Autor Thema: Tarifrunde TVöD  (Gelesen 17220 mal)

xyu

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Tarifrunde TVöD
« am: 23:43:47 Do. 14.November 2013 »
Zur Zeit läuft in ver.di die Diskussion zur Tarifforderung für den Tarifvertrtag des öffentlichen Dienstes an.
Hier ein Diskussionsbeitrag aus dem ver.di-Mitgliedernetz:

"Ergebnis über der realen Inflationsrate für GeringverdienerInnen!

 Die offizielle Inflationsrate liegt etwa im Oktober 2013 bei 1,2%. Allgemein bekannt ist jedoch, dass diese nach einem Warenkorb berechnet wird, der nicht dem realen Warenkorb von Gering- und MittelverdienerInnen entspricht.
Jemand, der etwa unter 2000 Euro brutto monatlich verdient, braucht mitunter das gesamte monatliche Einkommen auf für

-Lebensmittel
-Mietkosten
-Energie/Sprit/Bahn und Bus

Der "Spiegel" schreibt im August 2013: "Im Jahresvergleich verteuerten sich Nahrungsmittel jedoch um 5,7 Prozent - der stärkste Anstieg seit fast fünf Jahren. Fachleute machen dafür auch die Wetterkapriolen verantwortlich: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Deutlich mehr Geld mussten die Verbraucher den Statistikern zufolge für Speisefette und Speiseöle ausgeben, die insgesamt um 15,4 Prozent teurer wurden. Der Preis für Butter lag im Vergleich zum Juli 2012 sogar um 30,8 Prozent höher. Für Gemüse mussten die Verbraucher 11,7 Prozent mehr Geld hinlegen, Kartoffeln waren 44,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier legten insgesamt um 6,1 Prozent zu.

Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Erheblich teurer war dabei wie schon in den Vormonaten Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent. Günstiger im Vergleich zum Juli 2012 wurde leichtes Heizöl, und zwar um 3,6 Prozent.

Zeitungen und Zeitschriften verteuerten sich um 4,1 Prozent. Tabakwaren
waren um 3,6 Prozent teurer, was nach Angaben der Statistiker auf eine verspätete Weitergabe der Tabaksteuererhöhung zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen ist. Um 4,5 Prozent günstiger wurde hingegen Kaffee, für Geräte der Unterhaltungselektronik mussten die Verbraucher 5,1 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/inflation-lebensmittel-verteuern-sich-stark-a-916260.html

Enorme Steigerungen der Mietpreise stehen insbesondere in Großstädten schon länger auf der Tagesordnung. Die Deutsche Bahn erhöht jedes Jahr ihre Preise über der Inflationsrate.

Aus diesen Gründen, und weil es ja au den letzten Jahren auch Nachholbedarf gibt, würde ich das Entgeld betreffend eine Forderung von 400 Euro (tabellenwirksamer monatlicher Festbetrag) für angemessen halten.

Klar ist, dass dafür gekämpft werden muss.
Im letzten Jahr wurde berichtet, die letztendliche (erst in der zweiten Abstimmung der Tarifkommision) Annahme der Tarifeinigung habe u.a. daran gelegen, dass kampfstarke bzw. streikstrategisch wichtige Bereiche (z.B. Flughäfen) nach bereits zugesagter Sonderzulage nicht mehr streikbereit gewesen seien.
Dass so eine Situation entsteht, gilt es demnach dieses Mal zu verhindern.
Weiterhin wäre es natürlich wünschenswert, die schon letztes Jahr erfreulich steigenden Warnstreikteilnahmezahlen noch zu "toppen".
Auch sollte versucht werden, das Potential gleichzeitig streikender ArbeiterInnen in unterschiedlichen Branchen zu nutzen. Denn auch wenn wir uns mit unterschiedlichen Gegnern streiten und spezifische Tarifverträge verhandeln, so sind wir doch alle Teil derselben ArbeiterInnenklasse, der es nicht schlecht ansteht, sich untereinander solidarisch zu zeigen.
Wie sähe es aus, wenn etwa eine VW-Belegschaft erst dann wieder die Arbeit aufnehmen würde, wenn nicht nur ihre Forderungen sondern auch die der Beschäftigten der Krankenhäuser erreicht sind? "

https://mitgliedernetz.verdi.de/interaktiv/foren/thema/discussion?DiscussionPortlet.detail=12324&DiscussionPortlet.page=0&message=Topic%20added#post.12324
(link nur aufrufbar für dort registrierte ver.di-mitglieder)

Codeman

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #1 am: 10:31:46 So. 29.Dezember 2013 »
Grundsätzlich sind das richtige Forderungen !

Zumindest auf den TVöD bezogen, haben die Gewerkschaften auch eine gute Kampfbasis, da Streiks im Kommunalbereich sofort für den einzelnen Bürger spürbar sind (Kitas bleiben geschlossen, Müll wird nicht abgeholt usw.). Davon profitieren letztendlcih auch die Beschäftigten des Bundes, da diese mit den Kommunalis im TVöD vereinigt sind.

Das Problem von VERDI im ÖD ist eher, dass es für die Länder einen einzelnen Tarifvertrag gibt (TV-L) und dieser sogar noch für ein Land gar nicht gilt (Hessen) sowie ein Land dort ausgetreten ist, jetzt wieder neu aufgenommen wurde und langsam sich dem Verdienst der übrigen Länder wieder annährt (Berlin).

Dann gibt es noch Betriebe / Verwaltungen die widerum eigene Tarifverträge, so genannte Haustarifverträge, mit VERDI haben. In Berlin trifft dies auch die BVG zum Beispiel zu.

Diese ganze Zersplitterung in unendlich kleine Tarifeinheiten macht VERDI im öffentlichen Dienst leider teilweise handlungsunfähig.

Daher die Forderug:

-> Zusammenlegung aller Tarifverträge zu einem
-> Sofortige Entfristung aller befristet Beschäftigten im ÖD
-> Sachgrundlose Befristungen sind zu verbieten
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
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Kuddel

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #2 am: 10:48:32 So. 29.Dezember 2013 »
Zitat
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Troll

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #3 am: 11:01:03 So. 29.Dezember 2013 »
Es lässt sich Geld einsparen, die Löhne in Ostdeutschland werden sich automatisch angleichen wenn sie im Westen nicht angemessen steigen, man trifft sich Entlohnungsmäßig heute immer auf dem niedrieren Niveau, zumindest bei normalen Arbeitsverhältnissen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Rudolf Rocker

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #4 am: 12:08:06 So. 29.Dezember 2013 »
Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

Codeman

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #5 am: 12:27:00 So. 29.Dezember 2013 »
Zitat
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Servus Kuddel,

das ist eine berechtigte Frage. Aber Verdi tut ja alles um diesen Zustand auch noch zu zementieren. Waren vor der letzten Einigung noch 75% Weihnachtsgeld für die Beschäftigten des Tarifbereiches Ost vorgesehen, sind es jetzt noch 67,5%.

Ein wahrhaft guter Ansatz........ *kotze smiley*

Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

Da im ÖD jeder und alles in Entgeltgruppen und Stufen eingruppiert wird, entfällt dieses Argument auf den 1. Blick.

Aber dann gibs ja auch wieder die Möglichkeit der Zahlung von außertariflichen Zulagen.....die widerum unterliegen keiner so strengen Kontrolle......
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Rudolf Rocker

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #6 am: 12:35:59 So. 29.Dezember 2013 »
Ja, ich meinte das auch eher Allgemein.
Ich hab mir neulich mal angeguckt, was ich verdienen würde, wenn ich im ÖD anfangen würde. Das ist einfach nur traurig, was es da gibt! >:(

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #7 am: 05:47:07 Di. 11.Februar 2014 »
@codeman hast du da nen link o.ä. zu der von dir genannten absenkung der ost-jahressonderzahlung?

Zitat
11.02.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Kommunen fordern Lohnzurückhaltung
Berlin. Vor der Tarifrunde im öffentlichen Dienst warnen Kommunen die Gewerkschaften: Hohe Lohnforderungen würden eine Privatisierungswelle provozieren. Ein starkes Plus für untere Tarifgruppen ziehe die Auslagerung von Jobs nach sich, sagte der Präsident der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag). Am Dienstag wollen die Gewerkschaften mit ver.di an der Spitze ihre Lohnforderung für die gut zwei Millionen Beschäftigten der Kommunen und des Bundes verkünden. Böhle kritisierte, die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes seien schon heute für einfache Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. (dpa/jW)
http://www.jungewelt.de/2014/02-11/044.php

Zitat
Nachholbedarf“ konsequent durchsetzen
2. Februar 2014
 

Am 11. Februar werden die ver.di-Forderungen für die Tarifrunde Bund und Kommunen aufgestellt. In vielen Betrieben, Dienststellen und Bezirken fanden bereits Diskussionen statt.

von Angelika Teweleit, Berlin

In einer Tarifinfo von ver.di wird auf den großen Nachholbedarf der Beschäftigten verwiesen. Richtigerweise wird darin der alten Leier der Arbeitgeber, die Kassen seien leer, die aktuellen Konjunkturdaten und hohe Steuereinnahmen entgegengestellt. Gleichzeitig sollte aber als Ausgangsbasis für die Diskussion um die Aufstellung der Forderungen die Einkommensentwicklung und die höheren finanziellen Belastungen der Beschäftigten maßgebend sein.
Leere Kassen – wessen Kassen?

Laut Statistischem Bundesamt zeichnete sich 2013 ein weiterer Reallohnverlust für die Beschäftigten ab, der vor allem auf die Lohnentwicklung „im Bereich der Banken und Versicherungen sowie in der öffentlichen Verwaltung“ zurückzuführen sei. Die steilen Anstiege der Preise der Grundnahrungsmittel, bedeuten, dass am Ende des Monats weniger Geld in der Haushaltskasse ist. Aber auch die steigenden Mieten, besonders in den Großstädten, führen zu großer finanzieller Belastung für die Beschäftigten. Dazu kommt der weitere Anstieg der Strompreise.
Forderungen nach Sockelbeträgen

Wie schon bei den vergangenen Tarifrunden spielt die Diskussion um die Anhebung der unteren Lohngruppen, zum Beispiel durch einen Festgeld- oder Sockelbetrag, eine wichtige Rolle. Es gibt Beschlüsse aus Betrieben und Bezirken nach einem Sockelbetrag in der Größenordnung von 150 Euro monatlich plus 4,5 Prozent beziehungsweise nach einem Sockel von 150 beziehungsweise 200 Euro plus (je nach Betrieb und Bereich) zwischen ein und sechs Prozent oder auch nach einem reinen Festbetrag – bis hin zu 300 Euro. Auf einer ver.di-Versammlung in Bochum wurde eine Laufzeit von zehn Monaten gefordert, um endlich eine Synchronisierung mit der Tarifrunde der Länder im Jahr 2015 zu erreichen. Einige KollegInnen hatten dort auch die Frage der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich thematisiert. Man einigte sich darauf, dass es keine weitere Arbeitszeitverlängerung und keine Kompensationen geben darf. Eine offensive und erfolgreiche Lohnrunde in diesem Jahr wäre eine gute Ausgangsbasis, um das Thema 2015 wieder aufzugreifen und in den Forderungskatalog aufzunehmen. Die Beispiele zeigen, dass viele KollegInnen die vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske gegenüber der Bundestarifkommission geäußerte Größenordnung von 100 Euro Sockelbetrag plus drei Prozent nicht als ausreichend erachten.
Die rote Karte zeigen!

Die Durchsetzung von Forderungen ist eine Frage der Kampfkraft und der Kräfteverhältnisse. Bei den Tarifrunden in Bund und Kommunen der letzten Jahre hatte sich an der massiven Beteiligung an Warnstreiks gezeigt, dass es eine große Kampfbereitschaft gibt.Wenn die ver.di-Führung, gemeinsam mit GEW und dbb, mit der klaren Aussage in die Tarifauseinandersetzung geht, dass ein konsequenter Kampf für die berechtigten Forderungen der Beschäftigten geführt wird und von der Bundestarifkommission eine entsprechend mobilisierende Forderung aufgestellt wird, dann spricht alles dafür, dass die Beschäftigten einem solchen Aufruf folgen.

Innerhalb der Tarifauseinandersetzung sollte eine breitest mögliche Einbeziehung der Mitglieder stattfinden. Das beginnt schon bei der Vorbereitung, also mit der Organisierung von Mitgliederversammlungen in den Betrieben sowie bei betriebsübergreifenden Aktivenkonferenzen. Treffen für interessierte KollegInnen im Betrieb, auf denen Aktionen und die Gewinnung weiterer KollegInnen für den Tarifkampf besprochen oder beispielsweise eigene Transparente erstellt werden, können ein guter Hebel sein. Eine solche Herangehensweise ist nicht selbstverständlich und erfordert innerhalb der Gewerkschaft Druck von unten.
http://www.sozialismus.info/2014/02/nachholbedarf-konsequent-durchsetzen/

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #8 am: 14:47:47 Di. 11.Februar 2014 »
Zitat
Mit großer Mehrheit haben die Kolleginnen und Kollegen der Bundestarifkommission die Forderung für die diesjährige Tarifrunde Bund und Kommunen beschlossen:

- Entgelterhöhung: 100 Euro Grundbetrag plus 3,5 Prozent

- 100 Euro für Auszubildende und Praktikant/innen

- Laufzeit 12 Monate

- Zeit- und ihnhaltsgleiche Übertragung der Erhöhung auf BeamtInnen

- 30 Tage Erholungsurlaub für alle

- 70 Euro Nahverkehrszulage

- Erhöhung der Nachtzuschläge in Krankenhäusern von 15 auf 20 Prozent

- Unbefristete Übernahme der Auszubildenden

Damit liegt die Forderung bis zu einem Bruttogehalt von knapp 3500 Euro über der Forderung aus 2012 (6,5% mit nicht näher bezifferter sozialer Komponente).

EDIT: habe eben einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden: damals wurde die soziale komponente doch näher beziffert (die forderung war: 6,5%, mindestens aber 200 Euro). Die soziale Komponente wurde damals nicht durchgesetzt.

Troll

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #9 am: 16:10:04 Di. 11.Februar 2014 »
Der Bund hat X-Billonen Euro schulden und kann sich keinerlei Zugeständnisse leisten, so hab ich es vor kurzem gehört.

Sehr passend dazu: https://www.chefduzen.de/index.php?topic=27876.0
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #10 am: 18:30:49 Mo. 17.März 2014 »
Seit freitag gibt es regionale warnstreiks. hier ein zeitungsartikel aus berlin.

Zitat
Schwestern und Pfleger haben am Montag in den Vivantes-Kliniken die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft will am Dienstag nachlegen - und die Schleusen bestreiken.

„Warnstreik!“ steht an den Türen auf roten Plakaten. Vor dem Haupteingang haben sich 150 Schwestern und Pfleger in Streikwesten versammelt, im Nieselregen trinken sie Kaffee. Die Redner am Mikrofon schimpfen, dass eine Schwester immer mehr Patienten versorgen müsse – das Geld aber gleich bleibe. Willkommen im Klinikum Neukölln: Im Zuge der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hatte die Gewerkschaft Verdi am Montag in den Vivantes-Kliniken zum Warnstreik aufgerufen.
Vivantes hatte Patienten abgesagt

Betroffen waren die Frühschichten in Neukölln, im Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg, im Humboldt-Klinikum in Reinickendorf, die Häuser in Spandau und Friedrichshain sowie das Urban-Krankenhaus in Kreuzberg.

Insgesamt dürften hunderte Behandlungen ausgefallen sein. Vivantes hatte am Wochenende viele Patienten angerufen, um deren Termine am Montag zu verschieben.
"Es macht mich wütend"

Vor dem Eingang in Neukölln stand im Nieselregen auch Gudrun Pelz. Die Physiotherapeutin war extra in ihrer Pause gekommen. Denn Pelz arbeitet nebenan im Ida-Wolff-Krankenhaus, das erst seit kurzem zu Vivantes gehört: Noch gilt dort ein alter Tarifvertrag, weswegen Pelz derzeit nicht streiken darf und 500 Euro weniger verdient als Kollegen in den Stammkliniken. „Es macht mich wütend, wie ohnmächtig wir manchmal sind“, sagt sie. Mit Schichtzulagen bekommt eine Vollzeit-Pflegekraft bei Vivantes durchschnittlich rund 2900 Euro brutto im Monat.
Protest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. Foto: dpaBild vergrößernProtest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. - Foto: dpa
Solidaritätsdemo vor der Charité

Ebenfalls am Montag haben 150 Unterstützer für die Charité-Pflegekräfte demonstriert. Auf dem Campus in Mitte, wo der Vorstand der Universitätsklinik seinen Sitz hat, forderten sie mehr Personal auf den Stationen. Charité-Vorstand und Verdi befinden sich derzeit in der Schlichtung. Scheitert diese, droht auch an der größten Universitätsklinik Europas ein Streik.
Verdi: Warnstreik auch an den Schleusen

Bundesweit fordert Verdi pauschal 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben kein Angebot vorgelegt. An diesem Dienstag soll der Druck erhöht werden. Die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes werden die Mühlendammschleuse schließen. Womöglich sind auch die Schleusen in Plötzensee, Charlottenburg und Spandau zu. In Brandenburg, etwa in den Stadtverwaltungen Prenzlau und Schwedt, hat Verdi ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/tarifrunde-oeffentlicher-dienst-warnstreik-bei-vivantes/9626560.html

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #11 am: 18:36:51 Mo. 17.März 2014 »
Zitat
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in den nächsten Tagen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu ersten Warnstreiks auf. „Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, dass jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Jetzt sind die Beschäftigten gefordert, mit ersten Aktionen, Kundgebungen und Warnstreiks – mit Impulsen von unten – mehr Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.“

Erste Warnstreiks hatte es bereits am vergangenen Freitag in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs gegeben. In den nächsten Tagen wird es in allen ver.di-Bezirken bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Am Montag in Berlin und Baden-Württemberg, Dienstag in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, Mittwoch in Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg. Auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Bremen und im Saarland werden weitere Warnstreiks vorbereitet und zeitnah regional angekündigt. Aufgerufen sind fast alle Bereiche des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen, darunter Verwaltungen, Stadtwerke, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser, Bundeswehreinrichtungen, Wasser- und Schifffahrtsämter, Theater, Musikschulen, Arbeitsagenturen, Jobcenter, Rentenversicherung und in einigen Regionen auch der öffentliche Nahverkehr.
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d831ec2a-ab8a-11e3-9e04-52540059119e

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #12 am: 20:22:43 Mo. 17.März 2014 »
Zitat
18.03.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Schnell und heftig
Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Flächendeckende Arbeitsniederlegungen sollen rasches Ergebnis bringen
Von Daniel Behruzi
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig – in den nächsten Tagen sollen weitere Städte folgen
Foto: Christoph Schmidt/dpa
Nicht lange fackeln. Das scheint das Motto von ver.di, GEW, GdP und Beamtenbund in der laufenden Tarifauseinandersetzung des öffentlichen Dienstes zu sein. Unmittelbar nach der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag – bei der die Arbeitgeber wie üblich kein Angebot vorgelegt hatten – begannen die Gewerkschaften in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs mit Arbeitsniederlegungen. In dieser Woche soll es in allen Bundesländern Aktionen geben, die zum Teil einige Stunden, vielfach aber auch den ganzen Tag laufen. Ver.di und Co. fordern für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen Einkommensverbesserungen um monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Auch deren Vergütungen sollen um 100 Euro steigen.

»Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, daß jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist.« Dieser Aufforderung des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske kamen am Montag Beschäftigte in Berlin und Baden-Württemberg nach. Am heutigen Dienstag folgen Belegschaften aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, am Mittwoch aus Hamburg und erneut aus Hessen und Baden-Württemberg. In weiteren Landesteilen sind Kundgebungen und Demonstrationen während der Arbeitszeit geplant.

In der Hauptstadt gingen am Montag die Beschäftigten aus sechs Kliniken des kommunalen Krankenhauskonzerns Vivantes auf die Straße. Angesichts des Personalmangels ärgere es die Krankenhausbeschäftigten umso mehr, daß die Vertreter von Bund und Kommunen noch kein Angebot vorgelegt haben, sagte ver.di-Sekretärin Janine Balder. »Das wäre ein Zeichen der Anerkennung für ihre körperlich anstrengende und verantwortungsvolle Arbeit.«

Eigentlich hätten die Vivantes-Belegschaften am Montag in Berlin zusammen mit Streikenden der Charité demonstrieren sollen. Doch der am Uniklinikum geplante Warnstreik – der den Druck für eine Tarifregelung zu personellen Mindeststandards erhöhen sollte (siehe jW vom 12. März) – mußte abgesagt werden, nachdem die Charité-Spitze die Schlichtung angerufen und damit vorübergehend die Friedenspflicht ausgelöst hatte.

Bundesweit sollen vor allem am Dienstag und Mittwoch Aktionen stattfinden. In Nordrhein-Westfalen werden heute weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs zum Erliegen kommen oder stark eingeschränkt sein. Auch kommunale Kitas bleiben in vielen Städten geschlossen. Landesweit hat ver.di nach eigenen Angaben mehr als 45 000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. »Auf zarte Hinweise reagiert die Arbeitgeberseite heutzutage leider gar nicht mehr, deshalb müssen wir gleich deutlich werden«, so ver.di-Sprecher Günter Isemeyer am Montag in Düsseldorf.

In Baden-Württemberg – wo am Dienstag und Mittwoch viele Busse in den Depots und Einrichtungen geschlossen bleiben – sagte die stellvertretende Leiterin des ver.di-Landesbezirks, Dagmar Schorsch-Brandt: »Wer glaubt, dem Druck aus den Dienststellen entgehen zu können, indem er erst in letzter Minute ein Angebot vorlegt, irrt sich gewaltig.«

Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt. Wenn sie ergebnislos bleiben, will ver.di die Warnstreiks ausweiten.
http://www.jungewelt.de/2014/03-18/016.php

Codeman

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #13 am: 18:05:58 Di. 18.März 2014 »
Huhu xyu,

ich lese jetzt erst, dass du mich persönlich angesprochen hast.

http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka-ost/jahressonderzahlung.html

In meinen Privaten TVÖD, stand von 2010, waren es noch 75%

Hier ist auch noch die alte Fassung zu finden:

http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/1450
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Rudolf Rocker

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #14 am: 18:33:01 Di. 18.März 2014 »
War heute auch schon bei einem Warnstreik! ;D