Autor Thema: Überwachungsstaat  (Gelesen 127813 mal)

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Überwachungsstaat
« Antwort #30 am: 18:37:13 Di. 28.Juni 2005 »
Vor 30 Jahren habe ich zusammen mit anderen ein Projekt "geheime Kinder" gegründet. Man sagt einfach nirgends, dass man Kinder hat. Die gibts offiziell nicht. Den Nachbarn ists egal, die merken eh nix.

Carsten König

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Überwachungsstaat
« Antwort #31 am: 21:02:01 Di. 28.Juni 2005 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Die Abschaffung der Bürgerrechte diene einfach dem Kampf gegen Terroristen/Kriminelle/ Drogenhändler/Islamisten/Kinderficker.

Und gegen die oben aufgeführten Elemente werden die repressiven Elemente dann auch nicht eingesetzt.
Organisierte Augenwäscherei.

aian19

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Überwachungsstaat
« Antwort #32 am: 03:25:49 Fr. 01.Juli 2005 »
Dann fordere ich hier mal alle, die´s können, zur virtuellen Selbstjustiz auf, natürlich im gestzlichen Rahmen... :D :D :D

So wie der Hacker, der Syndikus zur Strecke brachte (Sozius von Gravenreuth...) oder der Hacker, der einen Spammer lahmlegte - und der konnte nicht mal gegen den Serverlahmleger juristisch vorgehen, weil er seinen Server, um Probleme mit der deutschen Justiz zu vermeiden, auf eine von diesen Karibik-Inseln geparkt hatte. Und so sicher, wie er dort vor der deutschen Justiz ist, war´s der Hacker dann auch. :D :D :D :D :D
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

Mene mene tekel upharsin

ManOfConstantSorrow

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Überwachungsstaat
« Antwort #33 am: 14:09:01 Di. 01.November 2005 »
Die Firma bittet um Diskretion. Ein beispielloser Fall von interner Spionage gegen einen unbequemen Münchner Betriebsrat.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Überwachungsstaat
« Antwort #34 am: 17:00:48 Sa. 24.Dezember 2005 »
Der Geheimdienst NSA habe mit Zustimmung von Unternehmen und ohne richterliche Erlaubnis direkt große Telefonnetze ins In- und Ausland angezapft, berichtete die „New York Times“ am Samstag.
(...)
Die Informationen seien zu einer Raster-Fahndung verknüpft worden, um über den Abgleich von Kommunikationsmustern Terror-Verdächtigen auf die Spur zu kommen.
(...)
Ein ehemaliger Manager aus der Telekommunikationsbranche sagte der Zeitung, Unternehmen hätten auf Weisung der Chefetage Informationen über Telekommunikationsmuster gespeichert und den Bundesbehörden bei der Fahndung nach Terroristen zur Verfügung gestellt.
(...)
Regierungs- und Branchenvertreter mit Kenntnis des Abhörprogramms erklärten in dem Blatt, der eigentlich für das Ausland zuständige Geheimdienst NSA habe versucht, die Informationen zu einer Rasterfahndung zu verwenden. Dabei seien Details wie Ursprung, Ziel und Länge eines Telefonats oder einer E-Mail miteinander verknüpft worden.
(...)
Einige Behördenvertreter hätten das Abhörprogramm als eine große Datensammlung bezeichnet mit einem deutlich größeren Umfang, als von der Regierung eingeräumt. Bush hatte erklärt, trotz der zum Teil massiven Kritik von Abgeordneten und Bürgerrechtsgruppen an dem Programm festzuhalten. Zugleich kritisierte er, dass seine Abhöranweisung an die Medien gelangt und publik gemacht worden sei. Ermittlungen im Justizministerium über die undichte Stelle seien eingeleitet worden.

HANDELSBLATT, Samstag, 24. Dezember 2005
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

regenwurm

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Überwachungsstaat
« Antwort #35 am: 08:32:37 So. 25.Dezember 2005 »
[URL=http://imageshack.us][/URL]

...................................................Das Auge Gottes blickt auf die Welt

Das Logo und der Wahlspruch der neuen Behörde der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), dem "Think Tank" des amerikanischen Verteidigungsministeriums, lassen erkennen, welches hohe Ziel mit Erforschung und Umsetzung des TIA Systems verbunden ist: Über das bekannte Motto "Wissen ist Macht" hinaus, scheinen die Pläne dem erweiterten Wahlspruch "Totale Wissenshoheit mittels technischer Überlegenheit ist Macht" zu folgen.
Die Umsetzung dieser und ähnlicher Pläne hätte eine in großen Teilen un- und desinformierte Weltöffentlichkeit der totalen Kontrolle ausgeliefert.
Link:



Für das vom Information Awareness Office des Pentagon geplante Data-Mining-System sollen im In- und Ausland alle verfügbaren Informationsquellen erschlossen werden
Link:


Daten, seien es Gesprächsinhalte, Texte, Beobachtungen, biometrische Kennzeichen oder Expertenmeinungen, werden in einem riesigen, verteilten Datenbanksystem, dessen Größenordnungen sich in Pentabyte(1.s.Fußnote) messen werden, gesammelt und automatisch analysiert. Projektionen und Analyseergebnisse stehen nicht nur jeder Geheimdienstbehörde zur Verfügung, sondern werden als Material in computergestützten Entscheidungsfindungs-, Experten und Krisenmanagementsystemen verwendet, die sich u. a. neuronaler Netzwerke bedienen
1.1024 TB (Terrabyte) sind 1 PB (Pentabyte)
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

regenwurm

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Überwachungsstaat
« Antwort #36 am: 08:42:02 So. 25.Dezember 2005 »
Open your eyes, open your mind
Mit der explosionsartigen, weltweiten Zunahme der Internetnutzung hat sich die Bedeutung des Netzes für die private und geschäftliche Kommunikation, d. h. für die Möglichkeit, sich über eine Vielzahl von Quellen zu informieren, als weiterer Aufklärungskanal für Presse und Organisationen zu wirken und das Medium zum Nachrichten- und Informationsaustausch schlechthin zu werden, drastisch erhöht.
Die Verlagerung schriftlicher Kommunikation vom Brief auf die E-Mail, die Ablösung analoger Sprachkommunikation durch IP-Telefonie (VoIP, Voice over IP), internetgestützte Videokonferenzen und der wachsende E-Commerce Sektor werden dazu beitragen, dass sich diese Entwicklung ungebrochen fortsetzen wird.

Die Entwicklung des Internets führt dabei parallel zu einer Zunahme von Überlegungen und Begehrlichkeiten auf Seiten derer, die politische Kontrolle ausüben, das Internet und alle anderen Kommunikationswege zu kontrollieren und zu zensieren, da dass Internet als Bedrohung staatlicher Autorität und politischer Machtausübung verstanden wird.
Sowohl im politischen als auch wirtschaftlichen Sektor erhöhen sich die Anstrengungen, über das Internet und neben dem Internet detaillierteste Daten über dessen Nutzer zu sammeln und zu verwerten oder die durch Überwachung gewonnenen Daten von Unternehmen anderer Länder zur Vorteilsnahme für die Unternehmen im eigenen Land zu missbrauchen.
Geheimdienste werden durch den unausgesetzten Internet-Boom der kommenden Jahre und Jahrzehnte stärkere Ermittlungsbefugnisse anmelden und durchsetzen.
Auch diese Entwicklung wird sich, verstärkt durch technologische Neuerungen, fortsetzen.
Die Entscheidungen, ob wir bald in einer Welt agieren werden, die keine Privatheit und keinen ungehinderten Zugang zu Quellen aller Art mehr kennt, oder in einer Welt, wo die Freiheit auf Information und Selbstentfaltung, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die Wahrung der Privatsphäre geachtet wird, fallen jetzt.

Drei Überwachungssysteme zeigen in eindrucksvoller Form, wie umfassend die Daten unserer Kommunikation und Person einer allumfassenden Überwachung ausgesetzt werden und wie durch sie das Recht auf freie Meinungsäußerung und Schutz der Privatsphäre nicht das Papier wert sind, auf dem sie als Gesetze festgehalten wurden:
Bei dem ersten System handelt es sich um das globale Überwachungssystem ECHELON, das bereits seit einigen Jahrzehnten existiert, beim zweiten System um ENFOPOL, das die Anbindung fast aller Kommunikationseinrichtungen an polizeiliche und geheimdienstliche Abhörschnittstellen auf europäischer Ebene regelt und das letzte System, TIAS, das in den USA von der DARPA als gigantische Data-Mining Maschinerie eingerichtet wird.

Die Pläne zur Einrichtung einer virtuellen Grenzkontrolle in Form des RPS, die älteren, staatlichen WEBBlOCK und NEWSWATCH Überlegungen und das FILTERPILOT Projekt in NRW zeigen exemplarisch auf, wie der Versuch aussieht, den freien Zugang zu Inhalten im Internet zu beschneiden und ein zentrales Kontrollregime über Internetinhalte zu errichten.
Diese landesweiten, kontinentalen oder globalen Überwachungssysteme werden durch Techniken ergänzt, die es staatlichen Überwachungsinstanzen ermöglicht, den Kommunikationsverkehr für ein lokal begrenztes Gebiet oder einzelne Personen zu kontrollieren. Zur Anschauung wird das CARNIVORE System des FBI vorgestellt, das bei einzelnen Providern aufgestellt wird, um E-Mails zu scannen, KEYLOGGER, die am oder im Computer des Benutzers dessen Daten abgreifen oder die IMSI Catcher, um Handys zu orten und abzuhören.

Die unten angeführten Punkte sind nur kleine Teile des grossen Käfigs, der gerade an verschiedenen Punkten der Welt zusammengebaut wird.

Kai Raven, 1998-2003

Quelle:
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Kater

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Überwachungsstaat
« Antwort #37 am: 02:10:10 Sa. 31.Dezember 2005 »
Zitat
Freitag 30. Dezember 2005, 22:15 Uhr
US-Justizministerium ermittelt wegen Berichten über Lauschangriffe

Washington (AP) Das amerikanische Justizministerium hat Ermittlungen wegen der Medienberichte über die umstrittene Abhöraktion des Militärgeheimdienstes NSA aufgenommen. Aus Ministeriumskreisen in Washington verlautete am Freitag, es solle herausgefunden werden, auf welchem Weg die Informationen über die Lauschangriffe weitergegeben wurden. Die Ermittlungen sollten sich auf die Enthüllungen der «New York Times» konzentrieren, die die Abhöraffäre am 16. Dezember aufgedeckt hatte.

Ein Sprecher von US-Präsident George W. Bush begrüßte die Aufnahme der Ermittlungen. «Die Weitergabe vertraulicher Informationen ist eine ernste Angelegenheit», sagte Sprecher Trent Duffy. Sie gefährde den Kampf gegen den Terrorismus.

Die «New York Times» hat ihren Artikel nach eigenen Angaben ein Jahr lang zurückgehalten. Grund seien eine Bitte der Regierung gewesen und der Wunsch, im Lauf der Zeit verschiedene Details der Abhöraktion zu bestätigen.

Nach Angaben des Blattes hat die US-Regierung im großen Rahmen Telefongespräche belauscht und E-Mails kontrolliert. Entgegen den Beteuerungen von Präsident George W. Bush seien ohne richterliche Genehmigung weite Kreise der Bevölkerung abgehört werden - in der Hoffnung eine Spur zu Terroristen zu finden. Die Regierung sieht die Lausangriffe durch Beschlüsse des Kongresses zum Kampf gegen den Terrorismus gedeckt.

http://de.news.yahoo.com/051230/12/4tfku.html

Carsten König

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Überwachungsstaat
« Antwort #38 am: 12:23:38 Sa. 31.Dezember 2005 »
Zitat
Das amerikanische Justizministerium hat Ermittlungen wegen der Medienberichte über die umstrittene Abhöraktion des Militärgeheimdienstes NSA aufgenommen.

Aha, da werden Täter zu Opfern, oder wie... Kafkaesques Schmierentheater

regenwurm

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Überwachungsstaat
« Antwort #39 am: 13:35:56 Sa. 07.Januar 2006 »
Überwachen und speichern

Erst mal sammeln, dann mal schauen

Der Mensch, das gerasterte Wesen: Wir werden erfasst, gescannt, gefilmt, vermessen - und nur Foucault weiß, wozu.


Würde man die wöchentlich anfallenden Telekommunikations-Daten aller 450 Millionen EU-Bürger ausdrucken wollen, um sie den Parlamentariern zur Einsicht vorzulegen, müsste man die Volksvertreter wohl an Eisenbahnwaggons auf den Brüsseler Güterbahnhof bitten. Denn soviel Papier passt nicht einmal mehr in eine Flotte von Möbelwagen.


Wer in einem EU-Land zum Telefonhörer greift, egal, ob er selber anruft oder angerufen wird, wer E-Mails verschickt oder im Internet surft, muss davon ausgehen, dass seine Verbindungsdaten künftig aufgezeichnet und bis zu 24 Monate lang vorgehalten werden. So wünscht es die EU-Richtlinie, die Polizei und Geheimdiensten die Möglichkeit geben will, sich zur Verfolgung schwerer Straftaten vulgo: von Terroristen selbst durch grotesk hohe Datenmüllberge zu wühlen.

Seit November, das hat der vorige Bundesinnenminister Otto Schily hinterlassen, funken neue Reisepässe Daten selbständig. RFID heißt die an streunenden Wiener Hunden erprobte Technik, Radio Frequency Identification. Die wird ermöglicht durch einen winzigen Silizium-Chip mit Antenne, der im Pappdeckel des Passes verborgen ist und energielos funkt.

Er übermittelt unbemerkt, aber effizient persönliche Daten und ein Bild seines Besitzers, demnächst auch dessen Fingerabdrücke, an die Lesegeräte von Zollbeamten. An die noch nicht vorhandenen Lesegeräte muss man sagen.
Quelle:
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ManOfConstantSorrow

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Überwachungsstaat
« Antwort #40 am: 18:23:52 Fr. 20.Januar 2006 »
Busfahrer verschiedener Linien im Nordwesten Londons ließen diese Woche ihre Busse in der Garage stehen. Sie protestierten mit ihrem wilden Streik dagegen, daß die in den Bussen installierten Überwachungskameras mit einer extra Linse ausgestattet worden waren, um speziell die Busfahrer zu überwachen. Das wollen sie sich nicht gefallen lassen.
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manoman

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Überwachungsstaat
« Antwort #41 am: 12:16:21 Sa. 21.Januar 2006 »
reisepässe funken nicht energielos. das geht nicht. es kann aber elktronisch ausgelesen werden. oder gibt es passives gps ?

ManOfConstantSorrow

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Überwachungsstaat
« Antwort #42 am: 20:07:38 Do. 16.Februar 2006 »
Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Schnellstraße zum Auskunftsanspruch
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LinksDenker

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Überwachungsstaat
« Antwort #43 am: 22:30:41 Do. 16.Februar 2006 »
KwTm

ManOfConstantSorrow

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Überwachungsstaat
« Antwort #44 am: 14:07:55 Fr. 03.März 2006 »
Die ersten Beschäftigten mit implantierten Chips

Citywatcher, ein privater Sicherheitsdienst in Ohio, ist das erste Unternehmen der USA das - als Experiment - zweien seiner Beschäftigten Radiochips in den rechten Oberarm eingesetzt hat, um ihnen so den Zugang zum zentralen Sicherheitsraum (Videoarchiv) zu "erleichtern". RFID - von Datenschützern, Netzaktivisten und Bürgerrechtsorganisationen heftig kritisiert - werden "natürlich", wie jede technische Neuerung, nur zum allerbesten der Menschheit eingesetzt. Mit einer Erweiterung satellitenlesbar, sollen sie dereinst etwa Verirrte oder geistig verwirrte Menschen lokalisieren helfen und was alles der guten Taten denkbar sind. Tiere müssen heute schon, bei EU-Einfuhr etwa, "gechipt" sein. Bei Menschen ist (noch) alles freiwillig, es sei denn bei elektronischen Fussfesseln und anderen Allmachtsphantasien. Insgesamt sind in den USA bisher etwa 70 Personen mit implantierten Chips versehen, zumeist aus medizinischen Gründen. Der (englische) Bericht "US group implants electronic tags in workers" von Richard Waters vom 12. Februar 2006 im Nachrichtenarchiv der "Financial Times".
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