Autor Thema: Demokratie  (Gelesen 35732 mal)

Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #15 am: 16:15:45 Fr. 27.Dezember 2013 »
Die repräsentative Demokratie frisst ihre Kinder
Das Volk vertreten die Volksvertreter jedenfalls nicht - Teil 2

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40574/1.html


Leben wie die Maden im Speck
Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr - Teil 3
In dieser Folge seiner demokratiekritischen Artikelreihe setzt sich der Allensbacher Politologe und Wissenschaftsjournalist Wolfgang J. Koschnick mit der Tatsache auseinander, dass die armen Parlamentarier angeblich im Dienste des Gemeinwohls so entsetzlich viel schuften müssen und dafür so erbarmungswürdig schlecht bezahlt werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Alle Abgeordneten haben sich im Laufe der Jahrzehnte gehörige Einnahmen aus den verschiedensten Töpfen zugeschustert und nehmen große Mühen in Kauf, um diese vielfältigen Einnahmequellen zu verschleiern. Für die Parlamentarier aller Ebenen stehen ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen an der ersten Stelle. Die Interessen der Bevölkerung laufen irgendwo unter "ferner liefen".

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40585/1.html

Troll

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Re:Demokratie
« Antwort #16 am: 18:15:21 Fr. 27.Dezember 2013 »
Eivisskat hat das Interview schon hier verlinkt.


Werner Seppmann über Hartz IV und die politisch gewollte Armut in Deutschland (3 Teile)

Nochmal komplett:

Teil 1: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40282/1.html
Teil 2: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40283/1.html
Teil 3: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40284/1.html
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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BGS

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Re:Demokratie
« Antwort #17 am: 18:38:40 Fr. 27.Dezember 2013 »
Alle drei Teile sind in der Tat sehr informativ und lesenswert. Aber es macht einen traurig, das zu lesen, was viele von uns sowieso schon wissen.

MfG

BGS
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http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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Tiefrot

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Re:Demokratie
« Antwort #18 am: 21:17:03 Fr. 27.Dezember 2013 »
Troll schrob:
Zitat
Warum funktioniert die Demokratie nicht, genauso gut kann man Fragen warum funktioniert kein Sozialismus oder Kommunismus, eigentlich gute gesellschaftliche Konzepte die immer an der Machtfülle bis Allmachtsphantasien einiger weniger scheitert, da liegt die Problematik all dieser Systeme.
Du sagst es. Aber das ist nur die eine Hälfte.
Hinzu kommt noch, daß viele Menschen auch viele Meinungen haben.
Alle bisherigen Gesellschaftstheorien funktionieren folglich nur für
kleine und kleinste Gemeinschaften. Wir können also daraus schließen, das
(größere) Nationalstaaten heutzutage auf Dauer nicht mehr machbar sind.
Jedenfalls nicht ohne Gewalt. Genau da sollte sich die Menschheit die ersten Gedanken machen.  :rolleyes:

Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Troll

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Re:Demokratie
« Antwort #19 am: 14:09:31 Sa. 28.Dezember 2013 »
@Tiefrot
Das glaube ich nicht mal, es ist eine Frage der Sozialisation, so wie heute die Ellenbogengesellschaft, jeder ist sich selbst der Nächste, Konkurrenz, Wettbewerb, allgemein der Egoismus gepredigt und oftmals gelehrt wird könnte genauso gut von Kindesbeinen an das Soziale, die Gesellschaft/Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen, da sähe es anders aus.
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antonov

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Re:Demokratie
« Antwort #20 am: 14:27:52 Sa. 28.Dezember 2013 »

ManOfConstantSorrow

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Re:Demokratie
« Antwort #21 am: 20:24:29 Sa. 28.Dezember 2013 »
Zitat
Die beiden größten Parteien in Deutschland schrumpfen weiter. Doch bei der CDU fällt das Minus stärker aus.

Nach den aktuell verfügbaren Zahlen haben die Sozialdemokraten 474.820 Mitglieder, während die Christdemokraten nur auf 468.329 kommen.
http://www.zeit.de/politik/2013-12/cdu-verliert-mehr-mitglieder-als-die-spd

Die Mitgliederzahlen der SPD überschritten 1977 erstmals den Stand von einer Million.
Anfang der 1990er Jahre erreichte die CDU mit circa 750.000 Mitgliedern den höchsten Wert ihrer Geschichte.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

BGS

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Demokratie war evtl. mal
« Antwort #22 am: 11:06:06 So. 29.Dezember 2013 »
Zitat

"Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr" - Teil 4

"... Die meisten Leute haben längst erkannt, dass es trotz der vielfach vorgetragenen Heilsversprechen der Redner bei den Versammlungen nicht um das Heil der Welt geht, sondern doch nur darum, dass sich ein politisches Würstchen um ein Amt müht.

... eine wachsende Zahl von Leuten im Wahlvolk hat längst begriffen, dass Wahlkämpfe ein von PR-Experten inszeniertes Theater sind, bei dem das Volk nichts zu entscheiden hat.

... Wer ein Amt anstrebt, braucht einen sehr langen Atem und möglichst auch ein gerüttelt Maß an Immobilität; ...

... Während in Wirtschaft, Justiz und Verwaltung die Führungspositionen traditionell überwiegend nach Qualifikation und Leistungsfähigkeit besetzt werden, verlaufen Karrieren in der Politik schleppend. Sitzfleisch garantiert eine Parteikarriere eher als Qualifikation...

... die Jahre des Herumsitzens im Ortsverein sind vergeudete Lebensjahre. Ein künftiger Politiker lernt dabei auch nichts, was ihm später nützlich sein könnte - ...

... ihre Mentalität ist dadurch geprägt, dass sie mit wichtigtuerischem Auftreten, leichtfertigem Selbstbetrug, verbalem Getöse und pompöser Rhetorik erfolgreich sein können. ...

... Die politische Karriere beginnt mit Lügen, sie setzt sich mit Lügen fort und sie endet mit Lügen. ...

... Sie haben es allerdings noch nicht kapiert, dass die Wählerinnen und Wähler ihnen schon längst kein Wort mehr glauben und sich diesen Humbug auch nicht länger anhören möchten. ...

... . Als soziokulturelle Einheiten fungieren Parteien schon längst nicht mehr, ...

... Noch bis in die 1960er Jahre hinein gingen begabte junge Leute in die politischen Parteien, später in die sozialen Bewegungen. Seit den 1980er Jahren ist Parteipolitik immer uninteressanter geworden. ...

... . Alles in allem: Die Ochsentour durch die Partei und den Wahlkampf verlangt von einem Kandidaten keinerlei Fertigkeiten, die ihn für ein politisches Amt und das Tragen von Verantwortung sehr qualifizieren - ...

... Um in politische Ämter zu gelangen, braucht man Fertigkeiten, die einen Kandidaten für eine Reihe von Dingen qualifizieren mögen: auf jeden Fall nicht zum Führen eines politischen Amts und schon gar nicht für das Tragen ernsthafter Verantwortung.

Das erklärt, warum so viele Politiker in ihren neuen Ämtern so lange und so hilflos herumhampeln.

Sie müssen erst lernen, was sie angeblich schon längst so gut beherrschen. ...


Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40633/1.htmlParlamentarier sind Vertreter der Parteifunktionäre

Von: Wolfgang J. Koschnick, 28.12.2013

MfG

BGS
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Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #23 am: 16:29:20 Do. 16.Januar 2014 »
Demokratie ist in meinen Augen kein sonderlich schillernder positiver Begriff.
Sie rechtfrertigt die Unterdrückung von Minderheiten durch die Mehrheit.
Sie erlaubt eine selbstzufriedene  und selbstgerechte dumpfe Masse.

Troll

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Re:Demokratie
« Antwort #24 am: 17:03:21 Do. 16.Januar 2014 »
So gesehen ist jede Regel für ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben auch gleichzeitig eine Art von Unterdrückung, sehr überspitzt, ein Räuber wird durch die Gesetze unterdrückt.

Politische Bildung und eine gute Sozialisation sind Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, all das was derzeit im Argen liegt.
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Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #25 am: 10:26:38 Sa. 25.Januar 2014 »
Zitat
Noam Chomsky, Jahrgang 1928, machte sich in den 60er Jahren als Sprachforscher einen Namen. Neben seiner weltweit diskutierten Arbeit als Wissenschaftler tritt er seitdem als einer der prominentesten Kritiker der amerikanischen Innen- und Außenpolitik auf. In den letzten Jahren engagierte er sich als Gegner des Neoliberalismus für eine gerechte Weltordnung.

Zitat
„Die Demokratie wird zerschreddert“
Von Michael Hesse


Fortschritt ist das Resultat öffentlichen Engagements, sagt Noam Chomsky. Foto: Reuters

„Jeder sollte ein Anarchist sein“: Ein Gespräch mit dem Linguisten Noam Chomsky über die Krise des Neoliberalismus, die kriminelle Energie in den Banken und die unterschiedlichen Lesarten seiner Sprachtheorie.



Herr Chomsky, Ihre Theorie der Ur-Grammatik hat Sie berühmt gemacht, heute werden Sie vor allem als politischer Kritiker wahrgenommen. Was ist Ihnen wichtiger?
Beide sind mir gleich wichtig, sie gehen parallel.

Was denken Sie über die gegenwärtige politische und Wirtschaftskrise?
Die Krisen in Europa und den USA sind sehr ernst zu nehmen. Es ist jedoch nicht das größte Problem, das je die menschliche Spezies heimgesucht hat. Auch wenn es einzelne Menschen sehr hart trifft: Was viel größere Sorgen bereitet und die Menschheit im ganzen stärker betrifft, ist die Klimakatastrophe. Sie hat viel größere Bedeutung für die Menschen. In Anbetracht der Tatsache, dass sich mehr als eine Milliarde Menschen rund um die Erde in Folge der Klimaerwärmung auf Wanderung begeben, ist dies deutlich wichtiger als die derzeitige Wirtschaftskrise.

Wie verändert man die Welt?
Es gibt keine Zaubertricks. All der Fortschritt, der zweifellos gemacht wurde, ist das Resultat eines öffentlichen Engagements von Bürgern und dem politischen Aktivismus für einen Wechsel. Man muss sich nur das letzte halbe Jahrhundert ansehen. Es gab Fortschritte. Wir leben nun in größerer Freiheit als jemals zuvor. Die Frauenrechte haben enorm zugenommen in einem der freiesten Ländern, den USA. Wenn wir einen Blick in die Geschichte werfen, sehen wir, dass die Frauen im Common Law Großbritanniens noch als Eigentum ihrer Väter betrachtet wurden. Der Vater hatte über sein Eigentum zu entscheiden, wen die Frau zu heiraten hätte. Noch 1975 sah es für Frauen in der amerikanischen Gesetzgebung schlecht aus. Das ist gar nicht so lange her. Nun sind die Frauen auch in den USA gleichberechtigt. Die Hälfte der Studierenden an den Universitäten sind Frauen.

Und es gab Rückschritte.
Die Etablierung großer Wohlfahrtsstaaten waren eine der größten Errungenschaften Europas. Dann wurde Hand an sie gelegt. Ich erinnere mich an ein Interview von Mario Draghi, der in die Kameras sagte: „Der Wohlfahrtsstaat ist tot.“ Er sagte nicht, ob er dies wünsche oder nicht, sondern nur, dass es so ist. Das ist ein Einschnitt. Es ist in der Tat so, dass einige Wirtschaftsmacher die zivilisatorischen Errungenschaften Europas unterlaufen. Dasselbe gilt für Amerika.

Sie sprechen vom Zeitalter des Neoliberalismus.

Das, was seit 30, 40 Jahren hier passiert im Namen des sogenannten Neoliberalismus hat eine extrem schädliche Wirkung auf die Vereinigten Staaten gehabt, wie überall, wo diese Prinzipien angewandt wurden. Die Ungleichheit in den USA hat den höchsten Stand in der Geschichte dieses Staates erreicht. Ein paar hundert Leute sind reicher als die ärmsten 100 Millionen Amerikaner, einmal abgesehen von der Konzentration der politischen Macht. Die USA sind in Bezug auf soziale Gerechtigkeit ganz unten unter den OECD-Staaten. Das alles ist ein sehr ernstzunehmender Rückschritt.

Heute stehen alle ratlos da. Weder Liberalismus noch Keynesianismus haben Antworten auf die Krise.

Das stimmt nicht. Die Krise von 2007/2008 war das Resultat eines kriminellen Verhaltens der Großbanken. Das gilt für die USA, für Spanien und andere Schauplätze. Es ist eine Krise des Neoliberalismus. Das Prinzip der Deregulierung, der Sicherungspakete für die Banken, die angeblich too big to fail sind, das alles führte in ein Desaster. In den 50er und 60er Jahren lief es gut, weil die Strukturen des New Deal griffen und die Banken taten, was sie zu tun haben. Doch seit den 80ern ist die Deregulierung fortgeschritten, haben Investmentbanken das traditionelle Bankgeschäft in den Hintergrund gedrängt. Das alles führte in die Krise. Und wenn wir nichts dagegen tun, wird die nächste Krise auf uns warten.

Also hilft doch Keynes?
Wir können diese Probleme mit Hilfe der keynesianischen Methoden lösen. Was wir aber zurzeit hier debattieren, ist, wie wir das Schuldendefizit reduzieren. Darum kümmert sich die politische Klasse. Der einzige Grund hierfür ist, dass die Finanzmärkte sich auf die Defizite konzentrieren. Ihr politischer Einfluss ist so riesig, dass die politische Klasse sich mit ihren Vorgaben befasst und sich auf die Staatsausgaben konzentriert. Defizit ist eine gute Sache in einer Phase der Rezession, es sorgt für eine Stimulierung der Nachfrage. Wenn keine Nachfrage im Markt vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit, dass die Regierung sie stimuliert. Aber das ist nicht das, was die Finanzmärkte wollen. Es ist aber das, was die Bevölkerung will. Sie will Arbeit, das Hauptproblem ist die Arbeitslosigkeit und nicht das Defizit. Die Demokratie wird auf diesem Weg zerschreddert.

Sie bezeichnen sich als Anarchist. Wie hilft die Anarchie da weiter?

Anarchismus ist ein sehr breiter Begriff. Es besitzt einen Kern von Grundsätzen mit zeitlosen Werten, die Menschen zum Handeln anleiten sollen. Diese Grundsätze wurden in der Aufklärung reformuliert, wo sie ihre Blütezeit erlebten. Im Grunde haben sie aber tiefer liegende Wurzeln.

Was zeichnet einen Anarchisten aus?
Anarchisten entdecken zum Beispiel nicht legitimierte Machtstrukturen, sie verlangen, dass Macht stets gerechtfertigt wird. Ist das nicht der Fall, arbeitet ein Anarchist an der Überwindung dieses Zustandes. Der Anarchismus ist manifest in dem Fortschritt in der Menschheitsgeschichte, von dem ich gesprochen habe.

Dann sollte jeder Anarchist sein?
Ja, jeder sollte ein Anarchist sein und immer dann, wenn er eine illegitime Macht erkennt, bekämpft und zerstört, ist er ein Anarchist. In diesem Sinne sind die meisten Menschen Anarchisten.

Welche Frage der Gerechtigkeit ist es wert, nicht vernachlässigt zu werden?

Die anglophonen Länder stehen als reiche und mächtige Staaten wegen der destruktiven Rolle, die sie in der Welt gespielt haben, besonders in der Verantwortung. Sie müssten, wie auch andere reiche Länder, eine Menge an Reparationen an die Länder zahlen, die sie unterdrückt, vernichtet, ausgebeutet und erpresst haben, um ihren eigenen Wohlstand zu mehren.

Welche Staaten haben Sie da vor Augen?
Frankreich, das 20 Prozent seines Wohlstandes aus der Ausbeutung seiner reichsten Kolonie, Haiti, erwirtschaftete, bis die USA diesen Job zu Ende führten und Haiti übernahmen. Hierfür müssten beide, die USA und Frankreich, noch heute Haiti eine große Summe an Reparationen zahlen. Oder Großbritannien, das Indien zu einer Zeit unterwarf und kolonisierte, als Indien zu den hochentwickeltsten Ländern der Welt zählte. Indiens Produktion war in der Textilindustrie oder der Stahlindustrie der britischen weit überlegen, so dass die Briten die indischen Produkte mit einem hohen Zoll belegten, um die eigene Wirtschaft zu schützen. Gleiches gilt für Bangladesch, das zu den reichsten Gebieten der Welt zählte, bevor die Briten ankamen. England sollte die Länder entschädigen für das Unheil, das sie angerichtet haben. Das sind die bedeutenden Fragen, wenn es um Reparationen und Gerechtigkeit geht.
http://www.fr-online.de/kultur/anarchist-noam-chomsky--die-demokratie-wird-zerschreddert-,1472786,25979624.html

Kuddel

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Re:Demokratie
« Antwort #26 am: 20:18:47 Mi. 12.Februar 2014 »
Die Herrschenden lassen ihre Masken fallen und zeigen ihr wahres Gesicht.

Demokratie gibt es nicht. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Das Gesetz der Marktwirtschaft.

Zitat
EU-Agrarpolitik: Merkel macht US-Genmais in Europa möglich

88 Prozent der Bundesbürger haben Vorbehalte gegen den Anbau von Genmais. Dennoch fördert die Kanzlerin die EU-Zulassung einer umstrittenen Maissorte - gegen den Widerstand ihres eigenen Landwirtschaftsministers.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/merkel-schwaecht-europaeische-abwehr-gegen-us-genmais-a-952625.html

Zitat
EU-Parlament lehnt Schutz für Snowden ab

Im Europaparlament ist der Vorstoß gescheitert, dem NSA-Whistleblower Snowden Asyl in der EU zu gewähren. Viele Abgeordnete fürchteten offenbar Spannungen mit den USA.
http://www.sueddeutsche.de/politik/asyl-fuer-whistleblower-eu-parlament-lehnt-schutz-fuer-snowden-ab-1.1887254

BGS

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Re:Demokratie
« Antwort #27 am: 20:35:20 Mi. 12.Februar 2014 »
Die Herrschenden lassen ihre Masken fallen und zeigen ihr wahres Gesicht.

Demokratie gibt es nicht. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Das Gesetz der Marktwirtschaft.

Zitat
EU-Agrarpolitik: Merkel macht US-Genmais in Europa möglich

88 Prozent der Bundesbürger haben Vorbehalte gegen den Anbau von Genmais. Dennoch fördert die Kanzlerin die EU-Zulassung einer umstrittenen Maissorte - gegen den Widerstand ihres eigenen Landwirtschaftsministers.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/merkel-schwaecht-europaeische-abwehr-gegen-us-genmais-a-952625.html

Zitat
EU-Parlament lehnt Schutz für Snowden ab

Im Europaparlament ist der Vorstoß gescheitert, dem NSA-Whistleblower Snowden Asyl in der EU zu gewähren. Viele Abgeordnete fürchteten offenbar Spannungen mit den USA.
http://www.sueddeutsche.de/politik/asyl-fuer-whistleblower-eu-parlament-lehnt-schutz-fuer-snowden-ab-1.1887254

Mir fehlen die Worte. Es kann nur noch besser werden.

MfG

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Re:Demokratie
« Antwort #28 am: 17:58:10 Sa. 01.März 2014 »
Zitat
Die dunkle Seite der Madame Non

Wenige Wochen vor der Europawahl zeigt sich Kanzlerin Angela Merkel von ihrer Schokoladenseite. Heute reist sie nach London, um Premier David Cameron den Rücken zu stärken. Doch Merkel hat auch eine andere, dunkle Seite. In der Finanzkrise stand “Madame Non” von Anfang an auf der Bremse. Die Armutsbekämpfung sollte kein EU-Ziel werden – und Budgetdefizite wollte Merkel auf eine Stufe mit Menschenrechtsverletzungen stellen.
Dies enthüllen zwei Brüsseler EU-Korrespondenten in einem Buch, das heute in Berlin vorgestellt wird (Cerstin Gammelin, Raimund Löw: “Europas Strippenzieher”, Econ-Verlag). Ein Krimi ist es nicht, eher eine Dokumentation, die sich streckenweise etwas zäh liest. Die Autoren sind nämlich ins Archiv gestiegen und haben vertrauliche Mitschriften von den EU-Gipfeln, die sogenannten Antichi-Protokolle, ausgewertet. Das ist an sich schon ein Scoop – bisher bekamen diese Protokolle nur ganz wenige Diplomaten zu Gesicht.
Quelle: taz

Quelle: NDS

Merkel hat eine öffentliche Seite und eine echte politische Seite die sie mit aller Macht versucht vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

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Re:Demokratie
« Antwort #29 am: 10:32:39 Do. 13.März 2014 »
Ein Jahr lang hat Roger Willemsen als Zuschauer die Sitzungen des Deutschen Bundestages beobachtet. "Das Hohe Haus" heißt sein neues Buch. Es ist für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert. (stern.de)

Zitat
Das Parlament gibt ein Affentheater, abgekauft wird ihm ein seriöses Stück – das erinnert ein bisschen an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider", in dem das betriebsblinde, das manipulierte Volk bereitwillig sieht, was gar nicht da ist. Warum dieser Mechanismus über weite Strecken auch in einer Demokratie funktioniert? So hinreißend Willemsen beobachtet, die komische Welt erklären kann er letztlich auch nicht.
http://www.stern.de/kultur/buecher/das-hohe-haus-willemsens-bundestag-kritik-leichenschauhaus-der-parlamentarischen-idee-2096155.html