Randbereiche - Wenig diskutiert! > Wohnen

Mieter organisieren, wie?

(1/6) > >>

dejavu:
In dem Haus in dem ich wohne lässt der Vermieter alles vergammeln.

Das Treppenhaus sieht aus wie Schwein, bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr Renoviert. Die Farbe blättert von Wänden Decken und Türen, die Treppenhausbeleuchtung funktioniert nach dem Zufallsprinzip.
Durch das Dach heult der Wind wie ein Rudel sibirischer Wölfe. Teilweise werden leerstehende Wohnungen nicht mehr vermietet.
Die niemals gereinigten Regenrinnen haben sich zu einer Brutstätte von Mücken aller Art entwickelt.

Beschwerden einzelner haben bislang anscheinend nicht viel gefruchtet, alle haben irgendwie die Schnauze voll.
Kennt ihr Beispiele erfolgreicher Aktionen bei denen Mieter gemeinsam und organisiert gegen derartige Zustände vorgegegangen sind?
Ich hab gerade vor, eine von vielen, möglichst allen Mietern unterschriebene Aufforderung an den Vermieter zu schicken.
Meint ihr das das Sinn macht? Was kann man noch tun?

Hochseefischer:
Ist einer von Euch Mietern im Mieterverein? Falls ja, dann diesen Mieter den Mieterverein fragen lassen, was getan werden kann in dieser Sache. Vielleicht ordnet der Mieterverein diesem Euren Mitmieter ja einen Anwalt zu, und der schreibt Euren Vermieter in der Sache ja mal an.

Ein solcher Anwalt vertritt aber wahrscheinlich nur die Interessen desjenigen Mitmieters, der Mitglied im Mieterverein ist. Also nicht die Interessen aller Mieter in Eurem Haus.

Das kann aber nicht schaden. Gleichzeitig würde ich die Unterschriftenaktion aller Mieter gegen die Missstände im Haus vorantreiben. So kriegt dann der Vermieter a) Post vom Anwalt des einzelnen Mitmieters und b) die Unterschriftensammlung von allen Mietern.

Und der Mitmieter, der Mitglied im Mieterverein ist, der kann die anderen Mitmieter ja über rechtliche Infos informieren, die er vom Mieterverein bzw. von seinem Anwalt bekommt. Auch das könnte weiterhelfen.

Rudolf Rocker:
Ich bin seid letztem Jahr Mitglied im Deutschen Mieterbund (DMB).
Eingetreten bin ich, weil der Verdacht bestand, das die Betriebskostenabrechnung nicht korrekt ist. Das war auch so, ich hab 100 Euro wiederbekommen! (Interessanterweise genau die Summe, die ich angeblich nachzahlen sollte.)
Damit hatte ich dann den Mitgliedsbeitrag wieder raus; der liegt nämlich bei 75€ im Jahr + eine einmalige Aufnahmegebühr von 20€.
Ist eine ganz schöne Stange Geld, aber ich denke, das es sich lohnt.
Als ich unseren Immobilienhai angeschrieben habe, haben die mich komplett ignoriert, aber als der DMB die angeschrieben hat sind die sofort eingeknickt.

Wir haben vor ein paar Jahren mal erfolgreiche Unterschriftenaktionen gemacht. Bei einer wollte uns der Vermieter die Nutzung des Dachbodens untersagen und dann gab es das noch eine, ich kann mich aber grade nicht daran erinnern worum es da ging!
Beides war jedefalls erfolgreich.

Das war aber zu einer Zeit, wo wir hier noch "sozialer Wohnungsbau" waren. Das ganze wurde nun aber an eine "Investmentfirma" verkauft und keiner weiß, wer eigentlich der Käufer ist!
Du wendest Dich mit Deinen Angelegenheiten also immer an eine Hausverwaltung. Diese Hausverwaltung wendet sich an ihre Hauptgeschäftstelle und diese dann an den Eigentümer (oder eben auch nicht).
Ich vermute mal, das das bei Dir so ähnlich ist dejavu!
Trotzdem: Unterschriftenaktion würde ich versuchen und gleichzeitig Mieterbund einschalten.

Just B U:
Hallo alle,

ich kann. aus eigener Erfahrung, jedem Mieter - der keine pivate Rechtschutzversicherung hat - raten in den Mieterverein einzutreten, das ist wirklich Gold wert!

Ich habe seit Jahren immer wieder Probleme mit den Vermietern meiner Wohnung und bin SO froh, das es den MV gibt...die haben mir schon oft sehr wirksam geholfen.   ;D

Leider haben die Vermieter meiner Wohnung ( arrogante Familie, 2. Generation) ) eine Art "Gutsherren-Manier" oder Feudalherrschafts-Allüren, und werden hochgradig fies und unsachlich, wenn ein Mieter nicht alles unkritisch hinnimmt bzw. neben seinen Pflichten auch seine Rechte kennt (z. B. auf Mietminderung bei Beinnträchtigung der Wohnqualität) und müssen dazu noch immer das "letzte Wort" haben, und sei es noch so unsachlich, unverschämt und/oder rechtlich falsch...

Ich war bis jetzt in allen Angelegenheiten zu ca. 98 % im  Recht bzw. habe Recht gehabt/bekommen. Nur das akzeptieren sie leider nicht.
Bzw. ist wohl für sie unerträglich...

Solch ekelhafte und widerliche Menschen traf ich bis jetzt nur im "job"center.   kotz

Ich denke Ihr habt per se schon mal das Recht auf eine Mietminderung falls der Vermieter nach einer Aufforderung diese Schäden und Beeinträchtigungen bis zu einer best. Frist (üblicherweise 2 bis 4 Wochen)  nicht behoben hat.

Das sind allerdings "nur"  meine Erfahrungswerte.

Erkundigt Euch bei Fachleuten (Anwalt, Mieterverein) , dann seid Ihr auf der sicheren Seite.

dr.gscheidle:
Sehr geehrte/r/s Herr/Frau/Fräulein dejavu,

wenn das alles so schlimm ist, warum legen Sie nicht selbst Hand an? Ihr Vermieter hat sicherlich nichts dagegen, wenn Sie sich selbst um die Renovierung des Treppenhauses oder die Reinigung der Regenrinne kümmern! Und wenn es doch so schlimm ist, warum ziehen Sie dann nicht aus? Es gibt genügend freien Wohnraum, z.B. auch bald wieder im Haus meiner Eltern, wenn ich meine unredlichen Mieter endlich herausgeekelt habe, was dank meines schönen Schildes "Hurenhaus", das ich über dem Eingang habe anbringen können, bald der Fall sein wird!

Immer diese fürchterlich anspruchsvollen deutschen Mieter! Immer jammern, aber selbst nichts tun wollen und irgendwelche dubiosen "Rechte" einklagen, welche von geschmierten Sozen-Richtern dann auch noch durchgewinkt werden! Stellen Sie sich vor: Als ich meine derzeitigen Mietern kündigen wollte, da sie nachweislich dieser widerwärtigen, unhygienischen und extrem unredlichen sogenannten "Sechs"-Sache da nachgegangen sind (was ich nachweisen konnte, da ich bei meiner letzten Hausbegehung, die ich in Abwesenheit der Mieter heimlich mit dem Nachschlüssel durchgeführt habe, eine Packung diabolischer sogenannter "Kondome" gefunden habe; mir ist zwar die Funktionsweise dieser Dinger nicht klar, aber ich weiß genau, dass man sie zu dieser fürchterlichen "Sechs"-Sache benötigt), und das im Haus meiner immer keuschen Eltern, hat irgendein Sozen-Richter ihnen doch tatsächlich Recht gegeben! Und als ich danach hilfsweise zu einer Verzehnfachung der Miete griff, hat ein anderer Sozen-Richter das ebenfalls untersagt!

Offenbar sind wir längst im diabolischen Sozialismus angekommen, in dem ein armer, geplagter Vermieter nicht nur nicht mehr über sein Eigentum verfügen kann und die letzten Menschen (z.B. Sechs-Praktizierer, Krachmusikhörer oder sogar Tätowierte!) bei sich wohnen lassen muss, sondern sich von diesen garstigen Gestalten auch noch vorschreiben lassen soll, wann er an der Mietsache etwas zu reparieren hat - so eine Unverschämtheit!

Dr. Diethelm Gscheidle
(löblicher und toleranter Vermieter, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln