Autor Thema: Familienwerte  (Gelesen 14357 mal)

BGS

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Re:Familienwerte
« Antwort #30 am: 12:35:30 So. 26.Oktober 2014 »
...

Mir ist zwar klar, wie du das ganze meinst, nichtdestotrotz zitierst und verlinkst du damit 'studien' mit reaktionären gedankengut ('familie', 'aussterben der deutschen, weil zu wenig kinder').

Besser:
http://www.zeitgeistlos.de/demografie/demografie.html
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/gbosbach_demogr.pdf

...


Ich wollte im Grunde nur feststellen, daß das Modell "Familie" veraltet und erledigt ist mit meinem Beitrag. Endlich.

MfG

BGS
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Kuddel

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Re:Familienwerte
« Antwort #31 am: 10:52:58 Sa. 20.Dezember 2014 »



BGS

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Re:Familienwerte
« Antwort #32 am: 20:06:50 Sa. 20.Dezember 2014 »
Naja Kuddel, was soll man mit den (Propaganda?) Bildern anfangen? Fehlt noch die v. d. Leiharbeyz Sippe.

Sieht so aus, als würden die Dummen nie aussterben.

MfG

BGS
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Rudolf Rocker

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Re:Familienwerte
« Antwort #33 am: 10:41:02 So. 21.Dezember 2014 »
Joseph Goebbells mit Familie!
Hoffentlich locken wir damit nicht die ganzen Dummbolzen hier ins Forum! :o ::)

Kuddel

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Re:Familienwerte
« Antwort #34 am: 17:46:30 So. 21.Dezember 2014 »
was soll man mit den (Propaganda?) Bildern anfangen?

In der Mitte das Foto einer Pegida Demo.
"Rasse und Nation" wurden ausgestauscht durch die neuen Kampfbegriffe "Famile", "Identität" und "Christliche Kultur".

Efeu

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Re:Familienwerte
« Antwort #35 am: 18:33:34 Di. 23.Dezember 2014 »
Zitat
"Social-Freezing"-Trend im Silicon Valley: "Egg Freezing Partys" für IT-Angestellte

Nachdem Konzerne wie Apple und Facebook ankündigten, das Einfrieren der Eizellen von Mitarbeiterinnen zu bezahlen, informieren sich Frauen und ihre Partner auf speziellen Veranstaltungen. Für deutsche Arbeitgeber kommt "Social Freezing" nicht in Frage.

Ein Kinderwunsch kann die Karriere knicken – zumindest bei Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen nicht genügend Raum für die Familienplanung lassen. Auf "Egg Freezing Partys" beraten Befruchtungsexperten im Silicon Valley nun Frauen, wie sie ihre Eizellen einfrieren und die Geburt eines Kindes um des Jobs Willen hinauszögern können, berichten amerikanische Medien.

Bei Cocktails und Häppchen können sich die Mütter in spe über sämtliche Vor- und Nachteile austauschen. Der Trend ist aufgrund der Tatsache, dass IT-Großkonzerne wie Apple und Facebook die Prozedur mittlerweile als Bonusleistung finanzieren, in Kalifornien angekommen. US-Zeitungen sprechen bereits von einer "neuen Form der Tupper-Party".

Unumstritten bleibt das "Social Freezing" indes nicht. So gab es auch in Deutschland Kritik – sowohl von Arbeitgebern als auch Arbeitnehmervertretern. "Die deutschen Arbeitgeber mischen sich nicht in die Familienplanung von Arbeitnehmern ein", sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) der Süddeutschen Zeitung. Ein Kinderwunsch sei "eine persönliche Entscheidung, auf die der Arbeitgeber keinen Einfluss nimmt".

http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Social-Freezing-Trend-im-Silicon-Valley-Egg-Freezing-Partys-fuer-IT-Angestellte/forum-289501/list/

Hochseefischer

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Re:Familienwerte
« Antwort #36 am: 21:20:40 Di. 23.Dezember 2014 »
Meine Oma hat meine Mutter auch nicht erst mit 65 zur Welt gebracht.

"Social Freezing" - das ist doch einfach pervers.

Nur eine Sache ist gut dabei: bis zur Geburt hat die eine oder andere Frau und der eine oder andere Begatter vielleicht doch ne Psychotherapie gemacht und geht deswegen psychologisch gesehen vielleicht sorgsamer bei der Erziehung seines Nachwuchses um.

Ich hatte einen psychisch gesehen verkorksten Vater, die psychischen Folgen meiner Kindheit (meiner Erziehung) darf ich jetzt austragen. Er hätte erstmal ein paar Psychotherapien machen sollen, bevor er sich Kinder anschaffte.

Kuddel

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Re:Familienwerte
« Antwort #37 am: 19:19:17 Mi. 04.Oktober 2017 »
Ich ertrage diese jungen Pärchen nicht.
Ich ertrage diese widerlichen Werte nicht.
Es gab viele gute Gründe die Familie als Keimzelle des Faschismus zu bezeichnen.
Es wurde intensiv gegen diese dämliche Spießigkeit und reaktionäre Haltung gekämpft.
Als wäre das nie geschehen...

Youtube hat die höchsten Klickzahlen bei inszenierten Heiratsanträgen.
Subkulturell aufgemachte Ärsche mieten sich hippe Hochzeitseventplaner.
Schwule und Lesben heiraten und inszenieren es spießiger, als unsere Großeltern.

BGS

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Re:Familienwerte
« Antwort #38 am: 20:03:48 Mi. 04.Oktober 2017 »
Ich ertrage diese jungen Pärchen nicht.
Ich ertrage diese widerlichen Werte nicht.
Es gab viele gute Gründe die Familie als Keimzelle des Faschismus zu bezeichnen.
Es wurde intensiv gegen diese dämliche Spießigkeit und reaktionäre Haltung gekämpft.
Als wäre das nie geschehen...

Youtube hat die höchsten Klickzahlen bei inszenierten Hochzeitsanträgen.
Subkulturell aufgemachte Ärsche mieten sich hippe Hochzeitseventplaner.
Schwule und Lesben heiraten und inszenieren es spießiger, als unsere Großeltern.

Leider hier sehr ähnlich. Besonders auf dem Land.

Es gibt hier um die dreissigjährige Paare, die sich mit altmodischen Klamotten "auf Alt"und in Brauntönen photographieren lassen, Widerwärtig hoch zwei.

Paare, wo die Frau sich "aufgespaaart hat" bis ca. 27. Dann wird erstmal aufwendig auf Kredit ein 200 Jahr altes Haus abgerissen, transportiert, wieder aufgebaut in einer "trendigen" Gegend, wo schon ihresgleichen hocken. Nach mehreren Jahren der Aufbauarbeit, neben dem Job, fällt dann auf, dass irgendetwas fehlt. Ist es gar der schmutzige, heidnische Sex? Danach wird man wohl versuchen, Kinder nach eigener Art zu zeugen, mit an die Vierzig.

Scheusslich, scheusslich und sehr bedenklich, diese Altbackenheit.

MfG

BGS
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counselor

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Re:Familienwerte
« Antwort #39 am: 07:05:08 Do. 05.Oktober 2017 »
Es ist kein Wunder, dass die immer wieder die Kleinfamilie propagandistisch aufpäppeln. Beruht doch die Funktionsfähigkeit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung auf Ausbeutung der Lohnarbeit und auf der bürgerlichen Staats- und Familienordnung. Und die bürgerliche Familienordnung befindet sich in der Krise. Wir haben höhere Sterbe- als Geburtenraten, eine ständig wachsende Zahl von Scheidungen, sowie ein sprunghaftes Anwachsen von Single-Haushalten.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

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Re:Familienwerte
« Antwort #40 am: 11:19:22 Do. 05.Oktober 2017 »
Und die bürgerliche Familienordnung befindet sich in der Krise.
Kein Wunder.
Wer immer nur zeitweise und dann auch noch zu Niedriglöhnen beschaftigt ist, überlegt sich halt genau ob er (oder sie) eine Familie gründet und Kinder in die Welt setzt.

Kuddel

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Re: Familienwerte
« Antwort #41 am: 09:19:15 Fr. 24.Mai 2019 »
"Familie!", der neue Schlachtruf der Faschisten.
Zitat
Im italienischen Verona kommen Ende April diesen Jahres rechte Akteure und Antifeministen beim World Congress of Families (WCF) zusammen. Auf der Agenda: Förderung der „natürlichen Familie“ und „Schutz des ungeborenen Lebens“. Rechte von Frauen und LGBT werden offen zur Disposition gestellt.

Starredner ist der Italienische Innenminister Matteo Salvini. Vor Ort sind auch Vertreter der Ungarischen Fidesz und der französischen Rassemblement National, hochrangige Trump-Unterstützer und russische Politiker. Zu den Gästen aus Deutschland gehören die katholische Aktivistin Gloria von Thurn und Taxis, der Chefredakteur des AfD-Blattes „Deutschland-Kurier“ David Bendels und Maximilian Krah, AfD-Kandidat für das EU-Parlament.
http://www.taz.de/Ultrakonservativer-Kongress-in-Verona/!5597590/

Kuddel

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Re: Familienwerte
« Antwort #42 am: 12:56:12 Sa. 01.Juni 2019 »
Zitat
Kinder und Familie
Willkommen im NS-Mutterkult 2019


   vonSonja Thomaser



Es gibt fast nichts, was in Deutschland so antifeministisch und rückständig abläuft, wie Erziehung und Familie. Ein Kommentar.

Ein Vater, ja, der ist schon wichtig. Er kann dem Jungen zum Beispiel Fußballspielen oder den Umgang mit Werkzeug beibringen. Denn nichts anderes interessiert den männlichen Nachkommen. Bei Mädchen wird sein Nutzen zwar schon eingeschränkter, aber auch da ließe sich bestimmt etwas finden. Er kann sich zum Beispiel über ihre Partnerwahl echauffieren und den potenziellen „Boyfriend“ bedrohen (denn natürlich ist sein süßes rosa Einhornmädchen heterosexuell): „Hier soll sich kein Typ herwagen, dem erzähl ich was, mein Mädchen anzubaggern!“

Aber als Mutter ist das Elternsein ja noch mal ganz etwas anderes. Muttersein, das ist etwas ganz Besonderes. Man hat als Mutter ja eine ganz andere „Bindung“ zu dem Kind. Es braucht einfach die Mutter.

Die Frau ist in den Köpfen der Menschen die primäre Bezugsperson für das Kind. Besagte „Bindung“, so wird argumentiert, die ist ja etwas „ganz anderes“, weil man das Kind ja neun Monate „unter dem Herzen“ getragen hat. Mal davon abgesehen, dass dieses Argument einfach nur Schwachsinn ist, der jedem Vater eigentlich einen Stich ins Herz versetzen müsste, ist es auch eine Frechheit gegenüber jedes Elternpaares, das adoptiert oder Pflegekinder großzieht.

In der Gesellschaft hat sich in Bezug auf das Elterndasein seit den Hitlerzeiten nicht viel geändert. Sobald die Frau ein Kind hat, steht sie in der Mutterpflicht, eine Selbstverwirklichung findet nicht mehr statt.

Die Mutter bleibt beim Kind, der Vater geht als der „Ernährer“ der Familie Vollzeit arbeiten. Wenn die Frau es sich zutraut, ihr Mutterdasein es zulässt, geht sie in Teilzeit arbeiten, als Zuverdienerin. Elternzeit nimmt die Frau, der Mann, weil es inzwischen gesellschaftlich einigermaßen anerkannt ist, macht vier Wochen Alibielternzeit. Das ist das Familienmodell, nach dem über 70 Prozent der Deutschen leben.

Es ist keine echte Gleichberechtigung, wenn die Frau sich „entscheidet“ zu Hause zu bleiben

Wenn man das Modell nun kritisiert, kommen plötzlich sehr seltsam argumentierende Gleichberechtigungskämpfer*innen aus ihren Löchern. „Es ist das Recht der Frau, sich für das Hausfrauendasein zu entscheiden!“ Ja, ihr gutes Recht. Aber dann kommen die Rechtfertigungen, die so bieder, so spießig, so kleinbürgerlich, so konservativ, so patriarchalisch, so daneben, so entlarvend sind. „Ich hänge halt mehr an der Kleinen.“ Der Vater nicht, oder was? „Es wäre schlecht für die Karriere meines Mannes.“ Braucht man als Frau keine Rente?

Der Gedanke, dass sich besagte Frauen für das Hausfrauendasein entscheiden, weil es in unserer patriarchalisch Gesellschaft so verankert und akzeptiert ist, kommt den Wenigsten. Nicht weil die Biologie es so determiniert hat, bleiben die meisten Frauen zu Hause und kümmern sich ums Kind, sondern weil das Patriarchat es so vorgibt.

Denn wer sich für ein anderes System entscheidet, kann sich darauf einstellen, sich für die nächsten Jahre immer wieder zu rechtfertigen und verurteilt zu werden.

Da wird hinter vorgehaltener Hand das Wort „Rabenmutter“ geflüstert. Wie kann sie nur. Und - vor allem - der Klassiker unter den Empörungsfloskeln: „Wenn sie Karriere machen will, kriegt sie halt besser kein Kind!!“

Auch in den hippsten Stadtvierteln sieht man auf dem Spielplatz in Mitten vieler Muttis höchstens mal ab und zu einen Mann. „Ach, Sie als Mann gehen mit ihrem Kind auf den Spielplatz …“ Der Subtext lautet: „Da hat die Mutter aber mal ganz schön versagt“ oder „Wie unglaubwürdig – das Kind hat er doch bestimmt entführt.“

Und es macht halt nicht so viel Spaß, wenn die Erzieherin die Mutter, die ihr Kind wegen ihrer Arbeitszeiten seltener als der Vater von der Kita abholt, mit den Worten begrüßt: „Sieht man Sie auch Mal.“

Oder die Rückkehr in den Job, wenn der gesamte Bekannten- und Familienkreis erklärt, wie man es denn „als Mutter“ übers Herz brächte, das Kind den ganzen Tag nicht zu sehen. Zu Vätern wird so etwas nicht gesagt.

Väter müssen sich für eine Rückkehr in den Job nicht rechtfertigen. Väter müssen sich nicht rechtfertigen, wenn sie mal einen Abend ausgehen, oder hinterfragen lassen, wie man den freien Abend denn „hinbekommen hat“. Väter müssen sich erklären, warum sie ihre „Karriere aufs Spiel setzen“, um bei ihrem Kind zu sein.

Der Zwang des Nationalsozialismus ist vorbei - der Mutterkult nicht

Und es braucht niemand im Ernst zu behaupten, all diese Szenarien wären eine Übertreibung oder nicht wahr.

Das Hochhalten des NS-Mutterkultes hat nie aufgehört. Frauen reiben sich auf, um einer Nazi-Ideologie zu entsprechen, ohne das es ihnen wirklich bewusst ist. Der Wert der Frau ergibt sich aus dem Muttersein. Und besonders traurig ist es, wenn Frauen dieses „Ideal“ auch noch selbst propagieren. Die Kritik an Frauen, die sich mit Kind selbst verwirklichen, ist allgegenwärtig und akzeptiert.

Es gibt fast nicht, was in Deutschland so antifeministisch und rückständig abläuft, wie Erziehung und Familie. Den Mutterkult können wir nur überwinden, indem wir ihm nicht mehr folgen. Denn das haben wir besser, als die Eltern in der Nazi-Zeit: Wir können es anders machen.
https://www.fr.de/meinung/willkommen-ns-mutterkult-2019-12339185.html

Kuddel

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Re: Familienwerte
« Antwort #43 am: 18:23:56 Mi. 21.August 2019 »
Zitat
Die AfD und der Neoliberalismus:
Wie eine Traumhochzeit der „deutschen“ Kernfamilie

Mit dem Neoliberalismus und der „deutschen“ Kernfamilie haben sich zwei, ganz unerwartet, gefunden. Das spiegelt auch das Programm der AfD wider.


Das Wahlprogramm der AfD liest sich auf den ersten Blick sehr widersprüchlich. So befürwortet es einerseits Wirtschaftsliberalismus, andererseits wirbt es aber mit einer rechtskonservativen Familienpolitik. Beide Positionen sind tatsächlich nur konsistent, wie sich auf dem zweiten Blick offenbart.

Neoliberale Wirtschaftspolitik befürwortet einen schlanken Staat mit Abbau von Sozialleistungen und einen „freien“ Markt. Die Familienpolitik der AfD „bekennt sich [...] zum klassischen Leitbild der Familie“ und „lehnt [...] die Stigmatisierung traditioneller Geschlechterrollen ab“. Mit anderen Worten, es wird klar das Alleinverdienermodell befürwortet.

Der Neoliberalismus braucht die funktionierende Familie

Tatsächlich ist das neoliberale Wirtschaftsmodell auf eine funktionierende Familie angewiesen. Ist das soziale Auffangnetz abgebaut, sind Familien wirtschaftlichen Schwankungen viel stärker ausgesetzt. In dieser Situation muss sich der Verdiener flexibel an die Marktlage anpassen können, währenddessen die (Haus-)Frau sich vollständig um Sorgearbeit daheim zu kümmern hat, um ihm den Rücken freizuhalten.

Die starke Kernfamilie wird zur Notwendigkeit, um die Stabilität des Wirtschaftssystems nicht zu gefährden. Diese Idee ist keinesfalls neu und wurde schon von Kritikerinnen wie Melinda Cooper in „Family Values“ beschrieben und von Neoliberalen wie Gary Becker erkannt.

Ein Familienmodell, das Geschlechtergerechtigkeit ausschließt


Diese Auffassung ist von verschiedenen Standpunkten aus problematisch. Einerseits gibt dieses Familienmodell keinerlei Freiheit, sich seiner geschlechtlichen Identität bewusst zu werden, und Geschlechtergerechtigkeit in Bezug auf (Re-)Produktionsarbeit wird ausgeschlossen. Andererseits sorgt das neoliberale Wirtschaftssystem für finanzielle Unsicherheit und prekäre Arbeitsverhältnissen.

Mit dem Neoliberalismus und der „deutschen“ Familie haben sich zwei, ganz unerwartet, gefunden. Das familienpolitische Programm der AfD ist äußerst gut geeignet, das neoliberale System aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund fürchtet die AfD, dass alle Familienkonzepte außerhalb der Norm diese ökonomischen Verhältnisse destabilisieren.

Und so offenbart sich erst in der Verbindung beider, wie die AfD auf verschiedenen Ebenen versucht, nicht nur den Sozialstaat, sondern auch eine antirassistische und geschlechtergerechte Gesellschaft zu untergraben.
https://www.fr.de/wirtschaft/gastwirtschaft/eine-traumhochzeit-12932782.html

Kuddel

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Re: Familienwerte
« Antwort #44 am: 14:10:56 Mo. 30.März 2020 »
Zitat
Die Junge Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion will, dass Paare ohne Kinder einen Zuschlag zahlen.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-03/junge-gruppe-union-rentenbeitrag-kinderlose