Autor Thema: CCES24 in Palma de Mallorca /Avedo Erfahrungsberichte  (Gelesen 974167 mal)

Die peinliche Helga

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DV-COM PMI
« Antwort #1065 am: 22:26:31 Fr. 08.Juni 2018 »
Die Übernahme durch  Ströer wurde noch nicht durchgeführt, weil noch eine Genehmigung des Kartellamtes benötigt wird. Mit der DV-Com PMI geht es immer weiter bergab:

Unitymedia wurde von Vodafone aufgekauft. Der kaufmännische Support wird mit dem technischen Support vereint.  Jeder Mitarbeiter muss also beide Fachbereiche beherrschen können. An der Bezahlung ändert sich natürlich nichts. Die Rechtfertigung des Standortleiters lautet: "Weil durch die Zusammenlegung nicht mehr erwirtschaftet wird, können wir auch nicht mehr auszahlen." Darüber hinaus sind die wenig kompetenten Team Manager und Multiplikatoren bereits mit nur einem der beiden Fachbereiche überfordert. Am liebsten fordern und verurteilen sie. Falls sie mit einer fachlichen Frage überfordert sind, verschwinden sie einfach kommentarlos oder verweisen auf die im Intranet hinterlegten Infos.

Falsche Versprechungen sind in diesem Unternehmen natürlich kein Neuland: Bei der Einstellung vereinbarte Arbeitszeiteinschränkungen werden nicht eingehalten. Alleinerziehende Mütter und Leute mit einem Nebenjob (weil bei DV-Com nur mit Erdnüssen bezahlt wird!) haben deshalb ernsthafte Probleme. Der absolute Clou: Eine Mitarbeiterin wohnt in Marratxi. Ihr Heimweg führt durch ein Waldstück. Vor fünf Monaten wurde sie dort von einem unbekannten Täter zusammengeschlagen und vergewaltigt. Nun hat ihr Projektleiter ihre Arbeitszeiteinschränkung aufgehoben. Mit der Begründung, dass es doch schon mehrere Monate zurück liegen würde. Nun sollte sie die Sache schon längst verarbeitet haben.

Viele deutschsprachige Dienstleistungsunternehmen auf Mallorca expandieren. Demzufolge wird bei der DV-Com fleißig gekündigt. Wenn ein Mitarbeiter kündigt und dabei angibt, in ein anderes Callcenter wechseln zu wollen, wird er in einer unvergleichbar abartigen Aktion mit sofortiger Wirkung (fristlos) entlassen. Sowohl die HR-Abteilung, als auch der Standortleiter unterstützen diese arbeitsrechtlichen Verstöße, welche allesamt vor dem Arbeitsgericht landen werden. Wahrscheinlich versucht man auf diese Art und Weise eine abschreckene Wirkung zu erzielen.

admin

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Re:CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1066 am: 16:15:31 Do. 28.Juni 2018 »
Hallo Helga,
ich muß mich ausdrücklich bedanken für diesen Bericht. Für uns ist es eine Bestätigung dafür, wie wichtig und richtig es ist, dieses Forum zur Verfügung zu stellen. Es ist eine Plattform für Beschäftigte, damit sie sich selbst um ihre Arbeitsbedingungen die die betriebliche Wirklichkeit kümmern. Bessere Kenntnisse über das Unternehmen und der Austausch mit Kollegen sind eine Grundlage dafür, etwas an der Arbeitssituation zu ändern.

Dein kenntnisreicher Bericht unterscheidet sich stark von den Hochglanzbeschreibungen, die Callcenterbetreiber über ihre Buden verbreiten. So etwas ist hilfreich für Kollegen, die oftmals unerfahren und unbedarft in einem solchen Job landen.

Kuddel

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Re:CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1067 am: 13:20:00 Mo. 13.August 2018 »
Zitat
Dank Investments in Call Center und Direktvertrieb: Ströer wächst um 24 Prozent und steigert Gewinn

Der Medien- und Werbekonzern Ströer hat im ersten Halbjahr vor allem dank des Ausbaus des Telefon- und Direktvertriebs kräftig zugelegt. In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz um 24 Prozent auf 742 Millionen Euro gestiegen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag in Köln mit. Knapp acht Prozentpunkte stammten dabei aus organischem Wachstum.


Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um zwölf Prozent auf 242 Millionen Euro zu. Damit erfüllte Ströer bei diesen beiden Kennziffern die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich verdiente das Kölner Unternehmen 33,5 Millionen Euro und damit 16 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Unternehmensgründer und Co-Vorstandschef Udo Müller bestätigte zudem die Prognose für das laufende Jahr. So peilt das Unternehmen weiterhin einen konzernweiten Umsatzanstieg um rund ein Fünftel auf 1,6 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ebitda soll zudem auf 535 Millionen Euro klettern.
https://meedia.de/2018/08/09/dank-investments-in-call-center-und-direktvertrieb-stroer-waechst-um-24-prozent-und-steigert-gewinn/

An eurer Arbeit verdienen sich einige einen goldenen Arsch.

Kuddel

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Re:CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1068 am: 20:40:28 Mi. 12.Dezember 2018 »
Die folgende Meldung gehört nur bedingt in diesen Thread:
Zitat
Arbeitgeber wegen Ausbeutung von Mitarbeitern festgenommen
Die Angstellen mussten oft 16 Stunden arbeiten, bekamen weniger als 10 Prozent des vorher vereinbarten Lohnes. Ihnen wurde Gewalt angedroht
https://www.mallorcazeitung.es/lokales/2018/12/11/arbeitgeber-wegen-ausbeutung-mitarbeitern/64654.html

Einge CCES24 Beschäftigte hatten ja damit geprahlt, wie toll das Leben unter Palmen auf der sonnigen Insel doch ist. Das Leben ist in erster Linie toll für diejenigen, die Geld haben. Für diejenigen, die ihr Geld dort verdienen müssen, ist das Leben nicht so sonnig.
Das sollten auch diejenigen wissen, denen das Jobcenter in Deutschland einen Job bei CCES24 anbietet.

Fritz Linow

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Re: CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1069 am: 22:01:19 Di. 05.Februar 2019 »
Auf nach Malle:

Zitat
12.1.19
Deutsches Callcenter in Palma sucht unter neuem Namen 100 neue Mitarbeiter

Das ehemalige CCES24 heißt seit 2. Januar Avedo. Die Firmenzentrale ist in Leipzig

Das große deutschsprachige Callcenter in Palma de Mallorca (ehemals CCES24) hat den Namen gewechselt, heißt jetzt Avedo und sucht für das Jahr 2019 neue Mitarbeiter. "Im aktuellen Jahr sollen weitere 100 Arbeitsplätze am Standort geschaffen werden. Unsere Jobs richten sich sowohl an erfahrene Kundenberater*innen als auch Quereinsteiger*innen", heißt es bei Avedo. (...) Nun wurde das Center zum Jahreswechsel umbenannt und heißt nun offiziell Avedo Palma, S.A.U., wie das Unternehmen am Freitag (11.1.) mitteilte. (...)
https://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2019/01/12/deutsches-callcenter-palma-sucht-neuem/65326.html

Onkel Tom

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Re: CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1070 am: 02:32:13 Mi. 06.Februar 2019 »
Jo, auf nach Malle, was zum Thema Arbeitsbedingungen in der Bimmelbude..

https://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2019/01/22/hundert-neue-jobs-mallorcas-deutschem/65404.html



Lass Dich nicht verhartzen !

BGS

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Re: CCES24 in Palma de Mallorca Erfahrungsberichte
« Antwort #1071 am: 14:49:32 Mi. 06.Februar 2019 »
Avedo Palma, S.A.U. klingt paradisisch ;D

Ich will nicht ins Paradies.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: CCES24 in Palma de Mallorca /Avedo Erfahrungsberichte
« Antwort #1072 am: 18:24:23 So. 21.April 2019 »
Zitat
Deutsches Callcenter in Palma sucht unter neuem Namen 100 neue Mitarbeiter
Das ehemalige CCES24 heißt seit 2. Januar Avedo. Die Firmenzentrale ist in Leipzig


Im Jahr 2014 wurde der mallorquinische Standort in die DV-COM Gruppe verschmolzen und im April 2017 offiziell in DV-COM PMI umbenannt. Im Februar 2018 erfolgte die Zusammenführung mit der Ströer Dialog Group GmbH. Nun wurde das Center zum Jahreswechsel umbenannt und heißt nun offiziell Avedo Palma, S.A.U., wie das Unternehmen am Freitag (11.1.) mitteilte. Avedo beschreibt sich selbst als "einen der führenden deutschlandweiten Dialogmarketingspezialisten mit insgesamt 25 Call Center Standorten". Die Ströer Dialog Group, zu der das Unternehmen gehört, hat den Firmenhauptsitz in Leizpig. Avedo Palma ist ihr erster "Nearshore Standort". Zur Zeit würden dort über 300 Mitarbeiter beschäftigt.
https://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2019/01/22/hundert-neue-jobs-mallorcas-deutschem/65404.html

Zitat
Umstrittene Arbeitsbedingungen

Sowohl die Höhe der Löhne als auch die Arbeitsbedingungen in dem Callcenter auf Mallorca sind umstritten. Auf der Facebook-Seite der MZ entstand eine lebhafte Diskussion darüber, ob es sich lohne, für einen Nettolohn von knapp 1.000 Euro solch einen stressigen Job anzunehmen. Zumindest einige erlebten das Arbeitsklima im Callcenter als negativ: Er habe noch nie ein Unternehmen erlebt, in dem die Angestellten so massiv unter den Arbeitsbedingungen gelitten hätten, beschwert sich ein ehemaliger Mitarbeiter in dem sozialen Netzwerk. Eine Kollegin, die auf Facebook angibt, seit vier Jahren für das Unternehmen zu arbeiten, schreibt dagegen verteidigend: „Ich kenne keinen in der Firma, der als Vollzeitkraft unter 1.000 Euro verdient. Es wird pünktlich gezahlt, Fünftagewoche, fünf Wochen Urlaub und ein Ganzjahresjob. So mancher Spanier wäre dankbar dafür."

Das Unternehmen selbst erklärt auf Anfrage: „Unsere Mitarbeiter haben jederzeit die Möglichkeit, sich mit ihren Anliegen direkt an uns zu wenden. Zudem haben wir auch ­einen aktiven Betriebsrat, der sich für die Belange der Mitarbeiter einsetzt." Im Übrigen zahle man Tariflohn, „der deutlich über dem spanischen Mindestlohn liegt, und biete damit ein sicheres und saisonunabhängiges Einkommen". Zur Orientierung: Der spanische ­Mindestlohn wurde für das Jahr 2019 gerade von unter 750 auf 900 Euro angehoben. Der spanische Branchentarifvertrag für Callcenter sieht für einen einfachen teleoperador ein Brutto­monatsgehalt (bei zwölf Monatsgehältern und 39 Wochenstunden) von rund 1.140 Euro vor. Dazu kämen Zuschläge für Nacht- oder Wochen­endschichten sowie für Deutsche ein Fremdsprachenbonus von 106 Euro.

Ein nach eigenen Angaben ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens beschreibt die Arbeitssituation der MZ gegenüber so: „Die Callcenter-Branche in Deutschland ist ausgelutscht, selbst in vielen ostdeutschen Regionen haben die Leute keinen Bock mehr, zu lächerlichen Gehältern zu arbeiten. Deswegen ist man in Palma, wo – um ehrlich zu sein – einige Ich-will-unbedingt-auf-Mallorca-sein-Leute ­leben." Das Umfeld habe er folgendermaßen erlebt: „Bürosituation wie in einer Legebatterie, laut, volle Flexibilität, Stress durch Mindestanzahl an Calls."
https://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2019/01/22/hundert-neue-jobs-mallorcas-deutschem/65404.html

Also Leute, wie erlebt ihr die Situation vor Ort?