Autor Thema: Zum psychiatrischen Dienst trotz bereits vorhandener psychiatrischer Gutachten?  (Gelesen 29369 mal)

Bimmelbommel

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Re:Zum psychiatrischen Dienst trotz bereits vorhandener psychiatrischer Gutachten?
« Antwort #15 am: 11:28:33 Fr. 19.September 2014 »
So, ich komm gerade vom JC wieder. Ich hab das Ganze jetzt persönlich abgegeben und mir eine Bestätigung ausstellen lassen mit Unterschrift und Stempel. Für den ganzen Spaß war ich insgesamt auch nur 2 Stunden angestanden.  >:(
Ich danke euch auf jeden Fall allen für die große Hilfe. Ich bin jetzt mal gespannt, wie es weiter geht und werde auf jeden Fall Bescheid sagen, sobald ich was Neues erfahr.

Bimmelbommel

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Ich hab ja nun neulich das von Mousekiller gepostete Schreiben im JC abgegeben, aber weder innerhalb von 7 Tagen eine Bestätigung bekommen, noch innerhalb der 16 Tage die Rücknahme der EGV. Sollte ich da jetzt nochmal nachbohren oder hab ich überhaupt eine Handhabe, wenn die das ignorieren?
Den Widerspruch habe ich ja persönlich dort abgegeben und mir den Empfang bestätigen lassen.

Bimmelbommel

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Gerade eben kam das Antwortschreiben von der SB, die die EGV veranlasst hat.
Meine Frau soll jetzt in 3 Wochen noch einmal zu einem neuen Termin bei dieser SB erscheinen. Laut Schreiben will sie mit ihr über den Widerspruch sprechen und eine neue EGV abschließen, was auch immer das heißen mag.
Ich bin gerade am Überlegen, ob wir zwischenzeitlich zu einem Anwalt gehen sollten oder meine Frau sich einfach nocheinmal eine Krankmeldung von ihrem Psychiater geben lassen soll und dann zum Termin nicht erscheinen sollte.

antonov

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die/der sachbearbeitende(SB) hätte keine eingliederungsvereinbarung (EGV) mit deiner frau abschliessen dürfen solange die erwerbsfähigkeit nicht festgestellt worden ist

eine eingliederungsvereinbarung dient einzigst und allein dazu erwerbsfähige hilfebedürftige (eHb) in eine bestens bezahlte sozialversicherungspflichtige tätigkeit zu bringen um nicht nur im moment sondern auch in zukunft die hiflsbedürftigkeit zu vermindern ( laut frau von der leyen sollte das bruttoarbeitsentgeld nicht unter 2500 € liegen, damit man später nicht auf staatliche unterstützung angewiesen ist, oder halt grad so an der armutsgrenze)

also mit einer eingliederungsvereinbarung sollte ein/e erwerbsfähige/r hilfebedürftige/r im besonderen maße über die gesetzlichen mindestleistungen hinaus unterstützt werden um dieses ziel zu erreichen

uuuuuuuuuuuuuh aaaaaaah, seit neuestem also seit märz 2011 wurde eHb durch eLb ersetzt, da is wat an mir vorbei jejangen

man darf sich natürlich auch fragen, warum ständig die abkürzungen für die selben begrifflichkeiten geändert werden, das dürfte zur allgemeinen verwirrungs- und verblödungstaktik gehören

könnt ja vielleicht wer auf die idee kommen mal im internet zu suchen, da bietet es sich ja direkt mal an, öfters mal die begrifflichkeiten und abkürzungen für eigendlich den selben scheiss zu ändern, kost ja nix

Zitat
Bis Ende März 2011 wurde im SGB II der Begriff erwerbsfähiger Hilfebedürftiger (eHb) verwendet. Seit April 2011 wird er durch den Begriff erwerbsfähiger Leistungsberechtigter (eLb) ersetzt. Die Rechtslage wurde durch die Änderung der Begrifflichkeit nicht geändert. Die Definition des alten Begriffs wurde unverändert für den neuen Begriff übernommen.
http://statistik.arbeitsagentur.de/nn_280774/Statischer-Content/Grundlagen/Glossare/Grundsicherung-Glossar/Erwerbsfaehiger-Hilfebeduerftiger-eHb-Begiff-verwendet-bis-31-03-2011.html

vor eHb gab es auch schon andere abkürzungen, gemeint war immer das selbe, wat soll der scheiss ?

Bimmelbommel

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Steckt eigentlich eine tiefere Bedeutung dahinter, dass sie uns diese Einladung diesmal im gelben Brief geschickt haben?

dagobert

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Gelber Brief = Postzustellungsurkunde (PZU)
Damit hat das JC den Nachweis daß der Brief bei euch angekommen ist.

Bimmelbommel

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Ich meinte, welcher Sinn dahinter stecken könnte, dass uns die SB nun die Briefe per gelbem Brief und nicht mehr normal schickt, wie bisher?

schwarzrot

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Wie schon dago angedeutet hat:
Das jokecenter ist bei normalen briefen in der beweispflicht, dass die wirklich bei dir angekommen sind.
(theoretisch kannst du bei 'normalen briefen' behaupten, dass der brief bei dir nicht angekommen ist.)
Bei den 'gelben' briefen können sie den zugang des briefes besser nachweisen.

Die will einfach nur sichergehen, dass ihr brief auch wirklich ankommt.  ;)

Ich meinte, welcher Sinn dahinter stecken könnte,

Wenn du anfängst, nach dem sinn von dingen im jokecenter zu suchen, endest du wie im comic:  das "Haus, das Verrückte macht“


"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Bimmelbommel

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Scheinbar hat sie nach unserem Widerspruch den Eindruck, dass wir Probleme machen könnten.  :)

Wie ist denn das mit diesem neuen Termin, um "über den Widerspruch zu sprechen und eine neue EGV abzuschließen"? Muss man da hingehen? Weil im Prinzip ist das ja dann die selbe Ausgangslage wie gehabt oder?

mousekiller

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Bimmelbommel. Eine neue EGV kann und darf garnicht abgeschlossen werden, ganz gleich was die SB blubbert.

Deine Frau ist momentan nicht erwerbsfähig, also würde jede EGV nach § 15, Abs. 1 SGB ll nichtig sein.
Beschwer dich doch einfach mal beim Teamleiter über ihre Penetranz. Oder, wenn du sie begleitest, möchtest du gern mit dem Teamleiter sprechen.

Was genau steht denn in der Einladung? Ist diese Einladung nach § 309 SGB lll i. V. m. § Irgendwas SGB gestellt? Wenn ja, wäre der Wortlaut für den Einladegrund schon mal recht interessant.

Eine Krankmeldung wäre natürlich die einfachste Lösung.
Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.

Bimmelbommel

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Ich versuche heute im Lauf des Tages die Schreiben mal zu scannen und hier hochzuladen.

Bimmelbommel

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Momentan hat meine Frau (dank dem JC!) wieder ein absolutes Tief. Ich weiß nicht, wann es ihr das letzte Mal so schlecht ging.
Wegen diesem ganzen Stress mit dieser SB war sie vor ein paar Tagen bei ihrem Psychiater, um abzuklären, ob er ihr ein neues Gutachten schreiben kann und um ihm von diesen Dingen zu erzählen, die das JC jetzt mit ihr vorhat. Der Psychiater meinte, er könne ihr gern nochmal ein neues Gutachten schreiben. Gleichzeitig erzählt er ihr aber, dass er mehrere Fälle in Behandlung hat, die ähnliche Probleme mit dem JC hatten und bei denen das JC mit Hilfe des MD erwirkt hat, dass seine Patientinnen in die Psychiatrie gehen mussten, um weiterhin Leistungen beziehen zu "dürfen", weil sie laut JC verpflichtet wären, alles dafür zu tun, dass sich ihr Zustand verbessert. Dass das leider im Fall meiner Frau nichts ist, was sich einfach mal auf die Schnelle bessern kann, ist ihnen offenbar egal.
Ich hab grad eine totale Wut, weil meine Frau seitdem total fertig ist, weil sie natürlich nicht von mir weg will und sich da grad total reinsteigert. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich noch machen soll, die machen uns momentan so kaputt.

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Lasst Euch vom JC nicht stressen und nicht kaputtmachen!
Irgendwelche SBs können Deine Frau nicht dazu zwingen, in eine stationäre Behandlung zu gehen! (Und der MD auch nicht!)
Der MD kann nur entscheiden, ob Deine Frau erwerbsfähig, teilweise erwerbsfähig oder nicht erwerbsfähig ist.
Er kann jedoch nicht entscheiden, welche Behandlungsform für Deine Frau die Beste sein soll. Das ist die Aufgabe des behandelnden Arztes!

Wundert mich, das der Psychater so ein Zeug erzählt.
Es gibt andere Ärzte die würden rot anlaufen, wenn ihnen der MD vorschreiben möchte welche Behandlung für ihre Patienten die Beste wäre!




Bimmelbommel

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Ja, er sagte das so zu meiner Frau. Seine Patienten/-innen wurden laut ihm schon mehrfach vom MD, bzw. dann wohl vom JC vor die Wahl gestellt, keine Leistungen mehr zu bekommen oder sich in die Psychiatrie zu begeben, um alles dafür zu tun, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen.
Meiner Frau macht das Ganze einfach ziemlich Angst und sie ist jetzt schon komplett kaputt wegen dem nächsten Termin bei der SB.

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Vielleicht hilft das hier ein bißchen weiter:

http://www.elo-forum.org/alg-ii/40873-medizinischer-dienst.html#post432077

Und ja ich weiß, das es diesen § gibt!
Zitat
SGB I
§ 63 Heilbehandlung

Wer wegen Krankheit oder Behinderung Sozialleistungen beantragt oder erhält, soll sich auf Verlangen des zuständigen Leistungsträgers einer Heilbehandlung unterziehen, wenn zu erwarten ist, daß sie eine Besserung seines Gesundheitszustands herbeiführen oder eine Verschlechterung verhindern wird.

Aber wer entscheidet denn was eine Besserung des Gesundheitszustands bewirkt und was eine Verschlechterung!