Autor Thema: Billigkräfte am Lkw-Steuer  (Gelesen 23368 mal)

counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4567
  • Sapere aude!
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #30 am: 15:38:22 Fr. 10.Juni 2016 »
Was Proteste gegen miese Arbeitsbedingungen angeht, ist Deutschland Entwicklungsland. Leider sind die Gewerkschaften in D ziemlich nah am System. Ernsthafte Streiks sind von denen nicht zu erwarten.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Sunlight

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 559
  • Bücherwurm
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #31 am: 15:41:18 Fr. 10.Juni 2016 »
Es ist zum Verzweifeln.
LKW Fahrer machen gern einen auf harten Kerl, treten großkotzig auf, haben eine große Klappe.

 ;D Ja, es ist zum Verzweifeln! Und was für eine Klappe! Kann ich bestätigen, wenn man sich in
dieser Welt als Frau aufhält, braucht man ein dickes Fell und eine ebenso große Klappe. Sonst
geht man unter!

Zitat
Kuddel
Und dahinter? Angsthasen!

 ;) Sieht so aus! Dann kommen tausend Ausflüchte und Argumente, warum dies und das nicht geht.

Zitat
Kuddel
Die Argumentation: Ohne Gewerkschaft geht es nicht.
Die Wirklichkeit: Mit dieser Gewerkschaft wird es nie was, denn sie will nicht.

Mit Ver.di wird das erst recht nichts und für diese Aussage habe ich schon "virtuelle Haue" bezogen.
Bei aller Gehirnwäsche der Kraftfahrerkreise, um Mitglieder zu bekommen, sehe ich keine wirkliche
Bewegung bei Ver.di. Hier mal zaghaft, da mal zaghaft, dass war es auch schon.
Das überzeugt mich nicht, da muss schon anständig was kommen. Die Transport-Branche ist
schließlich kein "Kaffeekränzchen", sondern einer der härtesten Branchen überhaupt.
Keine Samthandschuhe, sondern Boxhandschuhe!

Zitat
Kuddel
Die größte Angst: So ein Streik wäre verboten.
Lenin sagte: Bevor ein deutscher Revolutionär einen Bahnhof stürmt, löst er eine Bahnsteigkarte.

Das hier schreckt wohl Viele:
Zitat
Streikrecht Richtig streiken in Deutschland
Streiken müsste man. Mal alles lahmlegen. In Deutschland ist dies aber unter rechtlichen Gesichtspunkten
betrachtet nicht so einfach.
Alles steht, nichts geht mehr. Die Autobahnen sind dicht, Tankstellen haben keinen Kraftstoff mehr, Supermarktregale
sind leer gefegt, überall fehlt der Nachschub – dann werden Gesellschaft und Politik schon merken, was sie am
Transportgewerbe eigentlich haben. Die Lkw-Fahrer in Italien machen vor, wie es geht. Tage- oder gar wochenlang
 bewegte sich nichts mehr auf diversen italienischen Autobahnen. Die Kollegen streikten gegen hohe Treibstoffkosten
und Sparmaßnahmen, die die Regierung in Rom verhängte, sowie die Erhöhung der Mautgebühren.
Auch Lothar* würde gegen seinen Chef und dagegen, wie er mit seinen Fahrern umspringt, in den Arbeitskampf treten.
Lothar reicht’s nämlich: Ständig ist er unterwegs von früh bis spät, unter der Woche und am Wochenende. Seine Ware
liefert er immer pünktlich ab. Auf ihn ist Verlass. Anders als auf seinen Chef. Der verspricht schon seit ewigen Zeiten,
dass es mehr Lohn, mehr Urlaub und bessere Arbeitsbedingungen gibt. Nur hält er diese Versprechen nicht ein.

Es gilt die Koalitions - und Vereinsfreiheit in Deutschland .......................

Richtig streiken in Deutschland

Wir sind noch nicht im Keller angelangt. Die Hoffnung besteht bei Tiefpaterre, dass dann endlich dem
deutschen LKW-Fahrer der Kragen platzt. Wenn es auch dem Letzten arbeitsmäßig bescheiden geht.
Aber tatsächlich erst dann, vielleicht.


Was Proteste gegen miese Arbeitsbedingungen angeht, ist Deutschland Entwicklungsland. Leider sind die Gewerkschaften in D ziemlich nah am System. Ernsthafte Streiks sind von denen nicht zu erwarten.

Nein! Tatsächlich nicht durch die Gewerkschaft, ... wir waren mal auf gutem Weg, aber leider ging das "den Bach runter".
Würden sich mal endlich Alle wieder vereinen, hätten wir eine Chance.



»Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!«
»Keiner geht allein zum Amt  §13 SGB X«
»Keine Abgabe von Dokumenten ohne Kopie u. Stempel«
»No Nazi Net - Für soziale Netzwerke ohne Nazis«
»Netz gegen Nazis.de«

»»» Wir sind alle Indymedia - Wir sind alle linksunten «««

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #32 am: 11:45:58 Fr. 23.Dezember 2016 »
Zitat
Na denn, frohes Fest !!! – Logistik-Sklaven als Christkind 

Ein Rastplatz an der Autobahn Köln – Aachen, bis auf den letzten Meter vollgestellt mit hunderten LKW, fast alle mit Fahrern und Kennzeichen aus Osteuropa. Wenn bei uns an Heilig Abend die Kirchen überfüllt sind, unter den glitzernden Weihnachtsbäumen die Geschenke liegen, viele Familien auf Harmonie und Glückseligkeit machen, dann dösen die Fahrer in ihren LKW-Kabinen oder rotten sich in der Kälte zusammen und singen ein paar Weihnachtslieder. Und einige werden wieder heulen- Hunderte Kilometer von ihren Familien in Rumänien, Bulgarien, Polen, Litauen, oder sonst wo entfernt. So war es im vorigen Jahr, so wird es auch dieses Jahr wieder sein; und nicht nur auf dem Rastplatz bei Aachen, sondern auf vielen hundert Rastplätzen in ganz Deutschland.

Und wenn wir unterm Tannenbaum in wohliger Wärme zusammen sitzen, verdrängen wir oder wollen es gar nicht wissen, dass viele Geschenke auch deshalb so preiswert waren, weil die osteuropäischen Logistik-Sklaven sie zu Dumpinglöhnen gebracht haben.

Vegetieren in ihren Fahrerhäusern

Gesamteuropäischer Wahnsinn, gesamteuropäische Normalität. Über 30 Prozent der LKW und ihre Fahrer auf deutschen Autobahnen sind in osteuropäischen Billig-Ländern registriert. Dort zahlen die Speditionen Niedriglöhne und können die deutsche Konkurrenz mit Leichtigkeit ausstechen. 500 oder 800 Euro im Monat und wenn es hoch kommt 1.500 oder 1.700 Euro mitsamt allen Spesen verdienen die Fahrer aus Osteuropa. Davon können sie sich nicht einmal Übernachtungen in Billig-Hotels leisten, vegetieren Woche für Woche, Monat für Monat und auch während der Ruhezeiten an den Wochenenden in ihren Fahrerhäusern. Bis zu einem halben Jahr. In eisiger Kälte kochen sie draußen, waschen sich und ihre Klamotten auf den Toiletten von Raststätten, wenn das überhaupt möglich ist.

Die EU, die schon so viel bürokratischen Blödsinn verzapft hat, konnte sich bislang nicht darauf verständigen, das menschenunwürdige Dumpingwettrennen zwischen ost- und westeuropäischen Spediteuren zu stoppen. Für Osteuropa ist das Lohngefälle ein Standortvorteil, den man nicht aufgeben möchte. Und die Auftraggeber im wohlhabenden Deutschland profitieren gerne davon, geben ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen den billigsten Transportanbietern den Zuschlag. Der scheidende Chef des Bundesverbandes der Logistikunternehmen, Prof. Karlheinz Schmidt, zitiert den Top-Manager eines deutschen Renommier-Konzerns: Die Transportkosten müssten jedes Jahr um drei Prozent sinken. Wie schön auch für uns Verbraucher.

Menschen in Asien werden ausgebeutet

Dass für die Produktion vieler Geschenke, die in diesem Jahr unterm Weihnachtsbaum liegen – etwa Kleidung oder Handys- ungezählte Menschen in Asien ausgebeutet wurden, wissen wir seit langem. Trotzdem kaufen wir weiter bedenkenlos, denn wir sind in des Wortes wahrer Bedeutung „abgehärtet“ oder verhärtet. Jetzt wissen wir auch, unter welchen Bedingungen viele schöne Gaben transportiert wurden. Und auch davon lassen wir uns die Weihnachtsfreude nicht vergällen …

Na denn, frohes Fest !!!
http://www.blog-der-republik.de/na-denn-frohes-fest-logistik-sklaven-als-christkind/

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #33 am: 21:24:22 Di. 03.Januar 2017 »
Eine Vorschau auf eine spannende Doku:


! No longer available

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #34 am: 11:15:26 Di. 21.Februar 2017 »
Der Recherchen der Organisation Camion Pro sind bereits in eine Reihe von Dokumentationen geflossen.

! No longer available

! No longer available

! No longer available


Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13420
  • Waldkauz (8>
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #35 am: 08:31:36 Do. 16.März 2017 »
Zitat
BBC-Recherche: Hungerlöhne für LKW-Fahrer
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-269527.html

Sunlight

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 559
  • Bücherwurm
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #36 am: 12:43:39 Do. 16.März 2017 »
 ::) Gestern Abend schon gesehen und echt der Aufreger! Unglaublich,
was hier passiert und keiner fühlt sich zuständig.  kotz
»Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!«
»Keiner geht allein zum Amt  §13 SGB X«
»Keine Abgabe von Dokumenten ohne Kopie u. Stempel«
»No Nazi Net - Für soziale Netzwerke ohne Nazis«
»Netz gegen Nazis.de«

»»» Wir sind alle Indymedia - Wir sind alle linksunten «««

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3520
  • Polarlicht
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #37 am: 15:03:21 Do. 16.März 2017 »
Ikea hat schon min. seit Ende der Neunziger Jahre "Ausschreibungen" (sog. "Ikea Tender") verausgabt wo so niedrige Frachten erwartet wurden, dass schon damals westeuropäische Fuhrbetriebe nicht kostendeckend arbeiten konnten.

Doch da es sich vor allem um Importe handelte, aus Osteuropa,, wurde gehofft auf bessere Frachten bei den Exporten. Wie es den Fahrern ging, spielte auch damals keine Rolle. Höchstens auf dem Papier.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Sunlight

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 559
  • Bücherwurm
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #38 am: 17:44:08 Do. 16.März 2017 »
 ::) Das Schärfste ist immer für mich, wenn unsere lieben Berufskraftfahrer
diese Berichte in Zweifel ziehen. Was man nicht zur Kenntnis nimmt,
muss man dann auch nicht ändern. Augen zu, Scheuklappen auf und weitermachen!
Es geht ja hier den Deutschen besser. Nur wie lange noch? In den letzten Jahren
dreht sich die Lohnspirale nach unten. Nur kein deutscher Fahrer will das zur Kenntnis
nehmen. Sie weigern sich strikt nur einen Gedanken daran zu verschwenden.  ::)
Anscheinend benötigt man für die Einsicht einen Hammer!
»Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!«
»Keiner geht allein zum Amt  §13 SGB X«
»Keine Abgabe von Dokumenten ohne Kopie u. Stempel«
»No Nazi Net - Für soziale Netzwerke ohne Nazis«
»Netz gegen Nazis.de«

»»» Wir sind alle Indymedia - Wir sind alle linksunten «««

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1746
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #39 am: 08:13:48 Mo. 18.September 2017 »
Zitat
14.9.17
Sozialdumping: Belgische Gewerkschaft enthüllt Briefkastenfirmen

Aufsichtsratsmitglieder eines belgischen Unternehmerverbands sind offenbar an slowakischen Briefkastenfirmen beteiligt. Diese lassen osteuropäische Lkw-Fahrer zu Dumping-Löhnen in Belgien fahren.
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/sozialdumping-belgische-gewerkschaft-enthuellt-briefkastenfirmen-2013774.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #40 am: 19:09:24 So. 15.Oktober 2017 »
Zitat
A1-Raststätte Stillhorn
Unfaire Löhne! Aufstand der Brummi-Kutscher

Sie bekommen die mickrige Bezahlung ihres Heimatlandes – obwohl ihnen der deutsche Mindestlohn zusteht, wenn sie auf deutschen Straßen unterwegs sind. Lkw-Fahrer aus Osteuropa arbeiten zu schlechten Bedingungen. Am gestrigen „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ tauchten deshalb Gewerkschafts-Teams an der A1-Raststätte Stillhorn auf. Sie informierten die Brummi-Fahrer über ihre Rechte.


Ein deutscher Lkw-Fahrer, der Mindestlohn bekommt, verdient 1800 Euro. Ein Fahrer aus Rumänien verdient nur 500 Euro. Berater von der Gewerkschaft DGB und „Arbeit und Leben“ sprachen gestern mit etwa 50 Fahrern, um sie über ihre Rechte aufzuklären.

„Die allermeisten Fahrer transportieren für uns westeuropäische Waren in Westeuropa. Sie leben dafür bis zu drei Monate am Stück in ihren engen Lkw-Kabinen. Und obwohl sich ihr Leben auf Westeuropas Autobahnen abspielt, bekommen sie dafür trotzdem nur einen osteuropäischen Lohn“, sagt Michael Wahl vom DGB. Dies sei gefährlich, unfair und unnötig.
Quelle: http://www.mopo.de/28548794

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #41 am: 13:02:39 Di. 30.Januar 2018 »
Zitat
Wer haftet für die Einhaltung der Gesetze?

Ein Fahrer klagt gegen DHL


Aus der jüngsten Revision der EU-Entsenderichtlinie bleibt der Transportsektor ausgenommen (wir berichteten in SoZ 12/2017) – ausgerechnet der Sektor, der am meisten unter dem ungeregelten Arbeitsmarkt in der EU zu leiden hat.

Ingo Schulze, Vorsitzender der Kraftfahrerclubs Deutschland (KCD), begründete dies in einem Interview mit Beschwerden von Spediteuren aus Osteuropa, insbesondere aus Polen. Und das sei nur möglich, weil es keinen organisierten Widerstand gab und gibt. Der ohnehin begrenzte gewerkschaftliche Einfluss in diesem Bereich ist nach einem verlorenen Streik in den 80er Jahren eingebrochen, der Organisierungsgrad auf ein verschwindend geringes Niveau gesunken. Die Schmuddelbranche mit den kaum organisierbaren Einzelkämpfern hinter dem Lenkrad wurde von den Gewerkschaften weitgehend aufgegeben.

In den letzten Jahren gab es verschiedene unabhängige Versuche, dass die Fahrer sich selbst organisieren, doch die so entstandenen Organisationen blieben klein und untereinander zerstritten.

Die Kritik an den Zuständen in der Branche und an der Ausbreitung extremer Ausbeutung  kommt heute aus einer anderen Richtung: von kritischen Journalisten verschiedener Medien und von Camion Pro, einem Verband für Kleinspediteure. Der Unternehmerverband verbreitet  Faltblätter in verschiedenen Sprachen, um osteuropäische Fahrer zu ermuntern, die Zahlung des deutschen Mindestlohns einzuklagen. Das Mindestlohngesetz hat jenseits der Entsenderichtlinie Wirkung. Ausgenommenen sind Transitfahrten, nicht aber die häufigen Kabotagetransporte innerhalb Deutschlands.

Nun gibt es das erste Verfahren dieser Art, in dem ein tschechischer Fahrer, beschäftigt bei einer polnischen Spedition, die Deutsche Post DHL auf Zahlung des Mindestlohns verklagt. Die polnische Spedition ist Subunternehmer von DHL. Der Fahrer beruft sich bei der Klage auf die sogenannte Auftraggeberhaftung, die im Mindestlohngesetz (MiLoG) verankert ist. Über §13 MiLoG in Verbindung mit §14 Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) haften Unternehmer nämlich auch für beauftragte Subunternehmer – und sogar deren Subunternehmen (Nachunternehmerkette). Das Verfahren ist vor dem Arbeitsgericht Bonn anhängig.

DHL kommt zu einer anderen rechtlichen Einschätzung. Wörtlich heißt es: «In Abstimmung mit dem Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft Ver.di setzt die Deutsche Post DHL Group neben eigenem Personal auch Servicepartner für die Erbringung von Dienstleistungen ein, so zum Beispiel bei der Briefkastenleerung oder bei Beförderungsfahrten zwischen unseren Brief- und Paketzentren. Wir nutzen den gemeinsamen europäischen Binnenmarkt und setzen im Rahmen der bestehenden rechtlichen Regelungen auch Unternehmen aus benachbarten Ländern ein, zum Beispiel bei grenzüberschreitenden Transporten.»

Der Schwarze Peter wird an die Subunternehmen weitergereicht: «Wenn wir Servicepartner beauftragen, stellen wir auch im Sinne unseres Qualitätsversprechens hohe Anforderungen an diese und verpflichten diese bereits bei der Ausschreibung zur Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen, wie der geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen sowie explizit auch der Beachtung des Mindestlohngesetzes. Dies lassen wir uns bei Vertragsabschluss durch den jeweiligen Auftragnehmer schriftlich bestätigen. Werden uns Verstöße gegen geltende Gesetze bekannt, haben wir das Recht, das Vertragsverhältnis zu beenden und machen davon auch Gebrauch.»

Das Urteil des Arbeitsgerichts dürfte für den Transport- und Logistiksektor große Auswirkung haben, wenn der tschechische Fahrer Recht bekommen sollte.
http://www.sozonline.de/2018/01/wer-haftet-fuer-die-einhaltung-der-gesetze/

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #42 am: 17:40:06 So. 11.Februar 2018 »
Gewerkschafter sprechen mit osteuropäischen Truckern.

https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-174802.html

Die Informationen sind nicht neu. Die Feststellung, "die Politik" wolle an der Situation nichts ändern, ebsowenig.
Wo bleiben die Organisationsversuche, nicht zurm Gewerkschaftseintritt, sondern zur Gegenwehr??

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14027
  • Fischkopp
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #43 am: 17:52:58 So. 11.Februar 2018 »
Zitat
Er wollte weiterfahren 
Lastwagenfahrer 29 Tage fast pausenlos unterwegs




Bei einer Routinekontrolle der Polizei in Schleswig-Holstein haben Beamte einen griechischen Lastwagenfahrer angehalten. Er hatte seit 29 Tagen am Stück fast nie gerastet und wollte trotzdem nach der Kontrolle weiterfahren.

Ein Lastwagenfahrer aus Griechenland hat 29 Tage in Folge nie mehr als drei Stunden Rast gemacht. Er zeigte sich am Freitag bei einer Routinekontrolle der Polizei in Schleswig-Holstein auch noch uneinsichtig. Obwohl der 51-Jährige nach Angaben der Beamten massiv gegen die zulässigen Lenkzeiten verstoßen hatte, wollte er unmittelbar nach der Kontrolle auf einem Rastplatz der Autobahn 7 nahe Bordesholm gleich weiterfahren.

Zwangspause mit Parkkralle

Die Folge: Die Polizei unterband die Weiterfahrt "durch Anbringen einer Parkkralle für elf Stunden". Auf den Mann komme nun ein Bußgeld von mehreren tausend Euro zu. Lastwagenfahrer dürfen pro Tag neun Stunden fahren, an zwei Tagen in der Woche auch zehn. Spätestens nach viereinhalb Stunden am Steuer müssen sie für 45 Minuten pausieren. Die maximale Wochenfahrzeit beträgt 56 Stunden.
http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_83205038/lastwagenfahrer-29-tage-fast-pausenlos-unterwegs.html

xyu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 584
Re:Billigkräfte am Lkw-Steuer
« Antwort #44 am: 17:47:19 Do. 01.März 2018 »
Zitat
Rund 8.500 Euro* hat die Deutsche Post einem tschechischen Lkw-Fahrer nachgezahlt. Der Fahrer war für einen Subunternehmer der Deutschen Post in Deutschland unterwegs – erhielt aber keinen deutschen Mindestlohn. Unterstützt wurde der Fahrer vom DGB-Projekt "Faire Mobilität" und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Der Fall sorgt in Tschechien für große Aufmerksamkeit – viele weitere Fahrer haben sich bei "Faire Mobilität" gemeldet.
http://www.dgb.de/themen/++co++58fff4c6-1add-11e8-a622-52540088cada