Autor Thema: Pflege durch Angehörige  (Gelesen 1200 mal)

Kuddel

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Pflege durch Angehörige
« am: 12:57:38 Fr. 18.April 2014 »
Zitat
Bundesverfassungsgericht
Pflege durch Angehörige weniger wert

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, hat zwar Anspruch auf Pflegegeld, nicht aber auf die deutlich höheren Beträge, die professionelle Dienstleister für Pflegesachleistungen bekommen. Das entschied das Bundesverfassungsgericht (Az.: 1 BvR 1133/12).


Die Differenz zwischen beiden Leistungen verstoße nicht gegen die Grundrechte der Betroffenen, lautete das Urteil. Damit scheiterte die Klage von zwei Frauen, die ihren Ehemann und Vater zu Hause pflegten.

Die Klägerinnen hatten damals 665 Euro Pflegegeld für die Pflegestufe III erhalten, während das Entgelt für Pflegesachleistungen bei bis zu 1432 Euro lag. Karlsruhe sieht in dieser Differenz jedoch weder einen Verstoß gegen den Gleichheitssatz noch gegen den Schutz von Ehe und Familie.

Kein Entgelt, sondern eine Anerkennung

Zur Begründung hieß es, das Pflegegeld sei kein "Entgelt", sondern nur eine "materielle Anerkennung" für familiäre, nachbarschaftliche oder ehrenamtliche Pflege, die eigentlich unentgeltlich erbracht wird. Der Gesetzgeber darf insoweit davon ausgehen, dass die Entscheidung zur familiären Pflege nicht abhängig ist von der Höhe der Vergütung, die eine professionelle Pflegekraft für diese Leistung erhält. Zudem rechtfertige es die gesetzlich gebotene gegenseitige Beistandspflicht unter Familienangehörigen, dass das Pflegegeld niedriger ausfalle als der Wert der Pflegesachleistungen.

Laut Urteil können sich überdies Pflegebedürftige frei entscheiden, ob sie sich durch Angehörige oder professionelle Pflegehilfen betreuen lassen wollen.
http://www.t-online.de/wirtschaft/versicherungen/id_69039924/bundesverfassungsgericht-pflege-durch-angehoerige-weniger-wert.html

Ich kriege Haßattacken bei diesem Spruch der Verfassungsrichter. Wir leben in Zeiten in denen das Gesundheitswesen zugrunde gerichtet und Armut zur Normalität wird. Viele Menschen haben keinerlei Zeit mehr und arbeiten in mehren Jobs um über die Runden zu kommen. In der gesamten Gesundheitsbranche kommt es zunehmend zu Protesten, da die Bezahlung für diese schwere Arbeit einfach lächerlich ist. Und diese lächerliche Bezahlung ist in den Augen der Richter für pflegende Angehörige noch viel zu hoch, eine symbolische Bezahlung als Anerkennung der Leistung soll genügen.

Ich wünsche diesen Richtern ein ewig langes Dahinsiechen unter Bedingungen der Armut! Fahrt zur Hölle, ihr lebensfremden und menschenverachtenden Drecksäcke!


Kuddel

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Re: Pflege durch Angehörige
« Antwort #1 am: 10:26:18 Do. 07.Mai 2020 »
Zitat
Pflege
Ein unsichtbarer Vollzeitjob

Vier Millionen Deutsche pflegen ihre Angehörigen. In der Coronakrise sind Tagespflegen geschlossen und Therapien abgesagt. Viele Pflegende bedroht das in ihrer Existenz.
https://www.zeit.de/arbeit/2020-05/pflege-angehoerige-unbezahlter-urlaub-coronavirus