Autor Thema: Wilder Streik bei Dinotrans  (Gelesen 2956 mal)

Kuddel

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Re:Wilder Streik bei Dinotrans
« Antwort #15 am: 12:23:59 Mo. 26.November 2018 »
Diese Verhältnisse sind nicht wirklich neu. Jetzt sind sie in den großen Medien. Bei chefduzen konnte man seit Jahren Berichte über die Machenschaften der Branche lesen.

Zitat
Ausbeutung
Gestrandete Lkw-Fahrer: DGB stellt Anzeige gegen Dänen




Ense.  200 philippinische Lkw-Fahrer hat eine dänisches Firma zum Billiglohn angestellt. Acht von ihnen sind in Ense gestrandet. DGB stellt Anzeige.

In den Fall der in Ense (Kreis Soest) gestrandeten philippinischen Lkw-Fahrer kommt Bewegung. Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hat am Mittwoch Strafanzeige gegen das dänische Transportunternehmen Kurt Beier und dessen mutmaßliche Tochterfirma HBT Transporte in Polen bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg gestellt.

Körzell wirft der dänischen Firma Lohnwucher, Menschenhandel, Zwangsarbeit und Ausbeutung der Arbeitskraft vor.
Dänische Firma beschäftigt 200 Lkw-Fahrer aus den Philippinen

Nach DGB-Informationen sind 200 Lkw-Fahrer aus den Philippinen und einige aus Sri Lanka für Kurt Beier tätig. Sie hätten zwar polnische Arbeitsverträge, ihr tatsächlicher Arbeitsort sei aber Westeuropa. 40 von ihnen hätten dauerhaft von Ense aus gearbeitet.

Acht von ihnen haben bis zum Wochenende auf dem Betriebsgelände einer Enser Spedition an ihren Lkw „gelebt“. Sie hatten ihre Arbeitsbereitschaft signalisiert, obwohl sie sich wegen ihrer Überbeanspruchung als Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer sahen. Die Männer waren nach DGB-Angaben 3 bis 18 Monate durchgängig beschäftigt. Ihr „Wohnort“ war in dieser Zeit ihr Lkw.
Philippinischer Botschafter stuft Lasterfahrer als "obdachlos" ein

Nachdem die acht Filipinos am Wochenende in einem Hotel untergebracht waren, mussten sie auf Anordnung des zuständigen Ordnungsamtes die Nacht von Dienstag auf Mittwoch in einer Obdachlosenunterkunft verbringen. Zuvor, so der DGB, habe sich ein Vertreter der philippinischen Botschafter eingeschaltet und die Männer als obdachlos eingestuft. Der DGB widerspricht dieser Ansicht und hat das Auswärtige Amt eingeschaltet.

Zudem hat sich der Deutsche Gewerkschaftsbund an das Bundesarbeitsministerium mit einer Bitte um eine Rechtsauslegung des Mindestlohngesetztes gewandt. Dort erhielt man die Auskunft, dass für die „Mindestlohnverpflichtung des Arbeitgebers allein maßgeblich“ sei, „dass die Beschäftigung im Inland vollzogen wird. Unerheblich sind damit insbesondere die Staatsangehörigkeit sowie der Sitz des Arbeitgebers“.
https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/gestrandete-lkw-fahrer-dgb-stellt-anzeige-gegen-daenen-id215844325.html

Zitat
Ausbeutung:
Acht philippinische Lkw-Fahrer streiken in Ense


Rolf Hansmann

Ense.   Leben im Laster und Bezahlung unter dem Mindestlohn – phillipinische Lkw-Fahrer streiken in Ense. Anstellung über einen dänischen Subunternehmer.

Die fünf Filipinos sehen müde aus, als sie vor das Gelände der Spedition NTG Logistics in Ense-Höingen (Kreis Soest) treten. Es sind nicht die Temperaturen unter 10 Grad, die den Männern – einer trägt kurze Hose, zwei andere Sandalen ohne Socken – zu schaffen machen. „Ich lebe seit 18 Monaten im Lkw“, sagt Fahrer Roy Guinto (54) und schaut auf seinen Kollegen Daniel (42): „Wir sind obdachlos.“

Seit Monaten haben Sie nicht dem Gesetz gemäß ihre Wochenend-Ruhezeiten in Hotels oder anderen Unterkünften verbracht, sondern in ihren Trucks auf dem Firmengelände. Seit zehn Tagen streiken die beiden und sechs weitere philippinische Lkw-Fahrer, die bei dem dänischen Subunternehmer Kurt Beier angestellt sind, für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Dumping-Löhne. Laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) müssten gemäß dem Mindestlohn 2300 Euro pro Monat gezahlt werden. „Ich bekomme 1000 Euro pro Monat“, so Roy. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat ein Ermittlungsverfahren (Verdacht der Ausbeutung der Arbeitskraft und des Menschenhandels) eingeleitet.

Lkw-Fahrer streiken: Lenk- und Ruhezeiten missachtet


„Wir sind von Ense aus quer durch Europa gefahren“, erzählen die Lkw-Fahrer. Oft habe man unter Missachtung von Lenk- und Ruhezeiten fast rund um die Uhr arbeiten müssen „Stress pur“, sagt Roy, „wir waren so erschöpft, dass wir Angst hatten, Menschen tot zu fahren.“ Acht Männer zogen die Reißleine, setzen sich seit mehr als einer Woche nicht ans Steuer.

Acht andere Fahrer hatten sich zunächst angeschlossen, sind mittlerweile wieder auf der Straße. Ein Mitarbeiter des DGB-Projekts „Faire Mobilität“: „Sie haben zwei Optionen, die keine sind: Sie arbeiten, auch wenn sie sich nicht dazu in der Lage fühlen. Oder sie stellen die Arbeit auf die Gefahr hin ein, dass sie Arbeit und Aufenthaltsberechtigung in Europa verlieren.“
https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/ausbeutung-acht-philippinische-lkw-fahrer-streiken-in-ense-id215797883.html

Weitere TV Beiträge:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-deutschland/ausbeutung-mit-system-100.html
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-ausbeutung-von-lkw-fahrern-100.html
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/lkw-fahrer-ense-philippinisch-100.html

Kuddel

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Re:Wilder Streik bei Dinotrans
« Antwort #16 am: 14:03:55 Mo. 26.November 2018 »
Nachtrag:

Zitat
Ausbeutung:
Acht philippinische Lkw-Fahrer streiken in Ense

Es ist nun bereits das zweite Mal, daß philippinische LKW Fahrer in Deutschland gestreikt haben.
Es ist ein Hinweis darauf, daß wir es demnächst mit mehr Meldungen aus dem Zusammenhang Migration und Arbeitskämpfe zu tun bekommen.