Autor Thema: Mieter organisieren, wie?  (Gelesen 6353 mal)

Kuddel

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Re:Mieter organisieren, wie?
« Antwort #15 am: 10:46:43 Mo. 21.Mai 2018 »
Zitat
Zwei der besetzten Häuser geräumt – Aktivisten werfen Polizei Gewalt vor

Am Pfingstsonntag wurden mehrere leer stehende Häuser in verschiedenen Berliner Bezirken besetzt. Die Polizei räumte in der Nacht zu Montag zwei der Häuser. Die Aktivisten werfen den Einsatzkräfte vor, Personen verletzt zu haben.
https://www.welt.de/vermischtes/article176536691/Berlin-Acht-Haeuser-besetzt-Aktivisten-werfen-Polizei-Gewalt-vor.html

Die Polizei, der bewaffnete Arm der Spekulantenmafia.

Kuddel

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Re:Mieter organisieren, wie?
« Antwort #16 am: 06:42:01 Mo. 04.Juni 2018 »
Zitat
Demonstration für mehr bezahlbare Wohnungen



Gegen rasant steigende Mieten und fehlenden sozialen Wohnungsbau in Hamburg haben am Sonnabend Tausende in der Innenstadt demonstriert. Während die Polizei von rund 3000 Teilnehmern sprach, nannten die Organisatoren die Zahl von 8000 Demonstranten.
https://www.tageblatt.de/lokales/hamburg/hamburg-artikel_artikel,-Demonstration-fuer-mehr-bezahlbare-Wohnungen-_arid,1371347.html

Klaus-Peter

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Re:Mieter organisieren, wie?
« Antwort #17 am: 14:11:09 Do. 12.Juli 2018 »
Weil die 3 Punkte weiter oben im Thread, etwas kurz sind, eine ausführlichere Anleitung wie man sich mit seinen Nachbar_innen wehren kann.

Von einem Flyer der Berliner Mietergemeinschaft zitiert:
10-Punkte-Sofortprogramm bei Gentrifizierung

Die Mieten in Berlin steigen weiter. Trotz der Mietpreisbremse. Trotz der Zweckentfremdungsverbotsverordnung. Neben dem Neubauwahnsinn wächst der Verwertungsdruck auf die Mieter_innen massivst:
Die letzten unsanierten Häuser werden saniert, letzte ungedämmte Häuser werden gedämmt und die letzten Mieter_innen aus diesen Häusern verdrängt.

Was können wir dagegen machen? Druck!

Viele Mieter_innen sind schockiert, wenn sie eines Tages die "böse" Post im Briefkasten finden. Hier ist ein in der Praxis erprobtes Zehn-Punkte-Sofort-Programm:

1. Rechtsschutzversicherung: z.B. Mietergemeinschaft e. V. bzw. Mieterverein beitreten.

2. Nachbar_innen: Sprecht eure Nachbar_innen an. Haben sie auch eine Modernisierungsankündigung oder eine andere "böse" Post erhalten?

3. hausversammlung: Eine/n auf das Mietrecht spezialisierte/n Anwältin/Anwalt einladen und sich über die juristischen Möglichkeiten informieren.

4. Gemeinschaft: E-Mail-Verteiler, SMS-Kette oder Taubenpost einrichten. Jour fix ausmachen. Aufgaben verteilen. Auf Maulwürfe achten!

5. Solidarität: Nachbar_innen bei den Wohnungsbesichtigungen durch Makler, Eigentümer und Handwerker als Zeug_innen unterstützen. Als Publikum bei den Gerichtsverhandlungen der Nachbar_innen anwesend sein.

6. Presse: Sich schriftlich oder persönlich an die Presse wenden. Lokale Presse, Tageszeitungen, Fernsehen, Radio, Blogs. Ergreift die Initiative! Sprecht die Medien an!

7. Blog: Werdet selber zur Presse! Informiert regelmäßig die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge. Blogt sachlich, korrekt und nur darüber, was ihr 100% nachweisen könnt.

8. Politik: Vertreter der politischen Parteien aufsuchen, (am Besten unangekündigt in ihren Büros) und sie über den Sachverhalt informieren. Vorhandene politische Instrumente nutzen, z. B. Einwohnerfragestunde, Ausschüsse, BVV-Tagungen.

9. Vernetzung: Kontakt zu anderen Mietergemeinschaften und stadteilinitiativen suchen, aufbauen und pflegen.

10. Engagement: Wichtige Informationen und know-how mit anderen Betroffenen austauschen. Mit anderen Initiativen zusammenarbeiten. Kräfte bündeln! Einen Finger kann man brechen, aber eine Faust niemals!

Kuddel

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Re:Mieter organisieren, wie?
« Antwort #18 am: 20:03:54 Mi. 18.Juli 2018 »
Hier ein Beispiel aus der Bremer Praxis. Ein Flyer aus dem migrantisch geprägten Gröpelingen.
Das Faltblatt fand viel Zuspruch und war der Beginn vieler Gespräche auf der Straße.





Der nächste Schritt ist dann eine Mieterversammlung.