Autor Thema: Entpolitisierung  (Gelesen 12479 mal)

Rudolf Rocker

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #15 am: 12:30:01 So. 19.Februar 2017 »
Klasse Artikel!

BGS

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #16 am: 18:48:29 So. 19.Februar 2017 »
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Die Merkel Schulz Show
« Antwort #17 am: 19:23:30 So. 03.September 2017 »
Gleich soll das tolle Merkel Schulz Duell über die Sender gehen.

Seit Tagen wird über nichts anderes mehr gequatscht.
Es geht irgendwie darum, wer sich da wie schlägt.
Wen interessiert das?
Wenn der eine nur stammelt, der andere schlagfertig und witzig ist, soll man dann etwa den witzigen wählen?
Wozu soll das gut sein?

Irgendwie interessiert das Eigentliche an der Wahl in diesem hohlen Medienevent null.
Wessen Interessen vertreten die Kandidaten und wie wollen sie die durchsetzen?
Dazu  braucht man die Politdarsteller nicht im Studio haben.
Man müßte sich nur die Wahlprogramme und die bisherige Praxis der Kanditaten ansehen.
Das wäre erhellender.
Aber es geht nicht um poltische Inhalte.
Es geht um ein Medienevent. Eine Show.
Eine  verdammt langweilige.

Troll

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #18 am: 19:51:41 So. 03.September 2017 »
Zitat
Gleich in vier Sendern wird das Duell zu sehen sein, außerdem natürlich im Livestream im Internet. ARD, SAT.1, RTL und das ZDF übertragen "Das TV-Duell: Merkel – Schulz" als Höhepunkt des Bundestagswahlkampfs.

Also doch Fernseher wegschmeißen, Auswandern. Narkotisieren, Heroin probieren, Wasser umrühren, Raufasertapete intensiv studieren, Biene Maja lesen, den Mond anbeten, Würfelzucker essen, ....,...., alles andere eben.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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counselor

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #19 am: 04:23:32 Mo. 04.September 2017 »
Gleich soll das tolle Merkel Schulz Duell über die Sender gehen.
Das Duell war langweilig. Das einzig erhellende daran war, wie vor allem Merkel es immer wieder schafft, sich als Humanistin und kompetente Anwältin des kleinen Mannes zu verkaufen.
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Kuddel

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #20 am: 19:03:19 Mi. 06.September 2017 »
Ein anderer Blick auf die TV Show.

Der Rahmen des Spektakels war nicht unpolitisch, sondern extrem tendenziell:

Zitat
Nach dem TV-Duell: »Wann sind die weg?«

Im gestrigen TV-Duell wurden Merkel und Schulz mit der Aussage konfrontiert, es müsse konsequenter abgeschoben werden. Der provokative Vorwurf lautete: Es gebe insgesamt zu wenige Abschiebungen – trotz gegenteiliger Ansagen. Die Mehrheit der Ausreisepflichtigen sei zu Unrecht in Deutschland.

Es handelt sich hierbei um eine wiederholte, faktenfreie Auflage der Propaganda vom Vollzugsdefizit, wie sie oft von rechtspopulistischer Seite aufgeworfen wird.

Pro Asyl über die Propagandashow: https://www.proasyl.de/pressemitteilung/nach-dem-tv-duell-wann-sind-die-weg-der-faktencheck-zur-vollzugsdefizit-propaganda/

Troll

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #21 am: 10:30:16 Do. 07.September 2017 »
Was ich davon mitbekommen habe, Merkel verteidigt bzw. erklärt SPD-Schulz den Begriff "Asylrecht", da kann man nicht mal eben wild abschieben, tut Merkels brut zwar ausgiebig aber für ein TV-Duell eine Steilvorlage gegen Schulz der mehr Aschiebungen fordert.
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Kuddel

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #22 am: 12:36:46 Sa. 14.Oktober 2017 »
Jetzt schmeißt das neoliberale Schweineblatt ZEIT wieder Nebelkerzen:

Zitat
George Soros:
Der bestgehasste Mann
Devisenspekulant, internationaler Strippenzieher, böse amerikanische Krake: Wie wurde George Soros zum internationalen Hassobjekt?
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/george-soros-ungarn-usa

Er ist "der bestgehasste Mann" nur in gewissen Kreisen und diese Kreise stellen wohl eine größere Bedrohung dar, als ein Soros.

Plumpe Hetze gegen einen jüdischen Devisenspekulanten und "internationalen Stippenzieher".
Es ist sowas von scheißegal, ob jemand jüdisch oder "amerikanische Krake" ist. Scheißegal ob Amerikanisch, Deutsch, Katolonisch oder Chinesisch, scheißegal ob Soros, Jeff Bezos, Lakshmi Mittal, Karl Albrecht Jr. oder Jack Ma. Das Problem sind doch nicht diese Leute oder deren Herkunft, sondern die ekelhafte Konzentration an Kapital und Macht. Das Problem heißt Kapitalismus!

Davon abzulenken ist das Ziel der Stürmerjournalisten bei der Zeit. Sie deuten mit dem Finge auf eine Person, damit man aufhört, sich mit den Verhältnissen auseinanderzusetzen.

counselor

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #23 am: 13:18:11 Sa. 14.Oktober 2017 »
Das Problem sind nicht einzelne Kapitalisten, sondern dass im Kapitalismus zwei Elemente aufeinander einwirken, die ihrem Charakter nach unverträglich sind wie Feuer und Wasser: die gesellschaftliche Produktion auf der einen und die kapitalistische Aneignung auf der anderen Seite.
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Rudolf Rocker

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #24 am: 19:24:51 Sa. 14.Oktober 2017 »
Zitat
Das Problem heißt Kapitalismus!
Wie schnell man doch wieder in alte antisemitische Strickmuster zurückfällt! Da sind wir dann wieder beim "raffenden" und "schaffenden" Kapital!
Der Name George Soros steht ja bei Antisemiten schon länger als Synonym für "jüdische Weltverschwörung"!
Das schlimme daran ist ja, das diese alten Strickmuster grade in Osteuropa (und nicht nur dort) wieder auf fruchtbaren Boden fallen.

Troll

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #25 am: 09:43:21 So. 15.Oktober 2017 »
Übliches Strickmuster, er ist der "EINE", er trägt die Sündenlast des gesamten Kapitalismus auf seinen Schultern, ob er wohl auch für unsere Gier ans Kreuz genagelt wird?
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Re:Entpolitisierung
« Antwort #26 am: 11:45:17 So. 15.Oktober 2017 »
Über die Quandts, Klattens, Albrechts, Burdas, Madsacks, Schwarz und wie sie alle heißen wird merkwürdigerweise kein Wort verloren!
Die gehören wohl zum "schaffenden" Kapital! >:(

Kuddel

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #27 am: 13:23:20 So. 15.Oktober 2017 »
By the way...
Da kann man ja gleich HSV- Fan werden! ;D

Der (ehemalige) Hauptsponsor vom HSV:

Klaus-Michael Kühne

Außerdem ist er als Aktionär der HSV Fußball AG bekannt,
in die seit 2014 die Profifußballabteilung des Hamburger SV ausgegliedert ist.

So ganz spontan würde ich sagen: "Wat für'ne Faschistenfresse!"

Und wenn man ein wenig nachgräbt, stellt man fest, daß dieser Eindruck gar nicht so verkehrt ist:

Zitat
Kühne + Nagel:
Die Abräumer
Kühne + Nagel profitierte von der Arisierung. Und schweigt


Er spendet Geld für die Elbphilharmonie, rettet einen mäßig erfolgreichen Bundesligaverein und eine Reederei, baut ein Luxushotel an der Alster, eine Hochschule für Logistik trägt seinen Namen, und in einem pompösen Glasbau in der HafenCity hat die Firma Kühne + Nagel heute ihre Deutschlandzentrale. Der Rest des Firmengeflechts ist weit verzweigt und in mehr als 120 Ländern vertreten. Sitz der übergeordneten Holding ist längst die Schweiz, wo Mitbestimmung keine Pflicht und die Steuerlast niedriger ist.

Gleichwohl wird am Stammsitz Bremen derzeit ein Neubau geplant. Einer, um den nun ein erbitterter Streit entbrannt ist. Und einer, der viele Fragen nach der Vergangenheit der traditionsreichen Firma aufwirft – und ihrem denkwürdigen Umgang damit. Inmitten des Konflikts: der Hamburger Mäzen Klaus-Michael Kühne.

Den Anstoß gab in diesem Frühjahr eine Crowdfunding-Kampagne: Auf Initiative der tageszeitung und ihres Redakteurs Henning Bleyl kamen binnen kurzer Zeit knapp 27.000 Euro für ein "Arisierungs-Mahnmal" zusammen. Es sollte in ebendiesem Neubau installiert sein, um die Verstrickung von Kühne + Nagel in den Holocaust zu dokumentieren. Die taz-Initiative wollte dafür vier Quadratmeter des Grundstücks erwerben, die Stadt allerdings mochte es nicht verkaufen und der Firma diesen Stachel im Fleisch ersparen.

Die Arisierung war eine gute Gelegenheit für Spediteure, die unter der Wirtschaftskrise litten, und Gerichtsvollzieher, die wenig zu tun hatten, einen florierenden Enteignungsbetrieb aufzuziehen. Anordnen musste das niemand, das Netzwerk machte sich ganz eigenständig ans Werk.

Die historische Forschung belegt, dass auch und gerade die Firma Kühne + Nagel am Abtransport jüdischen Eigentums verdient hat, als viele Juden Deutschland via Bremerhaven verließen und ihr Hab und Gut zurücklassen mussten.

Beteiligt war Kühne + Nagel speziell an der sogenannten M-Aktion ("M" für Möbel), mit der Einrichtungsgegenstände nach 1940 aus den "unbewachten Wohnungen" der in Frankreich, Belgien und den Niederlanden lebenden Juden nach Deutschland geschafft wurden. Kühne + Nagel hatte vor Ort eigene Niederlassungen errichtet und kooperierte mit lokalen Dienstleistern; 500 Frachtschiffe und 735 Züge sollen von 1942 bis 1944 das Inventar aus 70.000 Wohnungen allein aus Frankreich ins Reich geschafft haben.

Alfred Kühne, der Vater von Klaus-Michael Kühne, war seit 1933 NSDAP-Mitglied. Er konnte sein opulentes Gehalt noch um ein Drittel steigern. "Eine Form von Leichenfledderei" hat der Münchner Historiker Frank Bajohr den Vorgang genannt. Kühne + Nagel war "mehr als bloß Dienstleister", formulierte es der Historiker Johannes Beermann. Eine "relative Nähe zum Massenmord" ist eigentlich unbestreitbar.
http://www.zeit.de/2016/30/kuehne-nagel-geschichte-nazi-zeit/komplettansicht

Das ist auch nicht übel:
Zitat
Die Firma wurde mehrfach mit dem Gau-Diplom als nationalsozialistischer Musterbetrieb ausgezeichnet. Aufgrund dieser Aktenlage wurden beide Kühnes nicht „entnazifiziert“, sondern als „Mitläufer“ eingestuft. Damit hätte keiner der beiden die international tätige Spedition weiter führen dürfen.

In den Entnazifizierungsakten findet sich die Intervention der CIA, die „top secret“ klassifiziert war. Das Schreiben ist die Anordnung, dass Alfred Kühne zu entnazifizieren sei. Nach Informationen des Geheimdienst-Wissenschaftlers Erich Schmidt-Eenboom gehörte Kühne + Nagel zu den wichtigsten Tarnunternehmen der neu aufgebauten Organisation Gehlen. Er beurteilt die Bedeutung von K + N wie folgt: "Die CIA hat 1955 eine Aufstellung sämtlicher Tarnfirmen des Gehlen-Apparates gemacht, und da rangiert Kühne + Nagel sehr weit oben. Zum einen die Bremer Zentrale, zum zweiten die Münchner Niederlassung, und zum dritten war das Bonner Büro von Kühne + Nagel der Sitz von Gehlens Verbindungsmann zur Bundesregierung."
https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BChne_%2B_Nagel#Entnazifizierung_und_Organisation_Gehlen

Eine Nazisau, die so wunderbar in den braunen Hamburger Sumpf paßt:
Zitat
Im Jahr 2005 wurde Kühne in die Logistik Hall of Fame aufgenommen. 2007 wurde er vom Hamburger Senat für sein „nachhaltiges Engagement beim Auf- und Ausbau der Logistikwissenschaft in Hamburg und seinen Einsatz für den Bau der Elbphilharmonie“ mit dem Ehrentitel Professor geehrt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Michael_K%C3%BChne#K.C3.BChne_Logistics_University

Wenn man obigen Link anklickt, findet man darunter einen spannenden Artikel über sein "Engagement beim HSV".

Wer sich weiter für diese Geschichte interessiert, findet ne Menge Material hier.

Kuddel

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #28 am: 16:04:48 So. 22.Oktober 2017 »
Es ist schon auffällig, wie die Medien sich bemühen über Politik zu berichten, ohne Politik zu erwähnen.
Es geht nur noch um die Personen und deren Oberfläche, das Auftreten, den Stil.
Es wir vermieden zu erwähnen, daß sie politische Richtungen vertreten und Interessengruppen.

Sind sie peinlich? Oder trendy und stylisch?

Und wenn Politik erwähnt wird, ist sie frisch, anders, erneuernd, mutig oder modern, auch wenn sie in Wirklichkeit neoliberal oder faschistoid ist.
Und irgendwie geht's auch immer ums Ficken.

Ein paar Beispiele:
STERN
Zitat
Wenn Christian Lindner denkt, dass der Tag sein Freund war; wenn alles genauso geklappt hat, wie es klappen sollte; wenn er gegen Mitternacht endlich bei sich angekommen ist, dann lässt er sich gern eine Zigarre servieren. "Romeo y Julietta", "Montecristo" oder "Cohiba".

So machen es Männer, wenn sie wilde Kerle sein wollen. So macht es Christian Lindner. Fast vulgär wirkt dann dieser dicke Rauchstängel in seiner schmalen weichen Hand.
http://www.stern.de/politik/deutschland/christian-lindner--zwei-oder-drei-dinge--die-sie-noch-nicht-ueber-den-fdp-wahlsieger-wussten-7634044.html

SPIEGEL
Zitat
Macron, Trudeau, Lindner
Endlich echte Männer

In der Politik sind jetzt die modernen Kerle gefragt: sexy, machtbewusst, kühn.


...ist plötzlich überall die Rede von einem neuen Typ Politiker: Justin Trudeau, der kanadische Premier, gehört dazu, der ehemalige italienische Ministerpräsident Matteo Renzi, der Österreicher Sebastian Kurz und eben Macron. Es sind jüngere, gut aussehende Männer, strahlend und charismatisch, eine Mischung aus 007 und JFK. Sie sind Profis der medialen Selbstinszenierung, bestens gekleidet, bespöttelt als Slim-Fit-Generation. Ihre Person überragt die Partei, sie sind unverhohlen machtbewusst und bereit zum Risiko.

In diesen jungen Kennedys steckt der Wunsch nach Erneuerung. Sie bedienen die Sehnsucht nach einer anderen Politik, entschieden und offensiv, einer Politik, die Ziele benennt, auch wenn sie unbequem sind, die nicht abwartet und moderiert, sondern zuspitzt und zupackt. Es ist die Sehnsucht nach einer neuen Männlichkeit...

Er will Deutschlands neuer Mann sein. Martin Schulz hätte es vielleicht sein können. Da war die anfängliche Begeisterung: "Martin, du geile Sau!" Da sollte einer geil regieren, führungsstark, auch das war ein Antrieb des Hypes um Schulz: nach zwölf Jahren Matriarchat - endlich wieder ein Mann.
http://www.spiegel.de/spiegel/trudeau-macron-und-co-die-sehnsucht-nach-mehr-maennlichkeit-in-der-politik-a-1170319.html


ZEIT
Zitat
Politikertypen:
Alphamännchen mit Gefühl

Die Wähler lieben Politiker wie Kurz, Trudeau, Macron und Lindner, die Aufruhr und Männlichkeit inszenieren. Das ist zwar oberflächlich, aber gar nicht so übel.


Sebastian Kurz, womöglich bald Bundeskanzler Österreichs, hat als sogenanntes Jungtalent in der Politik das Problem, dass er seine Jugendsünden verteidigen muss, ohne sagen zu können: Da war ich ja noch jung!

2010 zum Beispiel. Da sagte der damals schon glattpomadierte 24-Jährige vor einer Kamera: "Der Wahlkampf wird geil werden, weil jeder weiß: Schwarz macht geile Politik. Schwarz macht geile Partys und Schwarz macht Wien geil." Aus dem "Geil-o-Mobil" lehnend, einem Humvee, ließ sich Kurz von leicht bekleideten Girls abfeiern.

...scheint der Wunsch nach jungen, unbelasteten Anpackern groß zu sein.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-10/politikertypen-sebastian-kurz-christian-lindner-emmanuel-macron/komplettansicht


Geilomat!

Kuddel

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Re:Entpolitisierung
« Antwort #29 am: 12:27:39 Mo. 26.März 2018 »
Wenn man nicht ein wenig Grundwerkzeug im politischen Verständnis besitzt und sich nur nach dem Bauchgefühl entscheidet, dann wird man schnell ins offene Messer laufen.

Hinter Politikern und politischen Forderungen stehen stets Interessengruppen. Es ist nachrangig, wie sympatisch Politikergesichter oder Forderungen wirken mögen.

Jeder wird sich über die GEZ geärgert haben. Doch die Kampagnen gegen die GEZ kommen aus der rechten Ecke und haben das Ziel die Öffentlch Rechtlichen Medien mitsamt den Resten des kritischen Journalismus abzuschaffen und durch die Plörre der Privatmedien zu ersetzen.

Genauso die Parole "Lügenpresse". Ja, ich würde diese Einschätzung unterschreiben. Mir wird speiübel, wenn ich mir das ansehe, was man heutzutage in den Leitmedien als Journalismus verkauft. Doch die Lügenpresse-Schreihälse wollen keine bessere Presse. Sie wollen gleichgeschaltete Medien, frei von kritischen Stimmen.

Dann gibt es noch die Forderung "Merkel muß weg!", manchmal verbunden mit ihrem "wir schaffen das!" oder "weiter so!".
Das ist das totale Wischiswaschi und jedEr kann da hineininterpretieren, was er/sie will.
Ich würde sagen, klar muß Merkel weg, weil sie eine rassistische Politik mit Massendeportationen und Tausenden von Toten im Mittelmeer mitzuverantworten hat und ansonsten eine der Wirtschaft unterwürfige Politik betreibt, die unsere Verarmung vorantreibt.
Die Organisatoren der Merkel-muß-weg-Proteste wollen Merkel weghaben, weil sie ihnen zu wenig rassistisch und zu wenig wirtschaftsfreundlich ist.



So lange wir uns weigern, uns mit wirschaftlichen und politischen Interessen hinter wohlklingenden Forderungen auseinanderzusetzen, so lange laufen wir Gefahr auf Rattenfänger hereinzufallen und uns ins eigene Knie zu schießen.