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Ebola

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Kuddel:
Bereits Monate bevor Ebola in den Medien thematisiert wurde, sagte mir eine Bekannte, es würde sich dort eine Katastrophe besonderen Ausmaßes anbahnen.

Auch Ärzte Ohne Grenzen erklärte bereits seit langem auf die Situation hingewiesen zu haben:

--- Zitat ---wir haben über Wochen und Monate informiert. Aber im Juni - und Juni ist jetzt eine lange Zeit her - haben wir bereits sehr klar gemacht, diese Epidemie gerät außer Kontrolle, und seit Juni warnen wir, dass es immer schlimmer wird, und seit Juni ist eben nichts passiert. Vielleicht mal als ein kleines Bild: Ich war im letzten November in den Philippinen, wo ja ein grausamer Wirbelsturm weite Teile der Philippinen verwüstet hat, und da hat es wenige Stunden gebraucht und Dutzende Organisationen und Heere sind dort hingegangen, um zu helfen. Wir sehen bei einem ähnlichen Ausmaß jetzt in Westafrika, dass praktisch nichts passiert und Ärzte ohne Grenzen, wir nach vielen Monaten immer noch fast das Monopol haben in der Behandlung dieser Menschen, und das kann doch eigentlich überhaupt nicht sein.
--- Ende Zitat ---
http://www.deutschlandfunk.de/ebola-hilfe-das-ist-blanker-zynismus.694.de.html?dram:article_id=297810

Nun, ich glaube nicht, daß man hier nur gepennt und nicht rechtzeitig reagiert hat:


* 1. Ebola ist keine unbekannte Krankheit. Es wurde weder nach Impfstoffen noch nach Behandlungsmethoden geforscht, da es bei den zu wenig zahlungskräftigen Afrikanern nicht profitabel genug ist. In anderen Worten: Tausende Tote haben weniger Gewicht als satte Gewinne. Hierzulande ist beispielsweise die Post noch verpflichtet überallhin zuzustellen, auch wenn der Adressat auf einem alleinstehenden Haus in den Alpen oder einer Hallig wohnt, egal wie hoch die Kosten dafür sein mögen. Doch bei über Leben und Tod entscheidende Fragen gibt es keinerlei öffentliche oder staatlich Kontrolle mehr. Es entscheiden allein die Profitinteressen! Die einzig logische und notwendige Forderung hieraus ist die nach der sofortigen Enteignung und Vergesellschaftung der Pharmakonzerne und Anklage gegen die führenden Manager.

* 2. Es ist kein Zufall, daß die einzig nennenswerten medizinischen Hilfen von Ärzte ohne Grenzen und Kuba kamen und nicht von den westlichen Regierungen. Obama kündigte sein Hilfspaket an: Bereitstellung einer mobilen Krankenstation mit 25 Betten und 3000 Soldaten.
Es handelt sich ebensowenig um ein "Wegsehen" oder eine "Panne" wie seinerzeit beim NSU. Unter dem Vorwand "Seuchenbekämpfung" wird nun die Abriegelung ganzer Landstriche geprobt, in denen man die Menschen einfach verrecken läßt. Ihnen fehlt es dort nicht nur an medizinischer Versorgung, sondern durch die Abriegelung an ausreichend Lebensmitteln. Das sind die Pläne, die sie auch für uns schmieden, Regionen in denen es zu viele "Rebellen" oder auch nur überflüssige Fresser gibt, einfach abzuriegeln und sie ihrem Schicksal zu überlassen. Wenn diese Strategie in Afrika jetzt aufgeht, haben wir allen Grund schwarz zu sehen.

Kuddel:
Aktuelle Ergänzungen:


--- Zitat ---Quarantäne für ganz Sierra Leone

Sierra Leones Regierung greift zu harten Maßnahmen im Kampf gegen Ebola: Vom Abend an soll das Land drei oder sogar vier Tage komplett stillstehen. Tausende Soldaten und Polizisten sollen darüber wachen, dass die Bevölkerung zu Hause bleibt und dass Infizierte isoliert werden. Kritik kommt von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, denn viele Menschen fragen sich, wie sie diese Zeit überstehen sollen, wenn sie kein Geld verdienen können.

Fast 600 Ebola-Tote, Tausende Verdachtsfälle, mehr als ein Dutzend bekannte Neuinfektionen allein in den letzten Tagen: Für Alpha Kanu, Informationsminister von Sierra Leone, sind das genug Argumente für einen landesweiten Lockdown - einen Ausnahmezustand. Drei Tage soll der staatlich verordnete Stillstand dauern - überwacht von Tausenden Soldaten und Polizisten. Für wenig Geld angeworbene Helfer sollen von Haus zu Haus gehen und nach Kranken suchen.
--- Ende Zitat ---
http://www.tagesschau.de/ausland/ebola-382.html


--- Zitat ---Ebola in Sierra Leone
Experten warnen vor Hungersnot


Krankenhauspersonal in Ebola-Schutzanzügen in Sierra Leone

Bauern verlassen ihre Felder, die Märkte sind verwaist - die Ebola-Katastrophe könnte in Sierra Leone eine Hungersnot nach sich ziehen.

Freetown/Bonn - Im Ebola-Krisenland Sierra Leone droht Experten zufolge nun auch noch eine Hungersnot. Eine Studie der Welthungerhilfe zeige, dass sich die Folgen der Ebola-Epidemie in dem westafrikanischen Land weit dramatischer auswirken könnten als die Krankheit selbst. „Ab März rechnen wir hier mit gravierendem Hunger“, warnte Landeskoordinator Jochen Moninger am Donnerstag.

Grund für die prekäre humanitäre Lage sei unter anderem ein rasanter Anstieg der Lebensmittelpreise im ländlichen Raum, auch weil Transporte nur noch tagsüber zu bestimmten Zeiten erlaubt seien. „Um die Epidemie einzudämmen, wurden ganze Dörfer isoliert, in einigen Epizentren gehen die Nahrungsmittelvorräte zur Neige“, hieß es in einer Mitteilung.

In diesem Jahr könnten nur noch rund 40 Prozent der Felder bewirtschaftet werden. Die ganze Wirtschaft und weite Teile des öffentlichen Lebens in dem ohnehin bitterarmen Land seien wegen des Virus zusammengebrochen.
--- Ende Zitat ---
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ebola-in-sierra-leone-experten-warnen-vor-hungersnot.2b7fbc3d-b6e8-45d3-9e6e-ea0cbbcd569b.html

Kaum ein Science Fiction Autor hätte ein solches Horrorszenario erdenken können...

Just B U:
....ich bin ja sonst nicht so fürs tiefschwarz sehen....aber mir fällt dazu gerade spontan ein:

Wie war das noch mit der Reduzierung der "Über"bevölkerung...da war doch mal was...

Irgendwo gabs/gibts so eine Art "Aufstellung" zum Thema "Überbevölkerung"  von einem deutschen Ex-Politiker...Weizäcker oder so?...ich fange mit der NWO jetzt erstmal nicht an... ::)

MizuNoOto:
@ Kuddel

Ich würde die Aktzente anders setzten.

Auf den Nachdenkseiten schrieb heute irgendjemand, würde die Menschen in Westafrika nicht gegen ein Virus sondern gegen Islamisten kämpfen, hätte Uschi schon längst eine Luftbrücke eingerichtet. Das stimmt nicht. In Sierra Leone gab es im Bürgerkrieg ja islamistische Milizen, die den Westen auch nicht gekümmert haben. Die Bevölerung von Sierra Leone und Liberia ist wie ihre Länder ökonomisch und politisch überflüssig, ob sie leben oder sterben interessiert Staat und Kapital überhaupt nicht.

Nur: Abriegelung proben muss man nicht. Dem Westen ist es egal, ob die Epedemie sich weiter ausbreitet, und die afrikanischen Eliten sind von ganz alleine dumm.

Das große Problem am Umgang mit Ebola: am Ende schlagen die Naturgesetze die von Wirtschaft und Politik.

Polio war mal fast ausgerottet. Südlich der Sahara hat das Virus aber überlebt und tritt mittlerweile wieder in Europa auf.

Typhus und Ruhr kamen in Europa erst wieder auf, als das sowjetische Gesundheitssystem anfang der 90er zusammen brach.

Durch die Kriege im Nahen Osten und die Borniertheit der reaktionären Scheichs gibt es eine Mers-Corona-Epedemie, für die es auch keine wirksame Behandlung gibt und an der auch bald tausende in Europa sterben werden.

Und eine Krankheit wie Ebola wird irgendwann auch nicht nur die Überflüssigen treffen.


In der Epedemienforschung ist mittlerweile der One-Health-Ansatz weit verbreitet: Die Gesundheit von Menschen kann nicht unabhängig von der Gesundheit von Tieren und Ökosystemen betrachtet werden. Reservoirwirt von Ebola sind Fledermäuse. Holzt man den Regenwald ab, suchen Fledermäuse sich neuen Lebensraum in Städten. Finden Affen nicht genug Nahrung, fressen sie Früchte die mit Fledermauskot verunreinigt sind. Geht der Bestand an bestimmten Insekten zurück (durch Pestizide etc.), funktioniert die Verwertung von Affen, die an Ebola gestorben sind, nicht mehr so schnell...

Wenn die Gesundheit von Menschen aber sogar von der von der von Insekten abhängt - dann müsste jedem AfD-Wähler und Marktfetischisten klar sein, dass auch seine Gesundheit von der von den Menschen in Westafrika abhängt.


Saudi-Arabien hatte bis vor einem Jahr genau einen international renommierten Virologen. Der wurde dort zersetzt und ausgewiesen, weil er behauptet hatte, Mers werde durch Kamele übertragen. Kamele sind in Saudi-Arabien Symbol der aristrokratischen Lebensweise und die Scheichs verstanden seine Behauptung als politische Kritik. Dumm nur, dass Mers tatsächlich durch Kamele übertragen wird. Hätte man nur ein Jahr Kamelrennen verboten, wären auch viele Scheichs nicht gestorben. Einfach bescheuert.

Aber der Rest der Welt ist nicht weniger bescheuert. Wenn wir es nicht hinkriegen, Systeme zu schaffen, in denen die Gesundheit jedes einzelnen zählt, dann zählt die Gesundheit von niemandem.

Kuddel:

--- Zitat ---Nur: Abriegelung proben muss man nicht.
--- Ende Zitat ---
Doch! Wir sind die Laborratten in ihrem Labyrinth.
Das Land Polen wurde, nachdem es aus dem Einflußbereich der Sowjetunion herausgerissen wurde, einer "Schocktherapie" unterzogen. So wurde es offiziell genannt und es wurden Studien drüber angefertigt. Mit den Ergebnissen wird weitergearbeitet. Griechenland und der gesamte Mittelmeerraum. Und nun natürlich Osteuropa.

Der NSU war ja auch kein Ausrutscher, sondern das Ergebnis langjähriger Feldversuche. Der einzige Ausrutscher ist die relativ gut funktionierende Antifa hierzulande, die dafür sorgt, daß vieles ans Tageslicht kommt. In Griechenland gibt es noch weniger bürgerliche Presse als bei uns, die bereit ist sich mit dem Thema auseinderzusetzen. Dort wird noch dreister gemordet von Faschisten unter den Augen bzw. Mitwirkung von Bullen, Militärs und Geheimdiensten.  In Ungarn ist die Regierung rechtsradikal  und eine kritische Öffentlichkeit liegt darnieder. Dort waren auch nachweislich Bullen und Geheimdienste involviert. Nur gibt es nichtmal den Anschein einer juristischen Aufarbeitung (mit Einstellung des Verfahrens wg. fehlender Beweise) sondern man ist stolz darauf, daß die Angst regiert und niemand etwas dagegen tun kann.

Der Jugoslawienkrieg war auch eine Studie, wie es wohl ist, wenn man einen Krieg nicht nur an der Peripherie führt, sondern im Herzen der sogenannten Zivilsation: Die NATO bobardierte die Geschichtsträchtige und gleichzeitg hochmoderne Dreieinhalbmillionenstadt Belgrad in der Mitte Europas.

Ronald Reagan sprach machmal aus, wovon er täumte. "Ich habe soeben das Gesetz zur Auslöschung der Sowjetunion unterschrieben. Die Bombardierung Russlands beginnt in fünf Minuten". ("Mikrophontest" im Radio am 11. August 1984 ), er trat auch spaßeshalber über die Grenzlinie am Checkpoint Charly. In Belgrad bomardierte man schonmal die Chinesische Botschaft. In der Ukraine wird das Ganze noch ernster.

Nein, das Nichtverhalten zum Ausbruch der Seuche ist ganz sicher kein Versehen. Genug Fachleute haben Alarm geschlagen. Das oben zitierte Interview mit dem Ärzte ohne Grenzen Funktionar spricht Bände. An anderen auch ökonomisch nicht wichtigen Orten wurde ganz anders verfahren. Biologische Kriegsführung ist auch nicht out in den Planspielen der Militärs. Und mit Kollateralschäden kommen die klar. Gute Tradition.

Es ist nichteinmal geheim, was in den Thinktanks amerikanischer Neocons so ausgebrütet wird. Das erschreckende ist einfach, daß die US Regierung diesen Plänen folgt.

Ich weiß, ich höre mich fast an wie ein Verschwörungstheoretiker und ich wünschte es wär alles nur ein böser Traum.
Ich hänge da aber am NSU Beispiel und glaube, daß gute Recherche und beharrliche Aufklärung das einzige Gegenmittel gegen den zynischen Umgang mit der Macht ist.

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