Autor Thema: Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen  (Gelesen 7009 mal)

admin

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Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« am: 15:16:22 Sa. 27.September 2014 »
Der Kapitalismus hat sich weltweit durchgesetzt. Die Gesellschaften spalten sich immer weiter in arm und reich.

  • Die Welt ist gespalten in reiche Staaten mit großer politischer und militärischer Macht und arme, die politisch nicht wahrgenommen werden und deren Bevölkerung schon längst abgeschrieben ist.
  • Die Spaltung innerhalb der Gesellschaften manifestiert sich einerseits in Armenghettos, Favelas, Banlieus und auf der anderen Seite in "Gated Cities" in denen die Reichen sich durch Mauern vom Rest der Bevölkerung abgrenzen.
  • Die Politik überläßt die Armen nicht nur sich selbst, sie entzieht ihnen Rechte und geht gegen sie vor. Die Armut wird zu einem polizeilichen und militärischem Problem gemacht.
  • Die Alltagskultur wird aggressiver gegen Arme. Es gibt Kampagnen gegen die "Unterschichten" und unter den sich immer weiter anspannenden Bedingungen wächst die Gewalt auch untereinander.

Es sollen diese Entwicklungen hier beobachtet und diskutiert werden.

(Es gibt natürlich auch thematische Überschneidungen. Im Bereich "Wohnen" findet man einiges über Verdrängung von Mietern, die nicht zahlungkräftig genug sind. Zur Obdachlosigkeit findet man dort auch einiges. Und in der Rubrik "Gesundheit" findet sich vieles über den Zusammenhang zwischen der Qualität der Gesundheitsversorgung und dem Einkommen. Auch die wachsende Zahl von Menschen ohne Krankenversicherung ist dort thematisiert.)

Tiefrot

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #1 am: 17:19:18 Sa. 27.September 2014 »
Hab grade mal die ersten Beiträge zum Thema gelesen.
Es wird ja immer "schöner" !  X(   kotz
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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Kuddel

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #2 am: 17:57:12 Sa. 27.September 2014 »
Hier gibt's ein paar Zitate und Gedanken zum Thema:

http://aristoblog.de/2014/02/der-krieg-der-reichen-gegen-die-armen/

Tiefrot

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #3 am: 20:32:21 Sa. 27.September 2014 »
Dazu reiche ich gleich mal einen

LESEBEFEHL

nach.
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dagobert

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #4 am: 00:53:59 So. 28.September 2014 »
... und auch das Video nicht vergessen!

Tiefrot

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admin

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #6 am: 12:17:28 So. 28.September 2014 »
Mir fiel die Häufung erschreckender Einzelbeispiele auf. Deshalb versuche ich sie in einem Themenbereich zusammenzufassen, denn sie gehören zusammen. Die Einzelbeispiele sind Ergebnis der Zerstörung des Sozialstaates. Diese Politik wird mit massiven Propagandakampagnen gegen die "Unterschichten" begleitet.

Diese Politik ist nur deshalb erfolgreich, weil die Spaltungen und die Vereinzelung der Betroffenen funktioniert. Diese Rubrik soll als Aufruf verstanden werden, Vereinzelung und Spaltungen zu überwinden.

Ich werde nicht müde zu wiederholen, daß man den Platz vorm Monitor verlassen muß, um sich mit anderen Menschen zu treffen und gemeinsam zu handeln. Man kann es auf einem einfachen Level tun z.B. mit Kochgemeinschaften, wo Leute mit wenig Kohle sich zusammentun um gemeinsam ihr Essen vorzubereitn. Spart Geld, Arbeit und macht mehr Spaß. Angebote zu Treffen von Erwerbsloseninis und Stadteilinitiaven nutzen. Informationsveranstaltungen zu sozialen und politischen Themen besuchen oder selbst einen Stammtisch oder ähnlich lockeren Treff organisieren. All das sind Schritte einer notwendigen politischen Organisierung.

Wir müssen in verschiedene Richtungen blicken, denn so lange man sich nur für das eigene Schicksal interessiert, wird man wehrlos bleiben gegen die Politik der Veramung. Die härtesten Angriffe finden gegen die Schwächsten in der Gesellschaft statt, gegen Randgruppen, die Ausgestoßenen, Vergessenen und Verachteten. Migranten, Obdachlose, Drogenuser, HIV-Kranke, Alkoholiker, Psychisch Kranke... Und dort gibt es weitere Abstufungen und Spaltungen, selbst am äußersten Rand fühlen sich einge besser und den anderen überlegen. Da gibt es die Kombination mehrerer dieser Merkmale oder "illegale" Migranten, Roma und Sinti... etc.

Wenn uns das Schicksal vom "Bodensatz der Gesellschaft" egal ist, werden wir selbst das nächste Opfer dieser menschenverachtenden Politik sein. Man sollte aber auch nicht diejenigen vergessen, denen es besser geht. Schon oft wurde von der "Verrohung der Mittelklasse" gesprochen. Die "Mittelklasse" befindet sich auf dem absteigenden Ast. Selbst einige Reiche werden ihren Reichtum verlieren. Ein Großteil dieser Schichten klammert sich an die Verachtung der Menschen, denen es schlechter geht und sie begreifen nicht, daß sie vielleicht schon morgen selbst zu ihnen gehören. Sie greifen gern rechtspopulistische Parolen auf. Ein Austausch mit den Bessergestellten muß auch versucht werden mit dem Ziel gemeinsamer Kämpfe gegen den von der Politik bewirkten sozalen Absturz, der die Mehrheit der Bevölkerung erfaßt.

ManOfConstantSorrow

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Re:Zur neuen Rubrik: Krieg gegen die Armen
« Antwort #7 am: 17:36:33 Fr. 15.April 2016 »
Zitat
Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche herrschende Gedanken, das heißt die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht“, heißt es in der „Deutschen Ideologie“ von Marx und Engels. Und so ist es auch heute noch: Der Neoliberalismus vergiftet mittels komplexer Indoktrinationsinstrumente die Gedanken der Menschen und spielt sie gegeneinander aus. (…) Die Würde der Unverwertbaren ist beständig bedroht. Nicht nur, aber auch von Linken, die meinen, im Kampf gegen Armut von „sozial Schwachen“ sprechen und hierdurch vermeintlich deren Interessen vertreten zu müssen.
Zitat
… Die Etikettierung armer Menschen als „sozial Schwache“ lässt Fragen nach den Ursachen ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung und Benachteiligung gar nicht erst aufkommen und hat zudem einen völlig ungerechtfertigten schuldzuweisenden Effekt, der auf eine Zementierung der bestehenden Macht- und Unterdrückungsverhältnisse hinausläuft.(…) Was soll das denn eigentlich sein, „sozial schwach“? Vom Wortsinn her kann damit doch nur die weitgehende Unfähigkeit zur Ausübung gemeinschaftsdienlicher Handlungen gemeint sein, das heißt ein extrem egoistisches beziehungsweise unsolidarisches Verhalten. Wenn ich mich unter dieser Perspektive so umsehe, dann weiß ich aber, dass es vor allem die Reichen sind, die als „sozial schwach“ bezeichnet werden müssten. Deshalb ist diese im Zusammenhang mit den Armen gebräuchliche Titulierung nicht nur schlicht falsch, sondern unterstellt diesen darüber hinaus ein für ihre Armut ursächliches „Charakterdefizit“…
http://www.nachdenkseiten.de/?p=32959
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!