Autor Thema: Rassismus in Deutschland  (Gelesen 153154 mal)

admin

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #15 am: 18:25:16 Di. 28.Januar 2014 »
Zitat
Warnung vor "herausragendem Gefährdungspotenzial"
Neonazis greifen noch öfter zur Waffe

Nach dem Bekanntwerden des NSU hat die Zahl rechtsextremer Delikte mit Waffen 2012 einen Rekordwert erreicht. Die Regierung warnt vor einem herausragenden Gefährdungspotenzial. Zu den Hintergründen fehlen ihr aber Erkenntnisse.
  :rolleyes:
http://www.tagesschau.de/inland/neonazibewaffneteueberfaelle100.html

Rudolf Rocker

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #16 am: 19:25:58 Do. 06.Februar 2014 »
Zitat
Feuerkatastrophe in Hamburg - Brandstiftung?

Bei einem verheerenden Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hamburg-Altona sind eine 33-jährige Mutter und ihre beiden kleinen Söhne ums Leben gekommen. Die Polizei und die Hamburger Staatsanwaltschaft ermitteln inzwischen wegen Brandstiftung. Ein Kinderwagen, der im Hauseingang der Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber stand, gilt als mutmaßlicher Brandherd. Allerdings könne auch ein technischer Defekt am Stromkasten als Brandursache noch nicht völlig ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecher Holger Vehren am Donnerstag. Brandbeschleuniger wurden bisher nicht entdeckt. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet.

Haus dient als Flüchtlingsunterkunft

Bei den Toten handelt es sich nach Informationen von NDR 90,3 um Flüchtlinge aus Pakistan, die die Stadt in dem Haus untergebracht hatte. Die Familie lebt seit 2002 in Hamburg. In dem alten Haus aus der Gründerzeit wohnten 46 Menschen - zum Beispiel aus Pakistan, Afghanistan und Russland. Auch einige Obdachlose sind dort untergebracht. Das Gebäude gehört einem Privateigentümer. Wie NDR 90,3 berichtete, hat er es seit August 2010 an Hamburgs Landesbetrieb "fördern & wohnen" vermietet.




http://www.ndr.de/regional/hamburg/feuer1439.html

xyu

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Demo gegen Rassistische Morde nach Brandanschlag mit drei Toten
« Antwort #17 am: 19:46:16 Do. 06.Februar 2014 »
Zitat
Do. 6.2. Demo 19:30 Uhr Eimsbüttler Straße 75

In Folge einer Brandstiftung auf ein Wohnheim in dem Flüchtlinge untergebracht sind in der Eimsbüttler Straße starben gestern drei Menschen, eine pakistanische Mutter mit zwei Kindern, in den Flammen. Ein Großteil der restlichen 30 Bewohner_innen wurde verletzt. Nachdem gestern ein Verteilerkasten als Brandursache vermutet wurde, gehen die Brandermittler seit heute nachmittag davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Das Haus war komplett von Refugees als privatisierte Form einer Flüchtlingsunterkunft bewohnt. Eine andere Form der kasernierten Unterbringung die seit langem kritisiert wird. Auch wegen der Gefahr von Anschlägen auf Bewohner_innen.

Für heute am Donnerstagabend wird daher von unterschiedlichen Gruppen für 19:30 Uhr zu einer Demonstration vor das Haus mobilisiert. Kommt alle, gedenkt den Toten und organisiert Proteste gegen rassistische Morde und die staatliche Abschiebepolitik.

Während in Ceuta und Lampedusa die Menschen durch das europäische Grenzregime ertrinken, wird in Deutschland durch Kontrollen und Sondergesetze eine rassistische Stimmungsmache betrieben, die Tote durch Brandanschläge und Übergriffe zur Folge hat. Biedermänner, wie Olaf Scholz mit seiner Hetze gegen Lampedusa-Flüchtlinge, sind hierbei die Brandstifter.

Gegen den rassistische Flüchtlingspolitik – Bleiberecht für Alle!
Residenzpflicht und Lagerunterbringung abschaffen!
Schluß mit rassistischen und faschistischen Morden!
http://florableibt.blogsport.de/2014/02/06/demo-gegen-rassistische-morde-und-brandanschlag-mit-drei-toten/

Rudolf Rocker

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #18 am: 12:50:02 Fr. 07.Februar 2014 »
Sa. 8.2. Trauermarsch für die getöteten Refugees 13 Uhr S-Bahnhof Sternschanze


Zitat
Auf der Versammlung vor dem abgebrannten Haus in der Eimsbüttler Straße wurde heute Abend beschlossen für Samstag den 8. Februar für 13 Uhr zu einem Trauermarsch für die drei getöteten Refugees zu mobilisieren. Treffpunkt ist S-Bahnhof Sternschanze.

In Folge einer Brandstiftung auf ein Wohnheim in dem Flüchtlinge untergebracht sind in der Eimsbüttler Straße starben gestern drei Menschen, eine pakistanische Mutter mit zwei Kindern, in den Flammen. Ein Großteil der restlichen 30 Bewohner_innen wurde verletzt. Nachdem gestern ein Verteilerkasten als Brandursache vermutet wurde, gehen die Brandermittler seit heute nachmittag davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Das Haus war komplett von Refugees als privatisierte Form einer Flüchtlingsunterkunft bewohnt. Eine andere Form der kasernierten Unterbringung die seit langem kritisiert wird. Auch wegen der Gefahr von Anschlägen auf Bewohner_innen.

Während in Ceuta und Lampedusa die Menschen durch das europäische Grenzregime ertrinken, wird in Deutschland durch Kontrollen und Sondgesetze eine rassistische Stimmungsmache betrieben, die Tote durch Brandanschläge und Übergriffe zur Folge hat. Biedermänner, wie Olaf Scholz mit seiner Hetze gegen Lampedusa-Flüchtlinge, sind hierbei die Brandstifter.

Gegen den rassistische Flüchtlingspolitik – Bleiberecht für Alle!
Residenzpflicht und Lagerunterbringung abschaffen!
Schluß mit rassistischen und faschistischen Morden!

Bis morgen!! ;)

xyu

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #19 am: 01:22:09 So. 16.Februar 2014 »
Unterlassene Hilfeleistung – Geflüchteter stirbt im Lager in Plauen

Zitat
Im Ge­flüch­te­ten­heim auf der Ka­ser­nen­stra­ße in Plau­en ist am Frei­tag (14.​02.​2014) ein li­by­scher Ge­flüch­te­ter ge­stor­ben. Ein Wach­mann hatte sich ge­wei­gert, den Not­arzt zu rufen.

Plau­en. Nach dem Tod eines Ge­flüch­te­ten aus Li­by­en er­mit­teln Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft gegen einen Si­cher­heits­dienst-​Mit­ar­bei­ter wegen un­ter­las­se­ner Hil­fe­leis­tung. Dem 43-​Jäh­ri­gen wird vor­ge­wor­fen, kei­nen Ret­tungs­dienst für den Kran­ken ge­ru­fen zu haben. „Wir er­mit­teln gegen ihn, weil er fast zwei Stun­den keine Hilfe ge­holt hat“, sagte Jan Mei­nel, Spre­cher der Po­li­zei­di­rek­ti­on Zwi­ckau.

Der Flücht­ling starb am Frei­tag in den Mor­gen­stun­den vor den Augen sei­ner schwan­ge­ren Frau. Nach Re­cher­chen der „Frei­en Pres­se“ ver­such­ten Heim­be­woh­ner_in­nen be­reits in der Nacht, Hilfe vom dienst­ha­ben­den Wach­mann zu be­kom­men. Der habe sich je­doch ge­wei­gert, den Not­arzt zu alar­mie­ren. Spä­ter soll er ge­äu­ßert haben, er dürfe das nicht. Diese Aus­sa­ge woll­te die Po­li­zei am Frei­tag weder be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren. Mei­nel zu­fol­ge haben die Be­woh­ner_in­nen den Si­cher­heits­mann mehr­fach auf­ge­sucht und schließ­lich ein Fens­ter der Wacht­meis­te­rei auf­ge­he­belt. Erst dar­auf­hin soll der 43-​Jäh­ri­ge die Po­li­zei ein­ge­schal­tet haben. Der Not­arzt konn­te nur noch den Tod fest­stel­len.

Seit drei Wo­chen lebte der Ge­flüch­te­te, 43 Jahre alt, mit sei­ner Frau und sei­nem zehn Mo­na­te alten Sohn in Plau­en. Er­kennt­nis­se zur To­des­ur­sa­che er­hof­fen sich die Er­mitt­ler durch eine Ob­duk­ti­on am Mon­tag. Nach In­for­ma­tio­nen der „Frei­en Pres­se“ soll er unter aku­ten Darm­pro­ble­men ge­lit­ten haben. Be­reits am Diens­tag kam er wegen Bauch­schmer­zen ins Plaue­ner Vogt­land-​Kli­ni­kum, wurde al­ler­dings am sel­ben Abend wie­der ent­las­sen.

Heute, am 15.​02.​2014, fan­den zwei von Men­schen aus Plau­en or­ga­ni­sier­te Mahn­wa­chen für den ge­stor­be­nen Ge­flüch­te­ten statt. Eine 15 Uhr an der Ka­ser­nen­stra­ße und eine 16 Uhr am Thea­ter­platz in Plau­en (Sach­sen).

http://afadresden.blogsport.de/2014/02/15/unterlassene-hilfeleistung-gefluechteter-stirbt-im-lager-in-plauen/


Schluepferstuermer

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #20 am: 04:25:28 So. 16.Februar 2014 »
Dieser Wachmann käme bei mir nicht mehr aus dem Gefängnis heraus. 3x Lebenslänglich
lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!

dagobert

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #21 am: 21:28:43 So. 16.Februar 2014 »
Da wird er weit drunter bleiben.

Zitat
StGB § 323c Unterlassene Hilfeleistung
Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm
den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer
wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Wenn es überhaupt zu einer Verurteilung kommt.

Kuddel

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #22 am: 10:20:10 Sa. 22.März 2014 »
Zitat
Anschläge auf Flüchtlingsheime gibt es immer häufiger - und sie werden immer abscheulicher. Die Medien berichten kaum.
http://www.stern.de/politik/deutschland/was-mich-bewegt-die-anschlaege-auf-fluechtlingsheime-2098061.html

Kuddel

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #23 am: 19:32:15 Do. 27.März 2014 »
Zitat
Attacken aus der Mitte der Gesellschaft

130 Orte in Bayern umfasst die Liste des Flüchtlingsrates: Seit 2010 kam es hier zu Fremdenfeindlichkeit und zu Gewalttaten gegen Asylbewerber. Die rassistischen Parolen stammten oft von ganz gewöhnlichen Bürgern.
http://www.sueddeutsche.de/bayern/angriffe-gegen-asylbewerber-attacken-aus-der-mitte-der-gesellschaft-1.1923332

admin

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #24 am: 20:34:51 Mo. 11.August 2014 »
Noch immer werden in Deutschland 268 Neonazis per Haftbefehl gesucht. Zum Teil entziehen sie sich schon seit Jahren erfolgreich den Strafverfolgungsbehörden.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion vor.

Troll

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #25 am: 11:40:14 Fr. 26.September 2014 »
Zitat
Bedrohte Helfer in Hellersdorf

Vor einem Jahr protestierten in Berlin-Hellersdorf Anwohner gemeinsam mit Neonazis gegen ein Asylbewerberheim, in dem viele Menschen lebten, die gerade dem Bürgerkrieg in Syrien entkommen waren. Doch wie sieht es heute in Hellersdorf aus?

Quelle: tagesschau


http://download.media.tagesschau.de/video/2014/0925/TV-20140925-2242-2501.websm.h264.mp4

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Troll

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #26 am: 09:32:28 Di. 30.September 2014 »
Zitat
Endlich mal ein lesenswerter Rassismus-Artikel in der taz. Es geht um Raed Saleh, ein Kandidat für den Posten des regierenden Bürgermeisters von Berlin. Presse-Beobachter haben bei ihm mehrfach thematisiert, dass er angeblich eine schlechte Grammatik hat, aber die taz hat mal ein längeres frei gesprochenes Stück transkribiert und es stellt sich raus, dass der sogar weniger Fehler pro 1000 Worte macht als seine Interviewer.

Quelle: Fefes Blog

Unabhängig und neutral mit unterschwelligen Ressentiments im Gepäck, statt gegen Vorurteile anzuschreiben sorgt man dafür daß das Feuer nie ausgeht.
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Rudolf Rocker

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #27 am: 15:06:28 Di. 30.September 2014 »
Zitat
Misshandlungen an der Tagesordnung

Die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen in der Unterkunft in Burbach soll keine Ausnahme gewesen sein, sondern die Regel. Das sagt ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, gegen den nun ermittelt wird. Er bezeichnet das Lager als "rechtsfreien Raum".

http://www1.wdr.de/studio/siegen/themadestages/fluechtlinge452.html

Sir Vival

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #28 am: 16:34:00 Mi. 01.Oktober 2014 »
Das kommt davon, wenn man als Staat solche Verantwortung in "private" Hände gibt. Daß die nach "wirtschaftlichen" Gesichtspunkten agieren, ist wohl klar.
Und was mich dabei sehr ärgert: Was haben denn Aufseher wie diese Sicherheitsfirma mit ihren Nazischlägern in einem Flüchtlingswohnheim zu suchen?
So blöd kann doch kein verantwortlicher solch einer Sicherheitsfirma sein, oder?

Da stellt sich für mich die Urfrage, aus welchem Grund man so etwas INNERHALB des Wohnbereichs bewachen muß? Die Menschen dort wollen doch nur in Sicherheit leben und sind deshalb in D angekommen (inkl. aller anderen EU-Länder).
Bewachung von AUSSERHALB des Wohnheimes zum Schutz vor irgenwelchen Deppen verstehe ich ja noch. Und innerhalb dann Verwaltungspersonal. Aber "Aufseher" sind da fehl am Platz!

Nee, da wird wieder typisch deutsches Lagerdenken aufgetischt und dann auch noch so taktlos mit privaten Sicherheitsfirmen. Nichts gegen Sicherheitsfirmen. Da gibt es schon "Profis" und geschulte Leute, auch für solche Tätigkeiten. Aber man kann doch keine teils vorgestraften und absolut unausgebildeten Leute, für die Empathie eine Party ist, dort schalten und walten lassen!
Wie sieht´s denn da z.B. in anderen Ländern aus? Würde mich interessieren.

Die Sicherheitsfirma hat sich da `nen schönen Namen gemacht. Der wird bestimmt bald geändert und wir hören nichts mehr von denen.
Aber für mich ein Totalversagen der NRW-Politik. Und die lassen sich noch mit "Folterfotos" von der Presse ablichten.

Schande......

Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Es gibt 2 Arten von Politikern:
- der eine kann nichts!
- der andere nichtmal das!

schwarzrot

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Re:Rassismus in Deutschland
« Antwort #29 am: 17:21:41 Mi. 01.Oktober 2014 »
Ich poste das mal hier, hoffe es passt: im SpOn ein seltener bericht, der nicht nur an der oberfläche beschreibt, was in dem bereich passiert.
Zitat
Private Sicherheitsdienste: Verlierer in Uniform

Mit Mütze, Taschenlampe und geborgter Autorität: Wenn staatliche Aufgaben an Privatfirmen weitergereicht werden, bewachen Menschen den Rand der Gesellschaft, die selbst am Abgrund stehen.


...
 Verantwortung in den Händen polizeibekannter Schlägertypen

Hier liegt das grundsätzliche Problem, wenn hoheitliche Aufgaben wie der Schutz von Asylbewerbern - vor sich selbst oder dem Mob vor der Tür - an private Unternehmen ausgelagert wird. Outsourcing wird zum Durchreichen der Verantwortung nach unten, bis sie endlich in den Händen polizeibekannter Schlägertypen liegt. In Burbach wurde vom Regierungspräsidium die, wie man hört, recht günstige Firma European Homecare bestellt. European Homecare wiederum beauftragte die Nürnberger Sicherheitsfirma SKI, die ihrerseits wiederum auf noch billigere Subunternehmer zurückgriff. Dass hier keine ausgebildeten Traumatherapeuten mit Zusatzqualifikation in ambulanter Deeskalation zum Einsatz kommen, liegt auf der Hand.

Es ist, als würde man eine gemietete Wohnung an einen Untermieter weitervermieten, der sie seinerseits an einen Unteruntermieter weiterreicht. Und ein solches System wird derzeit als wichtiger Pfeiler der inneren Sicherheit einer Gesellschaft bezeichnet, die fortschreitende Privatisierung inzwischen als Naturgesetz hinzunehmen gelernt hat. In 20 Jahren hat sich die Zahl der Firmen auf 4.000 verdoppelt, jüngste Erhebungen (2013) gehen von rund 185.000 Mitarbeitern aus. Trotz geringer Gewinnmargen macht die Branche einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro.

Ein wachsendes Segment ist die "Betreuung" von Objekten, in denen wie zufällig auch Menschen wohnen - allein zwischen Januar und August 2014 haben 99.592 solcher Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Kommunen sind überfordert, Geld ist dafür keines da, die Polizei wird nur dann hinzugezogen, wenn sie gerufen wird. In Burbach zumindest sorgten Leute für Ordnung, die weder einen Bildungsabschluss noch entsprechende Erfahrungen hatten. Dabei können die Übergriffe auch als logische Folge einer Stimmungsmache gelesen werden, wie sie neulich erst wieder die "Bild"-Zeitung betrieben hat. Demnach trügen Sanitäter in Bautzen "aus Angst vor Attacken im Asyl-Hotel" angeblich "schon Schutzwesten". Warum sollte, wer das für bare Münze nähme, sich nicht mit präventiven Folterspielchen den nötigen Respekt verschaffen?

...

Nun werden Zustände wie die in Burbach in Leitartikeln reflexhaft als "unhaltbar" bezeichnet, als handele sich um Fehler im System. Ist nicht das System der Fehler? Ein System, das Bedürftige erst abweist, dann einpfercht und in diesem Pferch einem armseligen Wiedergänger eben jener sadistischen Obrigkeit ausliefert, vor der sie einst geflohen sind? Die Zustände sind eben nicht "unhaltbar", sie sind durchaus tragfähig und gewollt. Sie herrschen, die Zustände. Und daran wird auch ein Korrigieren irgendwelcher "Standards" kaum etwas ändern.


...
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/private-sicherheitsdienste-staat-lagert-verantwortung-aus-a-994647.html
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht