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CCES24 in Palma de Mallorca /Avedo Erfahrungsberichte

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CCES24 Insasse:
Hola und Hallo,

ich arbeite in einem großen Callcenter auf Mallorca.

Es heißt: CCES24. Dort wird im Auftrag von 1und1 telefoniert.

Obwohl wir arbeiten wo andere Urlaub machen, sind sowohl die Arbeitsbedingungen, als auch die Personalführung und Unternehmenspolitik untragbar.

21 Agents wurden, obwohl die Firma ständig expandiert, im Zuge eines Rundumschlages entlassen.

Wer wegen dieses Jobs auswandert, wird es wahrscheinlich bereits kurze Zeit später bereuen.

Ich werde nun einige Beiträge von der Firmenbewertungsplattform: www.kununu.com zitieren. Diese veranschaulichen die Zustände, welche bei uns herrschen:

Eivisskat:
Das Mallorca-Magazin scheint den Laden ja ganz toll zu finden...  ::)

http://mallorcamagazin.com/aktuelles/wirtschaft/cces24-wachst-massiv-weiter.html


CCES24 Insasse:
Natürlich !!!

Dem spanischen Staat geht es finanziell sehr schlecht.

Die Firma CCES 24 schafft neue Arbeitsplätze.

Nun zu den angekündigten Beiträgen (Quelle: www.kununu.com).



Beitrag Nr.1:


--- Zitat ---Vorgesetztenverhalten: Hier hat ein jeder (auch in der Vorgesetzten-Ebene) Angst um seinen Job und gibt diesen Druck ständig und permanent an die ihm "Untergebenen" weiter. Ein Vertrauensverhältnis kann so niemals aufgebaut werden, was im übrigen von der Geschäftsführung ausdrücklich auch nicht gewünscht wird. So z.B. gibt es die Order, im angrenzenden Lokal bitte nur den Tisch mit "seinesgleichen" zu teilen. Privatgespräche mit den "gemeinen" Agenten werden nicht gern gesehen. Nicht alle, aber so doch die meisten "Führungskräfte" sind als glatte "Fehlbesetzung" zu bezeichnen. OT einer Projektleiterin: "Wenn es ihnen nicht passt, sollen sie doch gehen. Dann holen uns eben neues "Fischfutter" (gemeint war hier: Personal) aus Deutschland." Gute Personalführung sieht anders aus!

Kollegenzusammenhalt: Könnte viel besser sein, wenn nicht ständig einem jeden die Angst im Nacken säße, seine Arbeitsstelle verlieren zu können. Inzwischen wird allerorts denunziert, nur um die eigene Haut zu retten. So werden von der Projektleitung gerne auch mal Teammanager in ihrer Freizeit damit beauftragt, die Mitarbeiter während der Dauer ihres Krankenstandes zu "bespitzeln" bzw. genau zu beobachten; hier werden sehr gern ganz spezielle bzw. subtile Vorgehensweisen an den Tag gelegt. Und ja, es gibt Kollegen, die das dann auch noch umsetzen!!!

Interessante Aufgaben: = 0

Arbeitsatmosphäre: Die meisten der mir bekannten Kollegen, sind nur noch dabei, weil es auf dieser Insel keine Alternativen für sie gibt. Wer bitte, arbeitet denn sonst unter solchen Umständen für einen Hungerlohn? Der Krankheitsstand ist so erschreckend hoch, dass es hier inzwischen arge Probleme mit dem Auftraggeber gibt (zudem diesem wissentlich immer wieder gefälschte Zahlen vorgelegt werden). Inzwischen wird mit jedem Mitarbeiter, selbst wenn dieser nur an eine Tag durch Krankheit der Arbeit fern bleibt, ein "Krankenrückführgespräch" geführt. In diesem wird ihm auf subtile Art und Weise (hinterhältig freundlich) klar gemacht, dass er mit seiner Arbeitsstelle spielt, wenn sich ein solcher "Ausfall" wiederholt. Unzumutbare Bedingungen, um eine auch nur annähernd gute Atmosphäre zu erwirken.
Kommunikation: Totales Chaos! Mal HÜH dann wieder HOT. Die Unfähigkeit der Führungsebene tritt bei diesem Punkt mehr als deutlich zu Tage. Da sind MA teilweise durch einen Betriebsunfall wochenlang arbeitsunfähig und erhalten nicht einen Anruf geschweige denn einen Besuch eines Vorgesetzen. Nein, da wird über Facebook dann einfach mal kurz per PN eine Warnung gepostet, dass eine Kündigung ins Haus stehe, wenn man nicht unverzüglich seine Arbeit wieder aufnehme. Anderer Fall: Eine sehr bewährte Mitarbeiterin kommt aus dem Auslandsurlaub zurück und außer ihr wissen bereits alle Kollegen, dass sie gekündigt ist. Auch eine Form von Kommunikation - INCREÍBLE!!!

Arbeitsbedingungen (Räume, ...): Großraumbüro mit enorm hohem Lärmpegel. Die Kopfhörer sind "Billigware" aus Taiwan und entsprechen nicht dem Standard. Nicht wenige Mitarbeiter leiden inzwischen an Tinitus, andauerndem Kopfschmerz u.ä.

Work-Life-Balance: Unglaublich, welche Versprechungen zu diesem Thema bei der Einstellung gegeben werden. Nichts davon wird letztendlich eingehalten. MA müssen 7 Tage die Woche, von 6:00 Uhr bis 2:00 Uhr voll flexibel sein. Da sind unterschiedliche Arbeitszeiten binnen von einer Woche mit Differenz von bis zu 6 Stunden keine Seltenheit. Beispiel: Mo 6:00 - 15:00, Di 10:00 - 19:00, Do 7:00 - 16:00, Fr 14:00 - 23:00, Sa. 16:00 - 1:00, So 17:00 - 2:00. Und da ist es völlig egal, ob Du motorisiert bist, Kleinkinder zu Hause hast oder andere Lebensumstände eine einigermaßen geregelte Arbeitszeit erforderlich machen. Hier wird - entgegen allen vorab gegebenen Versprechungen - keinerlei Rücksicht genommen. Take it or leave it! Es gibt Kollegen, die weit mehr als 100 Überstunden aufgebaut haben, die aber keinerlei Möglichkeiten haben, eigenbestimmt einen Tag "abzufeiern". Nein, dafür wird zunächst einmal ein Urlaubstag verrechnet. Die Mitarbeiter geben der Firma auf diese Weise einen ständigen zinsfreien Kredit in Höhe von mehr als 100.000 Euro. Vorschüsse werden hingegeben in fast allen Fällen abgelehnt!

Gleichberechtigung: Mehr "Klassengesellschaft" als in dieser Firma geht nicht! DU da unten - ICH da oben! Die Einstellungskriterien allerdings sind inzwischen so niedrig, dass wirklich JEDER, der der deutschen Sprache einigermaßen mächtig ist, eingestellt. Bei der herrschenden Personalfluktuation hätten sie ansonsten auch keine Chance, die ständig frei werdenden Arbeitsplätze neu zu besetzen.
Umgang mit Kollegen 45+: Der Altersdurchschnitt liegt eher weit über der Norm eines Callcenters. Dies ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass auf dieser Insel hier andere Bedingungen herrschen als es in D der Fall ist.

Karriere- /Weiterbildung: YAUH! Versprochen wurde viel - gehalten nur wenig (oder sollte ich besser sagen - NICHTS!)
Gehalt und Benefits: Inzwischen verdienen neu eingestellte Call-Agents nur noch 1.100 brutto und erhalten lediglich befristete Verträge. Die MA der 1.Stunden haben noch unbefristete Verträge mit einem Bruttoentgelt in Höhe von 1.350 Euro. Ziel wird es sein, diese Mitarbeiter nach und nach aus dem Unternehmen zu nehmen, da hier nicht die Leistung sondern nur der Kommerz zählt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein: Nur zu "Show-Zwecken"!!!

Image: Auf Mallorca hat die Firma inzwischen einen so schlechten Ruf, dass nun verstärkt versucht wird, neues Personal in Deutschland zu rekrutieren.
--- Ende Zitat ---

Beitrag Nr.2 (Quelle: www.kununu.com):
--- Zitat ---
Vorgesetztenverhalten: leider viele Vorgesetzte ohne Ausbildung und mangelnde Sozialkompetenz; viele Seilschaften zählen, nicht Leistung

Image: nur sehr eingeschränkt; Bezahlung für die Anforderungen ungenügend; keine Rücksicht auf Verkehsanbindung, öffenltiche Verkehrsmittel,
 Dein Privatleben interssiert nicht, alles musst Du nach den Anforderungen der firma ausrichten.

Pro:
es ist Arbeitschance für viele, gute SChulung/Trainer

Contra:
keine Komunikation intern von oben nach unten; Rücksichtlose Schichtplanung;ungenügende Aufenthalsträume;oft unqualifizierte Kritik durch Vorgesetzte vor Anderen;Psychischer Druck mit Kündigung ohne Abmahnung; Kariere nur mit Beziehungen, willkürliche Verlängerung der Arbeitsverträge

Verbesserungsvorschläge:
1. offene Komunikation, Leitlinen und Führungstraining, bessere Personalführung - rechtzeitige Bekanntgabe von Struktur- und Personaländerungen
--- Ende Zitat ---

Eivisskat:
Geht doch mal zur Gewerkschaft, z.B. zur C.C.O.O. die Mitgliedschaft ist nicht teuer und macht Sinn, wenn man im Ausland arbeitet.

http://www.ib.ccoo.es/webbaleares/
http://servicios.ccoo.es/servicios/Asesoramiento:Asesoramiento_juridico_y_sindical:696--Assessoria_juridica_de_CCOO_Illes_Balears

Die freuen sich immer über Insidertipps zu windigen ausländischen Firmen und sind - als sehr starker Verbund - gern bereit, im Sinne der Mitarbeiter gegen die Ausbeuter vorzugehen. Auch zu anderen Ämtern haben sie stets einen guten Draht.

Weiss ich aus sehr erfolgreicher Erfahrung... ;)

CCES24 Insasse:
Vielen Dank für den Hinweis.

Unser Betriebsrat arbeitet nur indirekt mit den Gewerkschaften zusammen.

Seine Loyalität gehört einzig und allein der Geschäftsleitung.

[xxx zensiert von cyberactivist]

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