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Tarifrunde TVöD

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xyu:
Zur Zeit läuft in ver.di die Diskussion zur Tarifforderung für den Tarifvertrtag des öffentlichen Dienstes an.
Hier ein Diskussionsbeitrag aus dem ver.di-Mitgliedernetz:

"Ergebnis über der realen Inflationsrate für GeringverdienerInnen!

 Die offizielle Inflationsrate liegt etwa im Oktober 2013 bei 1,2%. Allgemein bekannt ist jedoch, dass diese nach einem Warenkorb berechnet wird, der nicht dem realen Warenkorb von Gering- und MittelverdienerInnen entspricht.
Jemand, der etwa unter 2000 Euro brutto monatlich verdient, braucht mitunter das gesamte monatliche Einkommen auf für

-Lebensmittel
-Mietkosten
-Energie/Sprit/Bahn und Bus

Der "Spiegel" schreibt im August 2013: "Im Jahresvergleich verteuerten sich Nahrungsmittel jedoch um 5,7 Prozent - der stärkste Anstieg seit fast fünf Jahren. Fachleute machen dafür auch die Wetterkapriolen verantwortlich: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Deutlich mehr Geld mussten die Verbraucher den Statistikern zufolge für Speisefette und Speiseöle ausgeben, die insgesamt um 15,4 Prozent teurer wurden. Der Preis für Butter lag im Vergleich zum Juli 2012 sogar um 30,8 Prozent höher. Für Gemüse mussten die Verbraucher 11,7 Prozent mehr Geld hinlegen, Kartoffeln waren 44,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier legten insgesamt um 6,1 Prozent zu.

Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Erheblich teurer war dabei wie schon in den Vormonaten Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent. Günstiger im Vergleich zum Juli 2012 wurde leichtes Heizöl, und zwar um 3,6 Prozent.

Zeitungen und Zeitschriften verteuerten sich um 4,1 Prozent. Tabakwaren
waren um 3,6 Prozent teurer, was nach Angaben der Statistiker auf eine verspätete Weitergabe der Tabaksteuererhöhung zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen ist. Um 4,5 Prozent günstiger wurde hingegen Kaffee, für Geräte der Unterhaltungselektronik mussten die Verbraucher 5,1 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/inflation-lebensmittel-verteuern-sich-stark-a-916260.html

Enorme Steigerungen der Mietpreise stehen insbesondere in Großstädten schon länger auf der Tagesordnung. Die Deutsche Bahn erhöht jedes Jahr ihre Preise über der Inflationsrate.

Aus diesen Gründen, und weil es ja au den letzten Jahren auch Nachholbedarf gibt, würde ich das Entgeld betreffend eine Forderung von 400 Euro (tabellenwirksamer monatlicher Festbetrag) für angemessen halten.

Klar ist, dass dafür gekämpft werden muss.
Im letzten Jahr wurde berichtet, die letztendliche (erst in der zweiten Abstimmung der Tarifkommision) Annahme der Tarifeinigung habe u.a. daran gelegen, dass kampfstarke bzw. streikstrategisch wichtige Bereiche (z.B. Flughäfen) nach bereits zugesagter Sonderzulage nicht mehr streikbereit gewesen seien.
Dass so eine Situation entsteht, gilt es demnach dieses Mal zu verhindern.
Weiterhin wäre es natürlich wünschenswert, die schon letztes Jahr erfreulich steigenden Warnstreikteilnahmezahlen noch zu "toppen".
Auch sollte versucht werden, das Potential gleichzeitig streikender ArbeiterInnen in unterschiedlichen Branchen zu nutzen. Denn auch wenn wir uns mit unterschiedlichen Gegnern streiten und spezifische Tarifverträge verhandeln, so sind wir doch alle Teil derselben ArbeiterInnenklasse, der es nicht schlecht ansteht, sich untereinander solidarisch zu zeigen.
Wie sähe es aus, wenn etwa eine VW-Belegschaft erst dann wieder die Arbeit aufnehmen würde, wenn nicht nur ihre Forderungen sondern auch die der Beschäftigten der Krankenhäuser erreicht sind? "

https://mitgliedernetz.verdi.de/interaktiv/foren/thema/discussion?DiscussionPortlet.detail=12324&DiscussionPortlet.page=0&message=Topic%20added#post.12324
(link nur aufrufbar für dort registrierte ver.di-mitglieder)

Codeman:
Grundsätzlich sind das richtige Forderungen !

Zumindest auf den TVöD bezogen, haben die Gewerkschaften auch eine gute Kampfbasis, da Streiks im Kommunalbereich sofort für den einzelnen Bürger spürbar sind (Kitas bleiben geschlossen, Müll wird nicht abgeholt usw.). Davon profitieren letztendlcih auch die Beschäftigten des Bundes, da diese mit den Kommunalis im TVöD vereinigt sind.

Das Problem von VERDI im ÖD ist eher, dass es für die Länder einen einzelnen Tarifvertrag gibt (TV-L) und dieser sogar noch für ein Land gar nicht gilt (Hessen) sowie ein Land dort ausgetreten ist, jetzt wieder neu aufgenommen wurde und langsam sich dem Verdienst der übrigen Länder wieder annährt (Berlin).

Dann gibt es noch Betriebe / Verwaltungen die widerum eigene Tarifverträge, so genannte Haustarifverträge, mit VERDI haben. In Berlin trifft dies auch die BVG zum Beispiel zu.

Diese ganze Zersplitterung in unendlich kleine Tarifeinheiten macht VERDI im öffentlichen Dienst leider teilweise handlungsunfähig.

Daher die Forderug:

-> Zusammenlegung aller Tarifverträge zu einem
-> Sofortige Entfristung aller befristet Beschäftigten im ÖD
-> Sachgrundlose Befristungen sind zu verbieten
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)

Kuddel:

--- Zitat ----> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
--- Ende Zitat ---
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Troll:
Es lässt sich Geld einsparen, die Löhne in Ostdeutschland werden sich automatisch angleichen wenn sie im Westen nicht angemessen steigen, man trifft sich Entlohnungsmäßig heute immer auf dem niedrieren Niveau, zumindest bei normalen Arbeitsverhältnissen.

Rudolf Rocker:
Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

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