Autor Thema: Demokratie  (Gelesen 34891 mal)

ManOfConstantSorrow

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Demokratie
« am: 09:20:17 Mo. 24.Juni 2013 »
Man sollte auch Themen diskutieren, die nicht en vogue sind.

Eigentlich streben wir ja demokratische Verhältnisse an, oder lieber "echte Demokratie"...

Aber was will die schweigende Mehrheit? Gedanken darüber lehren mich das Fürchten. Ich habe den Eindruck, daß ein Großteil der Menschen panische Angst vor der Möglichkeit hat etwas ändern zu können. Man möchte sich verstecken können hinter einem "das muß so sein!" oder "wir können nichts machen!", ja, man will es förmlich "alternativlos". Man wünscht sich einen guten Diktator, der einem alles abnimmt, aber notfalls tut es auch ein Diktator, der nicht so gut ist, ggf. nimmt man ein anonymes, brutales und zerstörerisches System, egal, Hauptsache es befreit den Einzelnen vor persönlicher Verantwortung. Eigenverantwortung und Verantwortung für ein Gemeinwesen scheint einem Großteil der Bevölkerung der absolute Horror zu sein und man zieht Unfreiheit und weiteres Unbill der Möglichkeit selbst zu entscheiden vor.

Ja, ich weiß, es gibt als Voraussetzung dafür das marode Bildungssystem, das Menschen unwissend und orientierungslos hält und natürlich gibt es weltweit die verschissenen Medien und deren durchsichtige Rolle. Aber reicht das als Erklärung?

In Ägypten haben wütende Demonstranten Mubarak aus dem Amt gejagt und dann hat bei den Wahlen die Mehrheit für die verkackten Muslimbrüder gestimmt. In der Türkei würde die Mehrheit bei einer Wahl heute wohl wieder Erdogan wählen. Angeblich gibt es im italienenschen Wahlvolk gerade wieder eine Mehrheit für Belusconi. Weißrußland gilt als letzte Diktatur Europas. Die Opposition erklärt die Wahlen mit über 90% der Stimmen für Lukaschenko für gefälscht und hält Zahlen von über 70% für den Diktator für realistischer. Daß er eine Unterstützung durch die Mehrheit der Bevölkerung hat, da ist sie sicher. In Frankreich sympathisiert jeder 3. mit der faschistischen Front National. Und in Deutschland wählt die Mehrheit auch in 1000 Jahren noch Merkel.

Ich hasse die skupellose herrschende Klasse abgrundtief. Doch ich fürchte die anonyme graue Masse, diese Lemminge, in ihrer Dummheit und Feigheit, in ihrer Spießigkeit und Boshaftigkeit, kein Stück weniger.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Eivisskat

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Re:Demokratie
« Antwort #1 am: 10:18:27 Mo. 24.Juni 2013 »
Zitat
Doch ich fürchte die anonyme graue Masse, diese Lemminge, in ihrer Dummheit und Feigheit, in ihrer Spießigkeit und Boshaftigkeit, kein Stück weniger.

Boshaftigkeit vielleicht nicht mal unbedingt, aber es träumt sich eben Jeder seine eigene Realität zurecht, die häufig sehr abstrakt und ungenau ist.

Wie ist es sonst zu erklären, dass z.B. immer mehr selbstständige Ladenbesitzer, (Zahn)-Ärzte, Augenoptiker, Handwerksbetriebe, Touristik, usw., usw. sich bitter beklagen, dass ihre Produkte nicht mehr gekauft werden und sie sich immer mehr dafür anstrengen müssen,

sie aber gleichzeitig weiterhin mit der Massenverarmung durch H4 (und den entsprechenden Parteien) einverstanden sind,

aber nicht einsehen wollen, dass sie selbst dafür durchaus mit-verantwortlich sind, wenn immer weniger Leute sich ihr Zeug leisten können.


*Sprachlos...*

 ???


Efeu

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Re:Demokratie
« Antwort #2 am: 21:51:14 Di. 12.November 2013 »
Gregor Gysi macht Angela Merkel im deutschen Bundestag fertig

Zitat


In den Koalitionsgesprächen haben sich SPD und CSU für mehr direkte Demokratie ausgesprochen. Nur die CDU blockiert noch. Wenn wir die Befürworter jetzt stärken, können wir bundesweite Volksentscheide durchsetzen!

Unterzeichne auch Du den Campact-Appell and die Koalitionsverhandler:

https://www.campact.de/Volksentscheid-Aktion

Zitat
Jetzt Chance für mehr Demokratie nutzen

Seit Jahren scheitert die Einführung bundesweiter Volksentscheide an der Union. Doch nun fordern SPD und CSU mehr direkte Demokratie im Koalitionsvertrag. Die CDU ist in die Defensive geraten. In diesem Punkt müssen wir SPD und CSU jetzt den Rücken stärken.

https://www.campact.de/Volksentscheid-Aktion


In vielen Gemeinden und Bundesländern können wir längst in Volksentscheiden abstimmen. Bislang haben sich die Unionsparteien jedoch stets geweigert, solche Entscheide auf Bundesebene einzuführen. Nun ist in den Koalitionsverhandlungen plötzlich Bewegung in die Sache gekommen: In seltener Eintracht befürworten CSU und SPD die Stärkung direkter Demokratie auf Bundesebene. Die CDU ist in die Defensive geraten.

Kommen bundesweite Volksentscheide? Dies entscheiden die Parteispitzen wohl schon nächste Woche. Daher wollen wir CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigen, wie wichtig den Bürger/innen direkte Demokratie ist: Sie sollen standhaft bleiben und nicht einknicken. Zusammen mit unseren Kampagnenpartnern Campact, Mehr Demokratie e.V. und Omnibus für Direkte Demokratie möchten wir ihnen am nächsten Mittwoch unseren gemeinsamen Appell persönlich überreichen. Bis dahin wollen wir 99.999 Unterstützer/innen gewinnen – und Sie!

Hier klicken und den Appell direkt online unterzeichnen:
https://www.campact.de/volksentscheid/appell/

Damit bundesweite Volksentscheide eingeführt werden können, muss das Grundgesetz mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag geändert werden. Über eine solche Mehrheit verfügt nur eine Große Koalition. Die jetzigen Koalitionsverhandlungen bieten also eine Chance, die sich frühestens in vier Jahren wieder ergibt: Entweder einigen sich Union und SPD jetzt und stärken die direkte Demokratie – oder es passiert die nächsten Jahre nichts.

Der Verein „Mehr Demokratie“ hat ein detailliertes Konzept für bundesweite Volksentscheide entwickelt: Zunächst muss eine Volksinitiative 100.000 Unterschriften für einen Gesetzesentwurf sammeln, der dann dem Bundestag zur Beratung vorgelegt wird. Lehnt das Parlament den Vorschlag ab, kann ein Volksbegehren eingeleitet werden. Damit es Erfolg hat, müssen in sechs Monaten eine Million Unterschriften zusammenkommen. Dann wird der Gesetzesentwurf der Gesamtbevölkerung zum Volksentscheid vorgelegt. Den Ausgang bestimmt – wie bei Wahlen – die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Mittlerweile befürworten neun von zehn Bürger/innen bundesweite Volksentscheide. Es gibt nur wenige politische Forderungen, die von so vielen Menschen geteilt werden. Das ist ein Erfolg unserer Partner des Appells Mehr Demokratie e.V. und Omnibus für Direkte Demokratie, die wie openPetition seit Jahren unermüdlich für mehr Direktdemokratie streiten. Die riesige Zustimmung in der Bevölkerung können wir jetzt in echten politischen Fortschritt verwandeln – mit Ihrer Hilfe:

Jetzt Appell für bundesweite Volksentscheide unterzeichnen....
https://www.campact.de/volksentscheid/appell/

Mehr Hintergrund im 5-Minuten-Info von Campact...
https://www.campact.de/volksentscheid/appell/5-minuten-info/

Vielen Dank und herzliche Grüße

Jörg Mitzlaff und Fritz Schadow von openPetition

BGS

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Re:Demokratie
« Antwort #3 am: 17:54:51 Do. 19.Dezember 2013 »
"Demokratie - die Hure der freien Welt

Die Demokratie, die Heilige Kuh der modernen Welt, befindet sich in der Krise. Und es ist eine tiefgreifende Krise. Im Namen der Demokratie werden alle Arten von Verbrechen begangen. Aus ihr wurde wenig mehr als ein ausgehöhltes Wort, eine hübsche Schale, jeglichen Inhalts oder Sinns entleert. Sie ist so, wie man sie haben will.

Die Demokratie ist die Hure der freien Welt, bereit, sich nach Wunsch an- und auszuziehen, bereit, die verschiedensten Geschmäcker zufrieden zu stellen. Man nutzt und missbraucht sie nach Belieben. Bis vor kurzem, noch in die 1980er Jahre hinein, schien es so, als könnte die Demokratie tatsächlich ein gewisses Maß an echter sozialer Gerechtigkeit gewährleisten.

Aber moderne Demokratien existieren lange genug, und neoliberal Kapitalisten hatten genug Zeit, um zu lernen, wie man sie untergräbt. Sie verstehen sich meisterlich in der Technik, die Instrumente der Demokratie zu infiltrieren – die “unabhängige” Justiz, die “freie”! Presse, das Parlament – und sie zu ihren Zwecken umzuformen.“ Arundhati Roy, indische Schriftstellerin und Globalisierungskritikerin.

Quelle: http://zunderpilz.wordpress.com/2013/12/19/demokratie-die-hure-der-freien-welt

"Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund"
Von Wolfgang J. Koschnick 19.12.2013

"Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr - Teil 1"

"... Die demokratischen Systeme dieser Welt stehen vor tief greifenden Erschütterungen. Wer das als normaler Bürger miterlebt, glaubt mitunter noch, dass in seinem Lande gerade eine besonders unfähige Regierung am Werk ist, dass bei der nächsten Wahl alles anders wird und dass zurzeit zwar eine Krise die nächste jagt, bald aber auch wieder bessere Zeiten kommen.

Doch wer das glaubt, täuscht sich. Die entwickelten Demokratien in aller Welt - von den USA über Europa bis Japan - stehen vor dem gleichen Elend: Zwischen den Völkern und ihren Politikern ist ein tiefer Graben der Entfremdung aufgerissen, die Prozesse der politischen Willensbildung sind völlig erstarrt, die Menschen haben kein Vertrauen mehr in das politische System, in den Parlamenten und den politischen Parteien herrschen Hierarchien, es geht nicht mehr demokratisch zu, die Volksvertretungen nicken Regierungsentscheidungen nur noch ab, wichtige Entscheidungen werden in Hinterstuben getroffen, die politischen Institutionen sind handlungsunfähig, die Politiker taugen nichts, und der Staat ist bis über die Ohren verschuldet.

Die politische Krise ist die Folge einer strukturellen Reformunfähigkeit der Institutionen und ihrer Politiker, einer wachsenden Kluft zwischen den Bürgern und Regierungen, zwischen Wählern und Volksvertretern, zwischen Gesellschaft und Staat. Als Regierungsform stoßen die Demokratien an ihre Grenzen, weil sie nicht mehr leisten, wozu sie da sind: die Interessen aller zu wahren und ihren Völkern ein gutes Leben zu ermöglichen. Sie dienen nicht mehr dem Gemeinwohl, sondern nur noch den Interessen einzelner Gruppen.

Längst haben Oligarchien die Herrschaft übernommen


Alle entwickelten Demokratien stehen in einer ähnlichen existenziellen Fundamentalkrise, und weite Teile der Bevölkerung verachten diejenigen, die sie regieren. In der Bevölkerung vieler demokratischer Staaten wächst der Widerstand gegen die Willkür der Repräsentanten, die von vielen nicht länger als Vertreter des Volkes angesehen werden.

Die Völker der demokratischen Staaten sehen sich von Oligarchien beherrscht, die ihre eigenen, höchst eigennützigen Interessen verfolgen und sich nicht mehr um die wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Interessen der Menschen scheren, die sie eigentlich vertreten sollen. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik aller entwickelten Demokratien geht in immer stärkerem Maße an den Bedürfnissen der Bevölkerungsmehrheit vorbei und richtet sich zunehmend gegen die eigene Bevölkerung.

Es mehren sich die Zweifel, ob die herrschenden Demokratien überhaupt noch handlungsfähig sind; denn die eigentliche Krise ist die Krise der repräsentativen Demokratie. Die strukturellen Schwächen dieses Ordnungssystems treten heute so krass hervor wie nie zuvor. Eine erfolgreiche Krisenbewältigung würde einen radikalen Politikwandel erfordern. Das jedoch können auf Wahlerfolge und Machterhalt fixierte, kurzsichtig orientierte politische Parteien systembedingt kaum leisten.

Das erklärt auch, weshalb dringende Reformen unterbleiben und Schulden angehäuft werden. Doch der Reformbedarf ist immens. Bisher haben alle Demokraten stets geglaubt, kein Ordnungssystem sei so fähig, sich selbst zu reformieren, wie die Demokratie. Doch der Zustand der entwickelten Demokratien unserer Zeit lehrt das Gegenteil. Das System ist in totaler Unbeweglichkeit erstarrt. Die Krise der Demokratie ist tatsächlich da.

Viele hoffen noch immer, dass Demokraten mit den Problemen einer Gesellschaft besser fertig werden als Diktatoren. Das läuft auf das Pfeifen im Walde und auf die vage Hoffnung hinaus, dass weiter gut gehen wird, was in der Vergangenheit schon nicht funktioniert hat. Es bliebe dann nur das Vertrauen, dass die demokratischen Institutionen und ihre Repräsentanten alle Probleme doch noch lösen können. Doch genau dieses Vertrauen ist verloren. Denn es sind eben diese Repräsentanten, die alle Probleme selbst geschaffen haben, die sie nun nicht lösen können.

Die demokratischen Systeme dieser Welt sind in wachsendem, wenn auch von Land zu Land sehr unterschiedlichem Maße zu Oligarchien mutiert und stehen vor dem Zusammenbruch. Es kann sich noch viele Jahre hinziehen, bis sie vollständig kollabieren. Aber der Kollaps ist unausweichlich.

Sind Demokratien ein Überbleibsel des 19. Jahrhunderts?

Um dem Kollaps zu entgehen, darf es keine Tabus geben. Auch keine Tabus beim Nachdenken über die Demokratie. Ob es eine Alternative zur Demokratie gibt, die nicht auf Diktatur oder den autoritären Staat hinausläuft, kann man erst wissen, wenn man darüber nachdenkt, ob es eine revolutionär neue, alternative politische Ordnung jenseits der traditionellen repräsentativen Demokratie gibt, die dennoch ein Rechtsstaat bleibt, die Menschen- und Bürgerrechte wahrt und zugleich Lösungen für die demokratisch offensichtlich nicht mehr lösbaren Menschheitsprobleme verheißt.

Das bestehende politische System hat sich überlebt und passt nicht mehr ins 3. Jahrtausend. Es hat die repräsentativen Demokratien der Welt in eine strukturelle Schuldenkrise geführt, aus der es nur mit gutem Willen nach dem Motto "Ab morgen wird gespart" keinen Ausweg gibt. Mit PR-Parolen lassen sich Strukturprobleme nicht lösen.

Die repräsentative Demokratie ist eine Organisationsform des 19. Jahrhunderts. Das war eine demokratische Vertretung unter den Bedingungen gemächlicher Kommunikation, beschwerlichen Reisens, beschränkter Fortbewegungsmöglichkeiten und der Unmöglichkeit, in kurzer Zeit oder gar in Realzeit in politische Vorgänge einzugreifen. So lange darüber hinaus einigermaßen homogene Milieus- das adelige, das bürgerliche, das katholische, das protestantische, das sozialdemokratische - und damit zugleich auch homogenere Interessenlagen bestanden, funktionierte das repräsentative System ganz zufriedenstellend.

Unter den Bedingungen weltweit rasant beschleunigter Kommunikation und der Möglichkeit, rasch und gewissermaßen in Realzeit in alle Prozesse einzugreifen, günstigen und schnellen Reisens und der Auflösung einst homogener Milieus besteht wenigstens technisch die Möglichkeit für alle Bürger, rasch an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen und in sie einzugreifen.

Das repräsentative System bietet dazu jedoch keinerlei politische Möglichkeit. Es ist schwerfällig, träge und umständlich und löst damit große Frustration bei den Bürgern aus. Sie fühlen sich ausgeschlossen und jeglicher Chance beraubt, ihre eigenen Geschicke und Interessen auch nur zu beeinflussen, geschweige denn in die eigenen Hände zu nehmen. Die repräsentative Demokratie alten Stils schließt ihre Bürger aus allen Entscheidungsprozessen aus.

Vor die Interessen der Bürger haben sich im Zeitalter der repräsentativen Demokratien schwergewichtige, ja schwerfällige und mehr und mehr auch handlungsunfähige Großorganisationen wie politische Parteien, Verbände, Parlamente, Bürokratien und große Konzerne geschoben und über die Bürger erhoben, deren Interessen sie schon lange nicht mehr vertreten und die zunehmend den Interessen der Bürger entgegenstehen. Sie üben politische Herrschaft über die Bürger aus, und die Bürger wenden sich erst einmal nur von ihnen ab. Die wechselseitige Entfremdung kann in Zukunft nur wachsen.

In der alten Welt der jungen Demokratien, gingen aus dem Wettbewerb der politischen Parteien mitunter noch Lösungen hervor. Das System der parlamentarischen Demokratien basiert auf Gegensatz und Antagonismus: hie Regierung, do Opposition. Wenn die einen dafür sind, sind die anderen dagegen. Aus Prinzip und um sich für die nächste Wahl zu profilieren.  ,,, ."

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/1.html

MfG

BGS





"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #4 am: 18:33:58 Do. 19.Dezember 2013 »
Es ist an der Zeit sich grundsätzliche Gedanken zu machen...

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Re:Demokratie
« Antwort #5 am: 19:27:48 Do. 19.Dezember 2013 »
Let´s start the revolution! ;D
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

Troll

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Re:Demokratie
« Antwort #6 am: 19:31:06 Do. 19.Dezember 2013 »
Zitat
"Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr - Teil 1"

Stimmt, eine Demokratie haben wir nicht mehr (hatten wir die jeh?), ich sehe das Problem jedoch nicht in einer Demokratie, sondern an gestopften Finanzmächtigen die die Beteiligung an einer Demokratie einseitig aufgekündigt hat, sie forderten eine diktatorische/totalitäre Unterwerfung und unsere demokratische Vertretung hat geliefert, sie sieht sich auf der Seite dieses Kapitals.

Der ungezügelte Kapitalismus steht einer Demokratie entgegen, da fange ich tatsächlich an auf die Politik als Mitverursacher zu zeigen, sie haben das Heft aus der Hand gegeben, entgegen ihrem Eid schützten sie nicht unsere Verfassung, Demokratie und Bevölkerung vor der maßlosen Gier einiger weniger, im Gegenteil, sie eröffneten den jeweiligen Staat wie einen Selbstbedienungsladen, mit dem Unterschied das einzig die Bevölkerung bezahlt.

Das alles ist ja nicht von gestern auf heute entstanden, die Demokratie hat sich bis zu einem gewissen Punkt durchaus positiv entwickelt, dann wurde die Reißleine gezogen, die Demokratie wurde Stück für Stück entmachtet da sie einem ungezügeltem Wachstum im Wege stand. 
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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BGS

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Re:Demokratie
« Antwort #7 am: 19:38:41 Do. 19.Dezember 2013 »
Es wird noch Teil II folgen:

"Die Demokratie frisst ihre Kinder."

"Teil 2 wird sich mit dem Niedergang der repräsentativen Demokratie beschäftigen und beschreiben, dass sich die Repräsentanten in den entwickelten demokratischen Systemen immer weiter von denen entfernt haben, sie repräsentieren sollten und vielleicht sogar einmal repräsentiert haben."

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/3.html

MfG

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Eivisskat

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Re:Demokratie
« Antwort #8 am: 19:46:01 Do. 19.Dezember 2013 »
Das was wir gerade in Berlin zu den sogenannten Wahlen erleben mussten, inklusive der absurden "Mitgliederbefragung" & dem grausigen Ergebnis,

macht jedenfalls keine große Lust darauf, es nochmal zu versuchen,

sich irgendwie so "demokratisch" zu verhalten, wie wir es mal gelernt haben.



Was Neues muß her...

antonov

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Re:Demokratie
« Antwort #9 am: 20:38:29 Do. 19.Dezember 2013 »

Rudolf Rocker

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Re:Demokratie
« Antwort #10 am: 22:01:14 Do. 19.Dezember 2013 »
Wo wir grade bei Laut sein sind:
Dafür gibt es eine wunderbare Gelegenheit!

Samstag, 21.12.
Ab 14:00 Uhr
Hamburg, Rote Flora

http://www2.de.indymedia.org/2013/12/350814.shtml



Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

Eivisskat

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Re:Demokratie
« Antwort #11 am: 10:04:00 Fr. 20.Dezember 2013 »
Zitat
[...]

Noch etwas scheinen viele Leute nicht zu verstehen. Die Demokratie ist nicht als Unterdrückungsinstrument vorgesehen. Selbst eine absolute Mehrheit, wie die, die wir in diesem Lande jetzt haben, darf theoretisch nicht dazu benutzt werden, der Opposition den Garaus zu machen. Sie braucht Kontrolle und Überwachung.

Es geht dabei auch gar nicht um die Verhältnisse, die die Wähler "geschaffen" haben. Geht es ohnehin nie, denn jede bisherige Konstellation im Bundestag war niemals ein Abbild des allgemeinen Wahlverhaltens (nicht berücksichtige Nichtwähler, Wähler von Splitterparteien, Ausgleichsmandate etc.).

Eine wehrhafte Demokratie braucht den Ausgleich über das Wahlresultat hinaus. Wer etwas anderes für richtig erachtet, der vertritt wohl auch die Ansicht, dass es sowas wie eine legitime Diktatur geben darf und sollte, wenn sie nur aus freien Wahlen hervorgegangen ist.


 Aber das passt zum Demokratieverständnis vieler Deutscher. Sie wollen eine straffe Demokratie, eine, die nicht erst viel plaudert und abklärt, sondern gleich agieren kann (Schlagzeile nach der Regierungsbildung: "Und jetzt regiert los!"), weil sie die Potenz dazu hat.

Das was vielen Leuten offenbar vorschwebt, ist so ein Zwischending zwischen demokratischen Anstrich und softer Diktatur auf Grundlage wirtschaftlicher Interessen.

Crouch hat das Postdemokratie genannt, wobei da das diktatorische Ungestüm leider nicht terminologisch durchschlägt. Die Postdemokratie ist jedoch eine Praediktatur. Bei einem Demokratieverständnis, nach dem man die Opposition quasi mundtot machen darf, wenn sie nur klein genug ist gegenüber der Regierung, gilt das sowieso.

weiter: http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/12/typen-die-dir-beim-busfahren-im-nacken.html

Troll

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Re:Demokratie
« Antwort #12 am: 11:33:11 Fr. 20.Dezember 2013 »
Warum funktioniert die Demokratie nicht, genauso gut kann man Fragen warum funktioniert kein Sozialismus oder Kommunismus, eigentlich gute gesellschaftliche Konzepte die immer an der Machtfülle bis Allmachtsphantasien einiger weniger scheitert, da liegt die Problematik all dieser Systeme. Wie kann man einer Machtkonzentration entgegenwirken ohne eine gesellschaftliche Weiterentwicklung zu hemmen, alles lässt sich offensichtlich nicht durch Regeln regeln.

Bin gespannt ob der zweite Teil des Artikels "Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund" mehr hergibt.
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antonov

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Re:Demokratie
« Antwort #13 am: 11:54:47 Fr. 20.Dezember 2013 »

Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #14 am: 15:23:37 Fr. 20.Dezember 2013 »
Bin gespannt ob der zweite Teil des Artikels "Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund" mehr hergibt.

Das bezweifle ich. Ich denke, Koschnick kann nicht mehr als interesannte und wichtige Fragen stellen.
Die Antworten darauf wird wohl kaum ein Philosoph oder anderer heller Kopf liefern können, sondern sie werden sich entwickeln in dem praktischen Widerstand gegen die oligarchischen Verhältnisse unter demokratischem Deckmantel.