Autor Thema: Maßnahme  (Gelesen 28618 mal)

Onkel Tom

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Re:Maßnahme
« Antwort #15 am: 14:04:32 So. 19.Januar 2014 »
Merkwürdige Form der Zuweisungspraxis in Sinnlosmasnahmen.

Die Frage stellt sich im Raum, ob eine gültige EGV (per Verwaltungsakt)
vorliegt und wenn ja, was drinne steht..

Weiter, ob dem widersprochen wurde etc.

Es ist üblich, das an sowas von seiten der SB angeknüpft wurde.
Lass Dich nicht verhartzen !

Rudolf Rocker

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Re:Maßnahme
« Antwort #16 am: 14:51:12 So. 19.Januar 2014 »
Das ist eine Zuweisung und nichts anderes.
Nur das Wort "Zuweisung" wurde durch "Verpflichtung" ersetzt.
Und Bezug genommen wird auf § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 45 SGB III.

Also eine Standartzuweisung für Maßnahmen.
Es steht aber weder der Beginn der Maßnahme noch der genaue Inhalt im Schreiben. Nur der Hinweis, das sich der MT mit ihm/ ihr in Verbindung setzt.

Warum die das so machen?
Ganz einfach:
Sagen wir mal, am Montag fängt bei denen ein neuer Kurs an, 20 Leute wurden "verpflichtet" an dem Schwachsinn teilzunehmen, es sind aber nur 10 gekommen.
Also werden jetzt weitere 10 Leute "verpflichtet" sich ab Montag der darauffolgenden Woche (oder noch kurzfristiger) beim MT zu melden. Wenn von den 10 Leuten nur 5 kommen werden wieder 5 neue "nachverpflichtet".

Es ist ja egal wann jemand in den Kurs einsteigt. Du lernst da ja sowieso nix. (Außer Du hast vorher noch nie Solitär oder Heards gespielt)

Tiburon

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Re:Maßnahme
« Antwort #17 am: 15:02:59 So. 19.Januar 2014 »
Wie dem mit dem Sachverhalt "Zuweisung ja/nein" nun auch sei. (... Ich bin da hinreichend unentschieden, als dass ich es vom JC und im Zweifel dann vom SG gern noch einmal genau wüsste ... (Nur ist's gerade hier nicht mein, sondern der TEs Problem, wie ich eingestehe.))

Hat TE denn ein Schreiben des "zugepflichteten" MT mit Terminnennung erhalten?

antonov

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Re:Maßnahme
« Antwort #18 am: 16:48:33 So. 19.Januar 2014 »
ich denke mal eine zuweisung ist an bestimmte formen gebunden und sollte auch als solche erkannt werden können.

warum dann diese trickserei ?

als nächstes schreiben se entmündigung in den betreff oder wie ?

ob bei einem massnahmeträger der kurs voll wird oder nicht, geht mir nichts an, dann sollten die idioten beim jobcenter vielleicht mal über sinnvollere massnahmen nachdenken

die der eingliederungsvereinbarung ersetzende verwaltungsakt wäre hilfreich um vielleicht daraus schlau zu werden und die rechtsfolgenbelehrung zu dem schrieb wäre vielleicht auch mal interessant

Isnogud

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Re:Maßnahme
« Antwort #19 am: 17:32:58 So. 19.Januar 2014 »
wenn bis zum 29. nix vorliegt kann TE ja anrufen. Das wird sicher ein Callcenter sein. Und fragen was er machen soll. Bloß keinen konkreten Grund für den Anruf nenne. Nur darauf beharren, das man anrufen soll. Wird sicher ein kurzer Anruf werden. Weil keine Infos rüberkommen und so auch nix weitergegeben werden kann. Aber bitte Namen und Datum und so notieren. So würde ich das jedenfalls machen. Dumm stellen kann ich gut in solcher Situation. Gruß
wer bei Regen Sonnenmilch kauft, weiß, das der Stuhl ein Baum war.

ahhotep

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Re:Maßnahme
« Antwort #20 am: 18:49:05 So. 19.Januar 2014 »
Hallo  und danke für die Antworten. :)

Einen Termin  habe ich vom Träger erhalten und einen sehr interessanten Flyer hinzu.Der Termin ist am Montag den 20.01.2014.
Die Maßnahme ist in dem /der EGV-VA mit RfB.nicht benannt nur ein Hinweis das ich an Maßnahmen ,die ich vom JC b.z.w. von der Agentur für Arbeit im Auftrag für das JC zugewiesen bekomme, teilnehmen soll.

Ich werde den Termin am Montag mit Beistand wahrnehmen und euch darüber berichten wie es ausgegangen ist.

Ich bin noch am Überlegen parallel gegen diese Verpflichtung einen Widerspruch zu schreiben mit Schreiben an das SG.
Die Zeit um hier alle Dokumente ein zu stellen und konkrete Ratschläge zu erhalten war/ist leider zu kurz.

Danke noch mal an alle und ich lasse von mir hören.




Rudolf Rocker

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Re:Maßnahme
« Antwort #21 am: 19:11:20 So. 19.Januar 2014 »
Noch ein Rat:
Wie schon erwähnt unterschreibe nichts sofort! Nimm alles zum Überprüfen mit nach Hause.
Das wird denen nicht schmecken und der MT wird versuchen Druck auf Dich auszuüben.


Zitat
Ich bin noch am Überlegen parallel gegen diese Verpflichtung einen Widerspruch zu schreiben mit Schreiben an das SG

Einen Widerspruch dagegen kannst Du nur an das JC richten, nicht an das SG!
Erst wenn der Widerspruch abgelehnt wurde kannst Du dagegen Klage vor dem SG einreichen.
Aber bis dahin ist die Maßnahme wahrscheinlich schon lange wieder vorbei.

ahhotep

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Re:Maßnahme
« Antwort #22 am: 19:33:07 So. 19.Januar 2014 »
Genau das habe ich vor. Nichts aber auch nichts werde ich unterschreiben.Danke ;)

Rudolf Rocker

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Re:Maßnahme
« Antwort #23 am: 21:49:37 So. 19.Januar 2014 »
Sehr gut!
Ich drück Dir die Daumen!

Tiefrot

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Re:Maßnahme
« Antwort #24 am: 10:50:55 Mo. 20.Januar 2014 »
Bin ja mal neugierig, wie das weitergeht.

@Rudi, herzlichsten zum 6900. Tapetenjubiläum !  ;D
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Rudolf Rocker

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Re:Maßnahme
« Antwort #25 am: 11:10:25 Mo. 20.Januar 2014 »
Danke Tiefrot!

Zum 7000. muss ich ja eigentlich einen ausgeben!
Die Frage ist nur: Wo? :)

Tiefrot

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Re:Maßnahme
« Antwort #26 am: 13:16:55 Mo. 20.Januar 2014 »
Gartenparty  ;D
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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antonov

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Re:Maßnahme
« Antwort #27 am: 13:28:22 Mo. 20.Januar 2014 »
jöööööö, ick mach den sprengmeister

TT: mir würde mal das ganze konstrukt des "massnahmeträgers" interessieren, also alle sinnigen und unsinnigen informationen sammeln und sich notizen machen, und alles wat da an flyern oder sonstiges einzusammeln gibt, einsammeln

Tiburon

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Re:Maßnahme
« Antwort #28 am: 13:32:50 Mo. 20.Januar 2014 »
...

Zitat
Ich bin noch am Überlegen parallel gegen diese Verpflichtung einen Widerspruch zu schreiben mit Schreiben an das SG

Einen Widerspruch dagegen kannst Du nur an das JC richten, nicht an das SG!
Erst wenn der Widerspruch abgelehnt wurde kannst Du dagegen Klage vor dem SG einreichen.
Aber bis dahin ist die Maßnahme wahrscheinlich schon lange wieder vorbei.

Was TE allerdings kann, ist direkt nach dem Widerspruch ER-Antrag am SG (wg. Wiederherstellen der aW (aufschiebende Wirkung) des Widerspruches) zu stellen.

Onkel Tom

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Re:Maßnahme
« Antwort #29 am: 13:54:17 Mo. 20.Januar 2014 »
@Rudi
Deine Lokalrunde hätte auf dem Schulterblatt den richtigen Platz  ;)


Hallo  und danke für die Antworten. :)

Einen Termin  habe ich vom Träger erhalten und einen sehr interessanten Flyer hinzu.Der Termin ist am Montag den 20.01.2014.
Die Maßnahme ist in dem /der EGV-VA mit RfB.nicht benannt nur ein Hinweis das ich an Maßnahmen ,die ich vom JC b.z.w. von der Agentur für Arbeit im Auftrag für das JC zugewiesen bekomme, teilnehmen soll.

Ich werde den Termin am Montag mit Beistand wahrnehmen und euch darüber berichten wie es ausgegangen ist.

Ich bin noch am Überlegen parallel gegen diese Verpflichtung einen Widerspruch zu schreiben mit Schreiben an das SG.
Die Zeit um hier alle Dokumente ein zu stellen und konkrete Ratschläge zu erhalten war/ist leider zu kurz.

Danke noch mal an alle und ich lasse von mir hören.


In dem Fall, das rot geschriebene ist es unerheblich, ob nun von Zuweisung oder Verpflichtung die
Rede ist. Bei solchen Formulierungen in der EGV-(VA) handelt es sich um sogenannte Türöffner,
Erwerbslose nach ein par Monaten zu einer Sinlosmasnahme zu verdonnern.

Von daher sehe ich den richtigen Ansatz darin, die EGV-(VA) nochmals auf Herz und Nieren zu prüfen.
Lassen sich dort Dinge finden, die mit dem Vertragsrecht im Sinne des BGB nicht vereinbar sind,
lassen sich bestehende "Rechtsgrundlagen auf der Ebene des Zivielrecht" aushebeln.

Ist das gewuppt, ist es für die Sachbearbeitung schon viel schwieriger, Masnahmen-Kontigente
an den Erwerbslosen zu tackern.

Das in Pink eingefärbte ist für ALG-bezieher_Innen bereits ungeschriebenes Gesetz..  ;D

Um das Orange erfolgreich zu erledigen, müsste die genaue Formulierung inklusive RFB`s der
EGV(-VA) analysiert werden.

Eventuell macht ein anonymisierter Scan Sinn, um der Problemlösung näher zu kommen.

Und, wenn es um den Erstbesuch beim Masnahmenträger geht, ruhig auch einen Beistand
mit nehmen. Masnahmenträger versuchen natürlich solange ihren Unsinn schmackhaft zu
machen, bis sie die erste Unterschrift abgeschwatzt haben.

Wie gehabt.. " Ich bin gern bereit, mich mit dem Angebot auseinander zu setzen, bin jedoch
keinesfalls dazu bereit, der Sachbearbeitung zu liebe etwas zu machen, was sich im nach-
hinein als pure Verschwendung von "aktiven Leistungen" entpuppt.

Dazu käme eine Hospitation in Frage, aber da erfährt Mensch, das dies angeblich nicht
möglich sei..

Anbei lässt sich auch keinerlei Geruch von "Erwerbslos will nicht" unterstellen und wenn im
Bezug Sinnlosmasnahmen bereits Erfahrngen gemacht wurden, unterstreicht den Wunsch erst
recht, erst mal unverbindlich schauen, ob das Sinn macht oder nicht.

Wer diesen Beitrag als Weichspülaktion interpretiert, hat nix verstanden.. Die Hospitation dient
u.a. der Ermittlung, wie unsinnig eine Masnahme wirklich ist. Hinzu kommt Material für den
Gang zur "Unstimmigkeit","Widerspruch und Klage" an die Sonne.

Bei dem Wunsch eine unverbindliche Hospitation zu machen, klingeln beim SB die Alarmglocken
a la "Den schicke ich besser nicht los, könnte nur Ärger bringen.
Nicht viel anders ist auch die Reaktion der Erwerbslosenindustrie.

Viel Glück  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !