Autor Thema: Tarifrunde TVöD  (Gelesen 17891 mal)

Codeman

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #15 am: 18:49:55 Di. 18.März 2014 »
Vorbildich Rudi,

ich nicht ! Für mich gilt ja auch nicht der TVöD..... grnl.....
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #16 am: 23:13:24 Di. 18.März 2014 »
hallo codeman,

natürlich ein übel, dass die jahressonderzahlung ost "immer noch" nicht der höhe der jahressonderzahlung west entspricht.
deine rechnung hat jedoch einen fehler: in dem von dir angegebenem link steht nicht, dass die jahressonderzahlung ost 75% des durchschnittlichen mobnatlichen entgelts entspricht, sondern dass diese 75% des für den westen geltenden von-hundert-satzes entspricht:

Zitat
(3) Für Beschäftigte, für die die Regelungen des Tarifgebiets Ost Anwendung finden, gilt Absatz 2 mit der Maßgabe, dass die Bemessungssätze für die Jahressonderzahlung 75 v.H. der dort genannten Vomhundertsätze betragen.


die west-von-hundert-sätze:
Zitat
1Die Jahressonderzahlung beträgt bei Beschäftigten, für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden,
in den Entgeltgruppen 1 bis 8 90 v.H.,
in den Entgeltgruppen 9 bis 12 80 v.H. und
in den Entgeltgruppen 13 bis 15 60 v.H.

also bekommt man in den unteren entgeltstufen im westen 90% des monatsentgelts als jahressonderzahlung und im osten 75% von 90%:
90/100= 0,9
0,9 *75=  67,5%

(man kommt also auf den im anderen link genannten wert)

der gleiche sachverhalt ist also in der neueren fassung des tarifvertrags nur verständlicher formuliert, die jahressonderzahlung ost ist nicht abgesenkt aber leider bisher auch nicht an die höhe der jahressonderzahlung west angeglichen worden.

Rudolf Rocker

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #17 am: 08:27:55 Mi. 19.März 2014 »
Zitat
Für mich gilt ja auch nicht der TVöD

Für mich auch nicht!
War aber zufällig grade in der Stadt und hab mir die Kundgebung angesehen. ;D

3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.
Eine sehr moderate Forderung wie ich finde.

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #18 am: 20:36:17 Mi. 19.März 2014 »
3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.

Nein, die Haupzforderung ist 100 Euro plus 3,5%,
das wären also z.B. bei einem Gehalt von
-2000 Euro 8,5%
-3000 Euro 6,84%
-1500 Euro 11%

Bei Durchsetzung der Forderung würde also das Gehalt der Menschen in unteren Lohngruppen im Vergleich stärker ansteigen.  

Kuddel

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #19 am: 20:51:08 Mi. 19.März 2014 »
Deshalb machen Festgeldforderungen grundsätzlich mehr Sinn, als prozentuale...

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #20 am: 20:57:28 Mi. 19.März 2014 »
Zitat
20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
Hintergrund: Zehntausende im Streik
Die Demonstration der Stärke ist gelungen. Im Tarifkonflikt von Bund und Kommunen haben sich bereits an der ersten Warnstreikwelle in dieser Woche rund 110000 Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet beteiligt. Allein am Mittwoch legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 40000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um für die Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent Druck zu machen.

In Baden-Württemberg zählte ver.di 10000 streikende Erzieherinnen, Bus- und Stadtbahnfahrer, Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte, Müllwerker und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. In der Landeshauptstadt Stuttgart blieben alle Stadtbahnen und Busse ganztägig im Depot, in Reutlingen waren 37 der 54 Kindertagesstätten geschlossen, in Ulm alle 33. Bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schloßplatz kamen über 5000 Gewerkschafter zusammen. Zuvor hatten sie sich – wie es in Stuttgart üblich ist – zu einer zentralen Streikversammlung getroffen. Anders als sonst fand diese wegen Umbauarbeiten nicht im örtlichen DGB-Haus statt, sondern im Cine­maxX – in drei Kinosälen gleichzeitig.

»Wir streiken, um nicht streiken zu müssen«, erklärte Leni Breymaier, Leiterin des ver.di-Landesbezirks Baden-Württemberg, auf einer Kundgebung in Reutlingen. »Wir erwarten eine anständige Lohnerhöhung. Ohne Schlichtung. Und ohne unbefristeten Streik.« Der Ball liege nun im Feld der Arbeitgeber.

Streikschwerpunkte waren am Mittwoch neben Baden-Württemberg und Südhessen die Region Hannover sowie Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Berlin-Brandenburg. Ver.di-Chef Frank Bsirske nannte die Aktionen »ein deutliches Signal der Kolleginnen und Kollegen an die Arbeitgeber, daß sie mehr Bewegung in den Verhandlungen erwarten«. Nun müßten die Vertreter von Bund und Kommunen bei den Gesprächen, die am heutigen Donnerstag in Potsdam fortgesetzt werden, ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. (dab)
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/013.php?print=1

Zitat
20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
»Bewegung tut gut«
Ver.di will Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst durch massive Warnstreiks beschleunigen. Ein Gespräch mit Achim Meerkamp
Daniel Behruzi
Achim Meerkamp ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Verhandlungsführer in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen geht ver.di sofort in die Vollen. Obwohl erst eine Verhandlungsrunde absolviert ist, ruft Ihre Gewerkschaft in dieser Woche bereits zu flächendeckenden, teilweise ganztägigen Warnstreiks auf. Warum diese Eile?
In die Vollen gehen wir noch nicht. Schließlich liegt der Nahverkehr nicht überall lahm, ist die Müllabfuhr nicht flächendeckend stillgelegt. Die Flughäfen funktionieren weiterhin. Aber es ist richtig: Nachdem sich die Arbeitgeber beim Verhandlungsauftakt in der vergangenen Woche keinen Millimeter auf uns zu bewegt haben, waren wir der Meinung: Bewegung tut gut.

Eine Einigung bei den Verhandlungen am Donnerstag und Freitag gilt als unwahrscheinlich. Wie geht es danach weiter?
Wir haben zwei volle Tage, um Kompromisse zu suchen. Einen Versuch ist das allemal wert. Allerdings ist die Themenfülle groß, und die Wege, die beide Seiten aufeinander zugehen müssen, sind sehr lang. Falls es am Freitag nicht gelingen sollte, eine Lösung zu finden, werden wir die Verhandlungen wie vorgesehen am 31. März und am 1. April fortsetzen. Und je nachdem, wie sich die Arbeitgeber verhalten, können wir nächste Woche noch eine Schippe drauflegen.

Ver.di fordert unter anderem Lohnerhöhungen von 100 Euro monatlich plus 3,5 Prozent. Bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sorgt insbesondere der Sockelbetrag für Kritik. Warum ist Ihnen dieser so wichtig?
Die Verdienste der Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen, unterhalb der Ebene der Facharbeiter, liegen derzeit zwischen 1 542 und 2 459 Euro brutto im Monat. Damit kann man in Ballungsräumen keine Familie ernähren. Deshalb wollen wir, daß die unteren Entgeltgruppen durch den Sockelbetrag etwas überproportional angehoben werden. Zugleich wollen wir die oberen Entgeltgruppen nicht abhängen, weshalb wir diese Mischforderung von durchschnittlich 6,7 Prozent Lohnerhöhung auf den Weg gebracht haben.

Nach Angaben der Bundesregierung hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Entgeltgruppe eins – in der Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 1 548 Euro brutto im Monat verdienen und damit unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen – seit 2006 verfünffacht. Wie kommt das?
Das ist eigentlich sogar ein Lob an die Tarifparteien. Im Zuge der Neuordnung der Tarifverträge im Jahr 2005 – bei der Angestellte und Arbeiter in ein gemeinsames Tarifwerk überführt wurden – haben wir auch eine neue Niedriglohngruppe eingeführt. Der Hintergrund war, daß die Reinigungs- und Servicebereiche zum Beispiel in den Krankenhäusern vielfach outgesourct, teilweise privatisiert und so dem Geltungsbereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVÖD) entzogen wurden. Mittlerweile haben wir die Arbeitgeber offenbar davon überzeugt, daß es Sinn hat, alle Beschäftigten in den Flächentarif einzubeziehen – und damit die gleichen Arbeitszeiten, Zuschläge und Urlaubsansprüche zu garantieren. Der Preis dafür war aber eben diese Niedriglohngruppe. Das haben die Arbeitgeber mit ihrer Personalpolitik offensichtlich anerkannt, wie der deutliche Anstieg der Beschäftigung in diesem Bereich dokumentiert.

Ist das tatsächlich so? Man hat nicht den Eindruck, daß überall outgesourcte Bereiche wieder eingegliedert und in die Tarifverträge zurückgeholt werden.
In den unteren Entgeltgruppen eins bis vier sind zwischen 2006 und 2013 beim TVÖD 40000 Arbeitsverhältnisse hinzugekommen. Schwerpunktmäßig handelt es sich um Reinigungskräfte, die von den Kommunalverwaltungen wieder zurückgeholt wurden. Sie haben mitbekommen, daß private Firmen die Leistungen womöglich erst mal billiger anbieten, aber nicht zur gleichen Qualität. Wir konnten auch Müllabfuhren und einige Gartenbaubetriebe zurück in den öffentlichen Dienst holen.

Die VKA sagt nun, eine überproportionale Anhebung der unteren Entgelte werde den Privatisierungsdruck wieder erhöhen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß wegen einem oder anderthalb Prozent zusätzlicher Lohnerhöhung für die unteren Entgeltgruppen privatisiert wird. Denn Stadträte und Bürgermeister haben bei Privatfirmen keinerlei Einfluß darauf, wie und zu welcher Qualität die Dienstleistungen erbracht werden.

Schon vor zwei Jahren hat ver.di einen Festbetrag gefordert, diesen in den Verhandlungen aber fallengelassen. Was läßt Sie hoffen, daß Sie sich dieses Mal durchsetzen?
Den Sockelbetrag konnten wir 2012 tatsächlich nicht erreichen. Deshalb sind wir dieses Mal umso entschlossener.
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/014.php?print=1

Zitat
Tarifrunde Bund und Kommunen 2014: Für die volle Durchsetzung der Forderungen!
Flugblatt vom Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di
http://netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwFlugblattTROEDVKA2014-03.pdf

Zitat
Heute waren die Beschäftigten des öffentlichen Dienst in Hannover aufgerufen sich am Warnstreik zu beteilgien. Daran nahmen gut 8.000 Beschäftigte von Krankenhäusern, Verwaltung, Energieversorgung, Kindergärten, ÖPNV und anderen kommunalen Einrichtungen teil.

Auch die im Öffentlichen Dienst Hannovers beschäftigten FAUistas zeigten sich solidarisch und nahmen am Warnstreik teil.

Ein ausführlicher, persönlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.
https://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/art_140319-133411

Rudolf Rocker

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #21 am: 21:54:07 Mi. 19.März 2014 »
Danke xyu!
Stimmt so war das!

Das macht wirklich Sinn.
Ich weiß ja wie mickrig der Lohn grade in den unteren Lohngruppen ausfällt.
Und bei einer prozentualen Erhöhung auf alle Lohngruppen hebt man dieses Problem ja nie auf.

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #22 am: 17:48:01 Mo. 24.März 2014 »
habe weiter oben was editiert, nachdem ich einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden habe: http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27658.msg291365#msg291365

Diese Woche geht es weiter mit massiven Warnstreiks.

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #23 am: 19:22:43 Mo. 24.März 2014 »
Zitat
Warnstreiks im öffentlichen Dienst als »klares Signal« an die Gegenseite
Die Warnstreiks unter anderem in Kindertagesstätten und im Nahverkehr halten an. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am Freitag ohne Ergebnis geblieben war (jW berichtete), schwor ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske am selben Tag die Angestellten ein, den Druck zu erhöhen: »Jetzt müssen die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und Verwaltungen noch mal ein klares Signal setzen, daß es in der nächsten Runde zu einem guten Abschluß kommt.« Am Montag starteten die erneuten Warnstreiks in Brandenburg und Teilen Baden-Württembergs. Nach ver. di-Angaben sollen am heutigen Dienstag Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen nachziehen. Die übrigen Bundesländer schließen sich in den Folgetagen an. Ver.di fordert unter anderem eine Grunderhöhung der Löhne um 100 Euro plus 3,5 Prozent und einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Außerdem legt die Gewerkschaft wert auf den Ausschluß von grundlosen Befristungen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-25/056.php?print=1

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #24 am: 23:55:36 Mo. 24.März 2014 »
Zitat
Die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst führen derzeit bundesweit Warnstreiks für ihre Lohnforderungen durch, 100 Euro Festgeld und eine prozentuale Erhöhung von 3,5 Prozent. Und das wird breit unterstützt: In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage halten 63 Prozent der Befragten diese Forderung für angemessen, nur 30 Prozent der Deutschen finden sie übertrieben
http://www.rf-news.de/2014/kw12/21.04.14-mehrheit-unterstuetzt-lohnkampf-im-oeffentlichen-dienst

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #25 am: 18:03:47 Di. 25.März 2014 »
Zitat
Ver.di kündigt Warnstreiks an großen Flughäfen an
Lufthansa und Fraport kritisieren Gewerkschaft / 50.000 machen bundesweit Druck im Tarifkonflikt für über zwei Millionen Beschäftigte
Ver.di
Foto: dpa/Patrick Pleul

Berlin. Mit Warnstreiks an vielen großen Flughäfen will die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag im Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst den Druck auf Bund und Kommunen. Ver.di hat an den Airports in Frankfurt, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste, der Frachtabfertigung und der Passagierkontrollen zu Arbeitsniederlegungen in der Frühschicht aufgerufen. Es ist davon auszugehen, dass es zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr sowie zu Flugausfällen kommen wird.

Der Lufthansa-Konzern kritisierte die Gewerkschaft. »Verdi nimmt erneut in Kauf, dass eine dritte Partei, die nicht Teil der Tarifauseinandersetzung ist, durch den Streik geschädigt wird«, so das Unternehmen. »Sollten tatsächlich allein in Frankfurt 6.000 Flughafenmitarbeiter in den Ausstand treten, müsste an diesem Tag ein Großteil der Flüge am Heimatflughafen der Lufthansa gestrichen werden«. Die Frachttochter des Unternehmens habe sich mit ihren Planungen bereits auf Behinderungen eingerichtet. Die Flughafengesellschaft Fraport appellierte am Montag an die Gewerkschaft, die Warnstreiks mit Augenmaß und mit Rücksicht auf die Passagiere auszuüben. Arbeitsdirektor Michael Müller hatte eine zeitliche Befristung des Warnstreiks verlangt. Zumindest ein begrenzter Flugbetrieb für den internationalen Luftverkehr müsse sichergestellt bleiben. Die Lufthansa als größter Kunde des Frankfurter Flughafens arbeitet an einem Ersatzflugplan.

Auch am Dienstag haben die Gewerkschaften mit Warnstreiks und Kundgebungen ihre Kampfbereitschaft bekräftigt. Mehr als 50.000 Beschäftigte legten ihre Arbeit nieder. Geschlossene Kitas, stehende Busse, Notdienste in Behörden und Krankenhäusern gab es in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Gewerkschaften wollen mit ihrem Protest Druck für die dritte Tarifverhandlungsrunde am 31. März machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Bund und Kommunen diskutieren über eine soziale Komponente, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt. »Die Streikbeteiligung heute ist ein starkes Signal an die Arbeitgeber«, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer zentralen Gewerkschaftskundgebung mit rund 20.000 Teilnehmern in Hannover. »20.000, das ist ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber.« Die Mobilisierung - vor allem auch der Jugendlichen - sei hoch. »Das ist unsere Botschaft für Potsdam«, betonte er. In einer kämpferischen Rede betonte der Gewerkschaftschef, die bisherigen Löhne ermöglichten längst kein anständiges Leben mehr und würden den gestiegenen Anforderungen im Berufsleben nicht mehr gerecht: »Das haut hinten und vorne nicht hin. Da muss sich niemand wundern, wenn die Beschäftigten im Nahverkehr gleich zwei Tage im Ausstand bleiben.«
http://www.neues-deutschland.de/artikel/928044.ver-di-kuendigt-warnstreiks-an-grossen-flughaefen-an.html

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #26 am: 04:58:47 Mi. 26.März 2014 »
Zitat
Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gewinnen weiter an Fahrt. Am Donnerstag [gemeint ist Dienstag] beteiligten sich nach ver.di-Angaben rund 53000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen, um ihrer Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro und plus weiteren 3,5 Prozent Nachdruck zu verleihen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-26/053.php?print=1

Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
Zitat
Ver.di hat im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Mit dem zum Teil ganztägigen Ausstand trifft die Gewerkschaft nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch Millionen Bürger. Dabei verwischt die Grenze zwischen Warnstreik und regulärem Streik. In diesem frühen Verhandlungsstadium ist das unverhältnismäßig.
Warnstreik im Öffentlichen Dienst Streik Quelle: Goss Vitalij - Fotolia

Wie bei den Streiks an Flughäfen oder bei der Bahn sind auch bei Bussen und Straßenbahnen vor allem Dritte betroffen. Die Arbeitskampfrechtsprechung räumt diesen aber keinen besonderen Schutz ein. Das Streikrecht geht als Grundrecht den Interessen der Fahrgäste grundsätzlich vor.

Dennoch ist Tarifautonomie kein Selbstzweck. Beide Tarifparteien sollten sich daher fragen, wie sie negative Drittwirkungen weitestgehend vermeiden können. Ein erster Schritt wäre, dass die Tarifparteien ihre Verhandlungen früher beginnen, und zwar schon dann, wenn die tarifliche Friedenspflicht noch gilt.

Die Gewerkschaften sollten sich darauf besinnen, dass sich Tarifkonflikte auch mit eskalationsfreieren Mitteln lösen lassen. Erst wenn die Verhandlungen absehbar zu keinem Ergebnis führen, ist eine Streikdrohung oder gar ein Streikaufruf angebracht. Außerdem zeigen die Erfahrungen aus anderen Branchen, dass ein unabhängiger Schlichter Brücken bauen kann.

Vor allem bei ver.di drängt sich momentan allerdings der Verdacht auf, dass der Warnstreik in erster Linie organisationspolitische Ziele verfolgt, um im Wettbewerb mit den streikfreudigen Berufsgewerkschaften um die besten Tarifabschlüsse zu bestehen. Dies zeigt einmal mehr, dass der Gesetzgeber gut daran täte, den unsinnigen Gewerkschaftswettbewerb durch die Wiederherstellung der Tarifeinheit zu regeln – er würde damit die Interessen Millionen Dritter schützen.
hxxp://www.iwkoeln.de/de/infodienste/iw-nachrichten/beitrag/warnstreik-im-oeffentlichen-dienst-unverhaeltnismaessig-149336

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #27 am: 05:12:48 Mi. 26.März 2014 »

schwarzrot

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #28 am: 06:29:44 Mi. 26.März 2014 »
Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
(BLABLA...!)

Sagma. Bei dem 'Institut' handelt es sich um mietmäuler der deutschen wirtschaft, kein wunder, dass die auf 'seriös' getrimmte (neoliberale) positionen versuchen unters volx zu bringen, aber man muss denen ja nicht auch noch (durch verlinken ihrer ergüsse in kritischen seiten) dabei helfen?

Zitat
Institut der deutschen Wirtschaft

Zentrale am Konrad-Adenauer-Ufer, Köln

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) mit Hauptsitz in Köln und einem Hauptstadtbüro in Berlin ist eine arbeitgebernahe advokatorische, d.h. Ideen vermarktende Denkfabrik .[1]

Es wird von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanziert. Trägervereine sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Bundesverband der Deutschen Industrie. Die Mitgliedsverbände gehören in der Regel einem dieser Dachverbände an. Weiter können Unternehmen und Institutionen der privaten Wirtschaft die Mitgliedschaft erwerben. Auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet es Analysen und Stellungnahmen zu allen Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung.

<oder man tut mindestens 'wissenschaftlich'!>

Das Institut vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Der Auftrag des Instituts, das sich als „führendes privates Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland“ versteht, ist es nach seiner Selbstdarstellung, „das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse in Politik und Öffentlichkeit zu festigen und zu verbessern“. Das IW fungiert unter anderem als wissenschaftlicher <HaHa, so 'wissenschaftlich' wie zahnpastawerbung!> Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, des Roman Herzog Instituts München und der Politik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

xyu

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Re:Tarifrunde TVöD 2014
« Antwort #29 am: 12:45:52 Mi. 26.März 2014 »
was der gegner macht und sagt ist durchaus von interesse. gerade wie im zitierten text versucht wird das ganze ziemlich querch mit der sogenannten "tarifeinheit" zu verquicken ist bemerkenswert.