Autor Thema: Gedanken zum Neoliberalismus  (Gelesen 1376 mal)

Klassenkampf

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Gedanken zum Neoliberalismus
« am: 11:21:12 So. 04.Juni 2006 »
Norbert Blüm zum Neoliberalismus, lesenswert:

Zitat
...
Gold und Geld sind nicht alles
Midas, der König von Phykien, wünschte von Dionysos, dem Gott der Lust, dass alles, was er berühre, sich in Gold verwandele. Der Wunsch wurde dem goldgierigen Midas erfüllt. Alles, was der arme Mann berührte, verwandelte sich in Gold. Und hätte ihn Dionysos nicht von dem Göttergeschenk befreit, wäre Midas verhungert und verdurstet. Denn auch Speis und Trank verwandelten sich unter seinen Händen in Gold.

Der Midas-Mythos ist ein Menetekel des Neoliberalismus. Alles, was der Global Player berührt, verwandelt sich in Geld. Deshalb wird diese Wirtschaftsordnung so zugrunde gehen, wie Midas verhungert und verdurstet wäre, wenn er nicht von seinem Goldrausch geheilt worden wäre. Zumwinkels Management-bar-Test wird dann in völkerkundlichen Abhandlungen unter skurrilen Marginalien Erwähnung finden, und unsere Nachfahren werden über die neoliberalen Global Players so staunen wie wir über die Neandertaler.

Darüber darf diskutiert werden. Der Kapitalismus neoliberaler Prägung: Das Ende der Geschichte? Oder der Anfang einer neuen Epoche?

Aber auch eines sticht ins Auge: Aus allen politischen Richtungen ist vernehmbar, daß diese Art Wirtschaftspolitik zu gestalten, nicht der Endzustand, oder gar der höchstmögliche Zustand des menschlichen Daseins ist. Was Blüm aus dem konservativen Lager zu Papier bringt, manifestiert in diesen Tagen die Linkspartei, zu deren Gründung. Ja, auch in der Sozialdemokratischen Partei brodelt es, wäre da nicht dieser unglaubliche Druck und diese unheilvolle Gier nach Macht.

Kurz: Der Neoliberalismus läßt sich nur schwer einordnen. Er ist nicht konservativ begründet, findet er doch in Reihen des Konservatismus genügend Kritiker. Eine oligarchische Form kann man ihm nachsagen, nicht rekrutierend aus Aristokratie, sondern schöpfend aus der Allgemeinheit, solange der Einzelne dem Projekt der völligen Kommerzialisierung der Gesellschaft gewinnbringend erscheint.

Wer dient, darf Glücksseligkeit erlangen, gleichgültig seiner Wurzeln. Ist dies das Gemeinte gewesen, als man ins Zeitalter der Aufklärung trat?

So schwer er sich einordnen läßt, faschistoides Gedankengut begleitet ihn, Hang zum Sozialdarwinismus sowieso. Es scheint der Geist der Zeit zu sein, grenzen- und parteienübergreifend: Wie sich grüne Neoliberale finden, lassen sich auch konservative Kritiker aufführen. Dies liegt an der Dogmatik des Neoliberalen, besser gesagt, an der fehlenden Dogmatik: Sinnvoll ist, was Nutzen hat. Was heute nützlich erscheint, kann morgen schon verworfen sein. Mit dieser schwammigen Leitlinie, kann man links wie rechts vereinen, sogar gänzlich politisch Richtungslose lassen sich damit einfangen.

Und wie der Neoliberalismus parteienübergreifend einfängt, weil es so ein schwammiges Etwas ist, daß final nur eine Erkenntnis zuläßt - wonach Profit der Weisheit letzter Schluß sei -, finden sich im gegnerischen Lager ebenso parteienübergreifend Zeitgenossen ein, die den Menschen nicht einteilen wollen in Ballastexistenz oder zu verwertendes Humankapital.
So läßt sich also feststellen, daß der Neoliberalismus nicht konservativ ist, sondern unmoralisch. Und die Gegner, dementsprechend, unterliegen einer moralischen Weltsicht. Also: Die Unmoral, die von den Moralischen attackiert wird, dies ist das Für und Wider gegenüber dem Neoliberalismus.

Das aber Unmoralische zunehmend in den Parteien nach Machtpositionen Ausschau halten, steht auf einem anderen Blatt. Aber waren es nicht immer die Unmoralischen, die ohne Rücksicht, dem Willen zur Macht fröhnten? Die Partei demokratischer Grundprägung ist das am besten geeignete Sprungbrett, in der man ohne Vorwissen und Qualifikation hoch hinaus kann.

Und so ist die Partei, was sie immer war: Sprungbrett diverser Egoisten, Ausnahmen bestätigen eher die Regel, als daß sie sie widerlegen. So gibt es keine neoliberalen und nicht-neoliberalen Parteien, sondern nur sehr neoliberale und weniger neoliberale. Und das sich eine Große Koalition, mit solch ungleichen Partnern, wie der heutigen, doch so einig zeigt, offenbart: Zwei stark unterminierte Parteien haben sich zusammengefunden, Grundsätze sind nurmehr Stückwerk und bestenfalls als Besänftigungsmittel der jeweiligen Parteibasen von Bedeutung.

Die Linkspartei als neue Kraft mag diesem Wesen noch fernsein. Die Hoffnung bleibt, daß sie möglichst lange, als Werkzeug zur Macht nicht mißbraucht wird. Doch verblaßt die Euphorie, zieht Parteialltag ins Land, so werden auch dort die Machtwilligen ihre Spielchen beginnen und sich dem Neoliberalismus anbiedern, in der Hoffnung, auf der Welle des Zeitgeistes schneller voranzukommen. Von der Unmoral sich fernzuhalten, ist demjenigen vorbehalten, der im Elfenbeinturm sitzt, keiner realpolitischen Partei.

Anders: Die Linkspartei mag ein Anfang sein, dem neoliberalen Wahnsinn entgegenzutreten, doch ohne dem Bürger, der moralisch dahintersteht und dem Wahnsinn Einhalt gebieten möchte, finden sich in der neuen Partei schneller als üblich Kräfte wieder, die den Weg der Macht durch alle Instanzen der Partei gehen werden. Man bewahre sich also die moralische Europhie...

Quelle
„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... Streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“
--- Karl Marx, "Das Elend der Philosophie" ---

Magnus

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Gedanken zum Neoliberalismus
« Antwort #1 am: 15:55:32 Mo. 05.Juni 2006 »
Unter Aspekten des Shareholder Value sind die meisten menschlichen Bedürfnisse nutzlos.

Der Mensch an sich passt also eigentlich gar nicht so recht ins System.

Gun Stick Onkle

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Gedanken zum Neoliberalismus
« Antwort #2 am: 18:05:07 Mo. 05.Juni 2006 »
Hallo im Kreis!


Original, von Norbert Blüm´s Zitierung
Zitat
Alles, was der arme Mann berührte, verwandelte sich in Gold. Und hätte ihn Dionysos nicht von dem Göttergeschenk befreit, wäre Midas verhungert und verdurstet. Denn auch Speis und Trank verwandelten sich unter seinen Händen in Gold.

So wird es wohl nicht mit den Neoliberalen enden!

Wahrscheinlicher wird sein, das sie irgendwann, ihr schwerst bewachtes Haus, nicht mehr verlassen können? Weil fast Alle, ihnen nach dem Leben trachten.

Bemerkenswert, auch für mich, ist die Tatsache, wie lange ein solches System funktioniert, bis es am Ende ist! wenn man bedenkt, das die ersten beachtenswerten Wurzeln, des Neoliberalismus, ungefähr im Jahr 1975 zu suchen sind, kann man als Beobachter eigentlich nur noch staunen!

Es ist immer wieder bemerkenswert, was Geld aus Menschen machen kann, bzw. zu welchen Handlungen Geld, Menschen befähigen kann! Trotzdem glaube ich, das der Höhepunkt des Neoliberalismus vorbei ist. Der Weg vom Höhepunkt, zum Ende, scheint wesentlich kürzer zu sein, als der Anfang?

Erst wenn es gelingt, das niemand mehr in der Öffentlichkeit, das neoliberale System verteidigen kann, wird es abgeschafft! Genauso, wie damals in den USA, der Vietnamkrieg.

Die Entwicklung der "die LINKE", hin zum Neoliberalismus, wird wohl nicht ganz so reibungslos von Statten gehen, wie in der SPD! Viele sind alarmiert, weil sie gerade aus dem Grunde, ja aus der SPD, ausgetreten sind! Etwas Optimismus, ist mir geblieben. Die Konsistenz der Basis, ist eine ganz andere, als bei traditionellen Parteien. Aber warten wirs ab?

viele Grüße, Rudi
Fast immer gut drauf! Für jeden guten Spaß zu haben!
Demokratie muss von den Menschen kommen, und nicht von wenigen Reichen!

regenwurm

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Gedanken zum Neoliberalismus
« Antwort #3 am: 12:43:03 Sa. 23.September 2006 »
1.1     Was ist Geld?
Allein mit Antworten auf diese Frage kann man Bücher füllen! Geld ist zuerst einmal eine ganz phantastische Erfindung, vergleichbar mit der des Rades. So, wie mit Hilfe des Rades der Transport von Gütern auf eine vorher unvorstellbare Weise erleichtert wurde, so mit dem Geld der Tausch derselben. Ohne Geld war nur ein Tausch von Leistung gegen Leistung möglich. Der Korbmacher beispielsweise, der neue Schuhe brauchte, musste erst einen Schuhmacher finden, der gerade einen Korb benötigte. Das Beispiel zeigt, wie eng die Grenzen geldloser Märkte gezogen waren und dass Spezialisierung und Arbeitsteilung nur geringe Chancen hatten.

Aus der Sicht des Leistungstausches, der eine zivilisatorische und kulturelle Entwicklung erst ermöglichte, ist Geld also ein Tauschvermittler, der die Leistenden von der Bindung an einen bestimmten Tauschpartner befreit. Geld ermöglicht es, Leistungen an jeden daran Interessierten zu verkaufen und mit dem empfangenen Tauschmittel, zeit- und ortsungebunden, eine beliebige Gegenleistung bei jedem anderen nachzufragen. Diese Vermittlerrolle hatten vor der Geldwirtschaft bestimmte Waren übernommen. Waren, die fast jeder brauchen konnte, wie z.B. Salz, Getreide, Teeziegel oder Kakaobohnen. Diese Waren eigneten sich zwar aufgrund ihrer relativ langen Lebensdauer als Tauschmittel, sie waren jedoch unpraktisch in der Handhabung und verloren mit der Zeit an Wert. Das zähl- und haltbare Geld dagegen, das leicht aufhebbar und transportierfähig war und das die Preise auf einfache Art vergleichbar machte, brachte den Durchbruch zu einer Wirtschaftsentwicklung, ohne die unsere heutige Zivilisation undenkbar ist.

1.2     Was versteht man heute unter Geld?
Mit dieser Frage hat der Normalbürger kaum Schwierigkeiten. Geld ist das, was er in seiner Brieftasche oder in seinem Portemonnaie mit sich herumträgt oder zu Hause liegen hat, also Banknoten und Münzen.

Auch in der Wirtschaftspraxis gibt es wenig Missverständnisse: Eine offene Rechnung wird mit Geld bezahlt oder durch Überweisung ausgeglichen. In der Praxis gilt also das als Geld, was in Form von Banknoten und Münzen, als neutrales anonymes Tauschmittel, ständig in der Wirtschaft kreist.

Mit diesem Verständnis von Geld bekommen jedoch die Volkswirtschaftsstudenten nach einigen Semestern ihre Schwierigkeiten. Entsprechend angelernt, zählen sie auf einmal auch fast alle Geldguthaben auf den Banken zum Geld, reden vom Spar-, Termin- und Giralgeld und fassen diese Bankguthaben unter dem Begriff Buchgeld zusammen. Und dieser guthabenbezogene Geldbegriff zieht immer weitere Kreise. Der frühere Bankier von Bethmann, der mit seinen kritischen Analysen meist ins Schwarze trifft, lässt sogar mit jeder offenen Rechnung Geld „entstehen“, das mit der Begleichung derselben wieder „vernichtet“ wird. „Im Grunde weiß keiner mehr, wo Geld aufhört“, so formulierte ein Referent der Bundesbank vor einigen Jahren einmal treffend diesen Zustand. Wohlgemerkt: ein Vertreter jener Behörde, die für die Steuerung der Geldmenge zuständig ist!

1.3     Wie kann man Geld definieren?
Eine Definition des Geldes wird in dem Maße schwieriger, wie man den Begriff auf immer neue Phänomene ausweitet. Diese Schwierigkeit spiegelt sich auch in den wissenschaftlichen Aussagen wider, für die hier drei Beispiele genügen sollen: „Geld ist ein generelles Gut nominaler Geltung“ (F. Lütje), „Geld ist ein Geschöpf der Geldordnung“ (G. F. Knapp) und „Geld ist, was gilt“ (G. Schmölders).

Angesichts solch „präziser“ Aussagen ist die eines Notenbankers (O. Issing) fast beruhigend: „Ganze Berge wissenschaftlicher Literatur zeugen davon, dass der Geldbegriff in den Wirtschaftswissenschaften alles andere als unumstritten ist.“ Ob allerdings die Notenbanken unstrittige Vorstellungen vom Geldbegriff haben, ist nach der Aussage „Keiner weiß, wo Geld aufhört“ mehr als zweifelhaft.

Versucht man einmal, Geld nach seinen Aufgaben und Funktionen zu definieren, dann kann man es u. a. bezeichnen als

·       Tauschmittel,

·       Recheneinheit, Preismaßstab oder Preisvergleicher,

·       Wertaufbewahrungs- und Wertübertragungsmittel.

Geht man von der Rechtslage bzw. der Dokumentationsseite aus, dann ist Geld

·       eine öffentliche Einrichtung zum Nutzen aller Bürger,

·       eine anonyme Leistungsbestätigung unter Annahmepflicht,

·       ein weitergebbares Anspruchsdokument an das Sozialprodukt,

·       einziges gesetzliches Zahlungsmittel.

Und geht man schließlich von seinen eingangs genannten „Webfehlern“ aus, dann ist Geld

·       eine Einrichtung, deren Wertaufbewahrungsfunktion der Tauschmittelfunktion — also dem eigentlichen Zweck — widerspricht,

·       eine nur auf einem Bein stehende Einrichtung, weil der Annahmepflicht keine Weitergabepflicht gegenübersteht,

·       die einzige öffentliche Einrichtung, die jedermann aus dem Verkehr ziehen und/oder zu seinem privaten Vorteil legal missbrauchen kann.

Mit diesen Eingrenzungen ist die Frage „Was ist Geld?“ eigentlich beantwortet. Nämlich jenes Medium, auf das alle diese Definitionen zutreffen. Und das ist nur bei den Geldscheinen und Münzen der Fall. Also bei jenem Tauschmittel, das vom Staat herausgegeben wird.

Auf die in der Fachwelt ebenfalls als Geld bezeichneten Phänomene wie Guthaben, Schecks, Kreditkarten usw. treffen die angeführten Kennzeichnungen allenfalls in einigen Punkten zu. Man sollte sie darum konsequenterweise auch nicht als Geld bezeichnen, selbst wenn sich damit Ähnliches oder Vergleichbares wie mit Geld vollziehen lässt. Vielmehr erfordert es die Logik wie die Redlichkeit, diesen Einrichtungen und Mitteln eigenständige Bezeichnungen zuzuordnen.

1.4     Für welche Zwecke kann man Geld benutzen?
So, wie man im allgemeinen Geld als Gegenwert für Leistungen erhält, so gibt man es im allgemeinen auch für Leistungen wieder aus. Geld kann man aber nicht nur zum Kaufen benutzen, sondern auch zum Verschenken oder zum Verleihen. Und schließlich kann man Geld auch einfach liegen lassen.

Verschenkt man Geld, geht es für alle Zeit in andere Hände über, und der Beschenkte kann damit verfahren, wie er will. Verleiht man Geld, tritt man seine Rechte daran nur vorübergehend ab. Lässt man Geld liegen, verschiebt man seinen Anspruch auf Gegenleistungen auf eine spätere Zeit. Damit aber tritt eine Unterbrechung im Geldkreislauf ein. Diese Unterbrechung ist kein einmaliger Vorgang. Sie wirkt vielmehr wie eine Kettenreaktion! Läuft das Geld z.B. zweimal im Monat um, dann löst ein stillgelegter 100–DM–Schein in einem Jahr Nachfrageunterbrechungen in Höhe von 2400 DM aus. Während also beim Kaufen, Verschenken und Verleihen der Nachfragekreislauf geschlossen bleibt, führt das Liegenlassen von Geld zu Störungen, die sich mit der Zeit akkumulieren.

In dieser zeitlichen Verzögerung zwischen Leistungseinbringung und -nachfrage, also in der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes, liegt einer der entscheidenden Fehler der Geldkonstruktion. Wir werden das später noch genauer untersuchen, wenn es um die Probleme in unserem Geldwesen geht. Halten wir hier nur noch einmal fest, dass unserem Geld heute drei Funktionen zugeordnet werden, nämlich die des Tauschmittels, des Preisvergleichers bzw. Verrechnungsmittels und schließlich die Funktion des Wertaufbewahrungsmittels. Außerdem kann man Geld zu Kapital machen, wenn man es gegen Zinsen verleiht.

1.5     Sind Schecks und Kreditkarten Geld?
Mit Schecks, Überweisungen, Dauer- und Abbuchungsaufträgen kann man Guthabenbestände von einem Konto auf ein anderes Konto übertragen. Ein Barscheck bietet die Möglichkeit, Geld vom Konto abzuheben. Man kann einen Scheck deshalb nicht als Geld bezeichnen. Er ist vielmehr ein Papier, mit dem man einen Anspruch auf Geld an einen Dritten weitergeben oder selbst bei der Bank präsentieren kann.

Kredit- und Scheckkarten haben mit Geld noch weniger zu tun. Sie garantieren lediglich dem Empfänger, dass seine Forderung mit einer Guthabenübertragung beglichen wird, wenn auch erst mit zeitlicher Verzögerung. Magnetisierte Plastikkarten, die entweder mit einem Betrag „aufgeladen“ oder für Direktabbuchungen geeignet sind, sind ebenfalls kein Geld. Alle diese Einrichtungen sind immer nur technische Hilfen zur Guthabenübertragung. Geld sind alleine die von der Notenbank herausgegebenen Banknoten und Münzen, mit denen man ohne Buchungsvorgänge, von Hand zu Hand, Forderungen begleichen und die man sofort nach Erhalt an einen Dritten weitergeben kann. Geld ist auch die Voraussetzung dafür, dass überhaupt Geldguthaben geschaffen werden können. Sicher spricht einiges dafür, die übertragbaren Sichtguthabenbestände dem Geld zuzuordnen. Aufgrund der heutigen Doppelfunktion dieser Guthaben als Übertragungs- und Kreditmittel ist das jedoch problematisch. Auch hierauf wird später noch eingegangen.

Quelle
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

Kuddel

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Re: Gedanken zum Neoliberalismus
« Antwort #4 am: 12:33:07 Di. 19.Februar 2019 »
Konkurrenzkampf. Sozialdarwinismus.
Das gesellschaftliche Klima wirkt sich auf alle Bereiche des Zusammenlebens aus...

Zitat
Mobbing, Armut und Ausgrenzung: Jedes dritte Kind fühlt sich in der Schule unsicher

Jedes dritte Kind an Haupt- Gesamt- oder Sekundarschulen hat große Sorgen: Es fürchtet sich davor, ausgegrenzt, gemobbt oder geschlagen zu werden.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/mobbing-jedes-dritte-kind-fuehlt-sich-in-der-schule-unsicher-a-1253965.html

Tiefrot

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Re: Gedanken zum Neoliberalismus
« Antwort #5 am: 20:34:36 Do. 21.Februar 2019 »
Magnus sagte:
Zitat
Der Mensch an sich passt also eigentlich gar nicht so recht ins System.
Eigentlich ? Der Mensch wird im neoliberalen System als eine
unwirkliche Maschine definiert. Im Alltag zeigt es sich am deutlichsten
bei Alos in Sinnlos-Maßnahmen. Was da geboten wird, läuft exakt darauf hinaus. >:(
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !