Autor Thema: Sucht und Würde  (Gelesen 1728 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16375
  • Fischkopp
Sucht und Würde
« am: 20:29:46 Sa. 12.April 2014 »
Menschen unter einem großem Leidensdruck werden wohl eine größere Suchtproblematik zeigen, als andere.
Wollte man die Zahl der süchtigen reduzieren, müßte man die Ursachen bekämpfen.

Aber Sucht gibt es nicht nur als "Unterschichtsproblem". Es wird mit Fingern auf diejenigen gezeigt, die neben der Sucht auch an sozialen Problemen leiden, denn Trinker und Junkies an den Straßenecken geben die perfekten Buhmänner ab. Sie sind arm und man sieht ihnen Armut und Sucht an.

Es scheint nötig zu erklären, daß es Alkohol-, Opiat- und sonstige Süchtige in ALLEN Gesellschaftsschichten gibt.
Unter Journalisten, Redakteuren, Ärzten, Filmstars, Politikern und Managern. Ihnen sieht man es nicht so leicht an und ihnen sieht man es nach.

Bei Künstlern scheint es fast schon dazu zu gehören. Es sind nicht nur die etwas abgedrehten, wie William S. Burroughs, Baudelaure, Bukowski, Edagar Allan Poe, sondern auch die massenkompatiblen, wie Hans Fallada oder Walt Disney.

Der brilliante Erfinder, Manager, Filmpoduzent und Regiesseur war drauf und auch Hermann Göring war Morphinist. Der Alkoholismus eine Franz Josef Strauß oder Willy Brandt sind ja auch keine Geheimnis. Die Koksspuren in den Klos des Reichstags sind ja auch nicht unbekannt.

Es geht hier um etwas ganz Wesentliches. Zur Freiheit und zur Würde des Menschen gehört es, sich selbst zu entscheiden wie man lebt.
Bei Menschen aus den Unterschichten maßt man sich an ihnen diese Freiheit und Entscheidung zu nehmen.

Argumente zur Zwangstherapierung sind nichts weiter als eine Entmündigung. Die Ausgabe von Gutscheinen, damit die Mesnchen ihr Bargeld nicht für Zigarretten und Alkohol ausgeben, sind ein Angriff auf die Würde der Armen.

Freiheit bedeutet auch das Recht sich "falsch" zu entscheiden.

Wir haben verlernt für diese Freiheit einzustehen und sie den Reichen überlassen.

Lefat

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1568
Re:Sucht und Würde
« Antwort #1 am: 00:09:37 Do. 17.April 2014 »
Zitat
Argumente zur Zwangstherapierung

WTF ??

Wer fordert sowas ,und vorallem was sollen das für Argumente sein ?

"Zwangstherapierung" ist ja in sich schon so ein krass dummes Wort , das sich das wohl nur wieder irgend ein Polithonk ausgedacht haben kann !!

Ob man das Recht hat sich falsch zu entscheiden hängt erstmal davon ab , ob die freiheitliche Entscheidung dritte tangiert und das ist in Suchtfragen so gut wie immer der Fall !

Mir ist nicht so ganz klar ob du den Text als Info/Meinung eingestellt hast , oder als Trigger für ne Diskussion !
wäre dabei ;)
Es ist immer wieder erstaunlich, dass ein Jahr der Arbeitslosigkeit einen ehemaligen Leistungsträger zu einem bildungsfernen Asozialen verkommen läßt..so zumindest die landläufige Meinung.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 16375
  • Fischkopp
Re:Sucht und Würde
« Antwort #2 am: 12:01:57 Do. 24.April 2014 »
Danke für den "Polithonk".

Das Erstellen dieses Threads war keine gezielte Provokation, sondern ein Versuch sich gegen das Armenbashing zu stellen.
Medien und Politik sind damit durchgekommen ein Bild von Unterschichtlern zu zeichnen, die fett, dumm, häßlich, Trash-TV glotzend und saufend sind. Da dieser Abschaum nicht mehr in der Lage ist für sich selbst zu entscheiden, werden ihm nun Sozialleistungen verwehrt und durch Gutscheine ersetzt, weil der unmündige Arme sie nur für Alkohol und Tabak ausgeben würde.

Die Medien geilen sich auf an dem US Beispiel von Bootcamps für Drogensüchtige, während sich hierzulande die Reichen Opiatabhängingen einen weitegehend Schmerz- und Streßfreien Entzug in speziellen Einrichtungen leisten können.

Zitat
"Zwangstherapierung" ist ja in sich schon so ein krass dummes Wort , das sich das wohl nur wieder irgend ein Polithonk ausgedacht haben kann !!

Ob man das Recht hat sich falsch zu entscheiden hängt erstmal davon ab , ob die freiheitliche Entscheidung dritte tangiert und das ist in Suchtfragen so gut wie immer der Fall !
Im Miteinander tangieren die Entscheidungen einzelner oft andere. Das müssen sie aber untereinander klären.
Wenn jemand psychisch völlig am Rad dreht und sich oder andere massiv gefährdet, kann eine Zwangseinweisung gerechtfertigt sein.

Ansonsten kann und darf der Staat nicht Entscheidungen abnehmen, die der einzelne selbst zu treffen hat. Und das würde sowieso nur bei den Armen gemacht werden, bei den Wohlhabenden würde eine solche Regelung nie praktiziert werden.

Es beginnt immer bei den Schwächsten der Gesellschaft. Zuerst waren es nur Asylbewerber, die man mit Gutscheinen statt Bargeld abspeiste. Nun sind es auch Hartz IV Empfänger. Jetzt geht es darum den Unterschichten weitere Grundrechte zu nehmen. Hier gilt es Einhalt zu gebieten.

Säufer und sonstige Süchtige haben keine Lobby, wenn sie weder wohlhabend, noch erfolgreiche Künstler sind.
Ich will vermeiden, daß sie auch noch in diesen Forum gedemütigt und entmündigt werden.