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Entpolitisierung

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ManOfConstantSorrow:
Bei der bewußt vorangetriebenen Entpolitisierung, sollte man sich über die aktuellen Blüten, die sie hervortreibt,  nicht sonderlich wundern. Es gibt keine Klassenverhältnisse mehr, keine sich gegenüberstehenden Interessen, keine gesellschaftlichen Zusammenhänge, sondern nur noch individuen. Da ist es nur folgerichtig, wenn politische Entscheidungen die Namen von irgendwelchen Leuten tragen. Die Hartz Gesetze oder die Riesterrente wären Beispiele.

Als Merkel an die Macht kam, wurde auch nicht mehr gefragt, für welche Politik sie denn steht. Stattdessen wurden die Medien nicht müde festzustellen, daß das Ruder des Staates jetzt eine Frau führt, sogar eine Ostdeutsche und auch noch evangelisch. Und welche Folgen hatte das? In keinem anderen Europäischen Staat gibt es einen so großen Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, Ostdeutschland ist weiterhin die Niedriglohnzone der Republik und Wirtschaft und Regierung haben den DGB so gut im Griff, daß dieser es nicht wagt, gleiche Löhne Ost und West zu fordern.

Bei Berlusconi gab es auch kein mediales Interesse daran, daß er der reichste Mann Italiens ist, ein Medienmonopol besitzt, mit der Mafia und Faschisten zusammenarbeitet, das Land ausplündert und ruiniert und das Recht beugt. Stattdessen waren die Medien voll mit der menschlichen Seite des Oligarchen, mit Haartransplantationenen gegen die Glatze und Bunga Bunga Parties.

Nach der Herrschaft des dummen und häßlichen Cowboys George W. Bush jubelten die Medien weltweit bei der Wahl des schwarzen Messias Yes-We-Can-Obama. Einmal das Fazit zu ziehen, daß der gutaussehende und redegewandte "mächtigste Mann der Welt" eine noch zynischere und faschistoidere Politk als sein Vorgänger verfolgt, war nicht mehr Sache der Medien. Heute geht des dem schwarzen Teil der US Bevölkerung schlechter als unter Bush.

Hillary Clintons neue Autobiographie wurde in der 1.Woche bereits 100.000 Mal verkauft. Medial gibt es Kritik an ihrem Schreibstil, nicht an ihrer Politik. Sie kritisiert Obama dafür zu weich zu sein. Da läßt erahnen, was von ihr politisch zu erwarten ist, wenn sie Obamas Platz einnehmen sollte.

Troll:
Es findet ja selbst im Bundestagsinnern keine Politik mehr statt, Politisches wird in Hinterzimmern ausgehandelt und die großen Medien loben und (v)erklären dann die alternativlosen Ergebnisse des Handels.





ManOfConstantSorrow:
Das kommt dabei raus, wenn es plötzlich kein links und kein rechts mehr geben soll, kein oben und unten, keine Klassengegensätze und -Widersprüche:

Neuseeland:

--- Zitat ---Dotcom wohnt in Neuseeland, ist aber kein Staatsbürger und kann deshalb nicht selbst ins Parlament gewählt werden. Stattdessen finanziert er die Internet Party mit Millionen von Dollar. Auf wundersame Weise hat er außerdem Laila Harré als Parteivorsitzende an Bord gebracht, eine respektierte Gewerkschaftlerin, Feministin und ehemalige Grüne. Und Internet Mana ist nun der neue politische Mix aus Dotcoms Partei und Mana, einem sozialistisch angehauchten Ableger der Maori-Partei.
--- Ende Zitat ---

Wir haben ja die Piraten. Und in Neusseland kann sich so ein Oligarchenarsch auch eine Partei kaufen, richtig hip, etwas ethno, etwas feministisch, einen Hauch sozialistisch, aber in seinem Sinne.

ManOfConstantSorrow:
Historisches Wissen und politische Diskussionen werden ausgemerzt.
Stattdessen wird mit dem "Bauchgefühl" gearbeitet. Was könnte da besser funktionieren als dramatische Medienbilder?

Die im Dauerloop laufenden Bilder der einstürzenden Twin Towers vom 11. September genügten, um eine weltumspannende Überwachung durchzusetzen und den "War Against Terror" auszurufen, eine Art globaler Kriegszustand, der die Aushebelung von Grund- und Menschenrechten rechtfertigte.

Als der Komponist Karheinz Stockhausen über 9-11 sagte, "„Also was da geschehen ist, ist natürlich - jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen - das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat …“ galt es als Skandal und er mußte Konzerte absagen.

Jetzt gibt es wieder emotional sehr bewegende Bilder: Internetfilmchen von der Enthauptung zweier Amerikaner und eines Briten.
Diese Bilder waren notwendig um einen erneuten Kriegseintritt der USA politisch durchsetzbar zu machen, es wird versucht mit Hilfe dieser Aufnahmen auch weitere westliche Staaten in das Kriegsgeschehen zu ziehen.

Es geht dabei nicht um die Rettung von Menschenleben. Es geht um Emotionen. Menschenleben sind auch in der westlichen Welt von einem geringen Wert. In den USA werden weiterhin Menschen hingerichtet, nachweislich auch Unschuldige. Auf amerikanischen Straßen sterben mehr Menschen durch Schußwaffen als in all ihren militärischen Auseinandersetzungen. Und gerade hörte ich die Meldung, daß in der BRD jährlich 10.000 Menschen an der überflüssigen Verschreibung von Medikamenten sterben. Ginge es um Menschenleben, wäre es nicht schwierig gegen diese Mißstände vorzugehen.

Es geht ausschließlich darum ein Klima zu erzeugen in dem eine zynische und brutale Machtpolitik durchsetzbar wird.

dagobert:

--- Zitat von: ManOfConstantSorrow am 10:52:33 Di. 16.September 2014 ---Jetzt gibt es wieder emotional sehr bewegende Bilder: Internetfilmchen von der Enthauptung zweier Amerikaner und eines Briten.
Diese Bilder waren notwendig um einen erneuten Kriegseintritt der USA politisch durchsetzbar zu machen, es wird versucht mit Hilfe dieser Aufnahmen auch weitere westliche Staaten in das Kriegsgeschehen zu ziehen.
--- Ende Zitat ---
Und der IS hat auch prompt das Gewünschte geliefert. Wie zuvorkommend die doch sein können ... gibt es schon ein Dankschreiben von Obama?

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