Autor Thema: Tarifrunde TVöD  (Gelesen 17179 mal)

schwarzrot

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #30 am: 15:18:22 Mi. 26.März 2014 »
was der gegner macht und sagt ist durchaus von interesse.
Mit dem argument könnte man auch haufenweise bildzeitungsscheiss verlinken.
Und da machst du's ja wohl wissendlich zum glück auch nicht.

Zitat
gerade wie im zitierten text versucht wird das ganze ziemlich querch mit der sogenannten "tarifeinheit" zu verquicken ist bemerkenswert.
Nee, diesen hebel versuchen die schon seit jahren. Für leute die (wie du?) in der FAU organisiert sind, nix neues.

Gefahr droht da aber eher von DGB-'gewerkschaften' und ihren kapitalismus-freunden von der SPD, da gibt es immer mal wieder ernstzunehmendere vorstösse, kleinere unabhängige (und kämpferischere) gewerkschaften (z.b. GDL, etc.) mundtot zu machen.
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #31 am: 01:48:27 Do. 27.März 2014 »
Zitat
Am heutigen Mittwoch haben sich bis zum frühen Nachmittag bundesweit knapp 43.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Warnstreiks beteiligt. Besonders betroffen waren die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg sowie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. In den drei letztgenannten Ländern stand der Nahverkehr im Mittelpunkt der Arbeitsniederlegungen.
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++c21ab3f2-b4f6-11e3-9532-52540059119e

Auch dort wo ich wohne wurde gestern gestreikt. Schlechte Laune gemacht hat leider, dass mehrere Mobilisierungsrunden in "meinem" Betrieb nicht ausreichten, druck und falschbehauptungen seitens einiger (tlw. direkter) vortgesetzter zu neutralisieren, so dass eine zweistellige zahl von leuten, die ursprünglich ihre streikbeteiligung angekündigt hatten, dann angeblich doch nicht streiken wollten. daraus gilt es nun zu lernen. Gleichwohl war die Streikbeteiligung aus diesem Betrieb etwas höher als vor zwei Jahren.

@schwarzrot
Der Gewerkschaft, in der ich Mitglied bin, kann man zugute halten, dass sie sich 2010/2011 nach innergewerkschaftlicher Diskussion gegen die DGB/BDA-Initiative positioniert hat, was zu ihrem Scheitern geführt hat. Heute ist die Ablehnung der "Tarifeinheit" dort auch auf Funktionärsebene Mehrheitsmeinung.
Dabei, dass ich die Argumentation des IW Köln betr. "Tarifeinheit" bemerkenswert finde, bleibe ich. Ich meine damit nicht das generelle Dafürhalten für einen (weiteren) Angriff auf das (ja auch heute nur eingeschränkt geltende) Streikrecht, sondern die spezifische Argumentation, die im verlinkten Text gebraucht wird.
Übrigens sind auch Warnstreiks in Deutschland erst seit den  1980er Jahren (per Rechtsprechung und man kann vermuten in Reaktion auf die wilden Streiks der 70er Jahre) "legal".



xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #32 am: 02:23:55 Do. 27.März 2014 »
Zitat
Die Gewerkschaft bereitet sich inzwischen offenbar auf einen wochenlangen »echten« Streik vor. Wie junge Welt aus Kreisen der ver.di-Verhandlungsdelegation erfuhr, stellen sich die Bundesregierung und die Kommunen bislang stur und wollen ihren Beschäftigten maximal eine Einmalzahlung anbieten. Gesprächsbereit sei man auf der Gegenseite ansonsten lediglich bei der Frage der Übernahme aller Auszubildenden, beklagte ein Gewerkschafter. Besonders Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe sich als Einpeitscher hervorgetan, der jeden Kompromiß abblockt. »Das ärgert die Kollegen besonders, denn immerhin hält er selbst die Hand auf«, erklärte eine Gewerkschafterin im Gespräch mit jW. Während sich die Bundestagsabgeordneten kräftige Diätenerhöhungen erlaubten, die trotz ihrer ohnehin hohen Bezüge weit über der Forderung von ver.di liegen, verweise man bei den Tarifverhandlungen in Potsdam gebetsmühlenartig auf »leere Kassen«. Dieses Argument wird von den Gewerkschaften zurückgewiesen. »Es ist genug Geld da für die Reichen, es ist genug Geld da für den Krieg – Holen wir es uns!« hieß es etwa auf einem Transparent von ver.di und GEW bei der Kundgebung in München.

Die Landesbezirke der Dienstleistungsgewerkschaft sind von ihrer Führung inzwischen darauf orientiert worden, sich auf einen mindestens vier Wochen langen Streik vorzubereiten. »Eine solche Anweisung habe ich in meiner aktiven Dienstzeit noch nie erhalten«, kommentierte dies eine Gewerkschaftssekretärin, die sich bereits auf heiße Wochen freut. Offenbar ist man in der ver.di-Zentrale inzwischen der Ansicht, daß die »Arbeitgeber« die Beschäftigten praktisch zu Kampfmaßnahmen zwingen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-27/061.php?print=1

Kuddel

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #33 am: 12:01:17 Do. 27.März 2014 »
Zitat
Die Gewerkschaft bereitet sich inzwischen offenbar auf einen wochenlangen »echten« Streik vor.

Solange die Basis nicht unabhängig diskutiert um sich gegebenenfalls auch anders zu verhalten, als die Gewerkschaftsführung es vorschreibt, ist das alles nur heiße Luft. Arbeitskämpfe werden von den Gewerkschaften immer abgeblasen bevor sie Wirkung zeigen. Die Junge Welt scheint ja tatsächlich die Gewerkschaftspropaganda zu glauben.  :rolleyes:

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #34 am: 21:33:22 Do. 27.März 2014 »
Zitat
Wirksamer Protest
100000 Gewerkschafter an erneuten Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligt
Mirko Knoche
Rund 600 Flüge fielen allein in Frankfurt aus, Zehntausende Passagiere konnten vormittags an sieben Flughäfen nicht abheben, im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens herrschte Chaos: die Gewerkschaft ver.di führte am gestrigen Donnerstag erneut Warnstreiks durch. Für die Beschäftigten von Bund und Kommunen will die Organisation eine einheitliche Lohnerhöhung von 100 Euro und eine prozentuale Steigerung von 3,5 Prozent durchsetzen. Deshalb traten gestern 100000 Mitglieder in verschiedenen Bundesländern in den Ausstand, in den Tagen zuvor hatten bereits 100000 weitere Gewerkschafter die Arbeit niedergelegt. Bestreikt wurden auch Stadtverwaltungen, Kindertagesstätten, Müllabfuhr und Stadtreinigung sowie Arbeitsämter und Jobcenter.

Am Freitag voriger Woche waren die Innenminister und ver.di noch ohne konkrete Ergebnisse aus der zweiten Verhandlungsrunde gegangen, am kommenden Montag und Dienstag will Gewerkschaftsvorsitzender Frank Bsirske in weiteren Tarifgesprächen zu einer Entscheidung kommen. »Die Beschäftigten machen deutlich, daß sie hinter den Forderungen der Gewerkschaft stehen«, kommentierte er den Ausstand von insgesamt 200000 Mitgliedern. Die Warnstreiks zeigten die »Stimmungslage in den Betrieben« und setzten ein »starkes Signal an die Arbeitgeber«. Laut Bsirske sind »entscheidende Fragen, die in den Tarifverhandlungen im Zentrum stehen, offen und kontrovers«.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält die Proteste dagegen für »nicht nötig, um ein besseres Ergebnis zu erzielen«, wie er bereits nach den Verhandlungen am letzten Freitag sagte. Zwischenergebnisse gebe man bewußt nicht bekannt, so der für Tarifverhandlungen zuständige Kabinettsminister. Ungelöst bleiben sowohl die Gesamthöhe der Gehaltssteigerung, als auch die Frage, ob Bund und Kommunen einer einheitlichen Lohnerhöhung von 100 Euro für alle Arbeiter und Angestellten zustimmen werden. Letzte Woche war nach Gewerkschaftsangaben keine Bewegung in die Sache gekommen, die öffentlichen Arbeitgeber lehnen demnach einen Sockelbetrag neben einer prozentualen Steigerung ab. ver.di fordert außerdem 70 Euro zusätzlich für Bus- und Bahnfahrer im öffentlichen Nahverkehr. Die schlechte Bezahlung sei nämlich für den akuten Nachwuchsmangel verantwortlich.

Gewerkschaftssprecher Christoph Schmitz bezifferte gegenüber jW den Rückstand des gesamten öffentlichen Diensts zum privaten Sektor auf 4,6 Prozent. Besonders in den Jahren von 2000 bis 2008 habe sich eine enorme Lücke aufgetan. Sorgen bereitet den Gewerkschaften zudem die hohe Anzahl befristeter Arbeitsverhältnisse, die weit häufiger als in der Privatwirtschaft abgeschlossen werden. Eine Einigung in dieser Frage ist derzeit nicht in Sicht
http://www.jungewelt.de/2014/03-28/047.php?print=1

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #35 am: 19:08:00 Mo. 31.März 2014 »
u.a. mit stellungnahme gegen den angriff auf das streikrecht:
Zitat
Interview mit Verdi-Chef Bsirske: „Eskalation nicht ausgeschlossen“

Berlin. Die Gewerkschaft Verdi geht nach den Worten ihres Vorsitzenden Frank Bsirske zuversichtlich in die am Montag anstehende Verhandlungsrunde über einen Tarifabschluss für die öffentlich Bediensteten von Bund und Kommunen.
Warnstreik: Die Gewerkschaft Verdi hat während der laufenden Tarifverhandlungen mehrmals zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Lage kann sich nach Meinung von Verdi-Chef Frank Bsirske zuspitzen. Foto: dpa

© dpa

Warnstreik: Die Gewerkschaft Verdi hat während der laufenden Tarifverhandlungen mehrmals zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Lage kann sich nach Meinung von Verdi-Chef Frank Bsirske zuspitzen.

Warum Bsirske vor dem aktuellen Hintergrund des geplanten Piloten-Streiks die Tarifeinheit ablehnt, also das Prinzip, wonach in einem Betrieb nur die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern einen Tarifvertrag abschließen darf, erklärte er im Interview.

Herr Bsirske, die Arbeitgeberseite geht von einem Tarifabschluss bei der heute anstehenden Verhandlungsrunde mit Verdi aus. Teilen Sie den Optimismus?

Frank Bsirske: Nach dem bisherigen Stand liegen wir in zentralen Fragen noch weit auseinander. Das reicht vom Volumen der Lohnsteigerungen bis zur Tarifstruktur mit sozialer Komponente. Wenn die Arbeitgeber unter dem Eindruck der Warnstreiks in der letzten Woche eine rasche Einigung für heute oder morgen anstreben, dann kann ich das nur begrüßen. Wir tun das auch.
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Aber die Arbeitgeber haben noch kein konkretes Angebot unterbreitet. Was macht Sie da so zuversichtlich?

Bsirske: Am Ende werden wir ein Gesamtpaket schnüren müssen. Das kann auch im Zuge der Verhandlungen erarbeitet werden. Wir haben in der Vorwoche über 200.000 Verdi-Mitglieder auf die Straße gebracht. Es liegt in ihrem Interesse, aber natürlich auch in dem aller anderen Bürger, die einen intakten öffentlichen Dienst brauchen, rasch zu einem guten Abschluss zu kommen.

Was, wenn die Hängepartie bei den Verhandlungen trotzdem weitergeht?

Bsirske: Ich gehe davon aus, dass eine der beteiligten Seiten dann die Schlichtung anruft. Dann herrscht für die anschließenden drei bis vier Wochen Friedenspflicht. Wobei die Schlichtung durch externe Experten natürlich keine Gewähr bietet, dass am Ende eine Einigung steht.

Und dann wird gestreikt?

Bsirske: Ein großer Arbeitskampf ist dann nicht ausgeschlossen. Da wäre noch jede Menge Zuspitzung drin. Aber ich gehe davon aus, dass das Signal der Warnstreiks bei den Arbeitgebern angekommen ist und wir zu einem guten Abschluss kommen. Nach den jüngsten Arbeitgeber-Aussagen sehe ich die Chancen dafür bei 50 zu 50.

In der Vorwoche hatte Verdi auch die Lufthansa durch Streiks lahmgelegt. In dieser Woche wollen die Lufthansa-Piloten in den Ausstand treten. Wie sollen das die betroffenen Passagiere noch verstehen?

Bsirske: Verdi ist nicht dazu da, die Forderungen der Pilotenvereinigung Cockpit zu kommentieren, die fast 100 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Lufthansa-Piloten vertritt. Cockpit hat zu dem Streik aufgerufen, von dem auch wir hoffen, dass er vielleicht noch abgewendet werden kann.

Warum machen Sie sich nicht für die Tarifeinheit stark, um eine solche Streikwelle von vornherein zu unterbinden?

Bsirske: Die Tatsache, dass Verdi die Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten im Lufthansa-Konzern stellt, kann nicht dazu führen, die Pilotenvereinigung Cockpit kaltzustellen.

Wir stehen nicht dafür zur Verfügung, Tarifverträge von Cockpit zu unterbieten. Denn dann würden wir uns ja zu Handlangern der Arbeitgeber machen. Das Streikrecht ist ein Grundrecht, deshalb lehnen wir jeden gesetzlichen Eingriff ab.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat aber bereits angekündigt, die Tarifeinheit noch in diesem Jahr gesetzlich abzusichern. Was sagen Sie dazu?

Bsirske: Noch mal, wir lehnen eine Einschränkung des Streikrechts ab. Deshalb stehen wir auch der Gesetzesinitiative, wie sie Frau Nahles plant, kritisch und ablehnend gegenüber. Es gibt viele Stimmen, die bezweifeln, dass ein solches Gesetz verfassungsrechtlich Bestand hätte. Und es wäre absurd, um beim Beispiel Lufthansa zu bleiben, dass Verdi für die Piloten Tarifverträge machen soll, die nahezu komplett in einer anderen Gewerkschaft organisiert sind.
http://www.hna.de/nachrichten/politik/interview-verdi-chef-bsirske-eskalation-nicht-ausgeschlossen-3444760.html

Zitat
Zuversichtlich in neue Tarifrunde
Potsdam. Begleitet von Gewerkschaftsprotesten sind am Montag in Potsdam die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst fortgesetzt worden. Zu Beginn der zunächst für zwei Tage anberaumten dritten Gesprächsrunde zeigten sich beide Seiten zuversichtlich, zu einem Tarif­abschluß zu kommen. Es gebe bei allen Einigungswillen, sagten die Verhandlungspartner. Ver.di-Chef Frank Bsirske erklärte: »Wir verhandeln über ein Gesamtpaket, um eine Schlichtung und einen großen Streik zu vermeiden.« Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung aller Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und 3,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben in den ersten beiden Verhandlungsrunden bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. (dpa/jW)
http://www.jungewelt.de/2014/04-01/004.php?print=1

Kuddel

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #36 am: 16:18:20 Di. 01.April 2014 »
Zitat
Verdi-Chef Bsirske: „Eskalation nicht ausgeschlossen“
Das typische verlogene Gewerkschafts-Blabla.

Typen wie Bsirske fürchten nichts mehr, als daß die Gewerkschaftsmitglieder Geschmack am Kämpfen und Streiken finden. Vorher große Töne spucken und Kämpfe ankündigen (denn das bringt viele Gewerkschaftseintritte), die nie stattfinden. Hinter verschlossenen Türen Deals abschließen, das ist des Geschäft der Co-Manager vom DGB.

Zitat
Im Tarifstreit für die 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften verständigt haben. Details zur Lohnerhöhung wurden zunächst nicht bekannt.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifstreit-im-oeffentlichen-dienst-arbeitgeber-und-gewerkschaften-sollen-sich-geeinigt-haben-1.1926975

Codeman

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #37 am: 18:22:43 Di. 01.April 2014 »
Mein Kenntnisstand aktuell ist:

3 % in diesem Jahr

2,4 % im nächsten Jahr

Dazu wohl 90 € Sozialkomponente.....Einmalzahlung ? Sockelbetrag ?

Keiner weiß genaueres

Für Azubis wohl 40 € dieses Jahr mehr und 20 € nächstes Jahr mehr.....

Achso ja und 30 Tage einheitlich für jeden Urlaub.....

Meine Meinung ? Na ja....da hätte Verdi gleich mit 7% Lohnforderung reingehen können.

Bin mal gespannt wie Bsirske dieses Ergebnis verkaufen will....

Da war der Abschluss für den TV-L besser.......
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #38 am: 19:24:53 Di. 01.April 2014 »
kurzinfo im ver.di-mitgliedernetz:
Zitat
1. April 2014, 19:00 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Durchbruch ist geschafft. Dank eurer massiven Warnstreiks und Aktionen ist in der dritten Runde endlich Bewegung in die Verhandlung gekommen. Es gibt  jetzt eine Tarifeinigung mit sozialer Komponente, die eine deutliche Reallohnsteigerung bedeutet  und insbesondere den Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen eine deutliche materielle Verbesserung bringt. Unsere Bundestarifkommission (BTK) hat das Verhandlungsergebnis  diskutiert, bewertet und mit nur 8 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen zugestimmt. Die BTK empfiehlt den Mitgliedern in der jetzt anstehenden Mitgliederbefragung das Tarifergebnis zur Annahme:

So sieht die Einigung in ihren zentralen Punkten aus:

Laufzeit 24 Monate

Lineare Entgelterhöhung:

Erhöhung der Tabellenentgelte

ab 1.3.2014 um 3 Prozent, mindestens aber 90 Euro

ab 1.3.2015 um weitere 2,4 Prozent

 

Für TV-V Beschäftigte

Erhöhung der Tabellenentgelte

Ab 1.3.2014 um 3,3 Prozent

Ab 1.3.2015 um weitere 2,4 Prozent

Auszubildende, Praktikantinnen

Erhöhung der Entgelte für Auszubildende/Praktikantinnen

ab 1.3.2014 um 40 Euro

ab 1.3.2015 um weitere 20 Euro

Die bisherige Regelung für die Übernahme von Auszubildenden  gilt für weitere zwei Jahre. Außerdem konnten deutliche Verbesserungen bei der Fahrtkostenerstattung zwischen Ausbildungsstätten erreicht werden.

 

Urlaubsdauer:

30 Tage Urlaubsanspruch für alle Tarifbeschäftigten

28 Tage Urlaubsanspruch für Auszubildende

 

Außerdem konnten Verbesserungen  für leistungsgeminderte Beschäftigte erzielt und weitere spezifische Regelungen, z.B. für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, zu sachgrundloser Befristung,  zum TV-V, getroffen werden.

Beamtinnen und Beamte: Innenminister de Maiziére erklärte, dass Ergebnis zeit- und inhaltsgleich auf Beamtinnen und Beamte übertragen zu wollen.

Ein Wermutstropfen ist, dass die Nahverkehrszulage nicht durchgesetzt werden konnte. An dieser Stelle gab es Null Einlenken der Arbeitgeberseite. In der Bundestarifkommission wurde dies von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Nahverkehrsbereich sehr engagiert und emotional diskutiert.

Auch eine Erhöhung der Nachtzuschläge auf 20 Prozent für den Krankenpflegebereich konnte nicht erreicht werden.

Das gesamte Ergebnispaket, samt Auswirkungen auf die Tabellen, stellen wir euch hier im Mitgliedernetz zur Verfügung, sobald es uns in elektronischer Form vorliegt. Ebenso werden wir heute Abend noch ein Tarifinfo mit weiteren Details hier veröffentlichen.

Ich werde in der Mitgliederbefragung mit Nein  stimmen. Zwar wurde für 2014 eine soziale Komponente durchgesetzt (die Entgelterhöhung für 2014 liegt mit 90 Euro z.B. bei 2000 euro Monatsverdiernst bei 4,5% (statt 3%)), aber insgesamt wurde durch die zweijährige Laufzeit weniger als die Hälfte des Forderungsvolumens beschlossen.
Eine zwölfmonatige Laufzeit des Tarifvertrags hätte außerdem die wichtige Folge gehabt, dass in 2015 ArbeiterInnen bei Bund und Kommunen wieder gemeinsam mit ihren bei den Ländern beschäftigten KollegInnen hätten streiken können.
In den letzten Wochen wurde Kampfbereitschaft unter Beweis gestellt, die meines Erachtens noch steigerungsfähig ist.

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #39 am: 02:37:12 Mi. 02.April 2014 »
Auch die Forderung nach einem Ende sachgrundloser Befristungen findet sich nicht in der Tarifeinigung wieder.
Allein im Abschnitt "Besondere Regelungen für den Bund" wird darauf wie folgt Bezug genommen:
Zitat
Der Bund und die Gewerkschaften verständigen sich darauf, die Entwicklung befristeter Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Dienst bis September 2015 wissenschaftlich aufarbeiten und bewerten zu lassen.

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #40 am: 18:54:06 Mi. 09.April 2014 »
Stellungnahme des Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di zum Tarifabschluss:

netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NWStellungnahmeTROED20140408.pdf

Kuddel

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Re: Tarifrunde TVöD
« Antwort #41 am: 11:30:59 Mi. 23.Januar 2019 »
Zitat
Start der Tarifverhandlungen
Gewerkschaften drohen mit Streiks im Öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaft spricht von vollen Kassen der Bundesländer und fordert sechs Prozent mehr Lohn im Öffentlichen Dienst. Die Länder wiederum befürchten einen Abschwung der Konjunktur und die Schuldenbremse. Nun stehen die Zeichen auf Streik.
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/tarifverhandlungen-oeffentlicher-dienst-bundeslaender-berlin.html

Rituale und inhaltsleere Schaukämpfe.

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Re: Tarifrunde TVöD
« Antwort #42 am: 16:48:28 Di. 26.Februar 2019 »
Zitat
Öffentlicher Dienst - Warnstreiks ausgeweitet - Bsirske droht mit Eskalation

Zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes machen ihrem Unmut lautstark Luft: Sie wollen mehr Anerkennung - durch mehr Gehalt. Vor der entscheidenden Runde im Tarifstreit steigt die Spannung.

Quelle: https://www.bgland24.de/politik/gewerkschaften-weiten-warnstreiks-aus-zr-11801754.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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Re: Tarifrunde TVöD
« Antwort #43 am: 17:21:01 Mi. 27.Februar 2019 »
Zitat
2000 Teilnehmer streiken für mehr Geld im öffentlichen Dienst

Die Demonstranten wollen sechs Prozent mehr Lohn - vor 5 Stunden

ERLANGEN/NÜRNBERG - Mehrere Tausend Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind in Erlangen und Nürnberg für ihre Tarifforderungen auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft ver.di verlangt in den laufenden Verhandlungen mehr Lohn.

Quelle: http://www.nordbayern.de/region/erlangen/2000-teilnehmer-streiken-fur-mehr-geld-im-offentlichen-dienst-1.8642424
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Tarifrunde TVöD
« Antwort #44 am: 18:55:39 So. 03.März 2019 »
Ich seh sie jetzt wieder alle jubeln, was das für ein Ergebnis ist, das die Streiks im Öffentlichen Dienst hervorgebracht haben.
Es war tatsächlich so, daß Streikaktionen und Demos teilweise eine beachtliche Dynamik hatten. Aber alles ist wieder im Ausverkauf von Verdi gelandet. 3 Jahre garantierte Friedhofsruhe und eine Lohnerhöhung, die niemandem wehtut und bei den Betroffenen kaum spürbar ist. Eine Lohnerhöhung von etwa 2,7% ist doch ein schlechter Witz! Die Inflationsrate liegt angeblich zur Zeit bei 1,6%. Ich behaupte aber, daß allein mit der Erhöhung der Miete und der Nebenkosten die Lohnerhöhung bereits futsch ist, noch bevor man sich ein einziges Brötchen davon leisten konnte.

Ich glaube tatsächlich, daß heutzutage die Journalisten tatsächlich so strohdoof sind und keinerlei Ahnung von Arbeitskämpfen haben und der Möglichkeit der sich jährlich eine Lohnerhöhung zu erkämpfen. Daß die Gewerkschaft diese Chance aufgegeben hat und sie einen dreijährigen Betriebsfrieden garantiert, mögen die dummbratzigen Schreiberlinge vielleicht nicht wissen, die Ressortleiter und Chefredakateure wissen das sehr wohl. Doch unter ihrer Aufsicht lügen nahezu alle großen Medien bewußt: Sie sprechen nicht von erbärmlichen 2,7%, sondern...

Zitat
Beschäftigte bekommen acht Prozent mehr
tagesschau.de
Zitat
„Spektakuläre Einigung“ im öffentlichen Dienst
deutschlandfunk
Zitat
Acht Prozent mehr Lohn für öffentlichen Dienst
n-tv
Zitat
Acht Prozent mehr Lohn für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
handelsblatt
Zitat
Zum Abschied gelingt Mister Verdi ein Coup
n-tv Nachrichten
Zitat
Länderbeschäftigte bekommen acht Prozent mehr Geld
zeit

usw., usf....

Wo bleibt die öffentliche Diskussion über diese Verarsche?
Wahrscheinlich werden selbst die "Gewerkschaftslinken" sich das irgendwie schönreden und mich würds nicht wundern, wenn die MLPD da mit einstimmt.