Autor Thema: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.  (Gelesen 89428 mal)

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1641
Re: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.
« Antwort #30 am: 22:43:59 Mi. 09.Januar 2019 »
Scheiße trifft Scheiße:
Zitat
9.1.19
Ministerpräsident Daniel Günther hat am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Landesregierung zu mehr Mut und Zuversicht aufgerufen. „Wir können und sollten uns mehr zutrauen“, sagte der Regierungschef vor gut 250 Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik im Plöner Schloss.
(...)
Zum Neujahrsempfang waren traditionell auch viele Honorar- und Generalkonsuln gekommen, angeführt von Götz Bormann, Doyen des konsularischen Korps. „Herzlichen Dank, dass Sie mit uns im Austausch stehen und die Welt in Schleswig-Holstein repräsentieren“, sagte Günther.
(...)
http://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Daniel-Guenther-begruesst-beim-Neujahrsempfang-im-Schloss-Ploen-250-Gaeste

Das alles ist eine Welt, die es zu zerstören gilt...

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13490
  • Fischkopp
Re: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.
« Antwort #31 am: 20:20:18 Mo. 11.März 2019 »
In diesem Thread findet relativ wenig Diskussion statt, doch er gehört zu meinen liebsten Beitragssträngen in diesem Forum.

Die Informationen hier öffenen einem die Augen, man erhält einen Blick in den Abgrund.
Die wackeren Recherchen des Threaderstellers konzentrieren sich auf das Geflecht der Macht, jenseits von Rat- und Landeshaus der Hauptstadt des nördlichsten Bundeslandes.

Solche Recherchen wären wohl auch spannend in anderen Landeshauptstädten. Es geht um den historischen Filz der letzten 150 oder wieviel auch immer Jahren, in dem sich die Geldsäcke, die Kaufleute und Industriellen zusammengeschlossen haben mit Juristen, Bullen und Militärs und mit Medienleuten. Auf deren Treffen wird echte Politik gemacht. Diese Strukturen haben scheinbar jede Krise, jeden Krieg, Macht- und Systemwechsel überlebt. Der Nationalsozialismus war für dieses Pack kein Problem. Sie brauchten sich nicht zu verbiegen oder zu arrangieren. Man mußte sich dem Regime nicht anbiedern, man besetzte von Anbeginn die führenden Positionen in der NSDAP.

Mich würde interessieren, wie solche Strukturen in der DDR funktionierten, wie weit sich ihre Arbeit und Möglichkeiten von denen im Westen unterschieden.

Nochmal Chapeau für diesen wunderbaren Thread!

Schleswig-Holstein kommt so harmlos daher und wirkt eher verschlafen.
Hier gedeiht jedoch der pure Horror, wie aus der Feder von Stephen King.
Auch nach dem Krieg war es hier ultrabraun. Das Nazipack rottete sich zusammen, da man in SH auch Hardcorefaschos nicht verfolgte. Mehr als die Hälfte der schleswig-holsteinischen Parlamentarier hatte eine braune Vergangenheit. SS-Mann Heinz Reinefarth, der mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 1944  zum „Henker von Warschau“ wurde, wie er in Polen genannt wird. Nach dem Krieg war er Bürgermeister von Westerland auf Sylt und zog 1958 in den Landtag ein. Kiel lebt zu einem guten Teil von der Rüstungsproduktion. Als der Landesvater Uwe Barschel sein filmreifes Ende in einer Badewanne im Hotel Beau-Rivage in Genf fand, sagte man ihm geheime Waffendeals nach. Die Barschelwitwe bestreitet die Selbstmordthese und geht von Mord aus.

Heute sind die bedeutendsten Nester der Organisierten Kriminalität die HSH Nordbank und die Unikliniken UKSH. Als einem HSH Nordbank Mitarbeiter die kriminellen Umtriebe zu bunt wurden und er zu einem Whistleblower wurde, versuchte man ihn mit einem Fahrzeug von der Autobahn zu drängen. Mafiafilm in norddeutschen Nadelstreifen. Es wurde gezockt, betrogen, vertuscht, von der Politik gedeckt und blieb weitgehend juristisch ungeahndet.  Nachdem 2018 die Bank im November für rund eine Milliarde Euro an eine amerikanische Investorengruppe unter Führung des US-Hedgefonds Cerberus verkauft worden ist, nennt sie sich Hamburg Commercial Bank AG und wir können davon ausgehen, daß sie damit kein Stück weniger kriminell ist. Das UKSH ist meiner Meinung nach viel zu wenig im Fokus eines kritischen Interesses.  Mit 13.000 Mitarbeitern ist das UKSH der größte Arbeitgeber Schleswig-Holsteins, der Chef heißt nicht von ungefähr Jenz Scholz, er ist der Bruder des Bundesfinanzministers Olaf Scholz. Finanzen sind auch Jenz Ding, er strukturiert das Gesundheitswesen mal kurz neoliberal um und läßt sich das fürstlich honorieren, er kriegt viermal so viel wie der Ministerpräsident von Schleswig Holstein. Seine neoliberalen Gesundheitsstrategien gehen über Leichen. Er wurde damit zum Vordenker 2018 gekürt
Zitat
Strategischer Weitblick, unkonventionelles Denken, Veränderungswille, diplomatisches Geschick - der Vordenker Award ehrt unterschiedlichste Tugenden des modernen Medizin-Managers.
https://vordenker.bibliomed.de/der-preistraeger-2018/
Was er durchgesetzt hat, wird in Zukunft auch Kliniken in anderen Bundesländern heimsuchen.

Was ein paar Gläschen Sekt beim Kieler Kaufmann und einige wohlwollende Artikel der Kieler Nachrichten nicht alles bewirken.

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3432
  • Polarlicht
Re: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.
« Antwort #32 am: 21:38:03 Mo. 11.März 2019 »
Danke für diese Worte, "Kuddel". Auch mir hat dieser Thread die Augen geöffnet, der ich früher viel zu gutgläubig gewesen bin.  "Kieler Sprottenback" ist auch so ein widerlicher Sumpf, schauderhaft.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13490
  • Fischkopp
Re: Mitgliederliste des Kieler Kaufmann e.V.
« Antwort #33 am: 13:18:10 Di. 12.März 2019 »
Fast 90.000 Klicks bei diesem Thema sind ein Hinweis auf ein relativ großes Interesse.