Autor Thema: Krieg den Begierden  (Gelesen 12921 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #15 am: 10:35:34 So. 24.April 2016 »
Es wird das Konzept der US "Tea Party" Bewegung weitestgehend in Deutschland übernommen.
Ich dachte, dieser ganze puritanische Dünnschiß hätte hier keine Chance, mit dem religiösen Voodoo, den "Familienwerten" und der Verteufelung von Lust, Rausch und Sex.

Ich habe mich gründlich geirrt.

Zitat
Die Mythen der Rechten
Zurück zum Tabu



Demo für alle – außer für die, die sie nicht haben wollen: Aufmarsch der Rechten, die Angst vor Sex haben.

In Stuttgart tun sich Rechte zusammen, um ein Familienbild von vorgestern durchzusetzen - auf Kosten diskriminierter Minderheiten. Die Initiative „Demo für alle“ macht Biologieunterricht zum Schlachtfeld für mehr Intoleranz.

An einem sonnigen Frühjahrssonntag war es mal wieder so weit: Die Initiative „Demo für alle“ hatte gerufen, und Tausende kamen. Von 4500 Menschen auf dem Stuttgarter Schlossplatz wurde hinterher berichtet.

Demo für alle? Das soll natürlich an „Ehe für alle“ erinnern, allerdings negativ. Sehr negativ. Die Menschen, die hier versammelt sind, wollen nicht, dass auch Lesben und Schwule irgendwann richtig heiraten dürfen, und überhaupt kommen ihnen sexuelle Minderheiten viel zu einflussreich vor. Mit anderen Worten: Die „Demo für alle“ ist gerade nicht für alle, sondern für die, die nicht wollen, dass alle die gleichen Rechte haben. Ein weit verbreitetes Argumentationsmuster im Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus.

Auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist dieser Grenzbereich prominent vertreten. Es sprechen unter anderem ein österreichischer Weihbischof, der Generalsekretär der konservativen „Evangelischen Allianz“ in Deutschland und ein Vertreter der „Bruderschaft des Weges“, in der „homosexuell empfindende“ Christen sich das aktive Schwulsein abgewöhnen wollen. Und es sprechen Hedwig von Beverfoerde, die Organisatorin der „Demo für alle“, sowie die Publizistin Birgit Kelle.

Hedwig von Beverfoerde hat die „Demos für alle“ ins Leben gerufen, es ist jetzt schon die siebte. Auslöser war und ist das Projekt eines neuen „Bildungsplans“ für Baden-Württemberg, das die grün-rote Landesregierung bis zur Landtagswahl am 13. März vorangetrieben und kurz danach noch rasch in Kraft gesetzt hat. Dort lautet eines der Lernziele, hier für den Biologieunterricht der Jahrgangsstufen sieben bis neun: „Die Schülerinnen und Schüler können … unterschiedliche Formen der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität wertfrei beschreiben.“ Und zum „Leitbild“ einer „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ soll unter anderem ein „diskriminierungsfreier Umgang mit Vielfalt in personaler, religiöser, geschlechtlicher, kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht“ gehören.

Wer das für einen harmlosen Anlauf zu tolerantem Umgang mit Minderheiten hält, kennt Hedwig von Beverfoerde nicht. Einen „Kulturkampf“ gegen „Gender-Ideologie“ und „tabufreie Sexualpädagogik“ ruft sie auf dem Schlossplatz aus, und das Ziel ist klar: die grün-roten „Ideologen“ in der Landesregierung schleunigst „abzuwählen“. Was dann bekanntlich im März nur bei den roten gelang.


In Stuttgart tun sich Rechte zusammen, um ein Familienbild von vorgestern durchzusetzen.

Alle? Natürlich gehören auch die Gegendemonstranten nicht dazu, die sich in Stuttgart versammelt haben. Diese „Schreihälse“, schreit Publizistin Kelle auf den Schlossplatz herunter, seien „meist kinderlos“ und hätten ihr nicht zu sagen, wie sie ihre Sprösslinge erziehen solle: „Kriegen Sie erst mal eigene, dann reden wir weiter!“ Donnernder Applaus. Kelle hat vor allem dadurch in gewissen Kreisen Berühmtheit erlangt, dass sie auf die Empörung über die plump belästigende Anmache einer Journalistin durch den FDP-Politiker Rainer Brüderle mit einer Internet-Kampagne und einem Buch antwortete, Titel: „Dann mach halt die Bluse zu“.

Vor allem Hedwig von Beverfoerde führt bei der „Demo für alle“ die rechte Argumentationsspirale gegen Toleranz mustergültig vor. Die Forderung, auch in der Schule „Akzeptanz“ zu lehren, deutet sie schlicht und einfach um: von einer Haltung, die unterschiedliche Lebensweisen unbehelligt existieren lässt, in einen angeblichen Zwang zur Wahllosigkeit: „Akzeptanz bedeutet, dass alle Schüler jede Art von Sexualverhalten unterschiedslos gut finden sollen.“ Woraus im nächsten logischen Schritt schließlich folgt, dass „Sexualität in allen Spielarten“ nicht nur „gut gefunden“, sondern zum „Leitbild der gesamten Schulbildung werden“ soll. Was im Bildungsplan nirgendwo steht.

weiter: http://www.fr-online.de/die-mythen-der-rechten/die-mythen-der-rechten-zurueck-zum-tabu,34020742,34141986,item,1.html

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3875
  • Polarlicht
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #16 am: 12:59:05 So. 24.April 2016 »
Zitat
...  „Kriegen Sie erst mal eigene, dann reden wir weiter!“ Donnernder Applaus

Erbärmlich.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

xyu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 586
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #17 am: 21:34:07 Mo. 25.April 2016 »
Zitat
Kindliche Sexualität

Inwieweit können Kinder Liebe empfinden, und wie steht es mit der Entwicklung ihrer Sexualität? Diesen Fragen geht die Autorin Ulrike Heider mittels 13 Interviews mit Menschen im Alter zwischen 30 und 80 Jahren nach. Sie befragte sie zu ihren Erinnerungen an die ersten romantischen Gefühle, Fantasien und gelebte Sexualität vor ihrem 13. Lebensjahr. Die Erinnerungen zeigen, dass Sexualität Kindern nicht von außen und unter Zwang aufgedrängt wird, sondern sie vielmehr von sich aus schon sexuelle Wesen sind. Eingeleitet werden diese Erzählungen von einem Essay, in welchem die Autorin das Thema Liebe und Sexualität bei Kindern historisch nachzeichnet. Darin wird deutlich, dass der Umgang mit diesem Thema schon immer umkämpft war. Beispielsweise wurden Liberalisierungstendenzen, wie sie sich in den 1970er Jahren gesamtgesellschaftlich durchsetzen konnten, danach durch einen wachsenden Sexualkonservatismus wieder zurückgedrängt. Heute werden, angeheizt von Debatten um Kindesmissbrauch und Kinderpornografie, traditionelle Vorstellungen von einer ungesunden und schmutzigen Sexualität, vor der die reine und asexuelle Kinderwelt geschützt werden müsse, gesellschaftlich wieder zunehmend virulent. So lassen sich die zum Teil sehr bewegten Biografien der Interviewten auch als Plädoyer gegen diesen wachsenden Konservatismus lesen. Zugleich liefern sie spannende individuelle Einblicke in Erziehungs- und Moralvorstellungen verschiedener Generationen.


Ulrike Heider: Die Leidenschaft der Unschuldigen. Liebe und Begehren in der Kindheit - Dreizehn Erinnerungen. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2015. 204 Seiten, 17,90 EUR.
http://www.akweb.de/ak_s/ak611/15.htm

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7492
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #18 am: 11:37:24 So. 03.Juli 2016 »
Zitat
Verschwörungstheorie konkret
Angst vor dem Sozialismus

Auch in Niedersachsen laufen Ultrakonservative gegen Sexualaufklärung Sturm: Deren Ziel sei die Schaffung des „neuen Menschen“



So ist's recht: Geschlechtertrennung auf bayerisch, rechtzeitig eingeübt 

Eine kleine Revolution war der Beschluss des niedersächsischen Landtags schon: Die „Vielfalt sexueller Identitäten“ wird Thema im Schulunterricht, entschied das Landesparlament in Hannover im Dezember 2014 mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und Grünen, aber auch der FDP.

Umgesetzt wurde damit ein Versprechen des Koalitionsvertrages: „Die rot-grüne Koalition tritt dafür ein, dass alle Menschen nicht nur unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung und Religion diskriminierungsfrei leben können, sondern auch unabhängig von ihrer sexuellen Identität“, heißt es darin. „Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und intersexuelle Menschen (LSBTTI)“ seien „Teil unserer vielfältigen Gesellschaft“, rechtliche Ungleichbehandlungen sollen ebenso bekämpft werden wie sexuelle Diskriminierung und Homophobie.

Teilweise befriedet wurde mit dem Landtagsbeschluss eine Debatte, die im Südwesten Deutschlands für massive Erregung gesorgt hatte: Gegen einen von der damaligen grün-roten Landesregierung in Stuttgart angeschobenen Bildungsplan gab es massive Proteste. 192.000 Menschen sollen eine Petition des Realschullehrers Gabriel Stängle mit dem Motto „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ unterschrieben haben. Unterstützt wurde Stängle von der AfD und der pietistischen „Deutschen Evangelischen Allianz“. Auch die Hatepage „Politically Incorrect“ schäumte.

Hinzu kam eine Medienkampagne: In der Frankfurter Allgemeinen durfte der in München promovierte „Jugendforscher“ Martin Voigt warnen, hinter der „angeblichen Sensibilisierung für vielfältige Lebensformen“ verberge sich „Frühsexualisierung und Umerziehung“. Die Grenzen „zwischen Pädophilie und vermeintlicher sexueller Befriedigung von Kindern“ würden verwischt, warnte Voigt – und unterstellte, in den Schulen solle der Einsatz von „Dildos, Handschellen und Vaginalkugeln“ geübt werden.

Im Norden wurde dieser Kampf gegen die sexuelle Vielfalt vor allem von der AfD ausgefochten. Auf der Internetseite des niedersächsischen Landesverbands finden sich bis heute gleich drei Videos, in denen gegen die diskriminierungsfreie Sexualaufklärung Stimmung gemacht wird. Eher schlichtere Gemüter bedient ein Zweieinhalbminüter, in dem vor „Gender-Ideologen“ gewarnt wird: Thesen, nach denen „ein Mädchen LKW fahren“ könne, führten nur zu „verwirrten Kindern“. Wer sich dagegen einen pseudointellektuellen Anstrich geben möchte, wird in 51 Minuten mit einem von der Jungen Freiheit produzierten Film mit dem hetzerischen Titel „Porno, Peitsche, Pädophilie – Perversion im Klassenzimmer“ bedient.

Die Führer der Rechtspopulisten kommen in einem weiteren Video mit dem verschwörungstheoretisch klingenden Namen „Der Gender-Plan“ zu Wort – AfD-Landesparteichef Armin-Paul Hampel, einst ARD-Auslandskorrespondent und heute Bewohner eines einsam gelegenen Hauses in der Lüneburger Heide, schätzt sein altes Medium Film noch immer. In dem Machwerk warnt der Ex-Journalist vor einer „Entwertung der Familie“ durch diskriminierungsfreie Sexualaufklärung, die Parteivize Thomas Ehrhorn zur „Indoktrination“ durch „Randgruppen“ erklärt.

Kronzeuge der AfD-Argumentation aber ist der Professsor Wolfgang Leisenberg, der titelhubrig mit allen akademischen Meriten vorgestellt wird. Was die Filmemacher ihren Zuschauer*innen allerdings verschweigen: Leisenberg ist keinesfalls Soziologe, Philosoph oder Theologe. Der 74-Jährige ist Elektrotechniker.

Als Mitglied einer freien evangelischen Gemeinde beklagt Leisenberg seit Jahren, „Verhaltensweisen, die vor 30 oder 40 Jahren völlig unakzeptabel oder sogar strafbar waren“ gälten heute als normal: „Wilde Ehen, uneheliche Kinder, homosexuelle Partnerschaften oder das faktische ‚Recht‘ auf Abtreibung.“ In dem AfD-Filmchen argumentiert er zusammengefasst so: Kindertagesstätten und Ganztagsschulen sollten Kinder von ihren Eltern „entfremden“ und durch Überbetonung des Sexuellen „sexsüchtig“ machen. Ihrer natürlichen Identität beraubt, würden die Heranwachsenden zum „unbeschriebenen Blatt“. „Hidden Agenda“ sei die Schaffung eines „neuen Menschen“, auf dem dann – natürlich – „der Sozialismus“ aufgebaut werden solle.

Mit der Realität hat diese Verschwörungstheorie nichts zu tun. Natürlich gehe es nicht „um die Vermittlung sexueller Praktiken im Unterricht“, hatte Niedersachsens SPD-Kultusministerin Frauke Heiligenstadt schon bei der Landtagsdebatte 2014 betont. Stattdessen sollen sexuelle Selbstbestimmung und Toleranz gegenüber Homo-, Trans- und Intersexuellen Thema im Unterricht sein. Schulbuchverlage wurden entsprechend informiert, und das „Schlau“-Aufklärungsnetzwerk wird mit jährlich 70.000 Euro unterstützt – schließlich benutzten Schüler*innen die Schimpfwörter „Schwuchtel“ oder „Lesbe“ viel zu häufig, wie SPD und Grüne klagten.

Größere Proteste gegen die rot-grüne Initiative blieben bisher aus. Das könnte man schon als Erfolg verbuchen.
http://www.taz.de/Verschwoerungstheorie-konkret/!5315026/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #19 am: 09:51:44 Mo. 25.Juli 2016 »
Zitat
Zeugen Jehovas im Waldstadion
Warnung vor „lockerer Moral“



Im Waldstadion lauschen die Zeugen Jehovas Vorträgen und Predigten.

Beim jährlichen Treffen der Zeugen Jehovas im Waldstadion geht es um Loyalität. Der Kongress wird an fünf weitere Standorte im Rhein-Main-Gebiet übertragen

Aber auch vor Internetseiten mit pornografischen oder brutalen Inhalten, dem Flirten und dem Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Nichtverheirateten und Freundschaften mit Andersgläubigen wird gewarnt. Man solle nicht mit der „lockeren Moral der Welt“ sympathisieren. „Was früher schlecht war, ist heute Normalität“, so ein Redner. „Wer mit dem Feuer spielt, wird sich verbrennen.“
http://www.fr-online.de/frankfurt/zeugen-jehovas-im-waldstadion-warnung-vor--lockerer-moral-,1472798,34537650.html

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 9081
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #20 am: 21:44:17 Mo. 29.August 2016 »
Hm, finde ich gut, wäre ja noch schöner wenn diese Deppen wild in der Gegend rumvögeln und sich unkontrolliert vermehren würden.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13419
  • Waldkauz (8>
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #21 am: 19:33:07 Di. 30.August 2016 »
Schade das Dr. Gscheidle nicht mehr hier zu sein scheint! Das wäre doch genau sein Thema! ;D

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #22 am: 05:55:58 Mo. 12.September 2016 »

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #23 am: 14:26:02 Sa. 24.September 2016 »
Die Puritanische Lustfeindlichkeit ist als politische Strategie von Amiland hierher geschwappt.

Die deutschen Faschos waren vor nicht so langer Zeit gegen den christlichen Glauben, zogen Nordische Götter vor, das Neuheidentum war angesagt. Doch als man merkte, welch gutes Transportmittel für den politisischen Rechtsruck das Christentum ist, nutzte man es als Mittel.


Bei Pegidamärschen wird das Christenkreuz zur Waffe gegen die Muselmanen.

Und mit die Spießbürger erreicht man mit "Familienwerten" und der Dämonisierung von Sex. Das Konzept geht auf, denn die katholische Kirche ruft mit auf zu den faschistischen Aufmärschen und beteiligt sich selbst daran. So kriegt man Tausende auf die Straße, ein Vielfaches von dem, was die Gegendemonstranten zu mobilisieren vermögen:

Zitat
Sexualerziehung in Hessen
Die Rechten blasen zum Gegenangriff




Seit diesem Schuljahr gilt in Hessen ein neuer Sexualkundelehrplan, der für Verschiedenheit und Vielfalt wirbt. Jetzt formieren sich die Rechten zum Widerstand.

Es ist keine Woche her, dass der neue Lehrplan zur Sexualerziehung öffentlich wurde, da schießt die rechte Szene um die berüchtigte „Demo für alle“ aus allen Rohren. Grund: Das Land Hessen hatte es gewagt, die sexuelle Aufklärung im Unterricht dahingehend zu modifizieren, den Schülern die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen vermitteln zu wollen – und damit „ein offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verständnis für die Verschiedenheit und Vielfalt“.
http://www.fr-online.de/rhein-main/sexualerziehung-in-hessen-die-rechten-blasen-zum-gegenangriff,1472796,34798682.html


Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #24 am: 14:38:49 Fr. 07.Oktober 2016 »
Die Spießigkeit der 50er Jahre als neues Leitbild.

Zitat
...Jahre später hat Grünen-Promi Winfried Kretschmann ausgerechnet diesen Satz benutzt, um die Ehe - die in Deutschland Mann und Frau vorbehalten ist - als Leitmodell hervorzuheben. "So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen - und das ist auch gut so", schrieb der Ministerpräsident Baden-Württembergs in einem Essay für die "Zeit".
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-gruenen-winfried-kretschmann-entschuldigt-sich-fuer-ehe-vorstoss-a-1115432.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #25 am: 20:59:28 Mo. 17.Oktober 2016 »
Es ist unglaublich, wie erfolgreich Spießigkeit und Lustfeindlichkeit sich  zu einer politischen Organisierung nutzen lassen.
Mit einem Gebräu aus Religion, Angst vor Sex, verlogenen "Familienwerten" und Haß auf Schwule, können die Faschisten zehntausende Spießer politisch mobilisieren.

Zitat
Proteste in Frankreich
Es lebe die „wahre“ Familie

Tausende ultrakonservative Unterstützer der Bewegung „Manif pour tous“ demonstrieren in Paris wieder einmal gegen die Homo-Ehe.


http://www.taz.de/!5345636/

Zitat
Zehntausende protestieren in Paris gegen Homo-Ehe
Seit 2013 sind gleichgeschlechtliche Ehen in Frankreich legal. Gegner des Gesetzes wollen ihren Protest nun wiederbeleben – und zum Thema im Wahlkampf machen.


Zehntausende Menschen haben in Paris für die Wiederabschaffung der Homo-Ehe demonstriert. Sie riefen die Kandidaten für die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr dazu auf, sich für "traditionelle Familienwerte" einzusetzen. An dem Protestmarsch durch die gutbürgerlichen Viertel der französischen Hauptstadt nahmen nach Angaben der Polizei 24.000 Menschen teil, die Organisatoren sprachen hingegen von 200.000 Teilnehmern.

Die Demonstranten, darunter viele Familien mit Kindern und Senioren, marschierten hinter einem Spruchband, auf dem "2017 werde ich für die Familie stimmen" stand. Der Marsch wurde kurzfristig von Aktivistinnen der feministischen Gruppe Femen unterbrochen. Als diese von Kundgebungsteilnehmern umringt wurden, griff die Polizei jedoch ein und führte die Frauen ab.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-10/frankreich-protest-homo-ehe-paris

Zitat
Frankfurt
Der Schwarze Block des Herrn




Demonstriert wird laut Ankündigung „gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei“ im Allgemeinen und „Zwangsprostitution“ im Speziellen. Anmelder der Demonstration ist ein Herr S., der sich als lokaler „Koordinator“ der Organisation A21 vorstellt – „einer internationalen Organisation, die sich dem Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei widmet“.

Die Aktivisten vom Prostituiertenhilfsverein Doña Carmen halten am Brockhausbrunnen dagegen. Sie vermuten „Mission Freedom“ hinter der Veranstaltung – einen höchst umstrittenen Hilfsverein aus dem Dunstkreis fundamentalistischer Christen. Das mag so sein. Offiziell ist die Anmelderin aber die Organisation A21, gegründet von Christine Caine, einer australischen Predigerin der Hillsong Church.

Die Hillsong Church ist Teil der evangelikalen und charismatischen Bewegung. Sie macht Millionenumsätze mit der Verbreitung von Predigten via Podcast oder TV, die den Charme von Motivationsseminaren haben, sowie christlicher Musik. Auch wenn es sich um keine Sekte im eigentlichen Sinne handelt, geht diesen Evangelikalen doch ein gewisser fundamentalistischer Ruf voraus. Viele Charismatiker glauben fest, dass Gott die Welt gewiss nicht an sechs Tagen erschaffen habe, damit dort anschließend nach Herzenslust herumgehurt und -geschwult oder anderer häretischer Schabernack getrieben werden dürfe.
http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-der-schwarze-block-des-herrn,1472798,34859072.html

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2534
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #26 am: 22:42:42 Mo. 17.Oktober 2016 »
Aus gegebenem Anlass sei nochmal an die redlichen MISSIONARE ANSCHNUR, das Brett für löbliche Christen, erinnert:
http://ma.das-brett.org/

Insbesondere die filmischen Meisterwerke sind sehr gut:
http://ma.das-brett.org/viewforum.php?f=11&sid=afaa6119c4994eeb3b49de7afdcf302d

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13419
  • Waldkauz (8>
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #27 am: 08:39:21 Di. 18.Oktober 2016 »
Zitat
MISSIONARE ANSCHNUR
Hmmm, da scheint mir doch Dr. Gscheidle am Werk gewesen zu sein! ;D

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16995
  • Fischkopp
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #28 am: 10:28:40 Sa. 28.Januar 2017 »
Zitat
March for Life:
Die Abtreibungsgegner schöpfen Hoffnung

Wenige Tage nach den Großdemonstrationen für Frauenrechte versammeln sich in Washington Konservative und Gläubige zum March for Life. Vizepräsident Pence ist mit dabei.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/march-for-life-washington-abtreibungsgegner-mike-pence

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3875
  • Polarlicht
Re:Krieg den Begierden
« Antwort #29 am: 05:37:27 Di. 06.Juni 2017 »
Die Begierden haben gewonnen. Hoffart als eine davon, satte Selbstzufriedenheit ohne jeden Anlass sei auch genannt. Und so weiter.



CSU Söder auf der Bühne von Rock im Park.


Luuja sog i, Amen.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)