zuletzt. Im Logistiklager in Staten Island in den USA organisierte der Amazon-Mitarbeiter Chriss Smalls einen Streik, um auf die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen hinzuweisen. Kurz darauf wurde er entlassen. Die Begründung lautete kurioserweise, dass er die Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten hätte.

Vor wenigen Tagen ist Amazon erneut gegen kritische Mitarbeiter vorgegangen. Die UX-Designerin Emily Cunningham und ihre Kollegin Maren Costa wurden am Freitag entlassen. Cunningham habe sich „mehrfach internen Vorgaben widersetzt“, teilte Amazon mit. Cunningham ist eine große Kritikerin ihres ehemaligen Arbeitgebers und äußert diese Kritik häufig auf Twitter. So warf sie Amazon mangelnden Klimaschutz vor und kritisierte besonders in den vergangenen Wochen die Arbeitsbedingungen in den Amazon-Logistiklagern, in denen die Mitarbeiter nicht ausreichend vor Covid-19 geschützt werden.

Schon zu Jahresbeginn hatte Amazon Cunningham – die auch Mitglied der Mitarbeitergruppe Amazon Employees for Climate Justice ist – mit Entlassung gedroht. Man respektiere die Kritik von Mitarbeitern, kritische Mitarbeiter genössen aber keine pauschale Immunität, um sich internen Vorgaben zu widersetzen, teilte Amazon dem Spiegel zufolge mit. Diese geben vor, dass Angestellte nur mit Erlaubnis ihrer Vorgesetzten öffentlich über die Geschäfte des Konzerns sprechen dürfen.
https://www.onlinehaendler-news.de/online-handel/marktplaetze/132807-amazon-auflagen-corona-schutz-entlaesst-kritische-mitarbeiter
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!