Autor Thema: Militär und braunes Pack  (Gelesen 16303 mal)

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #30 am: 14:39:42 Do. 17.August 2017 »
Zitat
KSK-Eliteeinheit:
Hitlergruß und fliegende Schweineköpfe

Gegen Soldaten der Eliteeinheit KSK wird ermittelt: Sie sollen während einer Party den Hitlergruß gezeigt und Rechtsrock gehört haben. Es kam auch zu bizarren Spielen.


Die Bundeswehr ermittelt intern wegen angeblicher rechtsradikaler Vorfälle bei ihrer Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK). Während einer Abschiedsfeier für einen KSK-Kompaniechef im April 2017 sollen Soldaten den Hitlergruß gezeigt sowie Rechtsrock gehört haben und ein Schweinskopfwerfen veranstaltet haben. Das ergaben Recherchen von Y-Kollektiv, dem jungen Reportageformat von funk, Radio Bremen und dem NDR-Magazin Panorama. Die Bundeswehr hat die Ermittlungen gegenüber den Journalisten bestätigt.

Auch die Staatsanwaltschaft Tübingen hat Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen eingeleitet. Das sagte deren Leiter Michael Pfohl. Er habe erst durch den Medienbericht von den Vorfällen erfahren. Nun müsse ermittelt werden, wo sich die Vorfälle ereignet haben, um die Zuständigkeit zu klären.     

Die Bundeswehr bestätigte, dass es bei der Abschiedsfeiern einen Parcours unter dem Motto römisch-mittelalterliche Spiele gegeben habe. Zu den Aufgaben zählten unter anderem Bogenschießen und das Werfen von Schweineköpfen. Eine Augenzeugin berichtete Panorama, vier Soldaten hätten danach am Lagerfeuer bei Rechtsrock der Band Sturmwehr und unter Alkoholeinfluss den Hitlergruß gezeigt, darunter der Kompaniechef. Diesen Teil der Feier bestätigte die Bundeswehr den Journalisten nicht: "Nach dem bisherigen Ermittlungsstand haben sich ihre Vorwürfe auf verfassungsfeindliche Äußerungen in Wort, Bild oder Tat nicht bestätigt."

Bei der Feier sollen die Soldaten eine junge Frau eingeladen haben, die als "Hauptpreis" mit dem scheidenden Kompaniechef einvernehmlichen Sex haben sollte. Diese junge Frau wandte sich später an die Journalisten und berichtete von den Soldaten, die den Hitlergruß zeigten und Rechtsrock hörten. Die Augenzeugin hatte sich laut Panorama bereits während der Abschiedsfeier über die rechten Vorfälle empört und anwesende Soldaten angesprochen. Diese hätten demnach versucht, das Problem klein zu reden. Einige ihrer Angaben konnte die junge Frau laut Panorama mit WhatsApp-Nachrichten der Soldaten und Flugtickets belegen.

Das Kommando Spezialkräfte ist eine Eliteeinheit der Bundeswehr, die 1996 vor allem für die Befreiung und Evakuierung deutscher Geiseln in Krisengebieten gegründet wurde und stets geheim operiert. Sie war in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan und auf dem Balkan im Einsatz.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-08/ksk-eliteeinheit-bundeswehr-hitlergruss-rechtsrock-ermittlungen

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #31 am: 18:25:10 Mi. 23.August 2017 »
Zitat
Braune Nostalgie beim KSK – keine Überraschung!

Die ARD-Sendung Panorama berichtet von einer Abschiedsfeier für den Kompaniechef Pascal D. des Kommandos Spezialkräfte (KSK) am 27. April dieses Jahres. Demnach habe der verabschiedete Soldat auf der Feier auf einem Schießstand nahe Stuttgart einen Parcours – u.a. mit Bogenschießen und Schweinskopfwerfen – absolvieren müssen und sollte anschließend „als Hauptpreis“ Sex mit einer Frau haben, die extra zu diesem Zweck eingeladen worden war. Soweit bestätige die Bundeswehr den Vorfall, so Panorama. Zum Sex sei es jedoch nicht gekommen, weil der Betreffende zu betrunken gewesen sei. Dies wurde von der Bundeswehr offiziell bestätigt. Darüber hinaus berichtet die Frau jedoch, dass auf der Feier auch rechtsradikale Musik der neonazistischen Band Sturmwehr gespielt und der Hitlergruß gezeigt worden sei. Von den etwa 60 anwesenden Soldaten habe dies niemanden gestört. Vielmehr hätten die textsicheren Elite-Kämpfer „euphorisch“ mitgegrölt. Dies wollte die Bundeswehr nicht bestätigen, leitete jedoch entsprechende interne Ermittlungen ein. Auch die Staatsanwaltschaft Tübingen ermittelt mittlerweile.

Diese Vorfälle sind entlarvend, jedoch keineswegs überraschend. Die im Geheimen agierende Spezialeinheit der Bundeswehr fiel schon mehrfach durch Skandale und Äußerungen auf, die zeigen, dass rechtes Gedankengut unter den KSK-Soldaten durchaus verbreitet zu sein scheint.

KSK-Kommandeur auf rechten Abwegen

Der ideologische Unterbau für Hitlergrüße bei internen Feiern kommt von ganz oben: Kommandeure des KSK propagieren ein dubioses Traditionsverständnis innerhalb der Einheit. Ausführlich äußerte sich hierzu Reinhard Günzel, der drei Jahre lang Kommandeur des KSK war und 2003 entlassen wurde. Grund hierfür war ein Brief Günzels, in dem er antisemitische und  den Holocaust relativierende Aussagen des damaligen CDU-Abgeordneten Hohmann lobte. Günzel steht der rechtspopulistischen Partei Pro NRW nahe. Nach seiner Entlassung trat er mehrfach in rechten Kreisen als Referent auf. Günzel kritisiert in dem u.a. von ihm herausgegebenen Buch „Geheime Krieger“ die Umbenennung von Kasernen mit Wehrmachtbezug. Dies verhindere Traditionsbewusstsein und Korpsgeist innerhalb der Bundeswehr. Er wünscht sich einen stärkeren traditionellen Bezug auf die Wehrmacht. Deshalb begrüßt er auch die „intensive[n] Kontakte“ zum „Kameradenhilfswerk der 78. Sturm- und Infanteriedivision“ der Wehrmacht. Auch ein Verbotserlass des Verteidigungsministeriums habe nichts an der Freundschaft geändert, die inoffiziell weiterhin gepflegt werde.

Eine besondere Verbundenheit bestehe Günzel zufolge zur NS-Spezialeinheit „Brandenburger“, welche an Kriegsverbrechen der Wehrmacht beteiligt war und Partisanen auf dem Balkan mit besonderer Grausamkeit bekämpfte. Die Kommandosoldaten wüssten genau, wo ihre Wurzeln liegen: „Die Einsätze der ‚Brandenburger‘, der Vorläufer […] des KSK, gelten in der Truppe als geradezu legendär. Die Operationen der Division ‚Brandenburg‘ sind Lehrbeispiele erfolgreicher Kommandoeinsätze.“ Er selbst pflege langen freundschaftlichen Kontakt mit dem „Brandenburger“ und Ritterkreuzträger Wilhelm Walther. Das Selbstverständnis der deutschen Kommandotruppen habe sich seit dem Zweiten Weltkrieg nicht geändert. Den „Brandenburgern“ ist in Günzels Buch ein eigenes, 38-seitiges Kapitel gewidmet, was die hohe traditionsstiftende Bedeutung deutlich zu Tage treten lässt. Auch zu latent antidemokratischen Äußerungen ließ sich Günzel in „Geheime Krieger“ hinreißen. So sei „die größte Herausforderung des KSK nicht der äußere Feind, sondern […] die Widrigkeiten des bundesrepublikanischen Alltags“.

Seit der Entlassung Günzels vor 14 Jahren scheint sich bezüglich reaktionärer Haltungen in der Führungsebene nichts geändert zu haben. Zeit Online meldete am 18. August 2017, dass der stellvertretende Kommandeur des KSK, Oberst Thomas B., versetzt werden solle, weil sich eine zivile Beschäftigte über frauenfeindliche Witze, Drohungen und andere verbale Entgleisungen beschwert habe.

Haufenweise Einzelfälle

Das rechte Gedankengut, das von den Kommandeuren zum Zweck der Traditionspflege durchaus erwünscht zu sein scheint, offenbart sich auch im Alltag des KSK, was an mehreren Fällen, die zufällig öffentlich wurden, ersichtlich wird.

Als sich die Soldaten des KSK im November 2001 auf der omanischen Halbinsel Masirah auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereiteten, fielen sie dadurch auf, dass sie auf ihren Geländewägen das nachgemachte Palmensymbol von Adolf Hitlers deutschem Afrika-Korps sprühten. Fahrzeuge mit diesem Symbol seien auch in der KSK-Kaserne in Calw von einem KSK-Angehörigen gesehen worden. Dabei wurde lediglich das Hakenkreuz durch das Bundeswehremblem ersetzt – der positive Bezug auf die Wehrmacht war dennoch eindeutig.

Der Deutsch-Türke Murat Kurnaz aus Bremen war 2001 – etwa zeitgleich – in Pakistan fälschlicherweise festgenommen worden. Ihm konnte auch nach mehrjähriger Haft in Guantanamo kein Verbrechen nachgewiesen werden. Kurnaz beschuldigt KSK-Soldaten, ihn Anfang 2002 in einem US-Gefangenenlager im afghanischen Kandahar gefoltert zu haben. Strafverfahren gegen KSK-Angehörige, die Kurnaz auf Bildern identifizieren konnte, wurden zweimal aufgrund mangelnder Beweise eingestellt. Diverse Unterlagen seien „auf mysteriöse Art und Weise versehentlich“ vernichtet worden, so sein Anwalt. Inwiefern neben einer prinzipiell menschenverachtenden Einstellung auch Fremdenfeindlichkeit innerhalb des KSK eine Rolle gespielt haben könnte, bleibt auch nach einem Untersuchungsausschuss des Bundestags offen.

Auch der bundeswehrkritische Oberstleutnant Jürgen Rose bekam die rechts-fanatische Einstellung seiner Kollegen vom KSK zu spüren. In einer an ihn adressierten E-Mail, die am 22.3.2008 von Spiegel Online in Auszügen veröffentlicht wurde, beschimpft und bedroht der KSK-Hauptmann Daniel K. den Soldaten, der sich zuvor kritisch über die Bundeswehr geäußert hatte: „Ich beurteile Sie als Feind im Inneren und werde mein Handeln danach ausrichten, diesen Feind im Schwerpunkt zu zerschlagen. […] Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.“ Der Brief endet mit dem Schlusssatz „Es lebe das heilige Deutschland“, was das rechtsextreme Gedankengut innerhalb des KSK abermals verdeutlicht. Gegen Daniel K. wurde eine einfache Disziplinarmaßnahme verhängt. Worin diese Disziplinarmaßnahme bestehen soll, ist nicht bekannt.

All dies zeigt, dass offen rechtsextreme Vorfälle, wie Hitlergrüße auf internen Feiern keineswegs Einzelfälle sein dürften. Vielmehr ist das KSK strukturell rechtsextrem, was von manchen Kommandeuren sogar gelobt und gefördert wurde. Es ist davon auszugehen, dass die dokumentierten Fälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Schließlich agiert das KSK streng geheim, was den Schluss zulässt, dass rechtsradikale Entgleisungen in der Mehrheit der Fälle nie öffentlich und vermutlich auch nicht thematisiert oder bestraft werden.

Deshalb fordern wir weiterhin: KSK auflösen!
http://www.imi-online.de/2017/08/18/braune-nostalgie-beim-ksk-keine-ueberraschung/

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #32 am: 08:45:44 Sa. 02.September 2017 »
Zitat
Terrorverdacht bei der Bundeswehr
Mutmaßlicher Komplize von Franco A. ist AfD-Mitglied
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-komplize-von-franco-a-ist-afd-mitglied-a-1165675.html

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #33 am: 12:49:46 Fr. 29.September 2017 »
Bewaffnete Nazis

Zitat
391 rechtsextreme Verdachtsfälle bei der Bundeswehr

Der Bundeswehr-Geheimdienst muss immer häufiger rechtsextreme Vorkommnisse in der Truppe überprüfen. Die Zahl stieg in diesem Jahr um mehr als 280 Fälle. Drei Personen wurden aus dem Dienst entfernt.


Der Militärische Abschirmdienst (MAD) geht derzeit 391 rechtsextremen Verdachtsfällen in der Bundeswehr nach. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Im laufenden Jahr wurden demnach bereits 286 neue Fälle aufgenommen. Anfang 2017 sei der Bundeswehr-Geheimdienst MAD noch 275 rechtsextremen Verdachtsfällen nachgegangen.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte laut "Funke Mediengruppe" den Umgang der Bundeswehr mit Rechtsextremisten. "Bei Neonazis und Reichsbürgern darf es kein Pardon geben, sie müssen hochkant aus der Truppe fliegen", sagte Jelpke, die die Anfrage gestellt hatte. Rechtsextremisten an der Waffe seien "tickende Zeitbomben", sagte sie. "Schon bei einem begründeten Verdacht sollten die Betroffenen bis zu einer Klärung der Vorwürfe keinen Zugang zu Waffen mehr haben."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-391-rechtsextreme-verdachtsfaelle-bei-der-bundeswehr-a-1170479.html

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #34 am: 09:20:44 So. 28.Januar 2018 »
Zitat
Militärgeheimdienst MAD
Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle in Bundeswehr deutlich gestiegen

Die Zahl rechtsextremer Verdachtsfälle in der Bundeswehr ist so hoch wie seit Jahren nicht: 2017 hat der Bundeswehr-Geheimdienst MAD 400 neue Meldungen geprüft. Als rechtsextrem stufte er aber nur wenige Soldaten ein.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-zahl-rechtsextremer-verdachtsfaelle-deutlich-gestiegen-a-1190187.html

"Als rechtsextrem stufte er aber nur wenige Soldaten ein", schon klar.

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #35 am: 15:05:50 Sa. 28.Juli 2018 »
Das gesellschaftliche Ansehen unserer Rechtsaußen-Staatsbürger in Uniform ist auf dem absteigenden Ast.

Zitat
Drei Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren hatten in Bad Hersfeld einen Soldaten attackiert, der auf einen Kameraden wartete. Nach Angaben der Polizei beleidigten und bespuckten sie ihn und schlugen ihm ins Gesicht. Dabei riefen sie Begriffe wie "Nazi" und "Hurensohn". Als der zweite Soldat hinzukam, gingen die Täter auch ihn an, bevor alle drei flüchteten.
https://www.deutschlandfunk.de/bad-hersfeld-bundeswehr-verurteilt-angriff-auf-soldaten.1939.de.html?drn:news_id=907997

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #36 am: 09:46:26 Do. 15.November 2018 »
Zitat
Strafbefehl gegen Elitekämpfer der Bundeswehr
Hitlergruß beim KSK-Abschiedsfest
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-ksk-elitesoldat-zeigt-hitlergruss-strafbefehl-a-1238486.html

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #37 am: 09:28:04 Sa. 17.November 2018 »
Zitat
Rechtes Netzwerk in der Bundeswehr
Hannibals Schattenarmee

Er ist der Kopf eines bundesweiten Untergrundnetzwerkes – mit besten Verbindungen in deutsche Behörden.


...
Von den Razzien, die es kurz zuvor in Norddeutschland gegeben hat, weiß André S. zu diesem Zeitpunkt bereits. An diesem 13. September soll er aber erfahren haben, dass weitere Durchsuchungen und Befragungen kurz bevorstehen. So steht es in einer Anklageschrift des Amtsgerichts Köln, das zurzeit einen Prozess gegen den MAD-Mitarbeiter wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses führt.
...
Seit einem Jahr recherchiert ein Team der taz zu der Frage: Gibt es ein rechtes Untergrundnetzwerk in Deutschland, in dem sich Regierungsgegner vernetzen, radikalisieren und gezielt auf bewaffnete Kämpfe vorbereiten? Gibt es ein Netzwerk, das hineinreicht in deutsche Behörden, in Verfassungsschutzämter und bis in die oberen Etagen der Bundeswehr?

Dabei stießen wir auf Prepper, die sich mit eingewecktem Gemüse versorgten, recherchierten zu Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, deren Beamte zunächst glaubten, Rechtsterroristen in Norddeutschland gefunden zu haben. Wir lasen geheime Telegram-Chats und redeten mit Männern, die zwar bei rechtsextremen Verlagen Bücher bestellten, aber ihre völkische Gesinnung nicht für bedenklich hielten.
...
Ende August 2017. Der Generalbundesanwalt lässt in Mecklenburg-Vorpommern Wohnhäuser und Büros durchsuchen. Unter anderem von einem Anwalt und einem Kriminalpolizisten. Der Vorwurf: Sie sollen sich verabredet haben, an einem „Tag X“ Politiker und Menschen aus dem linken Spektrum festzusetzen oder zu liquidieren. Die Ermittlungen dauern an.

Das Besondere damals ist: Die Staatsanwälte der Bundesanwaltschaft misstrauen den Staatsdienern im Norden. Landespolizisten werden nicht einbezogen. Selbst der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns wird erst unmittelbar vor den Razzien informiert. Denn der verdächtige Anwalt und der Polizist agierten nicht allein. Sie weihten in ihre Pläne unter anderem einen SEK-Polizisten und einen ehemaligen Soldaten ein, der damals noch einer Reservistenkompanie vorstand, die sich auf einen Einsatz beim G20-Gipfel in Hamburg vorbereitete.
...
Es ist auch kein Zufall, dass diese Gruppen im Herbst 2015 entstehen, denn es geht auch um die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung – und wie man sich dagegen wehren kann.
...
Nach den Razzien vom August 2017 war der Aufklärungswille des zuständigen Innenministers, Lorenz Caffier (CDU), überschaubar. Er richtete eine sogenannte Prepper-Kommission ein. Befund bislang: Es gibt kein Problem. Einen Bericht hat die Kommission ein Jahr später noch nicht vorgelegt.

Es gab aber in dem Chatnetzwerk nicht nur die Nord-Gruppe. Es gab: Ost, West, Süd – organisiert entlang der geografischen Aufteilung der Wehrbereichsverwaltung. Außerdem: Österreich und die Schweiz. Auch in Süd, der größten und aktivsten Gruppe, war Hannibal der Administrator.

Das ist die Gruppe, in der der frühere Bundeswehrsoldat Franco A. Mitglied war. Das Auffliegen Franco A.s war einer der größten Bundeswehrskandale der letzten Jahre. Ein Soldat, der mutmaßlich rechtsextreme Terroranschläge geplant hat – und niemand, nicht seine Vorgesetzten, nicht der MAD, wollten etwas bemerkt haben?

Franco A. war nicht nur passiv Mitglied in der Süd-Gruppe. Einmal war er bei Hannibal zu Hause, einmal nahm er mit Hannibal an einem Treffen in Albstadt teil, bei dem die Handys im Auto gelassen wurden. Es war ein Treffen in einem Schützenverein.

Franco A. warb auch neue Mitglieder für die Süd-Gruppe. Zum Beispiel einen Händler von Waffenteilen, bei dem A. zuvor Zubehör gekauft hatte, als Barkauf, damit sein Name nicht auf der Rechnung auftauchte. Dem Händler hatte A. auch gesagt, bei der Süd-Gruppe handele es sich um eine besondere Gruppe innerhalb der Bundeswehr.
...
Weil Franco A. auffliegt, ermittelt die Bundesanwaltschaft. Jetzt gerät das Netzwerk unter Druck. Wie schon in Norddeutschland legen sie auch in der Süd-Gruppe sichere Treffpunkte und Unterkünfte fest, in denen sich die Mitglieder am „Tag X“ treffen können.
...
Franco A.s Verhaftung führt schließlich dazu, dass deutschlandweit Bundeswehrkasernen nach NS-Devotionalien durchsucht und Soldaten auf ihre Gesinnung überprüft werden. Das Verteidigungsministerium will aufräumen, Soldaten wie Franco A. sollen künftig schneller auffallen. Rechtsextreme Kameraden sollen die Bundeswehr verlassen.

Hannibal bleibt.
...
Frühjahr 2017, auf einem Schießstand nahe Stuttgart feiert ein Kompaniechef des KSK seinen Abschied. Seine Soldaten lassen ihn einen Parcours absolvieren, lassen ihn Bogen schießen und Köpfe von Schweinen werfen. Als Belohnung haben sie eine Frau eingeladen, mit der er Sex haben soll. Es kommt nicht dazu, sagt die Frau später aus. Der Kompaniechef sei zu betrunken gewesen.

Sie erzählt auch, dass auf der Feier Musik der rechtsextremen Band Sturmwehr gespielt worden sei. Der Kompaniechef und andere hätten dann den Hitlergruß gezeigt.

Der MAD hat ein Interesse daran, Hannibal zu schützen

Auf Anfrage der taz möchte der Militärische Abschirmdienst nicht mitteilen, ob ihre Auskunftsperson Hannibal an jenem Abend mitgefeiert hat. Der MAD hat ein Interesse daran, Hannibal zu schützen.
...
Zwei Wochen später, Anfang Oktober 2017, wird der MAD-Oberstleutnant Peter W., Kontaktmann Hannibals, von der Wehrdisziplinar-Anwaltschaft befragt. Sie werfen ihm vor, Interna verraten zu haben. Peter W. fungiert beim MAD als Ansprechpartner für Generalbundesanwalt und Bundeskriminalamt. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen ihn erhoben.

Der Generalbundesanwalt führt Hannibal nicht als Beschuldigten. Das KSK hat er inzwischen verlassen.

Als an diesem Freitag der Chef des Militärischen Abschirmdienstes, Christof Gramm, im Bundestag befragt wird, sagt er: „Wir haben keine gewaltbereiten Rechtsextremisten festgestellt.“ Und: „Eine Vernetzung von gewaltbereiten Extremisten innerhalb der Bundeswehr findet daher auch nach unserer Wahrnehmung nicht statt.“
http://www.taz.de/Rechtes-Netzwerk-in-der-Bundeswehr/!5548926/

Absolut gruselig, wie wir bei rechtsterroristichen Netzwerken stets Geheimdienstbeteiligung beobachten können und das nicht als Selbstläufer irgendwelcher durchgedrehter Abteilungen, sondern mit Deckung aus der Politik.

Kuddel

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Re:Militär und braunes Pack
« Antwort #38 am: 18:54:04 Fr. 30.November 2018 »
Zitat
Was kann die neue Bundeswehr-Serie „KSK – kämpfe nie für dich allein“?

...eine Art embedded influencer, bezahlt von der Bundeswehr. Die hat wegen des Endes der Wehrpflicht ein Nachwuchs-Problem, weswegen sie für die Produktion und Vermarktung der KSK-Serie ganze sechs Millionen Euro in die Hand genommen hat. Die flossen wiederum nicht nur in die Serie und Plakatwände in deutschen Großstädten, sondern auch in eigene Accounts auf Instagram, Facebook und Snapchat, in Spotify-Playlists, einen i-Tunes-Podcast und ein KSK-Workout auf Alexa.

Dazu noch ein Whatsapp-Chatbot, der auf Wunsch Miniclips, Audio-Nachrichten und Bildern in „unsere“ Handys „ballert“, um es mal in Lehmanns Sprache auszudrücken. Wer will, könnte sich also locker 24 Stunden am Tag auf drölfzig Plattformen ausschließlich mit der KSK beschäftigen. Und das sieht durchaus zeitgemäß aus: Schnelle Cuts, 4-Blocks-Hip-Hop, Ballerspiel-Ästhetik und ein bisschen Bear-Grylls-Atmosphäre, was will man mehr? ...
https://www.jetzt.de/glotzen/neue-ksk-bundeswehr-serie

Zitat
Staatsanwälte ermitteln gegen sechs KSK-Soldaten

Staatsanwälte in Deutschland ermitteln derzeit in sechs Fällen gegen Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) aus Calw. Das geht aus der Antwort auf eine Bundestags-Anfrage hervor.

Es sind ganz unterschiedliche Vorwürfe, derentwegen gegen die Calwer Soldaten Ermittlungen laufen. In einem Verfahren geht es um den Vorwurf der Vergewaltigung, in einem weiteren um sexuellen Missbrauch von Kindern und den Besitz von kinderpornografischem Material. Einem anderen Soldaten wird die Misshandlung von Untergebenen vorgeworfen, einem nächsten besonders schwerer Landfriedensbruch sowie Körperverletzung und wieder einem anderen KSK-Mitglied ein besonders schwerer Eingriff in den Straßenverkehr und Abrechnungsbetrug.

Hitlergruß und das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole

Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem Fall wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole. In zwei weiteren Fällen sind die Ermittlungen gegen KSK-Soldaten laut Bundesregierung bereits abgeschlossen – ebenfalls wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Hier steht ein Urteil jedoch noch aus.

Die Bundestagsabgeordnete Martina Renner (Die Linke) hatte diesbezüglich eine Anfrage im Bundestag gestellt. Die Antwort liegt dem SWR vor.

Beim Kommando Spezialkräfte handelt es sich um eine Eliteeinheit der Bundeswehr, die streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit für besondere Missionen trainiert und eingesetzt wird. Laut Berichten von "Focus" und "die tageszeitung (taz)" soll ein ehemaliges Mitglied des KSK zentrale Figur in einem bundesweiten Untergrundnetzwerk sein.

Mitglieder dieses Netzwerkes sollen sich demnach für einen "Tag X" vorbereitet haben und unter anderem die Kasernierung und Liquidierung von politischen Gegnern geplant haben. Das Thema war am Mittwoch Gegenstand im Verteidigungsausschuss des Bundestages.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/Calw-Calw,calw-ermittlungsverfahren-100.html

Kuddel

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Re: Militär und braunes Pack
« Antwort #39 am: 09:02:27 Fr. 08.Februar 2019 »
Zitat
"Reichsbürger"-Verdacht
Bundeswehr suspendiert Elitesoldaten

Neuer Skandal rund um die Eliteeinheit KSK: Ein Oberstleutnant wurde suspendiert, weil er im Internet Parolen der "Reichsbürger" verbreitete. Bei der Truppe war er schon vorher aufgefallen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-elite-soldat-daniel-k-wegen-reichsbuerger-verdacht-suspendiert-a-1252217.html

Kuddel

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Re: Militär und braunes Pack
« Antwort #40 am: 22:41:17 Fr. 08.Februar 2019 »
Zitat
Wie rechts tickt das Kommando Spezialkräfte?
Lange blieb er unbehelligt, nun wurde ein KSK-Soldat wegen "extremistischer Einstellungen" suspendiert. Nach SPIEGEL-Informationen beobachtet der Militärgeheimdienst in der Eliteeinheit ein Dutzend ähnlicher Fälle.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-wie-rechts-tickt-das-kommando-spezialkraefte-a-1252398.html

counselor

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Re: Militär und braunes Pack
« Antwort #41 am: 21:48:24 Sa. 09.Februar 2019 »
Zitat
Ex-KSK-Soldaten erheben neue Vorwürfe gegen umstrittenen Verein - Plant Uniter den politischen Zusammenbruch Deutschlands?

Zum ersten Mal äußert sich ein führendes Mitglied des umstrittenen Vereins Uniter im SWR-Politikmagazin "Zur Sache Baden-Württemberg". Es geht um Vorwürfe, Teile des Vereins unterhielten rechte Netzwerke und bereiteten einen Umsturz in Deutschland vor.

Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/Umstrittener-Verein-Ex-KSK-Soldaten-erheben-neue-Vorwuerfe-gegen-Uniter,uniter-vorwuerfe-schattenarmee-100.html
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